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Montag, 9. November 2015

Über den Kreuzzug gegen Rechts!



"Der Mainzer Politikwissenschaftler Gerd Mielke hat sich für eine Kriminalisierung von AfD-Anhängern und Pegida-Demonstranten ausgesprochen. Das „Pack“ müsse konsequent eingeschüchtert werden. Wenn es sich in einem Polizeikessel erst mal in die Hose gepinkelt hätte und mit Wasserwerfern traktiert würde, hätte es genug vom Demonstrieren." So berichtet die Junge Freiheit am 9.11. 2015 über den Musterknaben politisch korrekter Wissenschaften, Herrn Mielke. Für diesen Wissenschaftler ist es erstrebenswert, Menschen, die das Recht auf Versammlungsfreiheit und Meinungsfreiheit für sich in Anspruch zu nehmen, durch Polizeikessel einzuschüchtern und mit Wasserwerfern zu traktieren mit de Ziel, daß sie dann nie wieder an öffentlichen regierungskritischen Kundgebungen teilnehmen!  Andersdenkende als "Pack" zu bezeichnen, zeigt dabei das  moralische Niveau dieses Mannes aus.
Aber im Kampf gegen Rechts will die EKD Herrn Mielke nicht allein stehen lassen. Und so kann man auf der selben Seite der Jungen Freiheit vom heldenmütigen Kampf des neuen EKD-Vorsitzenden gegen Rechts lesen. Seit die alten Feinde ausgedient haben, man weder vom Teufel noch von der Sünde redet in der EKD, aus politisch korrekten Gründen den Islam für eine Religion des Friedens und der Nächstenliebe hält, (und sich auch durch keine Realität davon abbringen läßt) suchte die EKD nach neuen Feinden, denn so ganz ohne Feinde lebt es sich halt nicht gut- und die EKD war fündig! Mit geradezu missionarischer Inbrunst führt sie den Kampf gegen Rechts dabei ihre Unterwürfigkeit unter die Bundeskanzlerin als höchsten Tugendakt inszenierend.  Pegida und die AfD sind nun für die EKD die Namen des neuen Teufels. Beachtenswert, wie dabei politische Gegensätze, wie ist mit der Flut der Asylanten umzugehen, zu dem absoluten Gegensatz des kampfes zwischen Gutmenschen und Bösen hochstilisiert wird. Ja, genau genommen führt die EKD ihren kampf gegen Rechts wie einen Kreuzzug gegen das Böse! Arnold Gehlen sah zu seiner Zeit noch die größte Gefahr für das Gemeinwesen in der Toleranz! So schrieb er 1969 noch: " Der Übergang von der Toleranz in den Nihilismus des Geltenlassens von schlechthin Allem läßt sich schwer abgrenzen, diese friedliche Tugend ist daher im öffentlichen Bereich  ungewöhnlich zweideutig, so daß D.H. Lawrence (Die gefiederte Schlange) die Toleranz als eine "heimtückische moderne Krankheit" beschreiben konnte." (Gehlen, Moral und Hypermoral, 4.Auflage, 1981, S. 40) Heuer sehen wir klarer! Die Stunde der Toleranz war die des Kampfes gegen die alte  bürgerliche Werteordnung, die noch christlich durchtränkt war, als die alte noch vital war und die neue noch nicht gesiegt hatte. Jetzt ist diese Zeit der Toleranz vorbei, da sich eine neue "Moralordnung" durchgesetzt hat, die der Politischen- Korrektheitsideologie, die nun auch aufs härteste gegen alle Dissidenten vorgeht, selbst  mit Wasserwerfern. Und die Junge Freiheit zeigt auch ein beeindruckendes Bild dieses Kampfes seitens der EKD. Der jetzige Vorsitzende, stolz hält er ein Buch in der Hand, das dazu auffordert, politisch Andersdenkende, pauschal als Rassisten diffamiert, in Gaststätten nicht mehr zu bedienen. Nur Gutmenschen haben eben einen Anspruch auf ein Glas Bier in einer Restauration! Preisfrage: wann wird vor öffentliche Toiletten endlich das Warnschild aufleuchten:Nicht für Rechte? Aber so viel Haß gegen alles Rechte, man hat sich schon so sehr an diese radicale Intoleranz gewöhnt, daß man sich verwundert frägt: was müssen das für Zeiten gewesen sein, als man in der Toleranz die größte Gefahr sah?  Und doch hatte Gehlen zu seinerbzeit recht, denn er nahm die Auflösung der alten Werteordnung durch die Parole der Tolerierung des dazu sich inkompatibel Verhaltenden, während jetzt die neu etablierte Moral ganz und gar intolerant sich verhält gegen jeden Versuch  der Revitalisierung der alten Moral zu der eben die Liebe zum eigenen Vaterland gehörte, die sich in den Demonstrationen der Pegida und der AfD manifestiert! Aber die Liebe zum Eigenen, der Wille zum Selbsterhalt seiner Identität, das sind heuer unverzeihliche Sünden wider den (un)heiligen Geist der politischen Korrektheit!

Corollarium 1
Es muß aber angemerkt werden, daß die alte Moral, die bürgerliche Kultur selbst auch nur noch eine Schwundstufe der christlichen Religion ist, die das Chrisliche in die Innerlichkeit der bürgerlichen Existenz setzte und das öffentliche Leben schon von der Religion "emanzipierte".   
     

Sonntag, 18. Oktober 2015

Über die Intoleranz der Toleranten

Nicht ganz begeistert titelte "Am Sonntag" vom 18.10.2015 über eine Demonstration von circa 800 Gutmenschen in Passau für Asyl für Alle, so die Tendenz dieser Kundgebung,. "Demo mit Beigeschmack. Sie gingen für Toleranz auf die Straße und grenzten dabei Politiker aus."Im Kommentar (S.7) wurde es gar als Intoleranz gewertet, daß CSU-Politiker auf dieser Gutmenschkundgebung nicht zugelassen waren. Auch auf der "Demo-After-Party" würden- so der Einlader- "Menschen die andere Menschen mit Sprache oder Handlungen diskriminieren" (S.7 als "nicht erwünscht" bezeichnet. Offensichtlich hat "Am Sonntag" die Grundgedanken des Begriffes der Toleranz im Geiste der Politischen Korrektheit noch nicht in Gänze begriffen oder noch nicht hinreichend verinnerlicht. 
Also, wer Toleranz fordert, meint damit als politisch Korrekter immer: a) keine Toleranz den Intoleranten gegenüber- b) wer intolerant ist, das bestimmen wir und c) wer so von uns als Intoleranter definiert wurde, der muß ausgegrenzt werden, denn es gilt die Maxime: keine Toleranz den Intoleranten gegenüber. Inhaltlicher läuft das auf die Banalität hinaus: wer nicht so denkt wie wir, der ist intolerant. Der Gutmensch verachtet so mit gute Gewissen jeden, der nicht so wie er ein Gutmensch ist. Denn der Gutmensch glaubt gar nicht, wie vielleicht einige meinen, daß alle Menschen gut seien. Nein, er ist ein streng gläubiger Dualist,der weiß, daß es die Guten und die Bösen gibt. Und alle,die nicht so wie er die Welt sehen, sind nun mal die Bösen. Da das aber nun doch zu moralistisch klingt, greift man lieber auf altlinke Traditionen zurück und  bezeichnet alle Nicht-politisch Korrekten- einfachhalber als "Nazis".  Und so brüllt man dann aus Leibeskräften, als gelte es, einen Exorzismus durchzuführen: "Nazis raus!". Früge man nach, wohin denn die so betitelten Menschen sich begeben sollten, wenn sie Deutschland zu verlassen hätten , keine klare Antwort bekäme man- aber diese Frage überschreitet schon die Denkgewohnheiten unserer Gutmenschen. 
Daß nun aber die CSU nicht zu den Gutmenschparteien zählt, das dürfte niemanden überraschen, bedenkt man, daß diese Partei gern mal "Rechtes"sagt, um conservative Wähler nicht zu verlieren, um dann aber unter der Bundeskamzlerin Merkel weiter linke Politik zu machen. Diese Gutmenschen nehmen eben diese Propagandaeinlagen der CSU für bahre Münze und exkummunizieren sie so aus dem Einheitsblock aller Gutmenschparteien aus. Das entspricht der politisch korrekten Weltanschauung der Toleranz. Selbstredend ist jedem nun erlaubt, für sich selbst unter Toleranz etwa anderes zu verstehen, gar die Meinung, daß dazu auch es gehöre, Andersdenkende zu tolerieren, aber man wundere sich dann nicht, daß dieses Verständnis von Toleranz auf Kundgebungen von Gutmenschen nicht toleriert wird! Was dem "Am Sonntag" ein "Beigeschmack" ist, das ist für Gutmenschdemonstrationen die Substanz ihres Toleranzverständnises: das Nein allen Andersdenkenden gegenüber. 
Wenn Deutschland das Sozialamt für die ganze Welt geworden ist, wie es den Gutmenschen vorschwebt, daran zu Grunde gehen würde, das macht wahrscheinlich das Ja für ein Asylrecht  für jedermann den Gutmenschen so sympathisch: die Abschaffung Deutschlands als dem Hort alles Bösen.                  

Dienstag, 21. Juli 2015

Und wieder siegt der Islam?

"(Madrid) Die Sozialistin Natalia Nuñez wurde am vergangenen 24. Mai zur neuen Bürgermeisterin von Cenicientos in Spanien gewählt. Die Gemeinde in der Autonomen Gemeinschaft Madrid zählt 2073 Einwohner. Eine der ersten Amtshandlungen der PSOE-Vertreterin war die Entfernung des Kreuzweges, der die Kleinstadt mit der Marienwallfahrtskirche Nuestra Señora del Roble, der Stadtpatronin verband.Für die Bürgermeisterin stellte der Kreuzweg einen „Mangel an Respekt“ gegenüber Nicht-Gläubigen und jenen dar, die „die moslemische Religion und Kultur bekennen“. Nuñez bezeichnete den Kreuzweg in Interviews abschätzig als „diese Steine“."

So las man es heute in Kath Info! Also, wer den Katholischen Glauben öffentlich lebt und praktiziert verhält sich darin intolerant gegenüber Nichtchristen und Muslimen. Ja, nur die Tatsache, daß ein in der Öffentlichkeit präsenter Kreuzweg dazu benutzt werden könnte, dort nun auch den Katholischen Glauben zu praktizieren, stelle eine so gewaltigen Affront dar, daß der Kreuzweg verschwinden muß! Nähme man das Ernst, käme man zu dem Ergebnis, daß jede religiöse Äußerung einen unzumutbaren Affront gegen Unreligiöse darstellte und so zu verbieten sei, im Namen der Toleranz! Der Islam braucht noch nicht mal die Macht zu ergreifen, denn schon im vorauslaufenden Gehorsam verbietet hier eine sozialistische Bürgermeisterin das Praktizieren der Katholischen Religion! Die Intention ist eindeutig: die Katholische Religion soll aus der Öffentlichkeit verschwinden und das im Namen der Toleranz.
Aber es ist ja auch die übliche Praxis, daß im Namen der Toleranz die Toleranten den Auschluß von ihnen mißliebigen Meinungen fordern- bei jeder Anti-Rechts Kundgebung wird das so praktiziert: was nicht links ist, hat keinen legitimen Platz mehr in der Toleranzkultur der Politischen Korrektheit. 
Spanien ist ein urkatholisches Land aber gerade darum ist hier der Feind auch so mächtig am Kämpfen. Auch wenn es der politisch korrekten Kirchengeschichtsschreibung nicht akzeptabel ist, aber es ist wahr: General Franco rettete einst die Katholische Kirche im Bürgerkrieg vor ihrer Vernichtung durch die Linke Spaniens. Nur, diese Linke existiert heuer noch und auch jetzt kämpft sie gegen die Katholische Kirche! Und dazu instrumentalisiert sie auch die Muslime, daß ihnen praktizierter Katholizismus unzumutbar ist, wenn er öffentlich und nicht nur in abgeschlossenen Räumen gelebt wird! Aber es ist auch ein Zeichen zunehmender Macht des Islam, daß um dieser Religion willen jetzt schon die Katholische Kirche ihre Praxis einzugrenzen hat! 
Eines fällt dabei noch auf: noch nie hat die Katholische Kirche sich der politischen Linken so angebiedert, wie heuer- jedes Lieblingsthema  der Linken, das nicht gebührend und übergebührend auf Katholikentagen präsent ist und wir haben jetzt gar einen kapitalismuskritischen Papst und kein Tag vergeht, wo nicht im Namen Christi zum heiligen Krieg gegen Rechts ausgerufen wird- aber die Linke goutiert dies Wohlverhalten in keinster Weise- sie kämpft überall in Europa gegen die christliche Religion und wenn es sein muß, nimmt man da auch gern den Islam als Kombattanten mit ins Boot. Ob nun die Linke den Islam für ihr antichristliches Anliegen instrumentalisiert oder der Islam für seine Ziele die Linke instrumentalisiert, das ist eine jetzt noch unbeantwortbare Frage.           

Mittwoch, 20. August 2014

Toleranz: Jeder darf meiner Meinung sein!

Ich erlaube, jedem meiner Meinung zu sein, das verstehen die meisten Menschen unter Toleranz. Aber was nun, wenn Andere ihr Recht auf Meinungsfreiheit mißbrauchen, um etwas zu äußern, was mir mißfällt? Überall in Deutschen Landen erschallt der Ruf nach Einschränkung der Freiheit. 
Jedem Kämpfer gegen Rechts ist es eine Selbstverständlichkeit, daß das Recht auf Versammlungs-und Meinungsfreiheit nicht für Menschen gilt, die politisch unkorrekt denken. War einst das Ideal das des herrschaftsfreien Diskurses, so jetzt die Debatte darum, wer ist auszuschließen? Wer darf nicht mitreden? 
Es ist für unsere politische Kultur schon zu einer Selbstverständlichkeit geworden, daß Lebensschutzdemonstrationen, Kundgebungen für den Schutz des ungeborenen Lebens nur noch unter Polizeischutz stattfinden können, weil Linke  diesen Mißbrauch der Meinungsfreiheit zu verhindern versuchen! 
Wer rechts ist, das bestimmen dann die Politisch Korrekten selbst und das heißt dann: der ist ausgeschlossen aus dem öffentlichen Duskurs; man redet nur noch über den, aber niemals mit ihm!
Nun gibt es auch für Katholiken die Versuchung,diese oder jene Meinung verbieten zu wollen. Wäre das nicht ein guter Staat, der alles verböte, was antikatholisch wäre? Wäre das nicht ein wahrhaft christlicher Staat? Wenn schon in Deutschland die Hakenkreuzfahne verboten ist, warum sollte man dann nicht jetzt auch Fahnen der islamistischen Terroristenorganisationen, Hamas und Isis verbieten, und Hammer und Sichel hätte man doch eigentlich auch schon längst verbieten sollen!Die Lust am Verbieten steigt. Es sei nur an die Antiraucherhysterie gedacht.Jetzt sitzen in bayrischen Bierlokalen Raucher neben Raucher. Bei Eis und Schnee müssen sie das Lokal verlassen, um draußen zu rauchen, bloß weil eventuell ein intoleranter Nichtraucher das Lokal betreten könnte, und weil der sich dann durch das Qualmen gestört fühlen könnte. 
Nur, gibt es nicht auch legitime Gründe zum Verbieten von politischen und religiösen Meinungsäußerungen? Wer so frägt, muß aber eines bedenken!Wer garantiert ihm, daß übermorgen nicht auch seine Meinung verboten wird?Wer heuer dasb Verbot von islamischen Fahnen vehement fordert, der darf sich nicht wundern, wenn dann mit der Begründung von: Hexenprozessen, Kreuzzügen und der Inquisitiuon auch die christlichen Symbole verboten werden, öffentlich gezeigt zu werden?
Aber, wir wollen heute mal prinzipieller fragen: könnte das Negative, das aus katholischer Sicht nicht sein Sollende, etwa die kommunistischen, islamistischen und nationalsozialistischen Fahnen, doch auch etwas Positives sein und daß wir deshalb für die Meinungsfreiheit auch so denkender Menschen eintreten sollten?  
Gegenüber der Praxis, willst du nicht mein Bruder sein, schlag ich dir den Schädel ein,die sich nicht nur unter Islamisten größter Beliebtheit erfreut, könnte es doch legitim sein, zu fragen, ob das Unwahre und Falsche auch sein Recht hat.
Wer dies nun als völlig abwegig ansehen möchte, der frage sich doch bitte einmal: Warum ließ Gott im Paradiese die Schlange zu Eva reden? Selbstredend hätte Gott doch in seiner Allmacht der Schlange das verführerische Reden verwehren können. Als die Schlange ihr Maul öffnete, um Eva zu verführen, da verschloß ihr der allmächtige Gott den Mund, auf daß sie nicht die Menschen verführen könne. Gott selbst ließ aber das Wirken des Leibhaftigen zu! Gegen Gottes Willen kann er nicht wirken!Gott muß gute Gründe dafür gehabt haben, so diese böse Rede der Schlange zuzulassen! Sonst hätte er ihr das Reden verunmöglicht!
Wenn schon der Teufel mit Gottes Erlaubnis reden darf und für sich Versammlungs-und Meinungsfreiheit beanspruchen kann, müßten wir dann nicht auch dies allen anderen uns Mißliebigen erlauben?       

1. Supplement
Eine kurze Feststellung: große Menschen gibt es nur, weil es Nichtgroße gibt.Denn wären alle gleich groß, gäbe es nur Gleiche und somit weder große noch kleine. Könnte es sein, daß Gott das Unwahre zuläßt, damit der Mensch sich für das Wahre zu entscheiden hat, sodaß die Wahl des Wahren etwas Tugendhaftes ist? 
2. Supplement
Eine triviale Komödie aus dem Ohnsorgtheater. Immer endet die Komödie in diesem Theater mit dem einen Bild: alle stehen versöhnt in einer Reihe, alle Konflikte sind beseitigt, und der Vorhang fällt.Solange es Konflikte gab, gab es Leben auf der Bühne. Das glückliche Ende beendet die Komödie. Das glückliche Leben in Harmonie ist nicht mehr darstellbar.
Wer ahnungslos einen Liebesroman aufschlägt und mit dem Lesen beginnt, wird mit einem gewissen Befremden bemerken, daß, wenn nun endlich das Paar sich gefunden hat und bekennt: "ich liebe dich!", der Roman endet.Gelingende Liebe kommt im Liebesroman selbst nicht vor, sondern tritt sie ein, endet der Roman.   
Könnte es sein, daß zum Leben der Konflikt dazugehört, wie zur Komödie die Konflikte und zum Liebesroman das Ringen um die Liebe.Ein Leben ohne Konflikte ist so wohl nicht darstellbar.
Wenn die von Gott geschaffene Welt Gottes Theater ist, könnte dann Gott auch das Negative wollen um des Positiven willen? Daß der Mensch, weil er in der Spannung zwischen der Wahrheit und der Unwahrheit steht, zu kämpfen hat um die Wahrheit und daß dies sein Leben ausmacht? 
Eines dürfen wir nicht außer Acht lassen: Gott als Allmächtiger könnte alles Nichtwahre und Unschöne beseitigen oder verhindern, daß es erst entstehen konnte. Es muß also für Gott selbst positive Gründe geben, daß er das Negative zuläßt. Und der überzeugendste Grund wäre der, daß das Gute nur ist, wenn es auch das Negative gäbe.Nur weil Adam und Eva, nachdem sie die Stimme des Verführers gehört haben, den Gehorsam hätten wählen können, konnten sie das Gute wählen. Wären sie notwendig gut, wären sie gar nicht gut.
3. Supplement
Wenn um die Meinungsfreiheit geht, könnte gesagt werden, daß es zum Wesen der Wahrheit gehört, daß es mit der Unwahrheit streitet und so sich im Konflikt mit der Unwahrheit bewahrheitet. Zur Veranschaulichung: hätte es das Tridentinum gegeben, wenn nicht Luthers Irrlehren die Kirche nötigten, die wahre Lehre demgegenüber zu entfalten? Könnte so jede Unwahrheit dazu dienen, daß die Wahrheit sich an ihr abarbeitend sich vertieft und zur volleren Wahrheit wird? 
4. Supplement
Wenn es die Bestimmung der Raupe ist, zu sterben, um ein Schmetterling zu werden, dann könnte in Analogie dazu gesagt werden: das Leben des Menschen auf Erden ist seine Ausbildungszeit, damit er dann ausgebildet in das ewige Leben eingehen kann. Daß unser irdisches Leben so eines der Konflikte ist, gehörte so zum Ausbildungsprogramm der göttlichen Vorsehung. Das Negative wäre, damit der Mensch sich daran abarbeitend, sich entwickle. Es gibt den Satz, der Krieg sei der Vater aller Dinge. Bezögen wir das auf den militärischen Krieg, wäre diese Ausssage absurd. Wenn wir aber es darauf beziehen, daß jedes als Besonderes nur ist, indem es sich von anderen unterscheidet und deuten dies als wechselseitige Antihaltung: ich bin nicht wie du und du bist nicht wie ich, dann könnte diese Aussage doch einen Sinn haben.Für das irdische Leben würde das gelten, was auch für die Ohnsorgkomödie gilt: solange das Stück noch spielt, gibt es keine vollkommene Versöhnung; erst wenn der Vorhang fällt ist sie da. Der Streit der Meinungen, der Kampf der Wahrheit mit der Unwahrheit wäre so die Stimulanz für das Leben, daß der Mensch durch die Konflikte sich entwickelt, sich bildet, bis er reif ist für das ewige Leben. Es solle jetzt schon der Streit zwischen der Wahrheit und der Unwahrheit, des Guten mit dem Bösen, des Schönen mit dem Unschönen sein Ende finden,dieser menschlich so verständliche Wunsch, hieße dann, daß man aus den Lehrjahren aussteigen möchte und jetzt schon  vorzeitig die Reifeprüfung, die bestandene feiern möchte.
Eines der gefährlichsten Programme der von Menschen selbst gemachten universalen Erlösung sind die politischen Welterlösungskonzepte: all diese eine Welt Utopien, ob es nun die kommunistische Internationale,die globalisierte eine Welt oder die eine islamisierte Welt ist. Daß, was uns nach dem Ende der Geschichte, das Ende aller Konflikte verheißen wird, will der Mensch selbst politisch realisieren. Und er kann die Einheit, die Welteinheit politisch nur durch die Unterdrückung des Andersdenkenden realisieren. Der Wille zur Abschaffung der Meinungsfreiheit ist so der Wille zur totalitären Herrschaft als Einheit der Welt.