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Samstag, 27. September 2025

Aussagen über Gott,die nicht in der Bibel stehen dürften....

 

Aussagen über Gott,die nicht in der Bibel stehen dürften....



Nicht nur die Aussage, Gott reue etwas,am ärgsten: „Als aber der Herr sah,daß der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens böse war immerdar,da reute es ihn,daß er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen.“ (1.Mose 6,5f) stellt einen Skandal da. Gott könne nichts reuen,zudem habe er in seiner Allwissenheit ja im Voraus gewußt, daß die Menschen so sein werden, und wo bleibt denn da die Menschen-freundlichkeit Gottes! Zudem wird hier der Mensch doch arg verzeichnet, verkennt dieser anthropologischer Pessimismus doch völlig unsere moralischen Qualitäten.

Aber es lassen sich nun auch weitere skandalöse Aussagen über Gott in der hl. Schrift finden,zum Beispiel diese. Gott sprach zu Moses: „Mein Angesicht kannst Du nicht sehen,denn kein Mensch wird leben,der mich sieht.“ (2.Mose 33,20) Die einfachste Ausdeutung dieser Aussage wäre: Da Gott Geist,inmateriell sei, besäße er kein Angesicht und was er nicht besitzt, kann auch nicht gesehen werden. Aber dann wird die Hauptaussage eine sinnlose, daß wer Gott sieht,das nicht überleben wird,denn die setzt voraus, daß der Mensch Gott sehen kann.Nun könnte man meinen, daß Gott zwar vom Menschen gesehen werden könnte, weil Gott sich für ihn sichtbar machen könnte, daß der Mensch Gott aber nicht sehen könne, weil er nun mal ein zum Bösen Geneigter sei. Unter dem Angesicht Gottes würde dabei die Zugewandtheit Gottes als dem Menschen sehbare verstanden werden.Aber dem sündigen Menschen würde das ihm seinen Tod bringen.

Aber diese Aussage widerspricht nun die Vorstellung von der Menschenfreundlichkeit Gottes völlig und außerdem stellt uns die Bibel Mose gerade nicht als einen zum Bösen Geneigten vor, obschon von ihm erzählt wird, daß er einen ägyptischen Aufseher getötet hatte. (Ein aufmerksames Lesen des 2.Buches Mose kommt aber eher zu dem Resultat, daß Moses hier schon als der Befreier des jüdischen Volkes aus der ägyptischen Verknechtung vorgestellt wird, wobei die Tötung schon die Gewaltsamkeit der Befreiung antizipiert: Gott selbst wendet Gewalt an,um sein Volk zu befreien, man denke nur an die Plagen,mit denen Gott die Ägypter schlägt,bis hin zur Kindertötung!)

Die Aussage, daß das Sehen Gottes dem Menschen seinen Tod bringt, gehört vielleicht gar nicht in den moralischen Raum, sondern existiert in dem Raum,der durch die Polarität von „heilig“ und „profan“ konstituiert ist.Das „Heilige“ wäre dann die Negation des „Profanen“. Wenn ein Mensch Gott in seiner ihm eigenen Heiligkeit sähe, könnte er das ob seiner Nichtheiligkeit nicht überleben. Diesem Gedanken könnten wir uns annähern durch die platonische Vorstellung von Gott als dem Sonnenlicht,daß wir nicht direkt in das Sonnenlicht schauen können,ohne letztlich zu erblinden,daß wir aber alles,was wir sehen können,nur in dem Lichte der Sonne sehen können.

Wenn Gott von uns gesehen werden möchte, sodaß wir dabei nicht sterben, verkleidet er sich sozusagen, wird Mensch, damit wir in dem Kinde in der Krippe Gott sehen können,ohne sterben zu müssen.

Aber diese Aussage bleibt skandalös, durchstreicht sie doch das Gerede von der reinen Menschenfreundlichkeit Gottes. Gerade in der hl.Schrift steht uns Gott auch als der Heilige gegenüber, der so auch ein Nein zu uns Menschen ist, die wir eben nicht heilig sind.Dabei ist dann aber der Begriff der Heiligkeit von dem der Moralität zu distinguieren.Ein Ort der Gegenwart Gottes,etwa der Tempel zu Jerusalem wird durch Gottes Realpräsenz zu einem heiligen Ort und hier kann die Heiligkeit nichts mit einer Moralität zu tuen haben. So ist im Neuen Bund jede Kirche ein heiliger Raum,nicht weil da Gläubige sich zu einem Gottesdienst versammeln, sondern weil da im Tabernakel Gottes Sohn realpräsentisch gegenwärtig ist unter einer Umhüllung, damit wir ihn sehen können, ohne sterben zu müssen. Gottes Sohn verbirgt sich hier im Tabernakel sozusagen doppelt,in seiner Menschlichkeit und dann noch unter den Akzidentien des Brotes.

Gott ist nicht einfach einer,zu dem der Mensch sich hinsehnt, sondern auch einer,von dem sich der Mensch verbergen möchte.So schauen wir ja auch nur mit einer starken Sonnenschutzbrille ausgestattet direkt in die Sonne. Wie die scheinende Sonne unsere Augen blendet, obzwar wir nur in ihrem Lichte sehen können, so würde uns auch Gottes Heiligkeit blenden, sähen wir sie unmittelbar.Darum muß es als einen außergewöhnlichen Gnadenakt Gottes angesehen werden, wenn die Heiligen im Himmel Gottes Angesicht sehen dürfen,ohne daran zu sterben.

Zusätze

Die Religion konstitiert sich nicht durch die Differenz von Moral und Unmoral sondern durch die Differenz von "heilig" und "profan". Die Biologie konsituiert sich ja auch durch eine Differenz, die zwischen "Leben" und "Tod",, die Rechtswissenschaft durch die von Recht und Unrecht etc.

Das Zentrum der christlichen Relgion als christlcher ist so der Tabernkel als dem Orte der realen Gegenwart Gottes unter uns Menschen als für uns Ansprechbarem! Deswegen sollte auch die Aussetzung des Allerheiigsten und seine Anbetung wieder mehr in das Zentrum der religiösen Praxis gestellt werden! 



Samstag, 23. September 2017

Populäre Irrtümer in der Kirche- Heilig und Profan

In dem Kompendium zeitgenössischer Häresien: "Credo. Glaube und Bekenntnis der Christen, Bd 1, 1987-Medienverbundprojekt zum Katholischen Erwachsenen-Katechismus lesen wir:"daß man die Welt fälschlich in göttliche und profane Bereiche einteilt. Das ist zwar für die übrigen Religionen typisch, sollte aber für das Christentum überwunden sein." (S.70) Daß die Unterscheidung von heilig und profan konstitutiv zum Wesen der Religion gehört, hat gerade der Religionsphilosoph  Mircea Eliade in seinen Werken fundiert. Wie soll nun das, was konstitutiv zur Religion gehört, der christlichen Religion nicht zu eigen sein. Das Typische der Religionen soll ihm fehlen? 
Das plumpe Argument lautet, daß Gott die ganze Welt erschuf und erhält, sodaß eigentlich alles gleichermaßen heilig und profan sei.Nur: wenn es nichts Heiliges gibt, dann kann es auch nichts Profanes mehr geben, denn das Heilige ist nur als Negation des Profanen und das Profane ist nur als Negation des Heiligen. 
Aber Gott ist zwar der Schöpfer aller Völker, indem er die Menschheit die Ordnung der Volkstümer gab, aber er hat nur ein Volk als das seinige erwählt, das Volk Israel und dann im neuen Bund die Kirche als sein Volk. So ist das Volk Israel und dann die Kirche das von Gott Geheiligte in dem Meer der profanen Völker. Gott selbst sonderte sein Volk aus der Reihe der Völker aus, wie er dann auch die Kirche aussonderte. Die Bibel kennt selbstverständlich heilige Orte. Hier ist heiliger Boden, heißt es etwa in 2.Mose 3,5, und selbstverständlich ist der Jerusalemer Tempel ein heiliger Ort, denn hier läßt Gott seinen Namen wohnen. Bei der Einweihung des Tempels durch König Salomo wird dies überdeutlich: Gott mag zwar überall präsent sein, aber für sein Volk ist er da, wo er es ihm verheißen hat: in seinem Tempel. Ein Tempel ist so nicht in erster Linie ein Versammlungsort, wo dann eine Religion praktiziert wird, sondern zuvörderst ist er der Ort der Anwesenheit Gottes. Nur darum werden dann da  Gottesdienste zelebriert. 
Das ewige Licht vor dem Tabernakel zeigt so uns an: Hier ist Gott selbst für uns gegenwärtig, hier wohnt er für uns als Anrufbarer! So konstituiert die Präsenz Gottes den heiligen Raum. Darum reinigte Jesus ja auch den Jerusalemer Tempel, weil das profane Tuen der Händler und Geldwechsler die Heiligkeit des Tempels bedroht- denn das Heilige wird durch das Profane kontaminiert.
Niemand hat etwas gegen  Eis essende Kinder einzuwenden, aber in der Kirche ist das Eisessen unerlaubt, obgleich das Eisessen doch nichts Unmoralisches oder Unanständiges ist. Es ist aber ein profanes Tuen und nur darum gehört es nicht in den heiligen Raum der Kirche.
Zur Eucharistie wird ein Kelch genommen, der nur für diesen heiligen Zweck benutzt wird, daß in ihm das Blut Christi nach der Wandlung sich befindet- und darum darf dieser Kelch nicht zum profanen Weintrinken benutzt werden. Denn Heiligkeit heißt hier a) daß der Kelch ausschließlich zur Eucharistiefeier benutzt wird und diese Absonderung von jedem profanen Gebrauch macht den Kelch zu einem heiligen, und b) daß dieser Kelch das Blut Christi auffängt, sodaß die Heiligkeit dieses Blutes auch den Kelch heiligt. Gäbe es diese Unterscheidung nicht, dann wäre das Trinken des Blutes Christi genauso ein profaner Akt wie das Trinken eines Glases Wein oder jedes Weintrinken wäre selbst ein so heiliger Akt wie das Trinken des Blutes Christi. 
Wo die zur Religion konstitutive Unterscheidung von heilig und profan genichtet wird, da wird Alles in ein graues Einerlei aufgelöst, in dem es dann auch keine Religion mehr gibt. Daß das Christentum keine Religion mehr sein soll, sondern sich umwandelt in einen theozentrisch fundierten Humanismus, das ist dabei das Anliegen dieser Modernisierung. Dietrich Bonhoeffer gilt dabei als einer der Begründer dieser Entreligionisierung des christlichen Glaubens, daß es eigentlich nur um die zu praktizierende Nächstenliebe und sonst nichts gehe. Aber wenn die Religion nichts Heiliges mehr kennt, dann kann die Welt auch nicht mehr profan sein.  

Merke: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich gegenwärtig." Diese Zusage Jesu Christi ist nicht die Zusage, auf die hin sich die Gemeinde in der Kirche zur Meßfeier versammelt, denn die Gemeinde versammelt sich dort in der Kirche zum Gottesdienst, weil Gott da immer schon gegenwärtig für uns ist. Die Präsens Gottes im Tabernakel macht die Kirche zum heiligen Ort, zu dem dann die Menschen kommen.