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Freitag, 7. August 2026

Ein Musterbeispiel der Selbstdestruktion der Katholischen Kirche

 

Ein Musterbeispiel der Selbstdestruktion der Katholischen Kirche


Sehr löblich ist nun die Intention des Kath de Artikels vom 6.8.2026, zum zigsten Male der Piusbruderschaft und allen Conservativen in der Katholischen Kirche den Krieg zu erklären: „Kritik an Piusbruderschaft. Dogmatikerin: Es gibt keine fixierte katholische Identität.“ Diese Kräfte behaupten ja, daß durch das 2.Vaticanum bzw deren Weiterentwickelung die Identität der Kirche gefährdet sei. So repliziert dieser Kath de Artikel nun diese Kritik.

Letztlich sei die Identitätsbildung Aushandlungssache – auch wenn es Eckpfeiler gebe, an denen sich die Aushandlung orientieren müsse. Als Beispiele nannte sie die Anerkennung eines universalen Heilswillen Gottes, der auf das Heil aller Menschen und nicht nur einer exklusiven Gruppe ziele, das gemeinsame kirchliche Wirken zugunsten einer Einheit der Menschheit, die Anerkennung der >Geschichtlichkeit der Offenbarung< sowie den Einsatz für soziale Gerechtigkeit und das Gemeinwohl.“

Findet sich in diesem Zitat eine spezifisch katholische oder christliche Aussage? Nein, was hier ausgesagt ist, das hätte im Namen jeder monotheistischen Religion ausgesagt werden können. Daß Gott das Heil aller wolle, das bestreitet nun weder die Piusbruderschaft noch sonst ein Katholik, nur die Anhänger der doppelten Prädestinationslehre des Calvinismus bestritt das, die aber von der Kirche reprobiert worden ist.

Bestritten wird aber, daß jeder Mensch das Heil erlangen wird und zwar durch Jesus Christus selber, wenn er lehrt: „Wer an mich glaubt und getauft ist, wird im Endgericht gerettet werden, wer nicht glaubt, wird verdammt werden.“ Mk 16,16.

Die Aufgabe der Kirche ist nun die Evangelisation, die Verkündigung des Evangeliumes und nicht die Hervorbringung einer Einheitsmenschheit, denn es wird bis zum Jüngsten Gericht die Differenz zwischen den Gläubigen und den Nichtgläubigen geben, die diese Einheit nicht zuläßt. Die Kirche hat das Reich Gottes zu verkünden und nicht eine Sozialutopie einer gerechten Welt.

Der Terminus der „Geschichtlichkeit der Offenbarung“ dient nun dazu, das Offenbarsein der Offenbarung in Frage zu stellen, da sowohl die Offenbarung selbst als auch ihre Aneignung so sehr geschichtlich bedingt sei, daß daraus keine ewigen Wahrheiten herauskristallisierbar seien.

Die christliche Religion rediuziert sich somit auf einen schlichten Humanitarismus mit etwas theologischem Dekor, daß es da einen jeden Menschen liebenden Gott gäbe. Die Identität der Katholischen Kirche sei die einer humanitaristischen NGO, die sich dann noch in katholisch anmutende Kleider aufschmücken mag, solange sie dabei humanitaristisch bleibt.

Für diese Dogmatikerin ist das 2.Vaticanum nichts anderes als die Selbsterkenntnis der Katholischen Kirche, sich selbst liquidieren zu haben, um als eine Links-NGO dann von den Toten aufzuerstehen!Das hier skizierte Kirchenprogramm scheint auch mehr dem Geiste des Freimaurertumes zu entsprechen,daß alle Religionen gleich wahr wären und daß es hauptsächlich um die Humanisierug der Welt ginge  als daß es katholisch wäre.


Freitag, 1. August 2025

„Katholisch? Aber Ja!“ - oder enthusiastische Begeisterung für das wahrhaft Katholische - auf Kath de!

 

Katholisch? Aber Ja!“ - oder enthusiastische Begeisterung für das wahrhaft Katholische - auf Kath de!



Nun muß jedem aufmerksamen Leser dieser quasi offiziellen Internetsauftrittsseite der Bischöfe Deutschlandes ein so euphorisches „Ja!“ zum Katholischen mehr als irritieren, wird uns hier doch fast täglich verkündigt, daß die einzige Zukunftsperspektive der Kirche ihre Selbstverprotestantisierung wäre.Papst Franziskus frug ja schon die deutschen Kirchenrevoluzzer an,da es schon in Deutschland eine gut funktionierende evangelische Kirche existiere:Wozu noch eine evangelische gründen? Deswegen soll nun dieser so betitelte Standpunktkommentar des 31.7.2025 mit seinem deklarierten „Ja!“ zum Katholischsein betrachtet werden.

So wird er präludiert:„Es ist heute nicht immer leicht, aus vollem Herzen katholisch zu sein, kommentiert Joachim Frank. Allerdings gebe es mitunter auch Momente für ein beherztes "Katholisch? Aber ja!". Ein Beispiel dafür sei die Positionierung der Bischöfe gegen die AfD.“

Mit kaum verborgener Sympathie wird die Störaktion des Fernsehinterviews mit der AfD- Vorsitzenden von den Anti-Rechtsaktivisten erwähnt,um dann das Nein der deutschen Bischöfe gegen diese Partei zu bejubeln! Erteilen wir nun diesem Antirechtskämpfer von Kath das Wort: Einstimmig, ungeachtet aller sonstigen theologischen und kirchenpolitischen Differenzen, stellen die Bischöfe sich gegen Ab- und Ausgrenzung, gegen einen "Sozialpatriotismus" mit abgestuften Rechten und sozialer Teilhabe, aber auch gegen den Rechtspopulismus der AfD als den "schillernden Rand des Rechtsextremismus, von dem er ideologisch aufgeladen wird". In der Konsequenz hält die Erklärung fest: "Rechtsextreme Parteien und solche, die am Rande dieser Ideologie wuchern, können für Christinnen und Christen daher kein Ort ihrer politischen Betätigung sein und sind auch nicht wählbar."

Augenfällig ist dabei der Terminus des „Sozialpatriotismus“ als etwas zu Verdammendes.Im Hintergrund dieses Begriffes steht die Lehre vom Ordo amoris, wie sie der Kirchenlehrer Thomas von Aquin expliziert hat,daß die Nächstenliebe abgestuft nach der Nähe bzw Ferne der Zuliebenden zu praktizieren sei, daß also eine Mutter zuerst ihre eigenen Kinder und dann sekundär auch fremde Kinder zu lieben habe und daß so auch der Nationalstaat zuvörderst für sein Volk und dann sekundär auch für die anderen Völker dazusein hat. Diese Lehre wird, seitdem sie nicht nur in den USA zur Legitimierung einer Politik, die sich zuerst auf das eigene Volk konzentriert, verunglimpft, als hätte uns Jesus nicht die Nächsten- sondern die Fernstenliebe gelehrt. Das Sonstige gehört zum Standard der politisch korrekten Antirechtsagitation.Ein bißchen mehr Kreativität hätte man sich schon von einem Kath de Kommentar gewünscht.

Mehr als euphorisch wird dann diese Solidaritätserklärung der Bischöfe mit allen Antirechtskämpfern zitiert: „Wer aus demokratischem, freiheitlichem und menschenfreundlichem Geist heraus seinen Widerstand gegen die Machenschaften der Rechtsextremisten bekundet, verdient unser aller Unterstützung und Respekt." Das darf man sich von den Bischöfen gesagt sein lassen.“ Zu beachten ist dabei der Begriff des Widerstandes! Unter dem Begriff des Widerstandes ist ja nicht zu verstehen, daß eine nichtgebilligte Meinungsäußerung energisch kritisiert wird und eine Gegenposition dazu öffentlich bezogen wird, sondern daß der Andersdenkende bekämpft wird.

Wie wäre es, wenn wir uns da an die Antifakämpferin Ulrike Meinhof erinnern: "Protest ist, wenn ich sage, das und das paßt mir nicht. Widerstand ist, wenn ich dafür sorge, daß das, was mir nicht paßt, nicht länger geschieht" geprägt. Diese Aussage, die oft mit der Roten Armee Fraktion (RAF) in Verbindung gebracht wird, verdeutlicht ihre Überzeugung, dass bloßer Protest nicht ausreicht, um gesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen. Für Meinhof bedeutete Widerstand, aktiv gegen als ungerecht empfundene Zustände vorzugehen, notfalls auch mit Gewalt.“1

So legitimiert sich die Antirechtskampfpraxis,Rechte daran zu hindern,ihre Meinungen öffentlich kundzugeben wie es auch so versucht wurde,als die AfD- Parteivorsitzende ein Fernsehinterview gab.Aber dieses Zitat bekommt nun doch noch mehr Brisanz, seitdem die Vorsitzende der Jugendorganisation der Grünen die Frage aufwurf,ob denn nicht ein gewaltsamer Widerstand gegen eine AfD- Regierung legitimierbar sei.

Also: Katholischsein heißt, gegen Rechts,gegen die AfD zu sein und sich mit allen Antifakämpfern in ihrem Widerstand zu solidarisieren!

Selbstverständlich müsse man als ein Katholik auch gegen die Remigration sein, daß illegal Eingewanderte und sich in Deutschland Aufhaltende repatriiert werden, denn jeder der bei uns leben wolle,habe auch das Recht,bei uns zu leben mit vollen Versorgungsansprüchen.Auch dürfen Schwerstkriminelle und islamistische Terroristen nicht abgeschoben werden, wenn sie bei uns ein Asyl begehren.Nur Rechtsradicale fordern ja die Abschiebung kriminell gewordener Ausländer, wie etwa die NPD oder die Partei: „Der dritte Weg“.

Da, wo die Katholische Kirche so politisch korrekt auftritt, da ist sie wahrhaft katholisch und bejahenswert! Man zählt wohl zu den Ewiggestrigen, wenn man meint,daß das Katholischsein etwas mit dem Glauben an Gott zu tuen habe,mit einer Religion und religiösen Praktiken.Wenn das religiöse Brimborium einer Motivationssteigerung für den Kampf gegen Rechts förderlich ist,dann kann das auch noch akzeptiert werden, aber das Eigentliche des katholischen Existenz ist die antirechte Gesinnung! So ist man ein guter Katholik, wenn man nie zur Messe geht, aber jährlich an einer CSD-Prozession teilnimmt.

Zusatz:

Nun ist die Aussage:Wer aus demokratischem, freiheitlichem und menschenfreundlichem Geist heraus" als eine Einschränkung gemeint, aber Vertreter der Kirche halten sich selbst nicht an diese Einschränkung, wenn sie etwa die Kirchenglocken so laut und lang leuten, daß die in ihrer Nähe gehaltenen Reden von Rechten unhörbar gemacht werden. Zur Demokratie gehört nämlich auch die Pflicht, Andersdenkenden das Recht auf die freie Meinungsäußerung zuzubilligen. Der Widerstand, der hier so geleistet wird, besteht darin, dies Recht den Andersdenkenden nicht nur nicht abzusprechen sondern sie auch daran zu hindern, dies Recht auszuüben. Außerdem: Gesetz den Fall, ein Obdachloser dringt in die Wohnung eines Bischofes ein und erklärte, daß er nun, solange es ihm in der Bischofswohnung gefiele, dort  bleiben wolle, um voll verköstigt zu werden, widerspräche der Bischof dem menschenfreundlichen Geist, wenn er nach ein paar Monaten diesen Mitbewohner durch einen Polizeieinsatz aus seiner Wohnung entfernen ließe, da der sich strikt weigert, die Wohnung zu verlassen?    

1Im Internet unter dem Stichwort: „Ulrike Meinhof, Widerstand ist“ gefunden als KI- Beitrag.

Samstag, 19. Juli 2025

Die Kirche in der Krise – stünde sie nicht ohne die christliche Religion besser dar? Ein radicaler Kirchendeformvorschlag!

 

Die Kirche in der Krise – stünde sie nicht ohne die christliche Religion besser dar?



Ganz optimistisch gestimmt beginnt der „Feinschwarz“ Artikel zur Überwindung der Krise der Kirche so: „Das Christentum wird in einer „postsäkularen Gesellschaft“ (Jürgen Habermas), in der religiöse und nichtreligiöse Lebensentwürfe nebeneinander bestehen, gut leben können – wenn wir uns von christlichen Monopolansprüchen verabschieden und die theologische Herausforderung dieser Situation annehmen.“1 Der Exreligionslehrer Herr Spaeth stellt dann sein sehr praktisch orientiertes Konzept vor. Sein Ausgangspunkt ist das Faktum, daß sehr viele Menschen in (nicht nur in) Deutschland religiös uninteressiert sind, ja daß selbst der Kirche (noch) Angehörende religiös gleichgültig sind. Diese Menschen könne so die Kirche, sich als ein Religionsdienstleister nicht mit seinen Angeboten erreichen. Also müsse die Angebotspalette verändert werden.

Statt eines theoretischen Konzeptes offeriert er seiner Leserschaft gleich ein praktisches Anschauungsbeisiel: „Vor kurzem hatte ich, seit 40 Jahren katholischer Theologe, das interessante Vergnügen, einer „freien Trauung“ vorzustehen. Ein Freund und seine Frau waren der Meinung, ich sei aufgrund unserer persönlichen Beziehung und meiner Lebenserfahrung für sie der richtige „Trauredner“. Beide sind ohne antireligiöse Affekte – Religion hat ganz einfach keine Bedeutung für sie.“

Das ist die Zukunftsperspektive der Kirche! Wenn die christliche Religion nicht gefragt ist, dann bietet die Kirche eben, wie gerade berichtet, eine Traufeier ohne Religion an. So könnte die Kirche dann auch Taufen und die Erstkommunion und die Firmung und die Beerdigung mit und ohne die christliche Religion potentiellen Kunden anbieten! Die Kirche soll eben der christliche Religion keine Monopolstellung zuschreiben. Der Gedanke ist von bestechender Schlichtheit: Ein Buchhändler, der nur Klassiker in seinem Geschäft anbietet in der Meinung, daß nur die Klassiker lesenswert wären, wird in Bälde den Konkurs anmelden müssen, nur einer, der für jeden Geschmack etwas in seinen Regalen stehen hat, kann geschäftlich überleben. So habe die Kirche auch ihr Angebotsprogramm zu erweitern, eben auch für die vielen an der christlichen Religion Desinteressierten sie Ansprechendes zu kreieren.

Da könnte neben der traditionalistischen Osternachtsfeier ein fröhliches Frühingsfest, neben den Weihnachtsgottesdiensten Lichtfeierveranstaltungen treten und warum nicht am Sonntag einen feucht-fröhlichen Frühschoppen starten! Die Institution Kirche solle eben ihr Angebot, das der christlichen Religion nur noch als ein Angebot neben anderen gleichberechtigten ansehen!

Ganz auf die christliche Religion solle so die Kirche nicht verzichten, so als ein Randgruppenangebot kommt es ja noch bei einigen an, aber es gälte nun, sich auf den neuen potentiellen Kundenkreis der an der Religion Desinteressierten neu auszurichten!

Das dem zugrunde liegende Kirchenverständnis beeindruckt durch seine Simplizität: Die Kirche ist ein Freizeitgestaltungsunternehmen, das auch Angebote für religiös Interessierte aufweist! Dabei ist der Kunde König: Er bekommt, was er will! Rabiater kann man die Kirche nicht zerstören als durch dieses Vermarktwirtschaftlichungskonzept der Kirche!So triumphiert der Anthropozentrismus im Gewande der  Kundenorientierung, als gäbe es für die Kirche nur die Norm, die Kundenwünsche zu erfüllen.



1Feinschwarz, 16.7.2025:Liquidierung der Religion: Säkularisierung als Herausforderung zu einem theologischen Lernprozess

Samstag, 12. Juli 2025

Ein Beitrag zur Sebstsäkularisierung der Kirche – oder wir wollen modern sein!

 

Ein Beitrag zur Sebstsäkularisierung der Kirche – oder wir wollen modern sein!



Papst Pius X.,wies drei Grundaxiome des modenistischen Reformbewegung auf,die heute nach dem Sieg des Modernismus in der Kirche nach dem 2.Vaticanum eine bedeutende Rolle spielen. Drei Charakteristika wurden benannt: erstens: das Konzept der Entmythologisierung,zweitens das des Säkularismus und drittens das Konzept des Pastoralismus.1

Das Konzept der Entmythologisierung wird primär auf die Bibel angewandt mit dem Ziel,möglichst alles dem modernen Weltbild nicht Hineinpassendes heraus-zuexegetisieren. „Die Teufelsaustreibungen Christi, so erklärt der Modernist, seien eine Symbolgeschichte dafür,wie Menschen mit psychischen Problemen der Seelenfriede gebracht werde.“2 Alles Übernatürliche müsse so aus der Bibel entfernt werden. „Für alles nämlich gäbe es eine natürliche Erklärung.“3 So wird dann gar die Eucharistie entmythologisiert: „Wenn Christus seinen Aposteln sagt:>Dies ist mein Leib<, dann habe er sie damit gebeten,seiner zu gedenken.Das Brot werde nicht zu etwas Übenatürlichem gewandelt.“ 4

(Der große Entmythologisierer R.Bultmann geht hier anders vor, indem er das urchristiche Verständnis des Taufsakramentes als ein von einem magischen nicht unterscheidbar erklärt, als den Beweis dafür führt er die von Paulus selbst bezeugte und bejahte Praxis der Taufe zugunsten von schon Verstorbener an, (1.Kor 15,29),um damit zu sagen, daß dies Verständnis für uns Heutigen völlig obsolet sei!)

Das Konzept der Selbstsäkularisierung besteht in der Verweltichung und Politisierung: „Die Begriffe von Seligkeit und Erlösung werden in weltliche oder politische Ziele uminterpretiert.Dies reduziert die Geistlichen zu politischen Aktivisten und der Papst wird zum bloßen Förderer von Belangen der säkularen Welt degradiert.“ 5 Dies Konzept kann auch als das einer allgemeinen Brüderlichkeit bezeichnet werden, daß das Ziel, auf das hin die Kirche ausgerichtet zu sein habe, das der Menschheitsverbrüderung sei.

Das dritte Konzept lautet, „die Lehre müsse stets >pastoral<,nicht >wahr< sein.“6 Hierbei verdunkelt aber der Begriff des Pastoralen die Simplizität dieses Konzeptes, daß der Kunde König sei ,das heißt, das man ihm nur das sagen will, was er hören möchte.So wird jetzt ja der Versuch der Neugewinnung der LGBTQ – Kundschaft gestartet, auch auf die Gefahr hin, traditionelle Kunden zu verlieren.Pastoral meint somit eine reine marktwirtschaftliche Strategie,die nicht nach der Wahrheit frägt sondern sich allein nach den Konsumwünschen der Kunden ausrichtet.

Alle drei Konzepte dominieren die Kirche in der heutigen Zeit, aber Erfolge weisen sie nicht auf.Die Wahrheit will man nicht mehr sagen, um besser bei den Menschen anzukommen, aber die Zeitgenossen lassen sich von dieser vermodernisierten Kirche nicht ansprechen.

Das Buch: „Infiltriert“ dokumentiert eben auch den Mißerfolg dieser 3 Konzptionen in den USA .7 So besuchten 1958 noch 74 Prozent der Katholiken die Sonntagsmesse, im Jahre 2000 nur noch 25 Prozent. 1965 fanden 1575 Priesterweihen statt, im Jahre 2002 450.Im Jahre1965 zählte man noch 49 000 Seminaristen, im Jahre 2002 nur noch 4700. Weitere desillusionierende Zahlen finden sich dort.

Man wollte, um besser anzukommen, den Wein verdünnen, und nochmals verdünnen, da die Menschen angeblich den kräftigen Wein nicht mehr vertrügen und um in diesem Bilde zu verweilen: Das Weinlokal leerte sich, die Menschen gehen ins Bierlokal. 

Zusatz:

Ein Musterbeispiel für eine totale Selbstsäkularisierung der (christlichen)Religion bietet der Artikel: "Religion und soziokulturelle Transformation" der Internetseite:"Feinschwarz" (9.7.2025) mit diesem Religionsverständnis: "Religionen sind voll von Geschichten, in denen sich die unterschiedlichsten Hoffnungen und Verletzungen des Menschen spiegeln."Diese Potetialle gälte es nun, für die Humanisierung der Welt zu aktivieren!  

 

1Taylor R Marshal, Infiltriert, Die Verschwörung zur Zerstörung der Kirche, 2020,S.68-70.

2A.a.O. S.67.

3A.a.O. S.67.

4A.a.O.S.67.

5A.a.O.S.67.

6A.a.O.S.68.

7A.a.O. S.185 – 188.

Mittwoch, 9. Juli 2025

Was ist das Revolutionäre des 2.Vaticanums? Die Selbstrelativierung der Kirche und der Beginn ihrer Selbsthistorisierung!

 

Was ist das Revolutionäre1 des 2.Vaticanums? Die Selbstrelativierung der Kirche und der Beginn ihrer Selbsthistorisierung!



Im Geiste des 2.Vaticanumes über es hinaus, seine positiven Potenzen weiterentwickeln, das sei die jetzige Aufgabe der Theologie, offenbart uns der Fundamental“theologe“ Hoff. Ja, es gäbe Revolutionäres im 2.Vaticanum. Damit reiht sich dieser Theologe in die Heerschar derer ein, denen dies Konzil zuvörderst das der Diskontinuität gewesen sei, daß einer Befreiung von der fast 2000 jährigen Tradition zugunsten eines Aufbruches zu neuen Ufern. Meist wird dann aber relativierend hinzugefügt, daß der Bruch noch nicht gänzlich gelungen sei, daß eben doch noch zu viel Traditionalistisches in ihr weiter west, und noch nicht verwest sei.

Zu einem der Favoriten dieser Diskontinuitätstheorie avancierte nun die Behauptung des kryptoprotestantischen Kirchenhistorikers Hubert Wolf, das Papstamt mit seiner Kompetenzbestimmung sei eine Erfindung des 19. Jahrhundertes, von der sich leider dies Reformkonzil nicht gelöst hätte. In dem Kath de Artikel liest sich das so: „Im 19. Jahrhundert – das hat Hubert Wolf überzeugend herausgearbeitet – wird auf dem Boden der Tradition ein neues Lehrformat entwickelt. Was bedeuten diese Prozesse für die Selbstbestimmung der Kirche?“ (Das hätte dieser Fundamentalteologe auch simpler formulieren können: Jetzt haben wir erkannt, daß Luthers Papsttumskritik im Recht war, aber das klänge doch zu trivial, es soll wissenschaftlicher daherkommen!)Das Papstamt, so wie es dann das 1.Vaticanum explizierte sei ein Konstrukt des 19. Jahrhundertes. Dieser Subtext muß dabei mitzuhören, daß die Kirche sich da gegen die Moderne verbarrikadiert hätte, statt diese Frucht der Aufklärung in sich beglückt aufzunehmen, aber das 2.Vaticanum öffnete dann ihre Tore weit, weit, auch wenn der jetzige Modernistenpapst Magnus Striet bemängelt, daß Kants Philosophie immer noch nicht zum neuen Fundament der Kirche gekürt worden sei!

Von zentraler Bedeutung ist nun der Terminus der „Selbstbestimmung der Kirche“: Was sie lehrt und was sie dann auch tut, das ist ein Ergebnis ihrer Selbstbestimmungsakte.Damit ist die These mitgesetzt, daß sie all ihre Gehalte als die Produkte von ihren Selbstbestimmungsakten revozieren und durch neue ersetzen könne. „Alles fließt“- darauf läßt sich diese Selbstrelativierung der Lehre der Kirche reduzieren.

So formuliert dies dieser Fundamental“theologe“: Es hat der Pluralität von Kirche einen anderen Ort gegeben. Es hat die Globalität von Kirche und der unterschiedlichen kirchlichen Traditionen markiert und eine neue Wissensform entwickelt – nämlich diejenige, dass man sich von anderen Perspektiven, Wahrheitsüberzeugungen und gesellschaftlichen Realitäten relativieren lassen kann. Relativieren heißt, sich zu ihnen in ein produktives Verhältnis setzen. Menschenrechte, Religionsfreiheit, Ökumene, die Bedeutung anderer Religionen: sich davon relativieren zu lassen, ohne die eigenen Überzeugungen und den eigenen Geltungsanspruch aufzugeben, war ein bedeutender Schritt.“

Aus den Offenbarungswahrheiten werden so Überzeugungen, die Kirche tätige nun nur auch Aussagen, die Geltungsansprüche erhebten. Tätige ich die Aussage: „Es regnet jetzt!“, dann erhebe ich damit den Anspruch, daß diese Aussage wahr sei, verbunden mit der Möglichkeit, daß dieser Geltungsanspruch veri- oder falsifizierbar sei. So werden in jedem Gespräch Geltungsansprüche getätigt. In denen manifestieren sich auch Überzeugungen, in diesem Falle die, daß es regnet!

Aber hier sind andere,gewichtigere Dinge gemeint, und zwar nur Größen, die die Katholische Kirche vor dem Konzil als nicht mit der Wahrheit kompatibel verworfen hatte.Zur Bedeutung der anderen Religionen: Nie hat die Kirche die anderen Religionen als bedeutungslos bezeichnet, denn gerade eine falsche Religion ist nicht bedeutungslos, sie insistiert aber darauf, daß nur die Katholische Kirche die wahre sei, daß nur in ihr der die ganze Wahrheit präsent sei. Dies aufgegeben zu haben, sei nun die Revolution des 2.Vaticanums. Die Ökumene und die Bejahung der Religionsfreiheit fungieren dabei als die Einfallstore der Vergleichgültigung aller Religionen.

Aber dies Konzil sei eben noch nicht weit genug gegangen in dem Prozeß de Selbstrelativierung: „Historisches Denken greift wirklich Raum. Doch jetzt kommt das große Aber: Eine wirklich konsequente Selbsthistorisierung der eigenen Wissensform, das heißt, die Konzepte, mit denen man arbeitet, kontextbewusst in den Blick zu nehmen, hat das Konzil nicht geleistet.“ Die Theologie stehe so vor der Aufgabe, die Dogmen und Lehren der Kirche historisch kritisch zu dekonstruieren als zeitgeschichtlich bedingte Meinungen über Gott und die Welt.

Aber Kath de frug nun diesen „Theologen“:Wie verhält sich denn ein solches geschichtliches Denken zu Glaubenswahrheiten, die für die Kirche überzeitig sind? Darauf erhielt der Frage diese meisterliche Antwort: Aus meiner Sicht exzellent. Erstens, weil sich gerade im geschichtlichen Bestimmen dieser Glaubenswahrheit zeigt, dass der Gott, an den wir glauben, ein Gott ist, mit dem wir unterwegs sind.“ Die ewigen Wahrheit ist also die, daß alle sich gebildet habenden Meinungen und Überzeugungen über Gott und die Welt sich stetig modifizieren, daß alle die Wahrheit der stetige Wandel sei. In Anlehnung an Hegel könnte gesagt werden: „Jetzt regnet es“, ich schreibe den Satz auf und ein paar Stunden später ist der Satz unwahr geworden, da nun die Sonne wieder scheint.Alle Wahrheit sei eben nur eine kontextuelle.Das Mit-Gott-Unterwegs-Sein macht so in letzter Konsequenz aus Gott etwas zu sich selbst noch Unterwegsseiendes, das wie einem Politiker sein Geschwätz von gestern heute nicht mehr interessiert.  

So verwundert es nicht, daß dieser Fundamental“theologe“ im Papstamt das größte Problem für die Kirche sieht: „Neues Verständnis des Petrusdienstes nötig. Hoff sieht monarchisches Papstamt als Grundproblem der Synodalität“ Kath de am 3.4.2024. Wenn alles relativiert werden soll, dann muß das päpstliche Lehramt einfach das Übel schlechthin sein. Aber genaugenommen richtet sich diese in diesem Artikel beschworene Revolution gegen den, der von sich sagt:“Ich bin die Wahrheit“, denn eine solche darf und kann es nicht geben, ist doch jede vermeintliche Gotteserkenntnis nur ein zeitgeschichtlich bedingtes Meinen.

Faktisch wird hier die Theologie beseitigt durch eine historisch kritisch vorgehende Ideengeschichte, die eben jede theologische Erkenntnis relativiert: Nichts Gewisses weiß man, außer das alles ungewiß sei. Der Philpoosoph P.Sloterdijk ("Menschenverbesserung", in: ders: "Nach Gott", S,228) spricht von einer "postmetaphysischen Umformung des Christentums". Dieser Begriff könnte diese Transformation der Theologie in eine Disziplin der Geschichtswissenschaft erklären, daß keine wahrheitsfähigen Aussagen über Gott mehr als möglich erachtet werden und daß sich so die "theologische" Wissenschaft auf die Klärung der historischen Bedingtheit aller Aussagen über Gott zu kaprizieren habe. Wahre Aussagen über Gott sind eben metaphysische Aussagen, auch wenn sie theologische, von Gott offenbarte sind.





1 Kath de, 9.7.2025:“Fundamentaltheologe über Hinterlassenschaften des Zweiten Vatikanums Hoff: Es braucht Antworten auf die offenen Fragen des Konzils.“

Montag, 30. Juni 2025

Die Katholische Kirche habe ihren Herrschaftsanspruch aufgegeben -jetzt gälte es, sie aufzugeben!

 

Die Katholische Kirche habe ihren Herrschaftsanspruch aufgegeben -jetzt gälte es, sie aufzugeben!



So proklamiert es ein katholischer Systematikprofessor in dem Kath de Standpunktkommentar am 30.6.2025.Die Kirche habe ihren Herrschaftsanspruch dort aufgegeben, indem sie in diesem Konzilsdokument die Religionsfreiheit anerkannt habe.1 Gerade heute müsse diese Selbstentmachtung der Kirche gegen die Kritiker in den eigenen Reihen verteidigt werden.

Mit den Kritikern sind zuerst die traditionalistischen Kreise gemeint, die bestreiten, daß die Unwahrheit Rechte besäße und daß es so ein Recht auf die Ausübung falscher Religionen gäbe aber dann auch aktueller die sogenannten Neointegralisten, hier läuft gerade eine Kampagne gegen das Heiligenkreuz-Stift, dem conservative und gar neointegralistische Neigungen zum Vorwurf der gemacht werden. Der Grundsatz des Integralismus wie des Neointegralismus lautet, daß die Natur durch die Gnade und die Vernunft durch die Offenbarung erst vollendet wird, so wie ein Hausbau erst fertig ist, wenn dem Gebäude ein Dach aufgesetzt worden ist. Im „Geiste des Konziles“ meint man nun, daß die Natur und die Vernunft sich selbst genügen, sodaß die Kirche nicht mehr die Aufgabe hätte, durch ihre Lehre das zu vollenden, was die Natur bzw die Vernunft aus sich selbst heraus hervorbringen könne.Denn diese Vollendungsaufgabe der Kirche sei doch nur ein schlecht kassierter Herrschaftsanspruch der Kirche. Die Welt bedürfe eben die Verkündigung der Kirche nicht, da sie sich selbst genüge.

Die Anerkennung der Religionsfreiheit sei so die Anerkennung der Gleichgültigkeit jeder Religion. Kein Mensch bedürfte der Wahrheit der christlichen Religion noch einer anderen, da Gott ohne die Vermittelungstätigkeit der Kirche oder einer anderen Religion jeden Menschen bejahe, egal ob und was er glaubt. Der Glaube sei eben weder für das Heil des Menschen notwendig und auch seien die offenbarten Wahrheiten der Kirche für das Leben notwendig, da die autonome Vernunft dafür ausreiche.

Gott sei die unbedingte Zuwendung zum Menschen. Dies beinhaltet auch ein Nein zur Vermittelung dieser unbedingten Zusage Gottes durch die Kirche, denn diese Zuwendung gälte ja jedem Menschen, unabhängig davon, ob er sie glaubt oder auch nicht glaubt. Keinesfalls dürfe nun die Kirche versuchen, die Menschen zu beherrschen, indem sie lehrt, daß ein bestimmter Glaube oder gar eine bestimmte Lebensführung, die vorkonzilliare Kirche sprach da von der Heilsnotwendigkeit eines in guten Werken sich als lebendig erweisenden Glauben im Einklang mit der hl.Schrift und isb der Verkündigung Jesu Christi, heilsnotwendiig sei, denn damit wolle sie ja nur die Menschen beherrschen. Die Distinktion der wahren und den unwahren Religionen sei so doch nur ein Produkt des Herrschaftswillens der Kirche. Denn das unbedingte Jawort Gottes zu allen Menschen mache jede Religion überflüssig. Es reiche, diese unbedingte Bejahung des Menschen durch Gott zu bezeugen. Praktisch gewendet heißt das aber nichts anderes, als daß die Kirche die Menschenwürde und die Menschenrechte als ihr Ersatzevangelium zu verkündigen habe.

Zu den Klassikern der Kirchenkritik der Aufklärung gehört ja die Polemik, daß alle positiven Religionen sich dem Herrschaftswillen der Priester verdanke,daß aber nur die rein natürliche, die rein vernünftige Religion wahr sei, der Glaube an die Bestimmung des Menschen zur Sittlichkeit, der Glaube an Gott und an das ewige Leben, wobei diese drei Postulate der praktischen Vernunft seien. (Kant). Die wird hier nun repristiniert und ergänzt durch den Glauben an die Menschenrechte, durch die jede Religion als gleichgültig abqualifiziert wird. So kann und müsse jeder Herrschaftsanspruch der Kirche eliminiert werden. Damit wird selbstredend auch der Herrschaftsanspruch Jesu Christi beseitigt, denn er kann nicht mehr die Wahrheit sein, der eine Weg zu Gott. Denn Gott sei ja schon immer mit seinem unbedingten Ja bei jedem, sodaß es keinerlei Vermittelung durch die Kirche bedürfte. Die Kirche habe sich so durch das 2.Vaticanum selbst aufgegeben, diese Selbstaufgabe sei nun die Aufgabe der Kirche! 

Die traditionelle Theologie und die Kirche geht von dem erlösungsbedürftigem Menschen aus, dem Gott das Heil durch seine Kirche vermittelt, die Kirche war also ein Heilsvermittelungsinstitut, die zeitgenössische Theologie setzt den Menschen als gesunden voraus, der sich versammelt mit anderen gesunden zu einer Vereinigung der Gesunden, die um ihre Gesundung wissen, wohingegen andere darum nicht wissen. Die Gesundheit ist dabei einfach das Bejahtsein durch Gott,das ihre Menschenwürde konstituiert, aber dem Gehalt der Menschenwürde dann nichts hinzufügt.Der Glaube an den die Menschen bejahenden Gott ist somit nichts anderes als eine nicht notwendige Letztbgründung der Vorstellungskomplexes der Menschenwürde und der Menschenrechte.  





1Kath de am 30.6.2025: Die Kirche sollte sich gerade heute für Religionsfreiheit einsetzen.

Samstag, 21. Juni 2025

Eine Befürchtung: Heiligenkreuz soll visitiert, heimgesucht werden

 

Eine Befürchtung: Heiligenkreuz soll visitiert, heimgesucht werden


Nicht nur Kath de berichtet über diese Causa, aber nicht überall wird dieser Vorgang so viel Freude hervorgerufen haben: „Das Zisterzienserkloster Heiligenkreuz bei Wien ist bekannt für viele Berufungen und konservative Theologie. Im Vatikan will man sich das Stift nun genauer anschauen: „Das Ordensdikasterium ordnet eine Apostolische Visitation an.“1 Wer nur aufmerksam diese zwei Sätze liest, erkennt, warum nach dem Urteil von Kath de diese Visitation nötig ist. Das Kloster Heiligenkreuz sei bekannt für seine conservative Theologie und seine vielen Berufungen. Jedem Kath de Leser signalisiert das schon hinreichend, daß mit diesem Kloster etwas nicht stimmen könne.Erstens können nur progressive Gemeinschaften Erfolg haben und wenn conservative, dann muß zweitens gelten, daß hier was oberfaul ist. Männer, die sich durch eine conservative Theologie gar angesprochen fühlen, mit ihr gar symphatisieren, solche Personen sind in der Kirche sowieso falsch, denn der „Geist des 2. Vaticanumes“ schließt eine conservative Theologie aus.

Aber es kommt noch schlimmer: Da sollen Personen wirken, denen Kontakte zu rechtsconservativen und reaktionären Kreisen nachgesagt werden!

Die Visitation soll schon unter Papst Franziskus angesetzt worden sein und das läßt Schlimmstes befürchten. Auf Kath net und Kath info werden in Artikeln zu dieser Causa über den Neid dem zu erfolgreichen Kloster gegenüber als die Motivation dieser angesetzten Heimsuchung spekuliert und das trifft sicher zu. Auf nichts ist so gewiß Verlaß, wie darauf, daß jeder Erfolg den Neid der Wenigerfolgreichen evoziert.Das Ressentiment den Erfolgreichen gegenüber kann, ja muß sogar als eine Konstante des menschlichen Sozialverhaltens angesehen werden. Aber damit wird diese Visitation wohl zu oberflächlich wahrgenommen. Entscheidender ist, daß hier ganz im Geiste Papst Franziskus ein falsch, weil conservativ ausgerichtetes Kloster angegriffen werden soll. So wie ob der Erfolge der AfD jetzt eifrig von den Blockparteien ein Verbot dieser Partei diskutiert wird, weil diese Partei zu viel Zustimmung erfährt, genauso ist dies Kloster progressiven Katholiken ein einziges Greuel. Das Kampfvokabel, „rechtsconservativ“, „reaktionär“ wird gleichermaßen wider diese zwei Feinde gebraucht, um klar zu stellen, daß so Verunglimpfte aus der Diskursgemeinschaft der Anständigen ausgeschlossen sind.

Was könnte nun nach der erfolgten Visitation für Maßnahmen gegen dies Kloster ergriffen werden, womit muß sie rechnen? Zuvörderst ist davon auszugehen, daß die bestellten Inquisiteure dem Kloster nicht wohlwollend gegenüber stehen werden, sondern nach Gründen forschen werden, die Maßnahmen gegen das Kloster rechtfertigen. Die allgemeine Menschenkenntnis sagt uns nun, daß in jeder Gemeinschaft es Unzufriedene gibt, die so eine Visitation ausnutzen werden, um gegen Mißliebige zu intrigieren, besonders wenn die Machinationen in vertraulichen Gesprächen getätigt werden können, daß also die Urheber anonym bleiben können: Man traue sich nur, das zu sagen,wenn sichergestellt sei, daß nicht bekannt werde, wer das über den oder den gesagt habe. Negatives, das Kloster belastendes Material wird sich so sicher finden2.

Als eine sehr energische Maßnahme könnte daraufhin die jetzige Klosterleitung abgesetzt werden, das heißt, daß ihr ein Kommissar vorgesetzt wird,der dann das Kloster führen wird. Ein Aufnahmestopp liegt dann noch nahe, da doch offensichtlich falsch Gesonnene in das Kloster aufgenommen worden sind. Das Berufungspastoral müsse eben geändert werden. Ein „Beförderungsstopp“, daß also kein Novize mehr zur zeitlichen Profeß und kein zeitlicher Profeßler mehr zur ewigen Profeß zugelassen wird, bis das Leben des Klosters neu ausgerichtet ist, ist ebenso zu erwarten. Denn ein leeres Kloster als Zielvorgabe ist auf jeden Fall besser als eines erfüllt von Frommen.

Es muß nicht so kommen, den nun regiert Papst Leo XIV. Aber die Papst Franziskusanhänger sind noch in Amt und Würden und würden so gern in seinem Geiste dies Kloster kaltstellen. Die Klosterleitung versucht nun, diese Visitation klein zu reden, als wenn es dabei nur um eine unterstützende Beratungsaktion handelte, von der gute Impulse zur Weiterentwickelung des Klosterlebens ausgehen mögen. Nur, wer sich in der heutigen Kirchensprache auskennt, der weiß daß unter dem Weiterentwickeln in der Regel ein Abwickeln gemeint wird.


Zusatz:

Das 2.Vaticanum mit seiner überschwenglichen Liebe zur Welt erwirkte eine Krise des Mönchtumes, denn das Kloster paßt nicht zu dieser Weltbejahung3.Daß nun nicht nur in Deutschland ein Kloster nach dem anderen geschlossen wird, ist somit im Sinne des Reformkatholizismus, aber ein erfolgreiches und dann noch conservativ ausgerichtetes auf jeden Fall nicht.


1Kath de am 16.6.2025:“Vatikan ordnet Apostolische Visitation von Stift Heiligenkreuz an.“

2Kath net berichtet am 18.6.2025: in dem Artikel:“Eine 'Ordensfrau' ohne Schleier soll Heiligenkreuz visitieren!“„Seit längerem gibt es anonyme Schreiben gegen ein Mitglied des Klosters - Das Stift bestätigt: Man hat Anzeige wegen übler Nachrede erstattet“.


3Es sei daran erinnert, daß eine der ersten Maßnahmen erfolgreicher Reformatoren die Abschaffung der Klöster waren, da die unvereinbar seien mit der neuen reformatorischen Lehre, sodaß es plausibel ist, daß der sich protestantisierende Katholizismus auch die Klöster loswerden möchte.

Dienstag, 11. März 2025

Um des Friedens willen auf die Erkenntnis Jesu Christi verzichten? Zur Selbstaufgabe der Kirche!

 

Um des Friedens willen auf die Erkenntnis Jesu Christi verzichten? Zur Selbstaufgabe der Kirche!



In dem „Communioartikel“: „Er wartet auf uns – warten wir noch auf ihn?, des Professors Tück vom 9.3.2025 heißt es zum Abschluß:

Martin Buber im Gespräch mit christlichen Theologen: "Wir warten alle auf den Messias. Sie glauben, er ist bereits gekommen, ist wieder gegangen und wird einst wiederkommen. Ich glaube, dass er bisher noch nicht gekommen ist, aber dass er irgendwann kommen wird. Deshalb mache ich Ihnen einen Vorschlag: Lassen Sie uns gemeinsam warten." Und um jede Form von triumphalistischer Rechthaberei auszuschließen, fügt Buber bei: "Wenn er dann kommen wird, fragen wir ihn einfach: Warst du schon einmal hier? Und dann hoffe ich, ganz nahe bei ihm zu stehen, um ihm ins Ohr zu flüstern: 'Antworte nicht'."

Hier offenbart sich uns die Grundlage des jüdisch – christlichen Dialoges: daß man die Frage, war und ist dieser Jesus von Nazareth der Messias oder nicht, offenläßt. Ja, es wird gar die Hoffnung ausgesprochen, daß wenn dann der Messias kommen wird am Ende der Menschheitsgeschichte, daß er uns nicht offenbaren wird, ob er identisch sei mit diesem Jesus von Nazareth oder auch nicht.

Offenkundig stimmt dieser Theologe diesem Ansinnen Martin Bubbers zu, daß wir Christen und die Juden gemeinsam auf die Erkenntnis des Messias verzichten sollten, damit der Dialog zwischen den Juden und den Christen nicht jetzt und dann auch nach dem Erscheinen des Messias nicht gestört wird. Die sokratische Tradition versteht den Dialog als das Medium zur Hervorbringung von Erkenntnissen, daß am Ende eines Dialoges etwas gewußt wird, was vorher noch nicht erkannt worden war. Dieser jüdisch – christliche Dialog soll dagegen die Erkenntnis der Wahrheit, ja gar ein gemeinsames Ringen um die Wahrheit als das Miteinander von Juden und Christen als Störenkönnendes ablehnen, ja es verurteilen, nach der Wahrheit zu fragen.

Kann radicaler der Intention der Offenbarung Gottes in Jesus Christus widersprochen werden? Zu Zeiten Jesu gab es die „Gottesfürchtigen“ und die „Prosyliten“, das waren Heiden, die sich dem Monotheismus der Juden anschlossen, aber sich nicht beschneiden ließen, sodaß sie keine Juden wurden. War der Bund Gottes seiner ursprünglichen Intention nach nur einer mit dem jüdischen Volke, so entstand der Glaube, daß auch Nichtjuden an Gottes Heil einen Anteil bekommen könnten, wenn sie sich vom Polytheismus abwendend Monotheisten würden und sittlich lebten. Man könnte sich das so visualisieren: Gott führt wie eine Lokomotive Menschen in den Himmel. Durch Mose und die Propheten ist das jüdische Volk in einem Ersteklassewagon an Gott angekoppelt und Heiden könnten dann in einem Zweiteklassewagon mit in den Himmel geführt werden, wenn sie sich zum Monotheismus bekehrten und sittlich anständig lebten. Sie bräuchten sich dann nicht eigens beschneiden zu lassen.

Das war der Stand der Dinge aus der jüdischen Sicht, bevor Gott Mensch wurde. In der jüdischen Religion konnte man daran festhalten oder doch die Erlösung als nur dem jüdischen Volke exclusiv geltend vertreten.Für die christliche Religion galt aber von Anfang an, daß es das Heil nur durch und in dem Glauben an Jesus als dem Messias geben kann. Das ist seit dem der Grund des Konfliktes zwischen der christlichen und der jüdischen Religion.

Der jüdisch-christliche Dialog will nun diesen Konflikt beseitigen, indem die christliche Religion sich völlig aufgibt, indem sie sich nun als die Prolongierung der „Gottesfürchtigen“ und „Prosyliten“ ver- steht (ver-stehen wie ver-kochen zu lesen!). Es hätte nämlich halt schon unabhängig von Jesus Christus auch für die Heiden eine Möglichkeit der Teilhabe am Heil gegeben, das eigentlich dem jüdischen Volke vorbehalten sei, wenn sie sich zum Monotheismus bekehrten und dann anständig lebten. Die Tendenz, die christliche Religion zu reduzieren auf den Glauben an einen Gott, der uns zu einer sittlichen Lebensführung aufruft, ist in der heutigen Zeit unverkennbar und kommt so diesem Anliegen des jüdisch – christlichen Dialoges entgegen. 

Der Verzicht auf die Erkenntnis der Wahrheit ist ein Spezificum des postmodernen Denkens, dem jede erkannte Wahrheit eine Gefährdung der Freiheit ist. 



Sonntag, 16. Februar 2025

Ein Blick in die Zukunft: Wie wird wohl der jetzige Katholizismus Deutschlands wahrgenommen werden?

 

Ein Blick in die Zukunft: Wie wird wohl der jetzige Katholizismus Deutschlands wahrgenommen werden?


Nehmen wir einmal an, einem Kirchenhistoriker lägen die Internetauftrittsseiten von Kath de und die Stellungnhmen deutscher Bischöfe und die Auftrittsseiten katholischer Verbände auf dem Schreibtisch, um daraus sich ein Bild des jetzigen Katholizismus zu machen, wie nähme er da die jetzige Kirche wahr?Das drängendste und die jetzigen Katholiken am meisten beschäftigenden Themen ließen sich klar aus herausschälen: der Kampf gegen Rechts und das Engagement für Homosexuelle, Lesben und Geschlechtsumwandler. Positiv formuliert kämpfen Katholiken für offene Grenzen, daß jeder „Flüchtling“ aufzunehmen sei und keiner „abgeschoben“ werden dürfe und daß jede Art, die Sexualität auszuleben, zu bejahen sei. Außerdem erkenne man das neu konzipierte Menschenrecht, daß jeder, wenn ihm sein Geschlecht mißfalle, er es ändern dürfte und daß dann der Geschlechtswandel von den Anderen anzuerkennen sei.

Aber man beschäftigte sich auch intensivst mit dem Innenleben der Katholischen Kirche und forderte deren Demokratisierung, die Liberalisierung der Morallehre und eine geschlechtergerechte antiklerikale Kirche. Verglichte dies ein zukünftiger Kirchenhistoriker mit dem damals noch gültigen Katechismus und der hl.Schrift und der verbindlichen Lehre der Kirche, müßte er konstatieren, daß die dort bestimmenden Gehalte offenkundig keine oder kaum noch eine Relevanz gehabt hätten. Wollte man das Eigentliche, das all diese Lebensäußerungen des Katholizismus herauskristallisieren, könnte das unter dem Begriff der Selbstnegation erfaßt werden: Man wollte nicht mehr katholisch sein! Aber nicht nur das Katholischsein wollte man da negieren: Zum Menschsein gehört nun mal, daß er entweder männlich oder weiblich ist, daß diese natürliche Geschlechtsdifferenz etwas auch das kulturelle Leben Bestimmendes ist, daß er als ein Angehöriger eines bestimmten Volkstumes und einer Rasse geboren wird und somit eingeschrieben ist in diese Ordnung des Lebens. Zur abendländischen Kultur gehört nun auch wesentlich die christliche Religion, sie ist sozusagen den Völkern Europas zu ihrem Schicksal geworden.

All diese natürlichen und kulturellen Bestimmungen sollten nun negiert werden: Was das Frau- oder das Mannsein ausmache, sollte nur noch ein zeitgeistgeschichtlich Bedingtes sein, sodaß diese Bestimmung in der Epoche der Postmoderme ganz neu zu konstruieren sei. Wo unsere bisherige Kultur auch durch die Geschlechterdifferenz bestimmt war, soll die nun negiert werden durch ein abstraktes Nurnochmenschsein, wobei dann jeder das Recht genießen sollte, sein Geschlecht wie seine Kleider zu wechseln. Die jedem Menschen eigene Volks- und Rassenzugehörigkit sollte als etwas völlig Gleichgültiges und zu Überwindendes beurteilt werden. Wir sollen nur noch Menschen kennen, die nichts sind, damit sie alles sein können durch ihre freie Selbstbestimmung.

Der Ktholizismus hätte sich dabei selbst als etwas nicht mehr Zeitgemäßes und Überaltertes eingeschätzt, sodaß er sich, um in der Moderne endlich anzukommen, die aber damals schon untergegangen war, zu verprotestantisieren hätte.Denn der Protestantismus galt dem damaligen Katholiken als die der Moderne angemessene Gestalt des Christentumes, wohingegen der Katholizismus eben das Christentum des Mittelalters oder der finstersten Reaktion auf das Vernünftigwerden der Menschheit in der theoretischen und praktisch gewordenen Aufklärung der Französischen Revolution darstelle und so zu überwinden sei.

Daß das Christentum eine oder gar die wahre Religion ist, dem setzte der damalige Katholizismus das Konzept der Ethisierung der Religion entgegen:Nicht der religiöse Mensch sondern der ethisch richtig lebende Mensch sei das Erziehungsziel der Kirche. Daß die christliche Religion eine Erlösungsreligion sei, konnte nicht mehr akzeptiert werden, stattdesen wurde die Affirmation der modernen Welt zu dem Kriterium des wahren Christseins: einfacher formuliert, daß im Liberalismus sich die christliche Religion vollende, insofern sie sich zu einem puren Humanitarismus transformiere,in dem Gott nur noch als eine kontingente Letztbegründung für die Würde des Menschen fungiere. Alle vorgebenen Lebensordnungen, die der Ehe und der Familie, die des Volkstumes und des Staates, die der Einheit der Menschheit in ihrer Ausdifferenzierung in Völker und Rassen sollten dann negiert werden, weil es nur noch den von allem völlig entbundenen Menschen geben sollte, der sich seine jeweiligen Identitäten stets neu zu kreieren habe. Er solle eben sein Geschlecht, seine Volkszugehörigkeit und seine Kultur ganz nach seinem Belieben sich erwählen und wieder abwählen können und genauso beliebig solle ihm seine Religion sein, da alle ja gleich wahr und deswegen auch gleichgültig seien.

Könnte eine Skizzierung des heutigen Katholizismus, zumindest wie er sich jetzt in Deutschland inszeniert unter zukünftigen Kirchenhistorikern wirklich anders ausfallen? 

Corollarium

Zur Selbstnegation: Ein großer Irrtum ist die Meinung, jeder liebe zwar sich selbst, neige dann aber dazu, seine Mitmenschen nur als ein Mittel zur Realisierung egozentrischer Wünsche zu gebrauchen. Dem erbsündlichen Menschen liegt eine Tendenz zur Selbstverneinung zu Grunde, aus der sich dann auch bestimmte Selbstverneinungen entwikeln können, daß jemand sich als Mensch bejaht, aber sein Frausein ablehnt oder seine nationale Identität. So geben in der Kirche jetzt Katholiken den Ton an, die wohl sich als Christen bejahen, aber nicht katholisch sein wollen.  



Freitag, 7. Februar 2025

Kath de präsentiert die ultimative Lösung der Kirchenkrise: „Das „K“ schrecke viele ab“

 

Kath de präsentiert die ultimative Lösung der Kirchenkrise: „Das „K“ schrecke viele ab“



Politisch Interessierte erinnern sich wohl noch an die Blütezeit der sogenannten „K-Gruppen“, der marxistisch-leninistisch selbsternannten „Arbeiterparteien“1, dem „Kommunistischen Bund Westdeutschland“, dem „Kommunistischen Bund“, der „Kommunistischen Partei Deutschlands“ und der vielen anderen, die die vielen undogmatischen Linken in Schrecken versetzte, bis sie sich dann alle selbst auflösten und bei den „Grünen“ oder der „Linken“ neu sich beheimateten.

Aber an diese „K-Gruppen“ dachte Kath de nicht, als getitelt wurde: „Das „K“ schreckt viele ab“, (6.2.2025) sondern an die Katholische Kirche: „Schweizer Frauenbund will das "katholisch" im Namen streichen.Künftig ohne "katholisch" im Namen? Das hofft der größte Frauendachverband der Schweiz – denn das "K" sei wegen Klerikalismus, Missbrauch und Frauenunterdrückung keine gute Marke mehr. Außerdem wolle man neue Mitglieder gewinnen.“

Dieser dem Namen nach noch katholischer Frauenverband will also das „katholisch“ aus ihrem Namen streichen, da er so negativ belastet sei. „Katholisch“, das stünde eben für: „Klerikalismus“, „Missbrauch“ und für die „Frauenunterdrückung“! Dieser Frauenbund dagegen setze ich von diesem Katholizismus ab: „ Für den Frauenbund stehen Werte wie Solidarität, Nächstenliebe und Menschenwürde im Zentrum“ zitiert nach dem „Berner Pfarrerblatt“ vom 4.2.2025.

Ein Frauenorganisation, die ihr Zentrum in dieser Trias von „Solidarität, Nächstenliebe und Menschenwürde“ verortet, hat sich wahrlich schon so weit von allem genuin Religiösen und Christlichen enzfremdet, daß er wirklich auf das „K“ im Namen verzichten kann.Der Glaube an die „Menschenwürde“, der zu einer solidarischen Praxis verpflichtet, die man dann auch etwas altmodisch formuliert als „Nächstenliebe“ bezeichnen kann, ersetzt hier vollständig den christlichen Glauben.

Aber es geht dieser Frauenorganisation ja um die Rekrutierung neuer Mitglieder. In dem Milieu junger feministisch eingesteller Frauen sieht der Frauenbund das Reservoir der Mitgliedergewinnung und deswegen muß das „K“ weg, denn Feministin mögen halt das „Katholische“ nicht. Rufen die doch auf jeder Proabtreibungskundgebung: „Hätte Maria abgetrieben, wäre das uns erspart geblieben!“, die christliche Religion und die Katholische Kirche insbesondere.

Damit die „Katholische Kirche“ wieder bei den Menschen ankommen kann, möge sie doch einfach das „K“ aus ihrem Namen streichen.Das neue Fundament dieser dann Nichtkatholischen Kirche wäre dann der Glaube an die „Menschenwürde“,sodaß sie sich allen dogmatischen Balastes entledigt einfach auf das rein Humanitäre focussieren könnte.

Nebenbei: Die sogenannten „K-Gruppen“ seien ja auch alle an ihrem ihnen eigenen Dogmatismus zugrunde gegangen, da sollte die Kirche, damit ihr dies Schicksal erspart bleibt, auch allem Dogmatischen entsagen, um nur noch humanistisch zu sein!

Es ist wohl keine pessimistische Übertreibung, wenn behauptet wird, daß die allermeisten „katholischen Verbände“ sich längst schon so transsubstantiiert haben, nur der Form halber sich noch „katholisch“ nennen.

Zur Trias:"Solidarität,Nächstenliebe,Menschenwürde" Diese drei Begriffe sind hier nicht einfach willkürlich aneinandergereiht, sondern es gilt: Der Glaube an die "Menschenwürde" fundiert die "Solidarität" mit allen Menschen, die man ursprünglich in der Kirche als "Nächstenliebe" bezeichnet hat, wobei aber die "Nächstenliebe" nicht von vornherein ausschließt, daß es Menschen geben könnte, die nicht meine Nächsten sind, sodaß es besser ist, von der universalistischen "Solidarität" zu sprechen, die niemanden ausschließt außer den politisch Nichtkorrrekten.


1Die „MLPD“ ist wohl der letzte Überlebende dieser K-Parteien, sie kandidiert gar zur Bundestagswahl und kämpft couragiert mit allen antifaschistischen "Demokraten" gegen "Rechts".

Dienstag, 31. Dezember 2024

Warum bleiben so viele radicale Kirchenkritiker in der Kirche und lehren an katholischen Fakultäten? Ein kleiner Versuch

 

Warum bleiben so viele radicale Kirchenkritiker in der Kirche und lehren an katholischen Fakultäten? Ein kleiner Versuch



Diese Frage wird ab und zu gestellt, aber so recht zufrieden stellende Antworten finden sich leider nicht unter den Antwortversuchen. Getreu der Chaostheorie, daß man, wo man sucht, nicht findet und daß man findet,wo man nicht sucht, eine abstruse so aber recht praxisrelevante Theorie, wurde ich in dem Roman Siegfried Lenz: „Die Flut ist pünktlich“, genial verfilmt, jetzt im Internet noch anschaubar, fündig.

Ein verhereiteter Mann, wohl in Folge eines Seitensprunges an AIDs erkrankt, erklärte seiner Frau, daß er in Folge einer schweren Erkrankung sie nicht mehr sexuell befriedigen könne. Um die Ehe aufrecht zu erhalten, wäre er damit einverstanden, daß sie sich einen Liebhaber zulege. Sie akzeptierte diesen Vorschlag. Den Ehemann quälte aber seine Lüge und er gestand dnn doch ihr die ganze Wahrheit.

Er war ein begeisterter Wattwanderer. Jahr für Jahr verbrachte er so seinen Urlaub auf einer Insel, wo er dann seine Wattwanderungen machte. Da er die Zeiten der Ebbe und der Flut genau studiert hatte, konnte er ohne ein Risiko diese Wanderungen vollziehen, die Flut konnte ihn nie überraschen und so gefährden.

In der Verfilmung ist die Szene der Offenbarung der Lüge und der Reaktion der Ehefrau das Glanzstück dieses Filmes: Die Frau reagiert scheinbar gar nicht, nur kalter Haß erglüht in ihren Augen, sonst nur eisiges Schweigen. Sie setzt dann ihren Meisterplan um: Sie manipuliert die Uhr des Mannes so, daß, wenn er auf sie vertraut, beim nächsten Wattenganz in der Flut umkommen wird. Der Ehemann erkennt die Manipulation der Uhr, macht sie rückgängig und geht ins Watt, um dann in der Flut zu ertrinken. Er hatte so das Todesurteil seiner Frau akzeptiert.

Ihr kalter Haß gebor diesen Mordplan, der genau durchdacht mit höchster Wahrscheinlichkeit zum Erfolg führen mußte.Darf nun der Verdacht geäußert werden, daß so mancher Kirchenkritiker, über alle Maßen enttäuscht über die Kirche, wie sie nun mal real ist, in kaltem Haß ihr gegenübertritt, um sie zu vernichten, daß hier eine leidenschaftliche Anfangsliebe in Haß sich verwandelt hat, aber in einen kalten Haß, der es ermöglicht, systematisch klug vorzugehen in der Destruktion der Kirche? Könnte es dann auch sein, daß die, die diese Angriffe abzuwehren hätten, ihren enttäuschten Kritikern recht geben, daß die Kirche rechtens unterzugehen hat, daß sie dann bildlich gesprochen wie dieser Ehemann in das Wasser gehen, um in der Flut zu ertrinken?

Den Anfang bildet ja das Modernistencredo, daß Jesus das Reich Gottes verkündet habe, daß dann aber stattdessen die Kirche kam, die dieser Jesus gar nicht haben wollte, ja daß das Sein der Kirche schon selbst die Widerlegung Jesu von Nazareth sei. Wäre es dann nicht gar im Sinne Jesu, die Kirche ganz aufzulösen und durch einen Verein gottgläubiger Humanisten zu ersetzen mit dem Schwerpunkt der praktizierten Solidarität? Hat dann die universitäre Theologie noch eine andere Aufgabe als die der Dekonstruktion aller Wahrheitsansprüche kirchlicher dogmatischer und moraltheologischer Lehren, um den Menschen, ganz emanzipiert von allem Katholischen einfach menschlich leben zu lassen? Darf man dann eingedenk dieses literarischen Meisterwerkes, seine Verfilmung sei hier nochmals extra empfohlen, den Verdacht hegen, daß auch hier ein kalter Haß die Motivation der Kirchendestruktionspläne ist?

Ich stelle hier bewußt Fragen, da ich mir nicht sicher bin, daß sie mit einem Ja zu beantworten sind, aber es ist gut denkbar, daß es sich so verhält. Die Zeiten der Dekadenz sind eben Zeiten der Selbstverneinung, des Neinsagens zu sich selber.






















Freitag, 22. November 2024

Ist die Kirche nur noch akzeptabel als organisierte Nächstenliebe – alles andere sei unzeitgemäß?

 

Ist die Kirche nur noch akzeptabel als organisierte Nächstenliebe – alles andere sei unzeitgemäß?



Schon in den 80er Jahren debattierte man im Protestantismus über die Zukunfts-fähigkeit des Konzeptes der Volkskirche. Da jeder Mensch einmal geboren würde und einmal dann auch stürbe, sei die Zukunft der Volkskirche gesichert, denn die Geborenen würden getauft und gestorben möchten sie kirchlich beerdigt werden. Und zwischen Geburt und Tod fielen viele Weihnachten und zu diesem Familienfest gehöre nun mal ganz traditionell der Kirchgang. Nun mögen die Kirchenleitungen die Kirchenmitgieder nicht mit darüber hinausgehenden Ansprüchen zu nahe treten, damit die dann vielleicht austräten, weil das ihnen einfach zuviel sein könnte.

Aber eigentlich würde die Kirche primär als eine Organisation der Nächstenliebe anerkannt und als eine solche auch als erhaltenswert angesehen. Das klingt nüchtern realistisch und doch, denkt man dadrüber nach, kommen einem Zweifel. Die aktuellen Zahlen zeigen an: weniger Taufen und weniger Beerdigungen. Daß zum neugeborenen Kind die Taufe und zum Verstorbenen ein kirchliches Begräbnis gehört, das sind Selbstverständlichkeiten, die aufhören selbstverständlich zu sein. Wer dann nach einer theologischen Begründung für die Taufe und die kirchliche Beerdigung frägt, wird mit Erstaunen feststellen, daß er da kaum noch etwas ihn überzeugen Könnendes zu hören bekommt. Selbstverständlich existieren dafür in den Dogmatiklehrbüchern und der Lehre der Kirche gute Begründungen, aber wo in der Kirche wurden die nicht schon als nicht mehr zeitgemäß ins Kirchenarchiv verbannt?



Aber wie steht es denn nun um die Kirche als organisierte Nächstenliebe? Hier stießen wir auf ein eigentümliches Problem, würde gefragt, wem gegenüber denn die Kirche die Nächstenliebe zu praktizieren hätte. Ja,um Notleidende, Arme, Kranke, um Menschen mit Problemen und es fielen sicher, wenn weiter nachgefragt würde, noch manch andere ein. Politisch Korrekte bevorzugten dabei die Asylanten und das LGHTQ-Klientel, aber niemand würde antworten: Um mich sollte sich die Kirche kümmern. Die Kirche als die Organisation der Nächstenliebe ist so immer nur eine Kirche für die Anderen. Man selbst ist froh, daß man ihre sozialcaritativen Dienste nicht in Anspruch nehmen braucht und hofft, sie auch nie in Anspruch nehmen zu brauchen. Das Ideal ist eben der selbstständige Bürger, der keine Hilfe von anderen braucht, der aber stattdessen Dienstleistungen anderer in Anspruch nimmt, ohne das als ein: „Mir wird geholfen“ wahrzunehmen, da diese Dientleistung ja bezahlt werden. „Mir wird geholfen“ im Sinne der Nächstenliebe wären doch nur Hilfen, für die der Empfänger nicht zu bezahlen hätte. Denn sonst ist das „Mir Geholfenwerden“ ein Geschäft, der eine bezahlt und der Andere tut das Gewünschte für das Honorar.

So finanzieren viele das Leben der Kirche, obgleich sie davon ausgehen, daß, wenn es gut geht,sie die Nächstenliebesdienste der Kirche nicht in Anspruch nehmen wollen und werden: Dieser Jesus ist halt für die Kranken und Bedürftigen dar und das bin ich glücklicherweise nicht. Nun drängt sich eine Zusatzfrage auf: Werden denn die caritativen Leistungen der Kirche so erbracht, daß so nur die Kirche sie erbringen könnte und will man es, daß die Kirche sie so erbringt? Realistisch urteilend wird man wohl konstatieren müssen, daß die caritativen Tätigkeiten der Kirche sich in nichts von denen rein weltlicher Träger unterscheiden. Die Professionalisierung hat in allen Bereichen ein so hohes Maß erreicht, daß weltanschauliche oder religiöse Prägungen der Dienstleistungsanbieter für die praktische Arbeit keine Bedeutung mehr haben. In einem kirchlichen Pflegeheim werden die Insassen nicht anders gepflegt als in einem weltlichen. Das hätte aber zur Konsequenz, daß die gesamte caritative Arbeit auch von nichtkirchlichen Trägern übernommen werden könnte, ohne daß dadurch sich an der Qualität der Dientleistungen etwas ändern würde. Die Verprofessionalisierung macht diese Arbeit so einförmig, daß der christliche Glaube in der Praxis nicht mehr wahrnehmbar ist und somit macht sich die Kirche als der Träger der Diakonie selbst überflüssig! Die Praxis der Diakonie ist nämlich so selbst religionslos geworden.

Wenn also alles andere als die Praxis der Nächstenliebe unzeitgemäß wäre, würde sich diese Praxis selbst als eine christliche überflüssig machen.



Dienstag, 19. November 2024

Was sich ein Benediktinerabt alles so vorstellen kann- oder die Phantasie an die Macht

 

Was sich ein Benediktinerabt alles so vorstellen kann- oder meine Phantasiekirche



Treten wir einmal ein die Phantasiewelten eines deutschen Benediktinerabt, die sich aber nicht gerade doch eine besondere Kreativität auszeichnet. Aber Kath de gefallen diese Phantasiewelten: „Der Münchner Benediktinerabt Johannes Eckert hat sich für die Priesterweihe von Frauen ausgesprochen. Er kenne Frauen, von denen er denke, dass sie zum priesterlichen Dienst berufen sind,“. „Er sehe keinen Grund, sie nicht zu Priesterinnen zu weihen. "Ich sehe hohen Reformbedarf für Frauen, allein in den Klöstern", so Eckert. Eine Äbtissin sei für ihre Gemeinschaft die zuständige Oberin und damit Stellvertreterin Christi. "Warum soll sie dann nicht der Eucharistie vorstehen können? Oder einer Mitschwester am Ende deren Lebens die Krankensalbung spenden können? Ebenso könne er sich vorstellen, dass eine Frau die Beichte höre, sagte Eckert weiter.“ (18.4.2024: Benediktinerabt fordert Frauenweihe und freiwilligen Zölibat)

Bloß weil dieser Abt sich etwas vorstellen kann, könne das auch in der Kirche realisiert werden! Er denkt, daß es Frauen gäbe, die zum priesterlichen Dienst berufen sind. Bloß weil er das denkt, seien diese Frauen zum Priesteramt berufen? Was, wenn ein Mitglied des Stammes Benjamin erklärte, daß er glaube, zum priesterlichen Dienst berufen sein obgleich Gott dazu ausdrücklich nur den Stamm Levi berufen hätte oder wenn ein überzeugter Patriot Polens erklärte, daß Gott nicht nur das jüdische Volk sondern gleichursprünglich auch das polnische erwählt hätte? Wenn alles, was jemand denkt, bloß weil er es denkt, auch wahr wäre, würde die Welt sich in ein Irrenhaus verwandeln.

Nun fügt dieser Abt gar noch seine eigene Blindheit als ein Argument an: Weil ich keinen Grund dafür sähe, gäbe es auch keinen Grund dafür! Weil er sich vorstellen kann, daß Frauen der Eucharistie vorstehen können, die Beichte hören können, können sie das alles auch!

Buntheit und Vielfalt statt Einheitlichkeit: So müsse katholische Kirche gesehen werden, meint Benediktinerabt Johannes Eckert. Jesus mache, wenn er Menschen in seinen Dienst berufe, auch keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern.“ So heißt es in dem Kath de Artikel: Benediktinerabt: Frauenweihe? Wünschenswert wie absolut“

In den Zeugnissen des Neuen Testamentes wird nirgends berichtet, daß Jesus Frauen zu Aposteln oder Presbytern berufen hätte und auch die Apostelgeschichte und die Briefe wissen von dieser sog. Geschlechtergerechtigkeit Jesu nichts, aber denm erphantasierten Jesus dieses Benediktinerabtes sieht das wohl anders auch. Daß es denn nur als ein Phanatasieprodukt dieses Abtes gibt, macht nichts, denn es soll wohl gelten: Was dieser sich zusammenphantasiert ist wahr, weil er es sich erdichtet hat. Unterschied Goethe noch zwischen Dichtung und Wahrheit, so ist hier die Wahrheit das Erdichtete. Um die Lehre der Kirche, das Zeugnis der hl. Schrift kümmert sich dieser Phantast nicht, für ihn sind einfach seine Wunschträume das einzig Reale. Nur muß konstatiert werden, vergliche man etwa die Phantasiewelt der Romatriologie des „Herrn der Ringe“ mit diesen Phantasieprodukten, daß sie durch die Dürftigkeit ihrer Kreativität auffallen: Frauenpriestertum und die Abschaffung des Zölibates, zu mehr reicht die Kreativität nicht.

Das Bittere ist nun aber, daß es eine real exitierende Kirche gibt, die des Herrn Jesu Christi und dieser Herr versteht sich nicht als ein Wunscherfüllungsgehilfe linksliberaler Träumer. Deshalb gibt es jetzt ein kreativen Vorschlag für alle so vor sich Hinträumenden: Steigen Sie aus Ihren Träumen heraus und werden Mitglied einer protestantischen Religionsgemeinschaft, in der all ihre Phantasien schon längst real verwirklicht sind und noch viel mehr! Da dürfen sogar Lesben kirchlich heiraten und dann Pfarrerin werden. 

Ach ja: Im Mai 1968 hieß eine studentische Revolutionsparole: "Die Phantasie an die Macht". Diese Parole ist nun nach einer langen Reise von Paris ausgehend in München in einem Benediktinerkloster angekommen!  Hurra- so befindet  dies Kloster sich jetzt auf der Höhe der Zeit des Jahres 1968! Die Begeisterung am Revoltieren, dokumentiert schon in der Revolte der Rotte Korach, 4.Mose 16  reaktualisiert sich mal wieder.





Donnerstag, 24. Oktober 2024

Der Totalausverkauf der Kirche schreitet voran! Die neue Grundordnung der kirchlichen Dienste

 

Der Totalausverkauf der Kirche schreitet voran! Die neue Grundordnung der kirchlichen Dienste



In dem Jubelstandpunktkommentar:“Die neue Grundordnung hilft beim Fachkräftemangel in den Kitas“ vom 24.10.2024 ist zu lesen: „In der Grundordnung heißt es aber jetzt – Gott sei Dank: "Vielfalt in kirchlichen Einrichtungen ist eine Bereicherung." So können "alle Mitarbeitenden unabhängig von ihren konkreten Aufgaben, ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihres Alters, ihrer Behinderung, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Identität und ihrer Lebensform Repräsentantinnen und Repräsentanten der unbedingten Liebe Gottes und damit einer den Menschen dienenden Kirche sein". Also auch evangelische, muslimische oder konfessionslose Erzieherinnen.“ Ist also das den Menschen Dienen die Repräsentation der unbedingten Liebe Gottes zu den Menschen? Wenn diese unbedingte Liebe Gottes gleichermaßen von Christen und Anhängern jeder anderen Religion und auch von Atheisten repräsentiert werden kann, dann kann allein die Praxis Dienens diese Repräsentation sein.

Damit wird auch ausgeschlossen, daß die Mitarbeiter selbst gemäß der Lehre der Kirche ihr eigenes Leben führen sollen.Man entbindet damit die im caritativen Bereich Tätigen von der Morallehre der Kirche, es reiche halt, daß sie ihre Arbeit gut verrichten. Wie können dann aber die so ihre Arbeit gut Verrichtenden Repräsentanten der unbedingten Liebe Gottes sein, wenn für sie gilt, daß für sie die Morallehre der Kirche unverbindlich ist? Das wäre doch nur möglich, wenn die Morallehre der Kirche nichts mit dieser unbedingten Liebe Gottes zu tuen hätte.Das ist offenkundig die Meinung der neuen Grundordnung der kirchlichen Dienste vom 22.10. 2022.

Auf den ersten Blick geht es hier um eine pragmatische Lösung des Problemes, daß es zu wenig für den kirchlichen Dienst Qualifizierte gibt, die der Katholischen Kirche angehören.Die Lösung lautet: Dann verzichten wir eben auf eine Mitgliedschaft in der Kirche und erklären, daß es uns als der Kirche Jesu Christi gleichgültig sei, wie es die Angestellten mit der Religion halten und ob sie die Morallehre der Kirche bejahen. Wer also sein Kind in eine Kindertagesstätte oder einen Kindergarten im kirchlicher Trägerschaft schickt, darf nicht mehr davon ausgehen, daß das dort tätige Personal ein positives Verhältnis zum katholischen Glauben aufweist, oder daß gar die christliche Religion katholisch ausgedeutet hier vermittelt werden soll. Das Personal übt allein wie das Personal in jedem weltlichen Kindergarten bzw in jeder Kindertagesstätte auch seine Arbeit professionell gut aus. Mehr nicht. Nur soll diese berufliche Professionalität den zu betreuenden Kindern gegenüber schon die Repräsentation der unbedingten Liebe Gottes zu den Menschen sein.

Theologisch formuliert heißt das, daß es Gottes Liebe zu uns Menschen gleichgültig sei, wie wir uns zu dieser verhalten. Diese völlige Vergleichgültigung der Gretchenfrage: „Wie hältst Du es mit der Religion“ ist das Charakteristische dieser neuen Dienstordnung, daß selbst die Kirche den Glauben für bedeutungslos erklärt.Oder anders gesagt: Der christliche Glaube wird reduziert auf die Aussage, daß Gott jeden Menschen bejahe,sodaß die einzige Praxis des Christen und der Kirche der Humanismus ist. Aber was soll man von einer Kirche halten, die ihre eigene Morallehre für ihre eigenen Mitarbeiter als nicht verbindlich herabstuft.



Es bedarf nun keiner prophetischen Begabung, um vorauszusehen, daß diese hyperliberalistische Dienstordnung nun doch nicht so tolerant gemeint ist, wie sie auf den ersten Blick scheinend daherkommt. Wer in einer Kindertagesstätte oder in einem Kindergarten arbeiten möchte, aber einer rechten Partei angehört oder mit einem Rechten befreundet, verlobt oder gar verheiratet ist, wird gewiß nicht in einer kirchlichen Einrichtung arbeiten dürfen, nicht mal ehrenamtlich, selbst wenn er ein praktizierender Katholik sein sollte. Der völligen Verliberalisierung durch die Vergleichgültigung der Religion widerstreitet nun die Dogmatik der politischen Korrektheit als ein ein Religionssurrogat, die klar zwischen den Gutmenschen und den Bösen unterscheidet: Nur die Gutmenschen dürfen in der Kirche arbeiten:Lieber eine Schariaverehrerin als eine patriotisch gesonnene Kindergärtnerin!