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Dienstag, 27. September 2022

Bischof Bätzing: Der Synodale Weg habe nichts mit einer Zeitgeistanpassung gemein!

Bischof Bätzing: Der Synodale Weg habe nichts mit einer Zeitgeistanpassung gemein!


Das aus dem Munde Bischof Bätzings zu hören verblüfft nun doch, klingt es doch so, als wenn er hier einem bekannten SED-Politiker imitieren wolle: Niemand habe die Absicht, eine Mauer zu bauen!Aber geben wir diesem Bischof doch das Wort, wie er diese Causa ansieht:

„Die Reformen des Synodalen Wegs hätten mit "simpler Zeitgeistigkeit nichts zu tun", verteidigte Bätzing den Dialogprozess. Der Zeitgeist zeige sich vielmehr etwa in einem Rechtsruck der Politik, wie jüngst bei den Parlamentswahlen in Italien, aus denen die rechtskonservative Partei "Fratelli d’Italia" als Sieger hervorging. "Das scheint mir der Zeitgeist zu sein, den man bekämpfen muss."


zitiert nach: Kath de 26.9.2022: Bischof Bätzing:“Reformen dürfen vor der Lehre nicht halt machen.“ Diese Bischofsaussage ist nun ein klarer Affront gegen Roms Kritik an dem Synodalen Weg. So hieß es ja in der römischen Stellungnahme: „Die Erklärung des Heiligen Stuhls im Wortlaut

Zur Wahrung der Freiheit des Volkes Gottes und der Ausübung des bischöflichen Amtes erscheint es notwendig klarzustellen: Der "Synodale Weg" in Deutschland ist nicht befugt, die Bischöfe und die Gläubigen zur Annahme neuer Formen der Leitung und neuer Ausrichtungen der Lehre und der Moral zu verpflichten.“

zitiert nach: Kath de 21.7.2022.


Der Bischof weiß natürlich, daß die Installation der Räte auf allen Ebenen der Kirche der Katholischen Kirche in Deutschland eine „neue Form der Leitung“ geben wird. Der Bischof sagt es selbst (nach Kath de am 26.9.2022): „Die Bischöfe hätten sich für eine synodale Kirche entschieden, so Bätzing. Das sei das wichtigste Ergebnis der vierten Synodalversammlung: "Wir haben Synodalität auf Dauer gestellt."


Eine synodale Kirche ist eben keine Katholische Kirche mehr, denn die ist von ihrem Wesen her eine hierarisch aufgebaute. Die Deformer orientieren sich eben am staatlichen Parlamentarismus, an den demokratisch aufgebauten evangelischen „Kirchen“ und man darf doch auch mal mit der linksradicalen Parole: „Alle Macht den (Arbeiter- und Soldaten)Räten träumen. Simpler formuliert: Man will die Kirche, so weit wie möglich der politischen Ordnung des Parlamentarismus angleichen. So wie der Staat, soll auch die Kirche sein! Daß die Kirche zwar in der Welt ist (als ecclesia militans), aber nicht aus und von ihr ist, das soll so zum Verschwinden gebracht werden.

Dies Verweltichungskonzept soll nun aber nichts mit einem Sichanpassen an den Zeitgeist gemein haben! Der Bischof will gar stattdessen den Zeitgeist bekämpfen.Das muß die Kirche gar! Dazu ruft der Bischof auf! Den „Rechtsruck“ in Italien hat die Kirche zu bekämpfen und insbesondere die „rechtskonservative Partei "Fratelli d’Italia". Ergo: Indem die Kirche ihre Aufgabe darin sieht, Rechtskonservatives und Rechtes zu bekämpfen, beweise sie, nicht dem Zeitgeist sich zu subordiinieren. Das ist so, als wenn ich sagte:“Ich beweise Euch, daß ich Antialkoholiker bin, indem ich eine Flasche Rum leertrinke! Nichts gehört doch zum jetzig vorherrschenden Zeitgeist so sehr wie der heilige Kreuzzug gegen alles Rechtsconservative und Rechte.

Der Bischof zeigt sich hier als ein Musterschüler der Politischen Korrektheit: Unser Kampf gegen Rechts! Die Kirche führt den aber nicht nur außerhalb der Kirchenmauern sondern auch innerkirchlich: Denn was anderes als Rechtsconservative sind denn die Kritiker des jetzt vom Synodalen Weg beschlossenen Reformpaketes. Diese ihr Abstimmungsrecht mißbraucht habenden Bischöfe müssen eben nun auch bekämpft werden. Mustergültig ist dafür die Dauerkampagne gegen den reformkritischen Kardinal Woelki. Solche Bischöfe kann und darf es in der neuen „Synodalkirche“ nicht geben. Die „Synodalkirche“ bräuchte eben einfach einen „antifaschistischen Schutzwall“, um alles Conservative und Rechte von ihr abzuwehren.

Nein, der Bischof zeigt hier Rom die „Rote Karte“: Wir verändern die Kirche und ihre Lehre; dazu haben wir eben die Macht.



„Mit unserer recht liberalen und reflektierenden Kultur und mit unserer freien Gesellschaftsordnung haben wir die Chance, in manchen Fragen voranzugehen und damit einen Dienst für alle zu leisten.“ So unterstützt der Jesuit Kiechle diese Neuauflage von: Los von Rom! Hier leben die Katholiken eben in einer „liberalen und reflektierenden Kultur“, da werden im letzten Jahre 100.000 Kinder per Abtreibung getötet und dürfen Homosexuelle heiraten und Stellenausschreibungen müssen: „w/d/divers ausgeschrieben werden. Das gibt den Katholiken Deutschlands das Recht, ja gar die Pflicht, der Katholischen Kirche als Avantgarde voranzuschreiten in dem großen Projekt ihrer Abwickelung in eine humanitaristische NGO! Es ist wohl kein überzogener Pessimismus, kommentierte man: „Satan regnat!“ 

 

1.Zusatz

Wie  sehr sich die Kirche in Deutschland den Zeitgeist zu eigen gemacht und sich so ihm untergeordnet hat, demonstriert unübersehbar, daß sie sich mehr im "Kampf gegen Rechts" engagiert als für die Neuevangelisation! 

2.Zusatz:

"Wir brauchen eine Revolution"  Katholische Verbände und Initiativen dringen auf Reformen.  Domradio 25.9.2022 . Das ist ernst zu nehmen: Von der Katholischen Kirche soll nur noch der Name erhalten bleiben, damit der Besitz der Kirche, ihr Reichtum erhalten bleibt. Gründete man einfach eine neue Synodalkirche des Zeitgeistes, verlöre man ja all diesen Kirchenbesitz. 























 

Mittwoch, 8. Dezember 2021

Erschreckende Zahlen: Die Coronatoten und die "Abtreibung"Toten - geht es wirklich um den Lebensschutz?

Erschreckende Zahlen: Die Coronatoten und die „Abtreibungs“Toten


Am 8.12. 2021 werden die Zahl der an Corona Verstorbenen in Deutschland mit 10400 angeben, in 2 Jahren. Im Jahre 2020 sind in Deutschland dagegen in einem Jahre 99948 Kinder im Mutterleibe getötet worden: In einem Jahr sterben so fast so Menschen an der „Abtreibung“ wie in 2 Jahren an Corona!

Viele Menschen sterben an Corona 60 Jahre und älter, andere jünger, ihnen verkürzte das Coronavirus das Leben, die Tötung im Mutterleibe dagegen tötet, bevor sie überhaupt die Welt sehen konnten; ihnen wird ihr ganze Leben geraubt.

Wie reagiert nun die Politik auf diese 2 Zahlen an Toten? Zur Eindämmung der Coronaseuche hat die Regierung ein Bündel an Maßnahmen beschlossen und durchgeführt, die die Freiheitsrechte der Bürger einschränken um der Gesunderhaltung der Bürger willen. Und was unternimmt die Regierung angesichts von fast 100 000 getöteten Kindern im Mutterleibe? Nichts, nein die neue will das Werbeverbot für die Kindestötung im Mutterleibe gar abschaffen: Ärzte dürfen dann für ihren Abtreibungsservice: „Ihr Kind töte ich!“ werben! Vielleicht werden dann solche Werbeinserate geschaltet: „CO2 emissionsfreie Abtreibung, biologisch natürlich, ohne Chemie, 100 Prozent Erfolgsquote.“ Jetzt schon sterben pro Jahr so doppelt so viele Menschen an den staatlich erlaubten Abtreibungen als am Coronavirus.

Für was darf nun in Bälde geworben werden? Für Mord! Wer nun spontan urteilt, daß wäre ein so hartes Urteil über eine Abtreibung, dem sei dies vor Augen geführt. Mord liegt dann von, wenn es eine Tötungsabsicht des Getöteten gab, wenn die Tötung heimtückisch und wenn die Tötung aus niederen Beweggründen vollzogen wurde.Die Tötungsabsicht liegt seitens des Arztes bei jeder „Abtreibung“ vor. Der klassische Fall einer heimtückischen Tötung ist das Erschießen eines Schlafenden. So ist auch die Tötung eines Kindes im Mutterleibe heimtückisch, weil der Getötete in diesem Falle chancenlos ist, der Tötung irgendwie zu entgehen. Zum Contrast könnte ein Duell angenommen werden, in dem beide Parteien die Absicht haben, den Anderen zu töten, aber hier wäre eine erfolgte Tötung nicht heimtückisch vollzogen worden. Man denke an das Genre des Westerns, in dem die „Schurken“ gern versuchen, den „Helden“ hinterrücks zu erschießen, der „Held“ dann aber am Ende in einem fairen Duell den „Bösewicht“ tötet als zigfachen heimtückischen Mörder. Duelle sind strafbare Handlungen, nur dürfte im Regelfall, wenn einer der Duellanten so zu Tode kam, der Töter nicht des Mordes verurteilt werden. Ärzte „treiben“ Kinder im Mutterleibe ab um des Geldverdienstes. Welche Arzt vollzöge wohl eine „Abtreibung“, wenn die Mutter nicht krankenversichert wäre und kein Geld hätte, um die Tötung zu bezahlen. Nun mag ein Arzt auch aus anderen Motiven diese Art der Kindestötung vornehmen, um etwa der Schwangeren zu helfen, wenn aber er diese Maßnahme unterläßt, erfolgte keinerlei Bezahlung dafür, ist der Geldverdienst als niederes Motiv anzusehen, sodaß es sich tatsächlich um einen Mord handelt. Als Kontrast: In einem Kriege töten Soldaten auch absichtlich feindliche Soldaten, es können nicht alle in einem Krieg erfolgten Tötungen auf das Modell einer Selbstverteidigungsaktion mit der Inkaufnahme der Tötung des Angreifers zurückgeführt werden. Aber in einem Kriege fehlt im Regelfall die Tötung aus niederen Motiven, wie etwa das eines Geldgewinnes.

Im selben Augenblick, da die Regierung viel unternimmt, um Menschen vor der Coronaseuche zu schützen, will sie die Werbung für das Töten von Kindern im Mutterleibe erlauben. Dabei sterben jetzt schon pro Jahr doppelt so viele Menschen an den staatlich erlaubten Abtreibungen wie an dem Coronavirus!

Wenn es der Regierung um einen Lebensschutz ginge, warum verbietet sie dann nicht diese Tötungen im Mutterleibe? Politisch ist das möglich, wie es die polnische Regierung zeigt; aber diese wird nun für diesen Lebensschutz in der EU aufs heftigste attackiert! Oder geht es der Regierung gar nicht um den Lebensschutz?


 

Sonntag, 21. November 2021

Die Kirche hat dazugelernt im Umgang mit den Mächtigen der Welt


Einst erklärte Johannes, der Täufer, daß der König Herodes eine illegitime Ehe führe, das führte zu seiner Verhaftung und Enthauptung: Er wird zwar nun als Märtyrer geehrt, aber unklug war sein Verhalten doch, denn er hätte doch, ein wenig „sensibler“ für die Liebe des Königs auf diese Verurteilung dieser Ehe verzichtend länger als Umkehrprediger wirken können.

Warum gibt es die Anglikanische Kirche als einer Abspaltung von der Katholischen? Weil die Kirche in Folge einer conservativen Ehelehre dem König Eheschließungen untersagen wollte. Da gründete er seine eigene Kirche, die dann all sein Tuen absegnete: Gott sei immer mit ihm.

Nun bahnte sich ein vergleichbarer Konflikt an: Der neue Präsident der USA will nun Schritt für Schritt alle von seinem Vorgänger erlassenen Maßnahmen zur Eindämmung der Tötung von Kindern im Mutterleibe zurücknehmen. Bischöfe Amerikas erwogen nun ernsthaft die Frage, ob diesem Präsidenten so die Kommunion noch gespendet werden dürfe, da er öffentlich so engagiert in Wort und Tat für das vermeintliche Menschenrecht auf eine Kindestötung im Mutterleibe sich einsetzt. Rom setzte klare Zeichen. Spätestens nachdem Papst Franziskus in einer Privataudienz dem amerikanischen Präsidenten sagte, daß er ein guter Katholik sei und die hl Kommunion so empfangen durfte, war das Thema, darf dieser Präsident die Kommunion empfangen, vom Tisch.

Aber Papst Franziskus hatte doch vor dem sich energisch gegen den US-Präsidenten Trump ausgesprochen? Widerspricht das nicht dem Eindruck, daß die Kirche sich stets nach den Mächtigen der Welt ausrichte? Auf den ersten Blick schon, aber Trump war eben ein nichtakzeptabler Präsident, einer der nur durch eine Fehlwahl der amerikanischen Bürger Präsident werden konnte und der so von allen Etablierten nicht nur der USA bekämpft wurde.

Kath de, die quasi offizielle Stimme der Deutschen Bischöfe jubelierte angesichts dieser Verbeugung vor der Macht des jetzigen richtigen US- Präsidenten in den höchsten Tönen: „Die Bischöfe, Joe Biden und die heilige Kommunion“ (20.11. 2021):

Dessen mussten sich auch die Bischöfe in den USA klargeworden sein. Hätten sie sich in diesem Dokument regulativ gegenüber Politikern geäußert, hätten sie sich politisch in eine Sackgasse manövriert – und letztlich ihrer eigenen Stellung und Autorität geschadet. Mit dem Ausschluss von Joe Biden wäre zudem womöglich einer breiteren religionspolitischen "Denunziation" Tür und Tor geöffnet worden. Sprich: Wenn ein katholischer Politiker nicht vollends die Linie Roms vertritt, braucht er nur vor seinem Bischof angeprangert werden und mit seiner Karriere ist es aus.

Die Kirche dürfe sich nicht in eine Sackgasse manövrieren. Das täte sie aber, wenn sie so energisch die „liberale“ Abtreibungspolitik der jetzigen Regierung kritisieren würde. Zudem müsse die Kirche katholische Politiker, die nicht im Einklang mit der Kirche in politischen Fragen sich befänden,vor „Denunziationen“ schützen. Ein Bischof habe nicht das Recht, von einem katholischen Politiker eine Übereinstimmung seiner Politik mit der Lehre der Kirche einzufordern.

Aber warum durfte dann Papst Franziskus so eindeutig sich gegen den vorherigen US-Präsidenten positionieren? Hat sich denn damit auch die Kirche ins Abseits manövriert? Mitnichten, damit positionierte sie sich um im Bilde des Fußballes zu verbleiben, nicht ins Abseits sondern in die Sturmspitze der politisch korrekten Kampagne wider diesen Falschpräsidenten. Abstrakter formuliert: Es ist mehr als akzeptabel, ja sogar gut, wenn ein katholischer Politiker, wenn er politisch Korrektes vertritt, was nicht mit der Lehre der Kirche übereinstimmt, dann am politisch Korrektem festhält und katholische Bischöfe dürfen ihn deshalb nicht kritisieren. Kritisiert werden muß dagegen jeder katholische Politiker,wenn er politisch Inkorrektes vertritt.

Ins politische Abseits bewegt sich so gesehen nur dann die Kirche, wenn sie politisch inkorrekt sich äußert. Die Kirche hat so gelernt: Sie hätte Herodes nicht seine illegitime Ehe zum Vorwurf gemacht, sie hätte dem englischen König so viel Ehen mit wem auch immer, erlaubt.Der Erfolg hätte ihr doch Recht gegeben.



 

Montag, 24. Mai 2021

Paost Franziskus: „Politik ist die höchste, die größte Form der Nächstenliebe“

So sprach Papst Franziskus laut Kath info am 23.5.2021. Die Nächstenliebe soll somit das Kriterium der Politik eines Staates sein, ob er dem Gebot der Nächstenliebe gerecht wird. Der spontane Einwand, die Politik sei doch ein schmutziges Geschäft, soll nun ausgeklammert werden, stattdessen konzentrieren wir uns jetzt auf die Konkretisierung dieses Prüfungskriteriumes:

„Der Papst nannte einen Maßstab, um festzustellen, ob eine Staat „moralisch gesund ist“. Das Kirchenoberhaupt erwähnt dabei nicht den Schutz des Lebens unschuldiger Kinder und prangerte nicht den legalisierten Massenmord an Ungeborenen an, sondern, ob ein Staat „Waffen verkauft, damit andere töten können“. Kath info.

Auch diese päpstliche Äußerung stellt den Leser wie so oft vor die Frage: Kennt Papst Franziskus die Lehre der Kirche vom gerechtfertigten Krieg und dem Recht zur Selbstverteidigung nicht oder will er sie abschaffen, wegmodernisieren? Aber schon ein paar Bibelkenntnisse hätten ausgereicht, um hier ein Warnschild aufleuchten zu lassen. (Es ist wohl zulässig, anzumerken, daß im Kontrast zum Theologenpapst Benedikt XVI der jetzige Papst sich profilieren versucht als nichttheologischer Seelsorger.) Das im Buch der Richter, Kapitel 18 Erzählte ist nämlich die bedeutsamste Kritik dieser Meinung! Erzählt wird von der Ausrottung eines ganzes Volkes, daß überfallen und vernichtet wird. Das überfallene Volk wird als „ruhiges und friedliches Volk“ charakterisiert (18, 27). „Sie erschlugen die Leute mit scharfem Schwert und steckten die Stadt in Brand.“ (18,28). Dies Volk lebte nämlich auf einem guten und fruchtbaren Boden. Das erweckte das Begehren anderer und sie eroberten das Land für sich. Damit es ihr Besitz werden konnten, wurde das „ruhige und friedliche Volk“ getötet.

Moralisch beurteilt ist dieser Fall eindeutig: Es gibt für diesen Raubmord keine moralische Berechtigung. Aber was kümmert das diese Eroberer, wenn sie mit ihrem „scharfen Schwert“ sich das Recht nehmen, den anderen zu überfallen und zu töten, um sein Land in Besitz zu nehmen.

Hier offenbart sich uns die Differenz zwischen der Moral und der Politik. Was unmoralisch ist, kann die Politik sehr wohl vollbringen, weil die Realpolitik eines Staates Machtpolitik ist: Was die Politik will und kann, ist in erster Linie eine Frage der Macht. Ein Staat mit scharfen Schwertern kann sich viel erlauben gegen nicht bewaffnete Staaten. So bitter es auch klingen muß: Ein nicht verteidigungsfähiger Staat zieht Aggressoren auf sich wie eine unbeaufsichtigte Geldbörse Diebe.

Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Befähigung zur Selbstverteidigung: a) Der Staat verfügt über eine Armee und eine eigene Rüstungsindustrie, die die Armee mit Waffen ausstaffiert oder b)der Staat muß für sich die Waffen von anderen kaufen. Ohne die Fähigkeit zur militärischen Selbstverteidigung wird aber ein Volk zum Beherrschungsobjekt anderer Staaten, die ihm dann ihren Willen aufzwingen können. Wenn nun eingewandt würde, daß sie dann aber vom Kriege verschont blieben, wird durch das Erzählte in Richter 18 widerlegt. Die jüngere Geschichte beweist diese Wahrheit leider auch: Warum führten den die USA mit ihren Kriegsverbündeten gegen Afghanistan, Libyen und den Irak Kriege, wenn nicht, weil sie wußten, daß diese Staaten den Angreifern gegenüber hoffnungslos unterlegen waren?

Wehre dem nicht Verteidigungsbereiten, denn er ist dazu prädestiniert, das Opfer militärischer Angriffe anderer zu werden. Es kann doch nicht bezweifelt werden, daß der freie Westen schon längst in den Iran einmarschiert wäre, um die dortige „Schurkenregierung“ zu stürzen und durch eine prowestliche zu ersetzen (wie es in Afghanistan praktiziert wurde) , wäre dieser Staat nicht so wehrfähig.

Es gilt so für die Politik: Wer den Frieden will, muß kriegsbereit sein. Und wenn die Quantität oder Qualität der eigenen Rüstungsindustrie dazu nicht ausreicht, dann müssen eben Waffen dazugekauft werden. Gäbe es also keinen internationalen Waffenhandel würden die Staaten mit den „scharfen Schwertern“ die anderen gnadenlos sich unterwerfen können, wenn sie das nur wollen. Das hat aber mit Frieden wenig zu tuen. Sollte dieser Zustand der Beherrschung der vielen Völker durch ein paar hochgerüstete Staaten Papst Franziskus Verständnis von einer friedlichen Welt entspringen? Soll die Praxis der Nächstenliebe die sein, daß die Unbewaffneten die Opfer der Schwertbesitzer werden?

Eine Praxis der Nächstenliebe müßte angesichts dieser politischen Realität darin bestehen, alle Staaten zur Selbstverteidigungsfähigkeit zu befähigen und wenn die nicht durch eine eigene Rüstungsindustrie erstellbar ist, ihnen den Ankauf von Waffen zu ermöglichen. Zudem: Was nützte es, wenn Missio Österreich jetzt auf die Initiative Pater Wallners hin ein Spital in Afrika zu errichtet, weil in dem vorgesehenen Gebiet die medizinische Versorgung mehr als defizitär ist und Islamische Staatkämpfer dann dies Spital, kaum errichtet, wieder zerstören würden, weil es eines in christlicher Trägerschaft sein wird? Selbst die praktizierte Diakonie bedarf des Schutzes durch das staatliche Schwert, soll sie nicht von politischen Feinden zerstört werden.

Aber von der politischen Feindschaft weiß dieser Papst wohl nichts, unterliegt er wohl dem linksliberalen Narrativ, daß es Kriege gäbe, weil es Waffen gibt, als führten die Waffen Kriege und nicht Menschen mit Waffen Kriege. Für das Kriegsführen gibt es immer auch politische Gründe, abgehalten werden Kriegswillige aber durch die Erkenntnis, daß der, den man angreifen will, zu stark ist als daß er sicher besiegbar ist. Das ist die bittere Wahrheit der Politik, die durch noch so viele Moralpredigten nicht aus der politischen Welt abschaffbar ist.

Eines muß aber auch aus moralischer Sicht an diesem Papstvotum zudem irritieren: Seit 1945 werden in der Welt zigfach mehr Menschen im Mutterleibe getötet als durch Kriege! Wenn der Papst schon so moralisch sich gegen das Töten in den Kriegen ausspricht, warum spricht er sich da nicht angesichts der Millionen von getöteten Kindern im Mutterleibe zuvörderst gegen diese Massentötungen aus. (Aber hier ließ der Papst die Katholischen Bischöfe Amerikas zurückrudern in ihrer Kritik an den großen Abtreibungsunterstützer, dem jetzigen USA-Präsidenten, als die Bischöfe erwogen, das geltende Kirchenrecht auch bei diesem Präsidenten anzuwenden, das die Kommuionausteilung an öffentlich die Abtreibung Bejahende und sie Fördernde untersagt!)



Wenn die Politik der Ort zu praktizierender Nächstenliebe sein soll, dann muß im politischen Raume realistisch gehandelt werden. Der Gaube, wenn ich nur friedfertig bin, werden die Anderen auch mir gegenüber sich friedfertig verhalten, ist aber reines Wunschdenken, ein rein optativisches Denken ohne eine Rücksichtsnahme auf das reale politische Leben. Solche Utopien sind aber der sicherste Weg zu einer Welt des Krieges, in der die Schwachen durch das „scharfe Schwert“der Anderen getötet werden. 

 

Corollarium 1

Die Forderung nach einer unpolitischen Kirche, (so falsch sie auch theologisch ist!) findet aber in so hypermoralistischen, von jeder Kenntnis des Politischen unbefleckten Voten, doch eine gewisse Rechtfertigung. Denn die Welt kann auch an einem Zuviel an utopistischer Moral zu Grunde gehen.  

Corollarium 2

Wenn die Nächstenliebe verstanden wird als seinem Mitmenschen gut gesonnen ihm Gutes wollen, dann kann die staatliche Politik (ich benutze hier das Wort staatlich, um die Option, daß es auch andere Subjekte der Politik als den Staat gibt offen zu halten)als ein Ort zu praktiziernder Nächstenliebe begriffen werden. Die Nächstenliebe muß dabei selbstredend von der Liebe als einem starken leidenschaftlichen Gefühl distinguiert werden, denn die Nächstenliebe ist in erster Linie ein moralisch qualifiziertes Wollen. Was dann aber im politischen Diskurs das Gute ist und wie das Gute dann zu realisieren ist, verlangt eine politische Kompetenz, so wie ein Mensch, bloß weil er gern einen Kranken heilen möchte, auch eine medizinische Kompetenz braucht, um heilen zu können. Diese 2 Kompetenzen ergeben sich aber nicht einfach schon aus dem guten Willen.

Dann muß auch geklärt werden, was im politischen Diskurs der Nächste ist. Was immer nun der humanistische, der philosophische oder der biologische Diskurs unter dem Nächsten dann verstehen mag, der politische hat diesen Begriff des Nächsten politisch zu klären. Da liegt es nahe, als den Nächsten die Summe aller Staatsbürger zu definieren, die so Objekte des staatlichen Handelns sind.  Der Begriff des Nächsten ergibt dabei nur einen Sinn, wenn es auch Nichtnächste gibt.  



 

Freitag, 21. August 2020

Wir sind systemrelevant- oder das politische Engagement des deutschen Katholizismus

Die Kirche sei nicht systemrelevant- diese Falschaussage zu widerlegen, ist nun auch eine Aufgabe des quasi offiziellen Internetauftrittes der Deutschen Bischöfe. Da nun der Kampf gegen den US-Präsidenten Donald Trump zum täglichen Pflichtprogrammg gehört, die Präsidentschaftswahlen rücken näher, greift auch kath de ins amerikanische Wahlkmpfgeschehen ein. Anlaß ist, daß auf dem Kandidatennominierungsparteitag der Republikaner Kardinal Dolan eingeladen ist, dort das Morgengebet zu halten. Der Eingeladende sagte zu.

Das empört Schwester Maria Gabriela Zinkl und so schreibt sie auf kath de am 21.8.2020:Kardinal Dolan sollte nicht beim Trump-Nominierungsparteitag beten Das Morgengebet von Religionsvertretern bei US-amerikanischen Parteitagen hat eine lange Tradition. Dieses Mal aber wäre es Zeit für einen Bruch, findet Schwester Maria Gabriela Zinkl. Sonst gerate die US-Kirche in akute Erklärungsnot.

Es widerspricht der politischen Korrektheit mit der Partei Donald Trumps zu beten.Dieser Präsident sei einer der unchristlichsten der USA gewesen. Seltsam, denn auf Kath net war am 21.8.2020 zu lesen: Vorsitzender Bischof des Pro-Life-Ausschusses: „Trump-Regierung verdient unser Lob dafür, dass weltweite Finanzierung der US-Gesundheitshilfe tatsächlich Gesundheit und Menschenrechte fördert, nicht Förderung der Abtreibung.“

Also der Präsident, der sich so energisch wie kein anderer für den Schutz des Lebens einsetzt, ist unchristlich. Warum verteufelt dann diese „Schwester“ diesen Präsidenten so sehr? Niemanden überrascht es: weil er die illegale Massen-einwanderung von Mexikanern und anderen unterbinden will, weil er sich kritisch zum Islam geäußert hat und weil er der Rede vom menschengemachten Klimawechsel kritisch gegenübersteht. Das ist eben nicht mit den fundamentalistschen Glaubensartikeln der Poltischen Korrektheit vereinbar. Man hat eben an die Weltbeglückung durch die Auflösung aller Völker und aller Kulturen durch das Projekt der Multiethnisierung zu glauben und an die von Menschen verursachte Klimakatastrophe.

Warum ist aber gerade heute dies politisch korrekte Engagement der Kirche und somit auch dieser Internetseite so wichtig. Der Schock sitzt tief, als die Regierung Baumärkte erlaubte zu öffnen, als noch öffentliche Gottesdienste untersagt waren: Erachtet etwa die Regierung Baumärkte als wichtiger als die Tätigkeiten der Kirche? Imageaufbesserung ist angesagt und was eignet sich da besser als tatkräftiges politisch korrektes Engagement. Der Kirche kämpft jetzt mit an vorderster Front gegen Trump, gegen alles was rechts und oppositionell erscheint, um sich so als relevante Kraft zum Erhalt des jetzigen Systemes zu erweisen. Das und nur das ist die Systemrelevanz der Kirche.

Besonders peinlich an diesem politisch korrektem Votum ist aber,daß diese „Schwester“ in Jerusalem tätig ist. Wie kann sie da einen Präsidenten, der so energisch sich für den jüdischen Staat einsetzt, als unchristlich verurteilen? Man erinnere sich: „Die USA werden Jerusalem als offizielle Hauptstadt von Israel anerkennen, sagte US-Präsident Donald Trump in Washington. "Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass es Zeit ist, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen", sagte Trump. Zudem kündigte er in seiner Rede an, die US-Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen zu lassen. Er werde das US-Außenministerium anweisen, die Vorbereitungen für die Botschaftsverlegung zu treffen. "Dieser Prozess beginnt sofort", sagte er.“ Zeitonline 6.12.2017.

Jerusalem ist nun mal, biblisch gesehen die Hautstadt des jüdischen Volkes, Gott gab seinem Volk diese Hauptstadt. Ein Präsident, der dem Rechnung trägt, als unchristlich zu verurteilen, das ist selbst unchristlich. 

Zusatz:

 In den USA trat katholische Ordensfrau beim Demokratenparteitag auf - Ihre Lobbygruppe "Catholic Social Justice" wird von der Abtreibungslobby massiv finanziell unterstützt -(Kath net am 21.8.2020) Hiergegen protestiert Kath de natürlich nicht. Da waren ja eben Gutmenschen, es gibt ein Recht auf Kindestötung im eigenen Mutterleibe, unter sich in trauter Eintracht. 



 

Dienstag, 5. Mai 2020

20 Jahre "Donum vitae" und sein größter Gratulant

„20 Jahre "Donum Vitae": Ein Nein der Laien zum Nein des Papstes“ 20 Jahre „Donum Vitae“, das heißt auch 20 Jahre „Nein“ zum Leben. Es gehört zu den befremdlichsten Aporien unserer Zeit,daß die überwältigende Mehrheit die Todesstrafe ablehnt, ja Vegetarier gar das Töten von Tieren moralisch als verwerflich finden und selbst Liebhaber von rustikalen Fleischgerichten die Verarbeitung von Hunde- und Katzenfleisch zu Fleischspeisen ablehnen, solche Tiere darf man nicht töten, um sie zu verspeisen, aber das Töten von Kindern im Mutterleibe ganz in Ordnung finden.

Da werden Todesurteile ausgesprochen, in Abtreibungskliniken exekutiert und das sei in Ordnung. Was haben sich denn nun diese getötet werdenden Kinder zu Schulden kommen lassen, daß sie zum Tode verurteilt werden? Nichts, außer daß die eigene Mutter beschlossen hat, das Kind töten zu lassen.Der Gesetzgeber baute hier nun eine kleine bureaukratische Schranke ein: Wenn eine Mutter ihr Kind in ihrem Mutterleibe töten lassen will, muß sie davor eine einer staatlich anerkannte Schwangerschafts-beratungsinstitution aufsuchen und nach der erfolgten Beratung eine Bescheinigung der stattgefundenen Beratung ausgeben lassen. Nur mit dieser Bestätigung in den Händen darf dann die Mutter ihr Kind im Mutterleib töten lassen. Darum sind diese Bescheinigungen Lizenzen zum Töten.

Als nun der Papst entschied, daß die Ausstellung solcher Tötungslizenzen mit dem christlichen Glauben unvereinbar sei und so auch die Katholische Kirche Deutschlands ihre derartige Beihilfe zum Töten unschuldiger Kinder im Mutterleibe, euphemistisch „Abtreibung“ vernannt, einstellen mußte, gründete sich die Organisation „Donum Vitae“ mit dem Zweck, weiterhin solche Tötungslizenzen auszustellen. Die von der Katholischen Kirche anerkannten Beratungsstellen weigern sich, solche Lizenzen auszustellen und beschränken sich auf die Beratung der Mütter. Das reichte aber den Initiatoren von Donum Vitae nicht, denn sie wollten eben solche Tötungslizenzen ausstellen, damit so die Mütter ihre Kinder im Mutterleibe straflos töten lassen können. Nicht geht es um die Beratungstätigkeit, die kann ja auch in den kirchlich anerkannten Beratungsstellen praktiziert werden, sondern allein um das Privileg, solche Tötungslizenzen auszustellen.



Daß nun das Laien-ZK die Gründung von Donum Vitae unterstützt, verwundert niemanden. Aber hier soll das Augenmerk auf den größten Freund und Unterstützer dieser Organisation gerichtet werden, dem Satan selbst. Seit 20 Jahren freut er sich über „Donum Vitae“, weil so viele Kinder ungetauft sterben und sie so nicht postmortal zur ewigen Gemeinschaft zu Gott gelangen können ob ihrer Erbsündlichkeit. Welch ein Triumph für den Satan. Wenn dann noch eine Organisation, wie „Donum Vitae“ den Eindruck erweckt, daß dies Kindertöten mit dem Willen Gottes übereinstimme, dann ist das aus teuflischer Sicht der perfekte Sieg gegen den Gott, der Ja sagt zum menschlichen Leben. So braucht sich auch niemand sorgen um diesen Verein, denn der Teufel sorgt schon für die Seinen.


Aber Katholisch de benennt noch einen weiteren Gratulanten: "Darin finden sich anerkennende Worte des Münchner Erzbischofs für "Donum Vitae": Nicht nur die Schwangerenberatungsstellen der Bistümer, sondern auch der Verein setzte sich für den Lebensschutz ein." Kardinal Marx ist eben ein geschulter Dialektiker,sodaß einfache Gemüter er des öfteren überfordert. So besteht für einen dialektisch Denkenden die Nachfolge Christi in dem Akt seines Verleugnens statt und so bekannte sich dieser Kardinal zu Jesus Christus, indem er aus Respekt vor dem Islam sein Kreuz abnahm. So besteht auch folgerichtig der Lebensschutz darin, Tötungslizenzen für Kinder im Mutterleibe auszustellen. Ich schütze das Leben, indem ich es töten lasse.
Das ist natürlich nicht für jedermann nachvollziehbar, aber wahr.Da ist der Feminismus doch einfacher gestrikt. Offenherzig bekennen da Frauen: Wenn Maria abgetrieben hätte, wär das(das Christentum mit seinem Ja zum menschlichen Leben) uns erspart geblieben. Der Feminismus kann sich ja inzwischen damit rühmen, daß in seinem Namen mehr Menschen getötet wurden als Hitler und Stalin töten ließen.
Wo Ja zum menschlichen Leben gesagt wird, da ist der Teufel nie fern mit seinem Nein. Und der Teufel ist dabei sehr erfolgreich: 20 Jahre „Donum vitae“!


Samstag, 28. September 2019

Ein Wahlomat für den "Synodalen Weg"!

Wie gut wäre es für den Weg der Katholischen Kirche Deutschlands, neuerdings auch der "deutschen Kirche" betitelt, gäbe es für den "Synodalen Weg" ein Wahlomat, wie es bei allen wichtigen Wahlen in Deutschland usus geworden ist. Da fänden sich dann drei "Parteien": Katholisch, Lutherisch, Reformiert. 38 konfessionskundliche Fragen hätten Vertreter dieser 3 Parteien beantwortet mit: Ja, Enthaltung oder Nein. 
Dann könnte jeder Katholik diese 38 Fragen für sich beantworten, darauf die ihm besonders wichtgen doppelt bewerten, um dann das Ergebnis zu erfahren: Mit soviel Prozent stimmen sie überein mit Katholisch, mit soviel  Lutherisch und mit soviel Reformiert.
Kann ernsthaft daran gezweifelt werden, daß es für die evangelischen Positionen (lutherisch plus reformiert) es eine klare Mehrheit an Zustimmung gäbe? Befrüge man das progressistsche Lager in der Katholischen Kirche, vom Laien-ZK über die Frauenorganisationen bis zum BDKJ, das Übergewicht an der Zustimmung zu genuin evangelischen Positionen würde noch deutlicher ausfallen. Und was, wenn nun die amtierenden Bischöfe so gefragt würden? Gäbe es da etwa auch eine Mehrheit für evangelische Positionen?
Etwa: Soll die Kirche hierarisch oder demokratisch-synodal verfaßt sein?
          Soll die Kirche in allen Fragen der Moral die Gewissensentscheidung des Einzelnen als letzt-
          gültige Entscheidung respektieren? (somit auch die Gewissensentscheidung, ihr Kind "abtrei-
          ben" zu dürfen?
          Soll der Zölibat nur noch freiwillig für Pfarrer zu leben sei?
          Soll die Kirche die Homosexualität als legitime Sexualpraxis anerkennen?
          Soll die Kirche eine zeitgemäße Morallehre vertreten?
          Soll die Kirche alle Dogmen als Angebot verstehen, das die Kirchenmitlieder annehmen oder
          ablehnen können, je nach ihrem Gutdünken?
Und die eigentlich dogmatisch relevanten Fragen? Die interessieren nur noch Dogmaiknostalgikern, und so wären sie ohne jede Relevanz für diesen Wahlomat. Das Resultat: Eine Mehrheit möchte genau genommen, daß die Katholische Kirche sich vollständig ihr Proprium aufgebend verprotestantisiert. Wird nun der "synodale Weg" einen großer Schritt hin zu dieser gewünschten Verprotestantisierung der Kirche erbringen? Das ist zu befürchten.  

Wie konnte es soweit kommen? Eine der Hauptursachen war sicher der Ökumenismus, der sich nun als trojanisches Pferd für die Katholische Kirche erweist. Statt die Protestanten in die wahre Kirche zurückzuführen, glich sich die Katholische Kirche dem Protestantismus immer mehr an, um von ihm anerkannt zu werden. 
Noch verhängnisvoller erwies sich die Meinung, daß es Gott und somit auch für das Seelenheil gleichgültig wäre, ob man katholisch oder protestantisch glaube und lebe. Dabei setzten sich nun in allen kontroverstheologischen Fragen die protestantischen Positionen durch, weil sie in der Regel "einfacher" sind! Man braucht nur auf die Schrift und nicht auch auf die Tradition und das Lehramt zu hören, man darf alle Dogmen in Zweifel ziehen, weil sie ja nur menschliche Lehren sind und über die Moral, wie ich zu leben habe, entscheide ich selbst allein in meinem Gewissen. Das Einfache und wenig Anspruchsvolle gewinnt eben leichter Anhänger als die Wahrheit.