Donnerstag, 10. September 2026

„Glaube als >Schwungrad der Demokratie<"? Über den neuen Sendungsauftrag der Katholischen Kirche

 

Glaube als >Schwungrad der Demokratie<"?1 Über den neuen Sendungsauftrag der Katholischen Kirche



In dem Communioartikel heißt es nun sehr treffend: „Wider die Funktionalisierung des Glaubens – eine Antwort auf Kardinal Marx“2:

Kardinal Reinhard Marx sieht den christlichen Glauben als >Schwungrad der Demokratie<. Das ist ein starkes Bild – und doch stellt sich die Frage, ob es den Glauben nicht zu sehr von seiner gesellschaftlichen Funktion her denkt.“

M.E ist der Terminus der „gesellschaftlichen Funktion“ unpräzise, besser hieße es: für das politische System, wobei dann dies als eine Teilmenge der Gesellschaft verstanden werden kann. Die „Demokratie“, präziser die Herrschaft der demokratischen Blockparteien, das sind die Parteien, die sich wechselseitig als „demokratisch“ und als „regierungsberechtigt“ anerkennen, ist durch die Erfolge rechter Parteien, in Deutschland jetzt durch die AfD gefährdet.Im Namen des Kardinals Marx offeriert nun die Katholische Kirche ihre Dienste diesen Blockparteien an. Die Kirche sei notwendig für die Apologetik des jetzigen politischen Systemes gegen ihre Kritiker.

Die Kirche will so ihre Existenz legitimieren durch ihre Nützlichkeit für dies politische System. Kardinal Marx ermahnte ja schon die Kirche: „Keine Behauptungen aufstellen, als hätte man einen unmittelbaren Zugriff auf die Wahrheit: Kardinal Reinhard Marx warnte im Fuldaer Dom davor, so zu tun, "als wüssten wir genau Bescheid und die anderen bräuchten nur zuzuhören".3 Die Selbstoffenbarung Gottes in Jesus Christus habe eben kein gewisses Wissen über Gott uns vermittelt, auch die Kirche wüsse halt nichts Gewisses über Gott, so rede man doch lieber und besser, so darf nun dieser Kath de Artikel ergänzt werden von dem Anti-Rechts- Engagement der Kirche als ihre Zentralaufgabe.

Salopp formuliert: Nicht mehr Gott sondern das politische System ist der Auftraggeber der Kirche, dem sie durch eine Verteidigung dieses Staatssystemes zu dienen habe.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Wilmer demonstriert dann praktisch, wie dieser Staatsauftrag zu erfüllen sei:

Die AfD sei nachweislich nationalistisch und völkisch eingestellt, sagte Wilmer am Mittwochabend in Berlin. Für dieses völkische Gedankengut sei weder in noch außerhalb von Gotteshäusern, weder im Christentum noch im Judentum, noch im Islam Platz.“4 Irritierend ist, mit welcher Selbstverständlichkeit diese Bischof den anderen Religionen diktiert, was in ihnen nicht erlaubbar sei! Ein Blick in das Nachbarland der Türkei zeigt überdeutlich die dortig praktizierte Synthese zwischen dem Islam und dem türkischen Nationalismus. Der jüdischen Religion ist der jüdische Patriotismus und Nationalismus so im Blute eingeschrieben, daß nur ein paar wenige kosmopolitische liberale Juden da herausfallen. Alle Orthodoxen Kirchen sind selbstverständlich nationalistisch, nicht nur die Russische!

Aber dieser Bischof diffamiert diese Synthese des Jas zu Gott mit einem Ja zum eigenen Volkstum eben als „völkisch“ und antichristlich aus rein politischen Gründen, da unsere demokratischen Blockparteien antinational eingestellt sind ganz im Sinne der westlichen Siegermächte, die jedes Wiedererwachen Deutschlands zu einer eigenen Stärke verhindern wollen. Bei uns ist ja die Aufforderung: „Deutschland erwache!“ verboten.

Die Demokratie zu verteidigen gegen ihre Kritiker meint, die Herrschaft der Blockparteien gegen jede Opposition zu verteidigen, denn unter der Demokratie wird hier die Oligarchie der sich wechselseitig als regierungsberechtigt anerkennenden Parteien verstanden. Dieser Bischof offeriert dann sogar praktische Vorschläge zur Verteidigung der Blockparteienherrschaft:

"Eine freie Gesellschaft lebt davon, dass Menschen unterschiedliche Meinungen vertreten dürfen. Doch Freiheit setzt eine gemeinsame Wirklichkeit voraus", so Wilmer. Würden Tatsachen verfälscht, unterdrückt oder durch Desinformation ersetzt, verlöre die Meinungsfreiheit ihren demokratischen Sinn.“5

Also, es dürfen keine Tatsachen verfälscht, und Desinformationen verbreitet werden. Mit dieser Begründung wurde in Europa der Empfang von „Rußland heute“ schon verboten, da dieser Sender einseitig über den Ukrainekrieg berichte; nur die Sicht der Nato sei objektiv ausgewogen! Das von der SPD geforderte Verbot des Magazines „Compact“ scheiterte aber, das Magazin war der SPD zu regierungskritisch! Im Klartext meint der Bischof, daß die Medien verpflichtet seien zum Schutze der Demokratie, die Tatsachen so darzustellen, wie sie der jeweilige Regierungssprecher uns Untertanen darlegt. Entgegengesetzte Darstellungen gefährdeten nämlich die Oligarchie der demokratischen Parteien.

Die Aufgabe der Kirche sei eben ihr Nützlichkeitserweis für das politische System, das ist wirklich die (Selbst)Aufgabe der Kirche oder eben ihr neuer Sendungsauftrag!Die "politische Theologie" erlebt so eine Wiedergeburt, nachdem sie eine lange Zeit ob der Kritik des ersten "politischen Theologen", Eusebius von Caesarea obsolet war.

1Jan-Heiner Tück: Wider die Funktionalisierung des Glaubens – eine Antwort auf Kardinal Marx, Communio 10.9.2026

2A.a.O.

3Kath de 29.9.2022: Kardinal Marx mahnt Amtsbrüder zu mehr theologischer Bescheidenheit.

4 Bischof Wilmer: Für völkische Gedanken ist im Christentum kein Platz, Kath de am 9.9.2026.

5Wie Nr 4.

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