Dienstag, 8. September 2026

„There are more things in heaven and earth, Horatio, than are dreamt of in your philosophy.“

 

There are more things in heaven and earth, Horatio, than are dreamt of in your philosophy.“


Diesen in seiner Bedeutsamkeit und Gewichtigkeit gar nicht unterschätzbaren Satz verdanken wir dem Theaterstück „Hamlet“,1.Akt, 5 Szene von William Shakespeare. Der KI erklärt uns diese Aussage wie folgt: „Es drückt aus, dass die menschliche Vernunft, das logische Denken oder die wissenschaftliche Bildung nicht alles erklären können. Es gibt Phänomene und Geheimnisse im Leben, die über unser aktuelles Wissen hinausgehen.“ Das ist fürwahr eine kluge Deutung dieser Aussage, zumal wenn betont wird, daß es unser „aktuelles Wissen“ transzendiert. Wissen, was einst als ein Wissen anerkannt wurde, gilt für das heutige Wissensverständnis als ein Nichtwissen.

Ein triviales Beispiel möge dies veranschaulichen: Zu Zeiten Jesu galt die Astrologie als ein Wissen: Wären die 3 Könige keine Astrologen gewesen, hätten sie dem Stern, dem sie folgten, nie eine Bedeutung beigemessen und hätten so den Weg zum Heiland in der Krippe, um ihn anzubeten, nie gefunden. Der neben dem hl. Augustin größte Kirchenlehrer Thomas von Aqiun hielt die Astrologie für mit dem christlichen Glauben vereinbar, insofern nicht die Wirkung von Sternkonstellationen deterministisch ausgelegt wird: „Ich mußte den Mann ermorden, weil die Sterne mich dazu determinierten.Jetzt gilt laut dem jetzigen Katechismus die Astrologie als ein Aberglaube und die Kirche müßte die 3 Könige eigentlich einer abergläubischen Praxis bezichtigen!

Aber es geht um Wesentlicheres: Meine These lautet,daß diese Aussage: „There are more things in heaven and earth, Horatio, than are dreamt of in your philosophy.“ von fundamentaltheologischer Bedeutung ist. Die Theologie muß Gott als allmächtig denken, sonst dächte sie nicht Gott als Gott. (Bestreitbar ist nur, ob es einen allmächtigen Gott außerhalb unseres Denkens wirklich gibt, nicht aber, daß Gott, wenn er als Gott gedacht wird, als allmächtig zu denken ist.

Ob dieses Gedankens der Allmacht Gottes ist in der Welt alles möglich, was Gott will und es wäre auch das möglich, was Gott nicht will, aber hätte wollen können.

Gott selbst hat ja erst die Differenz von dem Möglichen und dem Nichtmöglichen in seiner Schöpfung gesetzt, sodaß er dies Dekret auch widerrufen, außer Kraft setzen kann, um in ihr so etwas „Unmögliches“ zu realisieren. Er kann eben Propheten die Zukunft anzeigen, sodaß sie zukünftige Ereignisse voraussagen können, obzwar das uns Menschen unmöglich ist. Selbst die Aussage, daß wir in Deutschland am 24.12.2026 Weihnachten feiern werden, könnte eine unwahre Aussage sein, wenn vorher etwa die Welt unterginge. Dem Johannes offenbarte Gott gar alle zukünftigen Ereignisse des Weltendes, in der Johannesoffenbarung dokumentiert. Aber für die moderne Wissenschaft, für die historisch- kritische Methode können das nur zeitbedingte Phantasien eines uns unbekannten Autoren sein.

Was wirklich und was nicht wirklich, was ein mögliches oder was ein unmögliches Ereignis sei, legt die heutige Wissenschaft fest unter der Pämisse, daß kein als allmächtig zu denkender Gott in die Wirklichkeit hineinwirken könne. Diese Prämisse ist nun selbst keine wissenschaftlich begründete Prämisse, sondern durch sie wird erst der Unterschied produziert, was als ein mögliches und was als ein unmögliches Ereignis zu gelten habe, was so als wissenschaftlich wahre Aussage gelten könne.

So kann der hl. Faustyna nicht der schon längst verstorbene Jesus erschienen sein, um sie zu beauftragen, ihn so wie er ihr erschien, zu malen. Das Barmherzigkeitsjesusbild kann eben nur ein Erzeugnis der religiösen Phantasie dieser Nonne sein, denn Tote erscheinen nicht Lebenden. So wie Hamlet seinem Sohn nicht erscheinen kann, um ihm zu offenbaren, er sei ermordet worden, so könne auch Jesus nicht einer Nonne erschienen sein, damit sie ihn male. So hat uns Jesus Christus sein wahres Bild durch diese Heilige geschenkt und die allermeisten Christen wollen dies Bild nicht, da für sie jedes Wunder eine Unmöglichkeit darstellt.

Shakespeare war nicht nur in diesem Punkte, es sei an seine tiefgründige Menschenkenntnis in seinen Werken erinnert, weit überlegen im Wissen darum, was wahr und unwahr, was möglich und was unmöglich ist. Aber so machen wir Modernen unsere Rechnung ohne Gott.

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