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Dienstag, 8. April 2025

Die Geburtsstunde des Antiklerikalismus – oder: „Es gibt nichts Neues unter der Sonne.“ Prediger Salomo, 1,9

 

Die Geburtsstunde des Antiklerikalismus – oder: „Es gibt nichts Neues unter der Sonne.“ Prediger Salomo, 1,9



Der Antiklerikalismus setzt eine kirchliche Hierarchie voraus, gegen die andere protestieren mit dem Argument, daß es eine Hierarchie nicht geben dürfe. Somit ist nicht von einem Antiklerikalismus zu sprechen, wenn nur eine andere, besserer Hierarchie gefordert wird.Der Antiklerikalismus ist nun nicht ein einmal sich ereignet Habendes, sondern wie solche Phänomene wie der Neid, das Ressentiment eine Haltung, die in immer wieder variierenden Maskeraden sich ereignet. Es kann so eine Struktur des Antiklerikalismus eruiert werden, die sich dann im Laufe der Geschichte immer wieder neu aktualisiert und in die jeweilige zeitgemäßen Gewänder inszeniert.

Das Urbild des Antiklerikalismus präsentiert uns die Geschichte des Aufstandes der Rotte Korach gegen Moses und Aaron, wie sie 4.Mose 16 uns erzählt. Dies ist nicht nur eine Erzählung über ein einmal sich ereignet habendes Geschehnis, sondern offenbart uns den Menschen als den Revolutionär wider die Ordnung Gottes und Gottes Nein zu diesem Revolutzertum. Es soll hier nun nicht diese Geschichte rekapituliert werden, denn man sie sollte sie wirklich nachlesen, es lohnt sich.Es soll stattdessen das, was der Prediger Salomo als das Bleibende, als die Substanz dieses Ereignisses bezeichnen würde, herauskristallisiert werden.

Die Argumente wider die Hierarchie lauten: Wir sind alle gleich heilig. Gott ist uns allen gleich nahe. Es könne und dürfe so keine Vermitteler zwischen Gott und uns geben, also keine Hierarchie.Die Unmittelbarkeit zu Gott verbietet jede Vorstellung einer Vermittelung. Dies Argument präfiguriert geradezu den Mißbrauch des Heiligen Geistes:Uns allen sei dieser Geist gegeben, sodaß wir unvermittelt Gottes Willen erkennen können.Die Lehre der Kirche, isb ihre Dogmen stellten sich somit zwischen uns und unserem Gott, der uns unmittelbar sei und uns so von Gott entfremde. Das Konzept der natürlichen Religion als die Alternative zum kirchlichen Christentum und allen bestimmten Religionen im Geiste der Aufklärung konstruiert, stellt dabei eine wirkmächtige Konzeption wider alle Religionen dar, die sich in einer Offenbarung Gottes fundiert sehen. Die Religion, die allen vernünftigen Menschen gemeinsam sei, sei nur die einzig wahre, wohingegen alle positiven Erfindungen der Priester seien, also Hervorbringungen eines Klerikalismuses, der für sich den Besitz ihnen nur eigenen offenbarten Wahrheiten behaupte, um so ihre Herrschaft über die Laien zu rechtfertigen.

Weil Gott allen gleich nahe sei und alle ihm kann und dürfe es kein Vermittelungsamt geben, das erst den Laien heilsnotwendiges Wissen vermittelt bzw kultische Handlungen vollzöge, die nur durch Kleriker gültig vollzogen werden könnten. Jeder könne eben Gott wohlgefällige Opfer darbingen, es sei eben eine hybrische Anmaßung, behaupteten Priester, das sei nur ihnen möglich.

Von wirklicher Bedeutung ist nun nicht, wie die so angefochtenen Personen.Moses und Aaron reagierten, sondern wie Gott reagierte:Die Antwort Gottes fällt erschreckend eindeutig aus: Gott bestraft die ganze Rotte mit dem Tode. Denn sie rebellieren nicht wider Mose und Aaron, sondern gegen Gott selbst.

Aber der Geist der Rotte Korach, der überlebt und revitalisiert sich immer wieder auf das Neue in antiklerikalistischen Bewegungen.1 Dabei wird immer wieder aufs Neue der Protestsong des: „Wir sind Gott alle unmittelbar, es darf keine Vermitteler geben“, angestimmt - viele stimmen ein. Nun könnte man meinen, sei nicht aber das Urchristentum antiklerikalistisch gewesen und rechtfertige so nachträglich das revolutionäre Anliegen der Rotte Korach. Aber die Vorstellung eines hierarchiefreien Urchristentumes ist selbst nur das Produkt dieses antiklerikalistischen Rottengeistes. Denn Jesus Christus setzte selbst 12 seiner Schüler als Apostel ein, die die Urgemeinde leiten sollten, er berief sie allein zur ersten Eucharistiefeier ein, in der er nicht nur das Eucharistiesakrament einsetzte sondern die12 Apostel zu Priestern weihte, damit sie zukünftig das Meßopfer darbringen können. Er berief dann einen der Apostel, Petrus zum monarchischen Regierer seiner Kirche, das ist das von Jesus Christus selbst eingesetzte Petrusamt, das bis jetzt seine Kirche führt.Auf dem ersten Apostelkonzil entschieden dann allein die Apostel und die von ihnen eingesetzten Presbyter kraft des Heiligen Geistes, wie die Heidenmission durchzuführen sei,kein Laie entschied mit! Sowenig es ein Urchristentum ohne das Meßopfer gegeben hat, sowenig hat es ein hierarchiefreies Urchristentum gegeben. Denn das existiert nur in den Phantasiewelten antiklerikalistisch gesonnener Theologen, erfüllt vom Rottenkorachgeist, der sich nun aktuell in der Reformagenda des Synodalen Irrweges neu inkarniert. Neu ist dabei die Maskerade mit dem Argument der notwendigen Verdemokratisierung der Kirche







1Dieser Rottengeist artikuliert sich nun nicht nur im Raume der Religion sondern auch im politischem Raume, am extremsten im Anarchismus, aber auch in der Französischen und der Bolschewistischen Revolution, um nur die bekanntesten und wirksamsten zu nennen.

Samstag, 10. Februar 2024

Scheitert die Reformagenda des Synodalen Weges an ihrem Legitimationsnarrativ?

 

Scheitert die Reformagenda des Synodalen Weges an ihrem Legitimationsnarrativ?


Fast vergessen ist das „Kirchenvolksbegehren“, initiiert von der antikatholischen Vereinigung: „Wir sind Kirche“ mit ihrer Reformagenda der Abschaffung des Zölibates,der Einführung des Frauenpriestertumes, der Liberalisierung der Sexualmorallehre der Kirche und der Forderung der Verdemokratisierung der Kirche.(Vgl dazu mein Buch: Der zensierte Gott), aber dann kamen die sexuellen Mißbräuchsfälle in der Katholischen Kirche ans Tageslicht. Das sollte sich nun als der größt mögliche Glücksfall für diese inzwischen schon eingestaubte Reformagenda erweisen. Nun wurde nämlich diese Reformagenda als die einzig angemessene Reaktion auf diese Mißbräuchsfälle revitalisiert: Der Zölibat, die bisherige (Sexual)Morallehre der Kirche und der kirchliche Klerikalismus verschuldeten diese Mißbräuchsfälle. Permanent wiederholt, mit viel Emphase vorgetragen setzte sich diese Deutung der Mißbäuchsfälle durch. Nicht irritierte es dabei, daß die jetzige Reformagenda ursprünglich völlig unabhängig von der Kenntnis der sexuellen Mißbräuchsfälle erstellt worden waren und daß sie nun das Heilmittel für dies Problem sein sollen.

Aufmerksameren hätte auch auffallen können, daß das eigentliche Problem dieser Fälle, daß hier Täter auf nicht akzeptabler Weise ihre Sexualität auslebten, in den Hintergrund gedrängt wurde, um stattdessen über die nicht demokratisch regulierte Machtverteilung in der Kirche zu debattieren. Eine Vergewaltigung ist nun mal eine Handlung, in der ein Mann den Geschlechtsverkehr gegen Willen einer Frau erzwingt, um sich sexuell zu befriedigen ohne eine Rücksichtsnahme auf die Frau.

Aber das wurde einfach ausgeblendet, selbst die offensichtliche Tatsache, daß diese Mißbräuchsfälle sich nur ereignen konnten, weil die Täter die Sexualmorallehre der Kirche mißachteten. Oder was hielte man von der Meinung, daß das Verbot, alkoholisiert Auto zu fahren, Schuld an den Verkehrsunfällen in Folge von Alkohol am Steuer wäre? Aber dem Narrativ, der katholische Klerikalismus, der Zölibat, die conservative Sexualmorallehre der Kirche sei schuld schenkte man Glauben.

Nun ereignete sich dieser Super-Gau für dies so wunderbare Narrativ: Die EKD begann, ihre Mißbräuchsfälle publik zu machen: So viele Opfer sexuellen Mißbrauches. Nur in der EKD gibt es keinen Zölibat, keine reaktionäre Sexualmorallehre, keinen Klerikalismus, keine geweihten Priester, die über den Laien sich erhöben und da geht alles so wunderbar demokratisch zu!

Jetzt haben wir 2 Organisationen vor unseren Augen stehen, in denen das Selbe sich ereignete, diese sexuellen Untaten, aber für die Fälle in der Katholischen Kirche sollen nun Gründe verantwortlich sein, die es nur in der Katholischen und die es nicht in der EKD gibt. Wie soll das nachvollziehbar sein, daß das Selbe in 2 Organisationen völlig verschiedene Ursachen haben soll? Man kann es nun drehen und wenden, wie man es will: Die EKD ist demokratisch strukturiert, kennt keinen Zölibat und vertritt eine sehr liberale Sexualmorallehre, bejaht uneingeschränkt die Homosexualität, ist eben für alles offen.

Was bleibt nun nach diesem Super-Gau von dem Legitimationsnarrativ der Reformagenda übrig? Ein Blick auf die quasi offizielle Internetauftrittsseite klärt uns auf: „Vorsitzender der Freiburger Aufarbeitungskommission zu Forum-Bericht Striet: EKD-Missbrauchsstudie entlastet katholische Kirche nicht.“ (25.1.2024)“Zollner nach EKD-Studie: Ideen des Synodalen Wegs sind nicht falsch“ (29.1.2024) „Behauptung, katholische Reformdebatten seien Irrweg, falsch Forscher: EKD-Missbrauchsstudie entlastet katholische Kirche nicht“. (31.1.2024)

Unerschüttlich müsse an dem Legitimtionsnarrativ der Reformagenda festgehalten werden, denn dies Narrativ sei eben wahr. Man ist eben so begeistert von diesen Reformvorhaben, daß man nicht einen Milimeter von diesem Narrativ abweichen will, daß eben der Zölibat, der Klerikalismus und die hierarische Struktur der Kirche und nicht zu vergessen die conservative Sexualmorallehre an allem Schuld sei. Mit einer wissenschaftlichen Analyse dieses Problemes hat das aber nichts gemein, es wird einfach dem Narrativ Glauben geschenkt, weil man so nun endlich die Ziele der antikatholischen Bewegung: „Wir sind Kirche“ umsetzen kann.







Montag, 13. Februar 2023

Wenn das Laien- ZK das Wort auf einer Synode ergreift!

Die Laien-ZK- Vorsitzende sprach auf der Weltsynode in Prag. Hier ein Ausschnitt aus dieser sicher in die Kirchengeschichtsschreibung eingehende epochale Rede, zitiert nach: Portal zur katholischen Geisteswelt am 8.2.2023: „Europa wird von einem mörderischen Krieg gefährdet. Weltweit gibt es verheerende Kriege und Bürgerkriege, die schlimmes Leid verursachen. Wir brauchen hier in Prag ein Zeichen der Solidarität mit den Opfern der Kriege, ein Zeichen der Hoffnung auf Frieden. Wir brauchen es nicht nur in der Form von Deklarationen. Wir brauchen es in der Weise, wie wir Kirche sind. Wir brauchen Wege, unsere Schuld aufrichtig zu bekennen und unsere Einheit zu stärken. Wir brauchen Wege, in denen wir Geschlechtergerechtigkeit verwirklichen. Wir brauchen Wege, Menschen willkommen zu heißen. Unser Ziel ist es, den Klerikalismus zu überwinden …“ In irgendeiner normal begabten Lesern nicht nachvollziehbaren Weise existieren für die ZK-Vorsteherin Zusammenhänge zwischen dem zu überwindenden Klerikalismus, dem mörderischen Krieg in der Ukraine, dem Schuldbekennen und der Forderung nach einer Geschlechtergerechtigkeit. Irgendwie scheint für alle Übel der Welt der Klerikalismus schuld zu sein. Oder soll das einfach nur eine Aneinanderreihung der Übel der Welt sein, zu denen nun diese Synode Stellung zu beziehen habe? Und was soll die Kirche dagegen antuen? Sie soll ein Zeichen der Hoffnung setzen- worauf hofft den die Kirche? Die Einheit soll gestärkt werden. Die Geschlechtergerechtigkeit....der Klerikalismus....Man kann den Text drehen und wenden, wie man will, es ist und bleibt eine Aneinanderreihung von Phrasen erfüllt vom Modevokabular des linksliberalen Zeitgeistes. Ja, man könnte meinen, dieser Text sei von einem intelligenten Computerschreibprogramm produziert worden: Erstelle einen Text, in dem diese Vokabeln: Krieg, Solidarität, Geschlechtergerechtigkeit, Klerikalismus usw vorkommen. Auf solche qualifizierte Voten solle dann die Kirche hören, müsse sie gar, wenn sie ihrer Synodalotät gerecht werden wolle. Eine Kirche, die sich so ein ZK leistet, braucht wahrlich keine Feinde mehr – aber wie viel Freude in der Hölle, wenn diese ZK-Vorsteherin das Wort ergreift.

Dienstag, 12. Juli 2016

Der Papst- ein Kirchenfeind?

„Ich werde (…) ein entschiedener Kirchengegner, wenn ich einem Klerikalen gegenüberstehe. Der Klerikalismus dürfte mit dem Christentum nichts zu tun haben. Paulus, der erste, der zu den Heiden, zu den Anhängern anderer Religionen gesprochen hat, war der erste, der dies gelehrt hat.“– Papst Franziskus in einem Interview mit dem Agnostiker Eugenio Scalfari"
(Zitiert nach Wikipedia: Artikel Klerikalismus)
Nun ist diesem Papstvotum schwerlich exakt zu entnehmen, was der Papst hier unter "Klerikalismus" versteht, aber eine Vorliebe für solche Unklarheiten wird wohl in der Kirchengeschichtsschreibung als das Merkmal dieses Papstes eingehen. So unklar der Begriff nun auch ist, so beliebt macht man sich überall, spricht man sich entschieden gegen alles Klerikale aus. 
Warum nun der Papst den Apostelfürsten Paulus als Kritiker jeden Klerikalismus anführt, ist aber mir völlig unverständlich! Setzte er denn nicht, ganz gegen das Ideal basisdemokratisch organisierter christlicher Gemeinden Presbyter, also Priester ein, damit sie die neu gegründeten Gemeinden leitete? Die Gemeinden wählten sie nicht, sie wurden vom Apostel eingesetzt. Aber was soll man von dem Inhaber des Amtes des Papstes halten, wenn er, der von Amtswegen das Beispiel des Klerikalismus ist, sich gegen den Klerikalismus ausspricht? Ist das nicht so, als bekannte sich ein General der Bundeswehr zum Pazifismus? 
Die bekannteste antiklerikale Gruppe in der Bibel ist bekanntlich die Rotte Korach. Und Gottes Antwort auf ihren praktizierten Antiklerikalismus? Er tötete sie, in Gänze vertilgte der Zorn Gottes sie (4.Mose 16). Es frägt sich, wie man überhaupt in einer Religion, in der das Amt des Priesters eine so bedeutende Rolle innehat, dem Antiklerikalismus ein Heimatrecht zusprechen kann, ja den Klerikalismus gar als unvereinbar mit dieser Religion bezeichnen kann? Es sei daran erinnert, daß Jesus Christus nicht nur das prophetische Amt, das königliche Amt sondern auch das priesterliche inne hatte, ja daß er der wahre Hohepriester war und ist. Im Zentrum des Erlösungswerkes steht das Kreuzaltaropfer Jesu Christi, das er als Hohepriester darbrachte- wie kann die christliche Religion antiklerikal sein, wenn in ihr ein priesterliches Opfer das Zentrum bildet, das sich im kirchlichen Meßopfer prolongiert?
Für die Ideologie des Antiklerikalismus ist zudem grundlegend, daß es keine besondere Offenbarung Gottes geben kann, die an bestimmte Personen ergangen ist, sodaß sie dann durch die Erstempfänger an andere weitervermittelt wird, denn dies setzt eine Vermittlungsstruktur, in der Offenbarungsempfänger ihr Wissen an Nichtwissende weitergeben- das ist aber eine klerikale Struktur. Darum insistiert die Aufklärung (Kant) auf eine allgemeine jedem Menschen mögliche und hinreichende Gotteserkenntnis, um jedes priesterliche Sonderwissen, was dann als klerikales Herrschafftswissen denunziert wird, als illegitim zu erweisen.
Für die Ideologie des Antiklerikalismus ist zudem konstitutiv, daß es kein für das Heil des Menschen notwendiges allein von einem Priester zu erbringendes Opfer gibt.
Aber beide Vorstellungen gehören wesentlich zur christlichen  Religion!
      
Ergo: Für dieses befremdliche Votum des Papstes sehe ich nur eine Erklärungsmöglichkeit, die daß der Papst darauf setzte, sich mit so einer Polemk bei dem Interviewer und vielen anderen Zeitgenossen beliebt zu machen. Für diesen Papst scheint es immer nur eine Wahrheit zu geben, die die gerade in das in jetzt hingehaltende Mikrophon paßt, daß es da auf Wohlgefallen stößt.