Posts mit dem Label Christologie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Christologie werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 20. Mai 2026

Christ ist, wem Jesus ein, das Vorbild schlechthin ist....

 

Christ ist, wem Jesus ein, das Vorbild schlechthin ist....


Man könnte meinen, daß es so viele Vorstellungen von dem, was einen Christgläubigen ausmache gäbe, wie es Christen gibt, daß nun mal die Indivdualisierung oder Privatisierung der christlichen Religion das notwendig mit sich brächte, spätestens in der Epoche der Postmoderne.Selbst unter den Gliedern der Katholischen Kirche fände man kaum zwei, die in allem das Gleiche glaubten.

Was wäre dann davon zu halten, daß man den Glauben, daß Jesu Leben vorbildlich, ja das vorbildliche sei, als das Wesentliche der christlichen Religion erfaßte? Überprüfen wir diese These einmal.

Gesetzt den Fall, morgen entschlössen sich alle Menschen der Erde, so wie Jesus zu leben und sie führten diesen Beschluß auch wirklich aus, was zeitigte das für Folgen? Spätestens nach circa 120 Jahren wäre die Menschheit ausgestorben, da dann ja ab morgen alle Menschen enthaltsam leben würden!Nur extremistische „Umweltschützer“ begrüßten das, da so der größte „Feind“ der Natur von der Weltbühne abträte.

Jesus ist als das Sühnopfer für unsere Sünden am Kreuze Gott gehorchend gestorben, aber gerade nicht in der Intention, daß wir nun sein Kreuzaltaropfer nachzuahmen hätten, daß nun jeder Christ sein Leben so zu opfern hätte.

Jesus war der Lehrer, aber gerade nicht so, daß wir Christen nun auch wie er Lehrer sein sollten, sondern nur so, daß wir seine „Hilfslehrer“ sind, die lehren, was er lehrte.

Jesus wirkte Wunder und erwies sich so als der Sohn Gottes. Ihm nachzufolgen,müßte das dann nicht auch miteinschließen, daß wir solche Wunder auch zu tätigen hätten?

Ein Meer an Absurditäten ergäbe eine derartige Jesusnachfolge!

Deshalb ist die Vorstellung einer Jesusnachfolge so zu präzisieren: Nur das, was uns ausdrücklich Jesus geboten hat, ist uns zur Befolgung aufgegeben, nicht aber eine Nachahmung seines ganzen Lebens. Das Wesentlichere aber ist, daß auch die christliche Religion nicht auf eine Morallehre reduzierbar ist, auch wenn sie verpersonalisiert wird als: Wie Jesus hätten wir zu leben. 

Populär unter kirchenkritisch Eingestellten ist die Parole: Wenn doch jeder Christ Jesus sich zum Vorbilde nähme, besonders wenn man dabei an die anderen Christen denkt, nur nicht an sich, aber wird das ernsthaft durchdacht, zeitigte das die schlimmsten Folgen, die des Todes der Menschheit als die fatalste.





Samstag, 21. März 2026

Eine kritische Anmerkung zum Kreuzweg des „Gotteslobes“

 

Eine kritische Anmerkung zum Kreuzweg des „Gotteslobes“



In der 2.Station des Kreuzweges: „Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern“ („Gotteslob“, 9.Auflage 1988, 775) heißt es: „Herr Jesus, du hast willig das Kreuz getragen,das die Sünde der Menschen dir auferlegt hat.“ Daß er „willig“ sein Kreuz auf sich genommen hat, gründet sich in dem Philipperhymnus, daß er „gehorsam bis zum Tode am Kreuze“ (Philipper 3,8) gewesen war- aber wem war Jesus denn nun so gehorsam? Hat die Sünde ihm das Kreuz auferlegt,sodaß er ihr gehorchend nun sein Kreuz trug? Nein, Gott, sein Vater legte ihm das Kreuz auf seine Schultern, damit er so die Sünde aller Menschen büße.

Nun heißt es aber auch in der 2.Station: „Er will den Kelch trinken,den der Vater reicht,“ Um Gottes Gerechtigkeit willen vergibt Gott nicht einfach in einer Generalamnestie allen Menschen ihre Sünden, sondern seine Gereechtigkeit fordert eine der von uns Menschen begangenen und begangen werdenden Sünde gemäße Strafe, die nun der Sohn Gottes auf sich selbst nahm, um uns von der Strafe Gottes zu befreien. Das Maß seines Kreuzesleidens ermaß sich aus dem Maß der Sünde aller Menschen, aber das Kreuz selbst legte der Vater ihm auf.

Nun steht in der 4.Station: Jesus begegnet seiner Mutter“: Noch immer leidet Christus in unserer Welt, in den Gliedern seines Leibes, in seinen Brüdern und Schwestern. Mit ihnen leidet Maria, seine und unsere Mutter.“ Leiden also Maria und diese Geschwister wie Jesus Christus, weil Gott es will, daß diese so für die Sünde der Menschen zu leiden haben um der Versöhnung der Gerechtigkeit Gottes willen?

Liest man den Text der 4.Station des Krezweges, suggeriert er doch eher, daß diese, weder Maria noch die Brüder und Schwestern leiden sollten, daß der Text so an seinen Leser appelliert, daß dieses Leiden nicht sein sollte. Nur, Jesu Leiden am Kreuze war ein von Gott gewolltes, das der Sohn Gottes gehorsam auf sich nahm. Soll das nun so auch für die Gläubigen gelten, daß auch sie so gehorchend ihr Kreuz zur Genugtuung der Gerechtigkeit Gottes zu tragen haben? Von dem Kreuz Christi wird nun eindeutig in der 9.Station: „Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz“ gesagt: „Doch er will das Werk vollebden,das der Vater ihm aufgetragen hat.“

Soll nun diese Aussage des Aufgetragenseins des Kreuzes für jedes Kreuz gelten, das ein Christ in der Nachfolge Christi zu tragen hat? Das Gebot der Nächstenliebe legte es doch näher, die Not leidender Christen abzuwenden zu helfen, als in ihrem Leid einen Beitrag zur Versöhnung mit Gottes Gerechtigkeit wahrzunehmen. Wenn aber in Predigten es heißt, in den leidenden Mitmenschen den leidenden Christus zu recognizieren, dann bedeutete das, nähme man das ernst, daß dies Leiden auch eines uns zum Heile wäre.

Der Apostelfürst Paulus schreibt in seinem Kolosserbrief: „Nun freue ich mich in den Leiden, die ich für euch leide, und erstatte an meinem Fleische, was an den Leiden Christi noch fehlt,für seinen Leib, das ist die Kirche.“ (1,24). Soll das nun für jedes Leiden gelten, das einem Christen in seinem Leben widerfährt? Oder wird es nur ein solches Ergänzungsleiden, wenn es ein Christ so als ein Ergänzungsleiden annnimmt und Gott so aufopfert?

Kein Mensch will leiden und kein Mensch soll leiden, das könnte als wohl von allen Menschen anerkannte Position zum Leiden angesehen werden. Nun sagt aber die christliche Religion über das Leiden Christi etwas völlig anderes, wie es auch wder Kreuzweg des „Gotteslobes“ ausdrückt. Verwirrend wird es nun aber, wenn von dem Leiden der Christen in ihrer Kreuzesnachfolge geschrieben wird: Leiden wir Christen dann auch so, daß Gott uns diesen Kelch des Leidens uns zu trinken aufgibt, oder ist das Leiden eher ein Appell an uns, dem leidenden Mitchristen in seiner Not zu helfen?

Diese Unklarheit läßt sich aus dem Kreuzweg des Gotteslobes nicht wegexegetisieren, denn er ist selbst in der Theologie des Kreuzes grundgelegt in der Spannung von dem, der ein Mal für unsere Sünden gestorben ist und der Kreuzesnachfolge, wenn isb in jedem Leidenden Christus als der Leidende recogniziert werden soll.Es scheint so, als wenn einmal das  Kreuz Christi allein heilgenügsam, dann, daß es ergänzungsbedürtig wäre.

Donnerstag, 19. März 2026

Erlöst durch Gottes Liebe oder durch das Leiden Christi?

 

Erlöst durch Gottes Liebe oder durch das Leiden Christi?


Mel Gibsons Jesusfilm: „Die Passion“ gehört wohl zu den meistdiskutierten und umstrittensten Jesus Filmen. Von linksliberaleren Kräften hagelte es nur so an Vorwürfen, hauptsächlich dem des Antisemitismus, Ganz offiziös wurde dieser Film gar gemaßregelt: „Eine gemeinsame Erklärung des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Karl Lehmann, des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirchen in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, und des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden, Paul Spiegel, äußert sich jedoch kritisch zum Film: „Mit dieser drastischen Darstellung verkürzt der Film die Botschaft der Bibel auf problematische Weise. Der Film birgt die Gefahr in sich, das Leben Jesu auf die letzten zwölf Stunden zu reduzieren.“ Ein weiteres Problem liege in der Darstellung der beteiligten Juden. Die Unterzeichner der gemeinsamen Erklärung bemerken die Möglichkeit einer antisemitischen Instrumentalisierung.“ 1

Einem Film über die Passion Jesu Christi den Vorwurf zu machen, er kapriziere sich auf seine Passion, zeigt das beeindruckende Niveau der damaligen Kritik.Wenn dem Film der Vorwurf des Antisemitismus gemacht werden kann, dann müßte man ihn an die vier Evangelien weiterleiten, den deren klare Tendenz, primär den Juden, bzw den damaligen Klerikern die Hauptschuld zuzuschreiben, spiegelt dieser Film einfach wider.

Aber der Vorwurf der Verkürzung ist in sich doch recht gehaltvoll, darum soll er hier erläutert werden: Die zentrale Heilsaussage der christlichen Religion lautet, daß wir durch das Kreuzleiden Christi erlöst worden sind. Aber genau diese Kernbotschaft ist seit dem Bemühen der Theologie, sich aufkärungskompatibel umzugestalten, in die Kritik geraten. Für den Aufklärungsphilosophen Kant ist die Vorstellung einer Erlösung durch ein Sühnopfer eine vernunftwidrige Absurdität.

Hedwig Courths Mahlers Roman: „Durch die Liebe erlöst“, sehr schön verfilmt,ist so faktisch zu der Alternative zur traditionellen Kreuzestheologie avanciert: Die Liebe Gottes erlöst uns. Genau genommen wird so das Kreuz Christi als sein Erlösungswerk völlig überflüssig, denn unsere Erlösung bestand und besteht eigentlich in unserer Aufklärung, daß Gott nie aufgehört habe, uns zu lieben und daß er uns immer auch lieben wird. Irgendwie kann dann noch versucht werden, das Kreuz Christi mit dieser Liebe in Einklang zu bringen, etwa, daß Jesus die Verkündigung des Liebesgottes so wichtig war, daß er auch durch Gewaltandrohungen nicht sich abhalten ließ, den Liebesgott zu verkünden, oder daß etwa Gottes Liebe darin bestünde, nicht mit Gegengewalt auf die Gewalt der Römer zu reagieren, daß Gott also eine Strategie der Gewaltdeeskalation praktiziert hätte. Gern werden Karfreitagspredigten dann noch mit Phrasen dekoriert, etwa, daß Gott uns seine Liebe im Kreuz Christi erwiesen habe, ohne daß dann irgendwie geklärt wird, was man sich dabei denn denken solle.

Dieser Passionsfilm hat nun eine klare Aussage, daß wir durch das Leiden Christi erlöst worden sind. Jesu wird versucht: „Glaubst Du, daß Du diesen Kelch wirklich auszutrinken vermagst?“ Eine klare Gerechtigkeitsidee liegt dem zugrunde, daß der Schwere der Sünde, der Sünden aller Menschen, der einstigen, der jetzigen und der zukünftigen die Schwere der Strafe entsprechen müsse, daß ein ausgewogenes Verhältnis erwirkt werden muß auf der Waage der Gerechtigkeit. Kann Jesus Christus wirklich dieses Maß an Strafe in der Gestalt seines Leidensmüssens ertragen?

Der Film zeigt uns nun in seiner kraftvollen Bildersprache, daß Jesus wirklich dieses Maß an Strafe erlitten und ausgehalten hat, sodaß wir dadurch erlöst wurden.

Wenn ein Arzt seinen Beruf auch um der Nächstenliebe willen erwählt hat, so heilt ein Chirug doch seine Patienten nicht durch seine Nächstenliebe sondern durch sein ärztliches Handeln, daß er den Patienten operiert. Die Liebe motiviert ihn dann zu dem Operieren, aber die Heilung verdankt der Patient der Operation, nicht einfach der Liebe zu ihm. So hat auch Jesu Christi Liebe zu uns ihn dazu motiviert, für uns am Kreuze zu sterben, aber sein Kreuzesleiden hat uns erlöst, nicht einfach seine Motivation.

Die Filme David Hamiltons zeichnet auch eine klare Botschaft aus: „Die Schönheit erlöst die Welt“, wie es Dostojewski in seinem Roman : „Der Idiot“ sagen läßt. Die ästhetische Qualität seiner Filme ist nun, daß es in ihnen gelingt, diesen Gehalt in eine überzeugende Bildersprache zu übersetzen. Als Photograph hat er ein Blick für schöne Bilder, sodaß seine Filme wie eine Aneinanderreihung wunderschöner Bilder erscheint.

Der Passionsfilm zeichnet sich genau durch diese Qualität der Hamiltonfilme aus: seine Bildsprache!

Manche Kritik des Passionsfilmes behandelt diesen Film, als wenn er ein Hörspiel wäre, da die Bildsprache völlig vernachläsigt wird. Aber gerade in ihr manifestiert sich die Erlösungsbotschaft dieses Filmes. Dabei mußte eben eine andere Bildsprache konzipiert werden als für einen Hedwig Courths Mahler Film: „Durch Liebe erlöst“ oder wenn man einen Film über das Dictum: „Schönheit erlöst die Welt“ schaffen wollte. M.E gelingt das den Filmen David Hamiltons.

Das Faszinierende des Passionsfilmes ist es nun, daß hier wirklich eine Bildsprache konzipiert worden ist, die genau diese Erlösungsvorstellung zum Ausdruck bringt in einzigartiger Qualität! Und genau das ist auch des Pudels Kern seiner Kritik: Man sähe lieber einen Liebesfilm, daß wir durch die Liebe erlöst im Sinne Courths Mahlers.

1Wikipedis: Mel Gibson: Die Passion.

Sonntag, 18. Januar 2026

Die Handkommunion – eine sakrilegische Praxis ?

 

Die Handkommunion – eine sakrilegische Praxis ?


Daß seit dem 2.Vaticanum die Handkommunion als die angemessene Praxis der modernisierten Liturgie angesehen wird und die Mundkommunion als vorkonziliar verurteilt wird, ist bekannt. Konfessionskundlich stellt sich die Lage so dar: Nach der evangelisch- reformierten Abendmahlslehre empfängt der Gläubige nur Brot und Wein mit dem Mund, und nur im Herzen Jesus Christus.Die Formel lautet so: Mit Brot und Wein empfängt der Gläubige Jesus Christus,der Ungläubige nichts außer Brot und Wein. Hier kann also nur die Handkommunion praktiziert werden.

Nach der evangelisch- lutherischen Lehre wird der Leib Christi und sein Blut in,unter und zwischen Brot und Wein empfangen, sodaß hier auch eine Mundkommunion möglich ist, aber wohl nur in sehr conservativen Kreisen praktiziert wird.1

Nun evoziert der Vorrang der Handkommunion in der nachkonziliaren Kirche den Verdacht, daß um der Ökumene willen die Mundkommunion zurückgedrängt wird. Stellt sich die Lage also so dar, daß nur die Mundkommunion zum katholischen Verständnis der Eucharistie paßt, daß aber trotzdem die Handkommunion jetzt propagiert wird um der Ökumene willen? Daß es zur ökomenischen Praxis gehört, daß wir Katholiken auf spezifisch Katholisches verzichten,um den Protestanten nicht zu verärgern, ist ja bekannt, wobei sich aber der Verdacht aufdrängt, daß mancher ökömenisch Engagierte froh ist, so das eigentümlich Katholische loszuwerden.

Die Eucharistie ist die Vergegenwärtigung des Kreuzaltaropfers Jesu Christi. Es ist so erstmal ein kultisches Opfer, das Gott dargebracht wird. Das Besondere ist nun, daß der Sohn Gottes sich hier selbst Gott zum Opfer darbringt und dargebracht wird von einem Priester, der dazu eigens durch seine Weihe befähigt wird.Nun sagt Jesus Christus selbst über seinen Kreuzesstod: „Denn er lehrte seine Jünger und sprach: Der Menschensohn wird überantwortet werden in die Hände der Menschen und sie werden ihn töten“. Mk 9,31.Spontan drängt sich da doch diese Analogie auf: So wie der Sohn Gottes sich hier in die Hände der Menschen begab, damit sie ihn dann kreuzigten, so gibt sich nun auch in der Eucharistie der Sohn Gottes in unsere Hände. So sehr erniedrigt sich Gottes Sohn,daß er unseren Menschenhänden sich ausliefert, um uns damit zu erhöhen.So heißt es ja ausdrücklich im Philipperhymnus, daß der Sohn Gottes sich selbst erniedrigte und gehorsam war bis zu seinem Kreuzestod. (Phil 2,5-10).

Wird die Eucharistie von dem Kreuzestod Jesu Christi her verstanden, dann entspräche seiner dortigen Selbsterniedrigung die Handkommunion: Er erniedrigt sich, indem er sich selbst in unsere Hände begibt. Der Mundkommunion entspräche dann der österlich auferstandende und im Himmel zur Rechten Gottes thronende Jesus Christus,der erhöhte. Der Erhöhte soll nicht noch einmal dadurch, daß wir ihn in unsere Hände nehmen, erniedrigt werden, denn er hat sich selbst nur einmal am Karfreitag erniedrigt. Man könnte nun für die Handkommunion einwenden, daß Christi Selbsterniedrigung zum Kreuzestod im Zentrum der Eucharistie steht und nicht seine Himmelfahrt, also seine Erhöhung!

Es ist zu befürchten, daß tatsächlich die Leidenschaft zur Selbstver-protestantisierung zur Praxis der Handkommunion führte und führt, aber es gibt doch gute theologische Argumente für diese Praxis: So sehr erniedrigt sich der Sohn Gottes, er gibt sich selbst in unsere Hand, damit wir erhöht werden.


1Ich habe es selbst mal erlebt, daß in einem lutherischen Gottesdienst die Eucharistie wahlweise sehend oder kniend mit einer kleinen Kniebank, mit der Hand oder mit dem Mund empfangen werden konnte. Das ist aber eine äußerst seltene Ausnahmepraxis.

Donnerstag, 25. Dezember 2025

Eine obskure Vorweihnachtsgeschichte – oder ein Bibeltext, der einst als evtl jugendgefährdend mißachtet und dann noch regelmäßig verkannt wurde und wird

 

Eine obskure Vorweihnachtsgeschichte – oder ein Bibeltext, der einst als evtl jugendgefährdend mißachtet und dann noch regelmäßig verkannt wurde und wird


Wer zu Weihnachten sich verpflichtet sieht, etwas auf das Papier zu bringen, steht auch vor diesem Problem, daß dazu nichts mehr gesagt werden kann, was nicht schon zigtausendmal geschrieben worden ist und selbst unter theologisch Interessierten kein Interesse mehr zu erwecken weiß.

Dies Problem verführte nun mich, zwei biblische Ereignisse mit einander ins Gespräch zu bringen, die man nur weit entfernt von einander behandelt, wenn man die alttestamentliche Skandalgeschichte überhaupt eines Blickes würdigt und nicht gleich als ungenießbar sich vom Halse schafft.


Die Skandalgeschichte steht in 1.Mose 6,1-4 und läßt sich kurz so nacherzählen: Engel Gottes verliebten sich in Menschenfrauen, heirateten und gründeten mit ihnen Familien, deren Kinder: „die Helden der Vorzeit“, hochberühmt waren. Als wenn der Autor dieses Textes die Entmyrhologisierer schon vorausgewußt hatte, daß die Engel keine Himmelswesen sonden Menschen als von Gott Beauftragte meine, schrieb er: „Gottessöhne“. (6,2) Es muß so gegen unseren ach so menschlich allzumenschliochen Mittelpunktswahn konstatiert werden, daß nicht wir Menschen, sondern die Engel Gottes vollkommendste Geschöpfe sind. Die sahen nun, „wie schön die Töchter der Menschen waren“ (6,2), sie verliebten sich in sie und heirateten sie. Kann Frauen ein schöneres Kompliment gemacht werden als dies, daß Engel den Himmel verließen, um Menschenfrauen zu ehelichen.

Als skandalös kann nun die Vorstellung empfunden werden, daß a) Engel von der Schönheit von Frauen so angetan sein können. Das verkennt aber, daß das Schönsein von allem,was schön ist, sein Abbildsein des Schönseins Gottes, der Idee des Schönen ist, daß b) Engel Menschen lieben können. Das verkennt, daß ein Nichtliebenkönnen ein Mangel wäre, und wenn schon Gott Menschen lieben kann, dann auch seine Engel, daß c) Engel keine Kinder mit Menschen hervorbringen können. Wenn Gott der Vater Jesu sein konnte, warum sollen dann Engel die Fähigkeit zu einer Vaterschaft nicht besitzen, partizipieren sie doch an der Macht Gottes weit mehr als wir Menschen und wir können ja Nachwüchse hervorbringen.

Die hochberühmten Helden darf man sich nicht nur als außergewöhnlich kriegerische vorstellen, sondern im DDR Sprachgebrauch hätte man sie wohl als „allseits entwickelte Persönlichkeiten“ betitelt.

Ontologisch gefaßt heißt das, daß dies Mischwesen sind, weniger mächtig als die Engel und mächtiger als wir Menschen.

Nun könnte einem aufmerksamen Leser eine gewisse Analogie zur Geburt Jesu Christi auffallen: Der Vater ist nun kein Engel, sondern Gott und die Mutter, Maria, von ihr heißt es, sie sei „die schönste aller Frauen“ (im Marienlied: Sag an,wer ist doch diese) und ihr gemeinsames Kind: der Gottmensch Jesus1. Daß Jesus wirklich wahrer Gott und wahrer Mensch ist, das ist nur erklärbar aus dem Faktum, daß er Gott zum Vater und Maria zu seiner Mutter hatte. Alle vier Evangelien sind eindeutig durch die Intention geprägt, aufzuweisen, daß hier mehr als ein Mensch ist, daß er wahrhaftig übermenschlich ist, ja er steht auch ontologisch über den Engel, wie es der Hebräerbrief ausdrücklich lehrt. (1,5- 14).

Dürfte man so etwa die hochberühmten Helden dieser alttestamentlichen Geschichte als eine Art von Vorabbildung des Gottmenschen Jesus Christus ansehen? Und darf man umgekehrt nun sagen: Weil Gott mit Maria den Sohn Gottes hervorbringen konnte, darum konnten Göttersöhne, Engel auch mit Frauen Heldenkinder hervorbringen? Und auch wenn Femistin das nicht gerne hören, dürfte man dann auch erwähnen, daß die Schönheit der Menschenfrauen dabei auch eine Rolle gespielt hat? In allem Schönen spiegelt sich ja das Schönsein Gottes wieder und darum ist die Mutter Gottes auch die schönste aller Frauen.


1Mir liegt das Schreiben von frommen Texzen nicht, dazu bin ich zu intellektualistisch ausgerichtet, so empfehle ich statt meiner Texte: Maria Valtorta: "Der Gottmensch".Nie wirde Schöneres und so Frommes über Jesus Christus geschrieben als in diesem großen Werk! 

Donnerstag, 18. Dezember 2025

Eine kleine Typologie: Irgendwie hat uns Jesus doch erlöst oder wie man der Wahrheit aus dem Wege gehen kann.

 

Eine kleine Typologie: Irgendwie hat uns Jesus doch erlöst oder wie man der Wahrheit aus dem Wege gehen kann.



Die erste Version:

Jesus hat uns darüber aufgeklärt, daß Gott jeden Menschen liebe und daß so er uns zur universalistischen Humanität aufrufe. Die Kirche habe das zu verkündigen und zu leben. Die Praxis der Kirche ist dieser Humanismus.



Die zweite Version:

Jesus habe uns in Wort und Tat vorbildlich gezeigt, wie jeder Mensch zu leben habe. An ihm als das Vorbild habe man zu glauben. Jeder könne ihn aber nun imitieren, denn er lebte nur Menschenmögliches vor.



Die dritte Version:

In Jesus begegne uns die Liebe Gottes. Er erweist sich als der Sohn, indem durch ihn diese Liebe erfahren wird. Christsein heißt dann, daß durch uns Christen diese Liebeserfahrung vermittelt wird. Unerlöst ist der Mensch, solange ihm diese Erfahrung fehlt.Aber schon in der Liebe der Mutter zu ihrem Kinde, in der ehelichen Liebe und und würde diese Liebe niedergradig erfahren.Die Erfahrung des Geliebtwerdens fungiert dabei als der Ermöglichungsgrund der Selbstbejahung des Menschen, der so auch zu jedem Mitmenschen Ja sagen kann. Diese Liebe gälte aber jedem Menschen und jeder, der sich bejaht, praktiziere diese Liebe schon, wenn er nur seine Mitmenschen auch so bejahe.



Für diese 3 Versionen reicht Jesus als Mensch aus, sein Gottsein ist sozusagen ein mythologisch - dogmatischer Überbau, auf den man gut verzichten kann.



Die vierte Version:

Jesus sei der Gründer der christlichen Religion, Es gibt viele Religionen, die alle gleich wahr seien, denn alle führten zu dem einen Gott. (Papst Franziskus). Niemand dürfe die eigene Religion zur einzig wahren erklären um des Friedens der Religionen untereinander. Wenn nun alle Religionen durch Menschen gegründet wären,nur die christliche durch den Sohn Gottes, dann könnte aber die Gleichwahrheit aller Religionen nicht ausgesagt werden. Deshalb sind entweder alle als durch Menschen gestiftete anzusehen oder alle als Offenbarungsprodukte von Avataren des einen Gottes.



Jesus als Wundertäter, als Exorzist, als Lehrer der Wahrheit, als der Sohn der Jungfrau Mariae ist für alle vier Versionen Mythologie. Den Kreuztod Jesu gar als das Sühnopfer zu glauben,sei für den modernen Menschen seit der Aufklärung unzumutbar. Fast alles, was er gelehrt hat,sei zeitgeschichtlich bedingt und für uns Heutige irrelevant. Seine Reich Gottes Verkündigung sei so zu einer humanistischen Perspektive gelingenden Lebens umzuformen.(In den Zeiten der Dekadenz paßt ja auch die Verheißung des ewigen Lebens nicht,man will doch nicht wirklich ewig leben.)

Eigentlich sei ganz auf ihn verzichtbar, denn es reiche doch der Glaube an die Menschenwürde als dem Fundament der Humanität aus.

Das Axiom all dieser Versionen ist, daß der Mensch gar keiner Erlösung bedürfe, denn der Mensch sei selbst hinreichend zur Erkenntnis des Guten und zum Tuen des Guten befähigt. Der Sohn Gottes kam in eine lichterfüllte Welt und die Welt ignorierte sein Licht, da es gar nicht scheinen konnte in der Helligkeit der Welt. 

Ein Supplement

Wie das Brot in einer Bäckerei gebacken, in einem Lebensmittelgeschäft ausgelegt,erst sättgt, wenn es gegessen wird, so gilt auch: Das am Kreuze gewirkte Heil, das dann in und von der Kirche vermittelt im Glauben angenommen ist, wirkt das Heil.Die erste Schwunfstufe ist nun, daß das Heil schon für alle am Kreuze gewirkt sei und daß der Glaube so nicht das Heil sich aneignet sondern es nur in seiner Objektivität erkannt, anerkennt und bekennt. Die zweite Schwunstufe ist die, daß Gott einfach als jeden Menschen liebend geglaubt wird, sodaß Jesu Aufgabe nur noch die der Aufklärung ist.  Es gibt so kein Heilswerk und Erlösungswerk Jesu Christi.

Dienstag, 25. November 2025

Ein paar kritische Anmerkungen zum heutigen „Christkönigsfest“ Oder regiert er nicht (mehr)?

 

Ein paar kritische Anmerkungen zum heutigen „Christkönigsfest


Im Jahre 1925 beging die Kirche zum ersten Male dieses Fest. Es bedarf nun keiner tiefschürfenden Exegesen dieses Festes, um einen Zusammenhang mit dem Sturz der christlichen Monarchien Österreichs, Rußlands und Deutschlands und diesem Christkönigsfest zu erkennen. Seit Kaiser Konstantin zeichnete sich die sog.“Konstantinische Epoche“ durch das Bündnis des Altares mit dem Thron aus, das heißt der Kirche mit den regierenden Monarchen. Die 2-Schwerterlehre bestimmte dabei aus der theologischen Perspektive das Verhältnis der Kirche zum Staat und das hieß für diese Epoche zu den monarchisch Regierenden. Der monarchischen Regierung Gottes im und vom Himmel herab korrelierte das Doppelregiment der Kirche und des Staates, die gemeinsam dann das Staatsvolk und das Kirchenvolk regierten.

Daß als nun die Konstantinische Epoche mit dem 1.Weltkrieg zu Ende ging,wobei den Anfang dieses Endes die Reformation markierte mit dem aus ihr entspringenden innerchristlichen Religionskriegen des 17.Jhrhundertes, der Papst das Christkönigsfest einsetzte ist eben auch eine kirchliche Reaktion darauf: Wenn uns nun auch die weltlichen Monarchien verloren gegangen sind, die wahre Monarchie, die Jesu Christi ist uns erhalten geblieben.Wenn dann aber zu diesem Fest erklärt wird, in mancher Predigt hörte ich das so, daß dies Fest die Christen zum Kampfe gegen den Diktator Hitler aufgerufen habe und jetzt gegen alle totalitären Staaten zugunsten der Demokratie, der besten aller denkbaren Regierungsformen, dann ist das ein rabiater Mißbrauch dieses Festes!

Auf der Internetseite der „Tagespost“ konnte man dann am 23.11. 2025 zu diesem Fest Akzeptableres lesen: Dieses Reich ist anders. Hundert Jahre Christkönigsfest: Der Hildesheimer Bischof erinnert daran, dass die wahre Königsherrschaft Christi dort wächst, wo Liebe und Gerechtigkeit die Schwächsten erreichen.“Nehmen wir das aber nun ernst, müssen uns Bedenken kommen: Heißt das etwa, daß Jesus Christus jetzt noch gar nicht die Welt regiere als Pantokrator, sondern daß er nur dort wirksam sei, wo die Liebe und die Gerechtigkeit zu den Armen sich ereigne? Wenn man sich dann realistisch hinschauend frägt, an wie vielen Orten auf der Welt sich denn diese Liebe und Gerechtigkeit ereigne, dann löst sich Christi Königsherrschaft wohl in eine recht punktuell sich nur ereignende Herrschaft auf. Und nun nehmen wir diese Bischofsaussage genauer als sie dieser Bischof gemeint haben wird: Wenn Menschen Gerechtigkeit erfahren, ein Unschuldiger von einem Richter freigesprochen wird oder eine Mutter ihre Kinder liebt, ereignet sich da nicht die Königsherrschaft Christi, wenn der Freigesprochene wohlhabend und die Mutter reich ist?

Wird hierbei nicht faktisch das Regieren Jesu Christi mißverstanden, als wenn er nur da regierte, wo Menschen in seinem Sinne handelten und wenn dann noch sein Handeln auf ein Liebe- und Gerechtigkeiterweisen reduziert wird! Wenn aber Jesus als der Christus gelehrt und verkündigt wird, ereignet sich dann dar nicht seine Königsherrschaft, war seine Hauptaufgabe auf Erden doch seine Lehrtätigkeit! Aber der dreieinige Gott regiert die ganze Welt und deswegen auch der Sohn Gottes und er regiert sie jetzt und wird nicht erst nach der Wiederkunft Jesu Christi zum Endgericht der uns regierende König werden. Zu den größten theologischen Problemen gehört nun die Frage, wie diese zwei wahren Aussagen zugleich wahr sein können: daß der dreieinige Gott die Welt regiert und daß der Mensch frei , ein kontingent etwas wollendes und tuendes Subjekt ist.

Inakzeptabel ist nun, daß um der Freiheit des Menschen willen, Gottes Regieren auf ein bloßes Zuschauen reduziert wird, wobei er dann nur ab und zu mal interveniert, wenn etwa bei uns Armen die „Tafel“ die Armenspeisungen austeilt, er sonst aber nur zuschaut!

Besonders ärgerlich ist es aber, wenn Jesu Dornenkrone, die ihm römische Soldaten zu seiner Verspottung aufgesetzt hatten als seine wahre Krone gepredigt wird. Zu seine tiefste Erniedrigung gehört diese Verhöhnungskrone, seine wahre Krone gab Gott, sein Vater ihm aber nach dem er seinen Platz zu seiner Rechten eingenommen hatte. Jetzt ist er inthronisiert worden zum Pantokrator. Dem korreliert die Tiara des Papstes, daß er so an der Königsherschaft Christi partizipiert! Daß nun die Päpste auf die Tiara verzichten, zeigt leider, daß man nicht mehr an die Königsherrschaft Christi glaubt, sondern unter ihr nur noch einen moralischen Anspruch versteht: „Liebet Euch doch untereinander und schaffet eine gerechtere Welt!“ Nur wo wir Menschen das in die Tat umsetzten, würde dann Jesus Christus wirklich regieren, sonst eben nicht! 

Zusatz:

DerTheologe Karl Heinz Menke konzipiert Gottes Regieren der Welt so, daß Gott nur das Gute wirken will, wenn wir gut wirken wollen,wobei die Bedeutung des Wollens oszilliert zwischen der Bedeutung, er sei unvermögend und er wolle nur so das Gute wirken. Vgl: "Handelt Gott,wenn ich bete?" Damit reduzierte Gott sein Regieren auf den Bereich, in dem wir gemäß Gottes Willen wollen.

Freitag, 31. Oktober 2025

Das Gespräch,das zwischen Sohn und Vater nicht stattfand, da der Sohn Gottes die Erklärung : “Nostra aetate“ über das Verhältnis der Kirche zu den anderen Religionen nicht gekannt hatte:

Das Gespräch,das zwischen Sohn und Vater nicht stattfand, da der Sohn Gottes die Erklärung : “Nostra aetate“ über das Verhältnis der Kirche zu den anderen Religionen nicht gekannt hatte:



Nur auf dieser Internetseite kann der interessierte Leser erfahren, was der Sohn Gottes zu seinem göttlichen Vater gesagt hätte, hätte er im Voraus schon diese Konzilserklärung gekannt:

Heiliger Vater, muß das wirklich sein, daß ich ein Mensch werde, um dann, nachdem ich mich bemüht haben werde, einen von mir zusammengesuchten Schülerkreis in die Wahrheiten Gottes einzuführen, mich für die Sünden der Menschen kreuzigen zu lassen und dann am dritten Tage von den Toten auferstanden die Gründung der Katholischen Kirche in Angriff zu nehmen?“

Er führt fort: „Du weißst, wie viele Religionen es insgeamt auf der Erde gibt, es gibt genaugenommen kein Fleckchen Erde, ohne daß da nicht irgendwie ein oder viele Götter verehrt werden. Jede dieser Religionen ist auf Dich, als den einzig wahren Gott ausgerichtet, auch wenn das vielen nicht bewußt ist, denn Du läßt Dich mit vielen, ganz vielen verschiedenen Namen anrufen und doch kommt jeder dieser Anrufung bei Dir an! Warum soll ich da noch eine weitere ins Leben rufen?

(Um diesen Einwand uns heutigen verstehbar zu machen: Wenn in einem Verbrauchermarkt Pepsi-Cola, Coca-Cola, Sinalco Cola und die Surf-Cola angeboten werden, wozu soll dann noch die Afri-Cola ins Regal ausgelegt werden? Alles sind Cola-Limonadengetränke gleichen Geschmackes, nur halt trägt jede einen anderen Namen! Also: Alles sind Wege, die zu dem einen Gott führen, nur daß sie jeder einen anderen Namen tragen.)

In der Zeit, da ich unter den Juden Mensch werden und dann noch gar in einem Staale das Licht der Welt erblicken soll, da existierte doch schon für alle Menschen ein gut gehbarer weiter Weg zu Dir. Den Juden reichte zum Heile Mose und die Propheten, die bräuchten mich also nicht, wie es der jüdisch-christliche Dialog im 20.Jahrhundert lehren wird.Für die Heiden, die keine Juden werden wollten, existierte auch schon ein gut und leicht gangbare Weg: Sie bräsuchten sich nur von ihrem Polytheismus ab- und dem Monotheismus zuwenden, und sich bemühen, dann anständig zu leben, und so kämen sie dann auch gut bei Dir an! Also wäre auch für alle Heiden die von mir neu zu stiftende Kirche überflüssig.

Aber selbst wenn die Heiden in ihrem Polytheismus verharren würden, schadete das auch nichts, die hinduistische Religion schätzt Du ja sehr und somit alle polytheistischen.---- Sollte ich also nur Mensch werden für das Heil der Atheisten, die es nach Deiner Allwissenheit in ferner Zukunft vielzahlig geben wird? Aber eigens für die hast Du doch einen Sonderweg konstruiert, daß die nur ihrem Gewissen zu folgen bräuchten, und dann kämen sie auch bei Dir gut an!

Sicherlich gilt für jeden dieser Wege, die alle zum Heile, zu Dir führen, daß sie nur erfolgreich beschritten werden können, wenn Du die auf diesen Wegen Schreitenden mit Deiner Gnade zur Hilfe kommst, aber diesbzüglich gilt doch Deine Zusage: Wenn der Mensch nur das vollbringt, was ihm von seinem natürlichem Vermögen möglich ist, wirst Du das dann noch Fehlende zur Erreichung des Zieles gnädig ergänzen.

Nun werden einige, ja viele meiner Schüler die Bedeutung des Kreuzes völlig mißverstehen, als wenn dies Geschehen heilsnotwendig wäre und somit auch der Glaube an mich. Fast 2000 Jahre wird diese Irrmeinung von der von mir gegründeten Kirche gelehrt werden und das obzwar Du als Vater aller Menschen alle Menschen, jeden liebst, sodaß so ein Sühnopfer völlig sinnlos ist, aber selbst nach dem 2.Vaticanum werden Conservative daran festhalten. Wäre es da nicht besser, diese Kirche erst gar nicht zu gründen als daß sie fast 2000 Jahre lang ihre Mitmenschen mit ihren Irrlehren malträitieren wird! Besonders greußlich ist mir dabei die von Paulus und dann von Augustin erfunden werdende sog. „Erbsündenlehre“, die so ganz der Würde der von Dir erschaffenen und geliebten Menschen widerstreitet.

Aber zurück zum Eigentlichen: Muß nicht ein so großes Überangebot von Religionen zu Konflickten untereinander führen, daß sich gar einige als die allein wahre behaupten, um die anderen zu bekämpfen, gar um ihnen Mitglieder abspenstig zu machen durch einen von ihnen erfunden werdenden Missionsauftrag? Wie lange werden meine nicht sehr folgsamen Schüler dank der Erfindung der historisch-kritischen Methode erkennen, daß dieser angebliche Missionsauftrag eine pure Erfindung sog nachösterlicher Gemeinden ist!

Also, Heiliger Vater, können wir nicht auf das ganze Unternehmen meiner Menschwerdung vollständig verzichten, reichen die jetzt schon so reichlich vorhandenden Religionen doch für das Heil aller Menschen völlig aus und wenn gar Atheisten, folgen sie bloß ihrem Gewissen auch das Heil erlangen können!“



Es muß aber der Kirche zugute gehalten haben, daß sie aus der Erklärung: „Nostra aetate“ die logische Konsequenz gesogen hat, daß sie jede Art von Mission eingestellt und durch eine zeit(geist)gemäße Form der Diakonie als eine kirchliche Entwickelungshilfe substituiert hat, ergänzt durch ein Engagement für die universalistische Durchsetzung der Menschenrechtsideologie. Die Menschenrechtsideologie hat dabei vollständig die Evangeliumsverkündigung ersetzt.

Corollarium

Hinter der Erklärung: "Notra aetate" verbirgt sich das prinzipielle Problem des Widerstreites  zwischen dem universalistischen Heilswillen Gottes und der Partikularität der Kirche: Wenn es für jeden Menschen eine Heilsmöglichkeit geben soll, muß diese unabhängig von der Kirche gedacht werden und damit wird die Kirche selbst nicht mehr als heilsnotwendig gedacht und konsequenterweise auch Jesus Christus, da auch er nicht immer zu allen Zeiten für jeden Menschen erreichbar war. Also wird ein allgemeiner, allen Menschen stets zugänglicher Heilsweg konstruiert,etwa der, daß zu allen Zeiten es immer Religionen gab,durch die das Heil erreichbar war und ist,sodaß faktisch die christliche überflüssig wird. Den Anfang dieser Entwickelung erbrachte der Dialog mit der Synagoge,die darauf insistierte, daß die Kirche anzuerkennen habe,daß für jeden Juden die Annahme der christlichen Religion nicht heilsnotwendig sei.Diese Position setzte sich nun durch,da insinuiert wurde, daß die Kirche,die christliche Religion irgendwie eine Mitschuld am Antisemismus und somit an Auschwitz trage, sodaß nun sie auf jede Art von Judenmission zu verzichten habe, da auch eine Judenmission die Integrität eines Juden verletze wie jeder Antisemitismus.  

 



 

Dienstag, 21. Oktober 2025

Wenn eine Aussage des Neuen Testamentes theologisch nicht akzeptabel ist!

 

Wenn eine Aussage des Neuen Testamentes theologisch nicht akzeptabel ist!



Man könnte sich die Lage der Theologie und Kirche ja so zurechtlegen: Bis zum 2.Vaticanum galt die hl.Schrift und die Tradition und das Lehramt als die drei normativen Quellen der Orthodoxie und Orthopraxie der Katholischen Kirche, dann begann aber der Sündenfall, als die Kirchentore weit geöffnet wurde für den hineinbrausenden Zeitgeist, der nun nicht nur alles in der Kirche durcheinanderwirbelt, sondern selbst zu der obersten Norm innerhalb der Kirche avanciert ist.Vor dem ordnete sich die Theologie der hl.Schrift und der Tradition unter.

Diese Vorstellung soll nun einmal überprüft werden. Im 1.Petrusbrief, der der Tradition nach von dem 1.Papst verfaßt wurde, steht geschrieben: „Denn auch Toten ist das Evangelium dazu verkündigt worden,daß sie wie Menschen gerichtet werden im Fleische, aber wie Gott das Leben haben im Geiste.“ (4,6). Den Menschen im Fleische werden hier die Toten gegenübergestellt. Das bestimmt den Unterschied zwischen den auf der Erde lebenden Menschen und den Verstorbenen in der Unterwelt.Es wird die Universalität des Gerichtes Gottes hier gelehrt, daß die Verstorbenen nicht dem Gericht Gottes entgehen, da sie schon verstorben sind. (Im Hintergrund könnte eine Naherwartung des kommenden Endgerichtes stehen, daß dies Gericht nur die dann Lebenden beträfe.) Den Toten wird nun in der Unterwelt, im Hades das Evangelium gepredigt. Das impliziert, daß die Toten in der Unterwelt hörfähig sind und gar in der Lage, das gehörte Evangelium im Glauben anzunehmen oder auch nicht.Das ist eine Vorstellung, die mit den Aussagen des Alten Testamentes wie mit der griechischen Vorstellung vom Hades kompatibel ist. Daß der Tod die schlichte Nichtung des Lebens sei,lehrte zwar der Philosoph Epikur, aber erst in der heutigen Zeit findet er damit viele Anhänger.

Aber wann und wie ist denn nun den Toten in der Unterwelt das Evangelium gepredigt worden? Darüber belehrt uns ebenso der 1.Petrusbrief: Jesus ist auch zu den Geistern gegangen,die im Gefängnis waren, und hat ihnen gepredigt.Diese waren einst ungehorsam, als Gott in den Tagen Noachs geduldig wartete,während die Arche gebaut wurde;in ihr wurden nur wenige,nämlich acht Menschen,durch die Taufe gerettet.“ (3,19f) Wird dieser Aussagenkomplex anthropologisch durchdacht, setzt das eine dualistische Antroplogie voraus, daß der Leib des Menschen in seinem Grabe liegt und seine Seele in der Unterwelt weiterexistiert.Da Jesus Christus wirklich und nicht nur zum Scheine am Kreuze gestorben ist, ist auch er als Seele in die Unterwelt versetzt worden.Hier predigte er den Seelen das Evangelium, damit auch sie gerettet werden, wenn sie die Predigt gläubig annehmen.Er predigt gar den einst Ungehorsamen, die deswegen als Geister in der Unterwelt gefangen waren, damit es selbst für diese noch eine Rettunsmöglichkeit gibt. Damit erteilt der erste Petrusbrief eine tiefgründige Antwort auf die Anfrage,ob denn dieser Jesus wirklich der Erlöser aller Menschen sei oder nur der zu seiner Zeit und der danach Lebenden oder ob vielleicht das Gericht Gottes nur den jetzt Lebenden und denen droht, die noch bevor Jesus Christus wiederkommen wird, gälte. Nein,Jesus Christus wird wiederkommen in seiner Herrlichkeit,um alle Menschen zu richten, die bis dahin Verstorbenen wie auch die dann Lebenden.

Dieser Aussagenkomplex gehört nicht zu den einfachsten der Bibel, aber ihr Gehalt läßt sich rekonstruieren, wenn man eine dualistische Anthropologie voraussetzt und ein angemessenes Verständnis vom Totsein, als einem Weiterexistieren der unsterblichen Seele in der Unterwelt, wobei das Totsein dann das endgültige Getrenntsein der Seele von Gott bedeutet. Aber Jesus wendet sich nun in seinem Totsein diesen von Gott Abgetrennten zu, damit sie aus ihrem Getrenntsein von Gott erlöst werden.

Was lehrt nun aber der jetzt gültige Katechismus zu dieser Causa? Er lehrt:“Die Seelen der Gerechten,die in Abrahms Schoß den Heiland erwarteten,hat Christus bei seinem Abstieg in die Hölle befreit“ Catech R,1,6,3).Jesus ist nicht in die Unterwelt hinabgestiegen, um die Verdammten daraus zu befreien, und auch nicht,um die Hölle,den Ort der Verdammten ,aufzuheben, sondern um die Gerechten zu befreien,die vor ihm gelebt hatten.“ (Katechismus Nr.633.) Die Seelen,denen Jesus das Evangelium in der Unterwelt gepredigt hatte,können nun aber unmöglich Gerechte gewesen sein,denn die Gerechten, es waren 8 Menschen, wurden in der Arche gerettet,die vielen anderen aber als Ungehorsame qualifiziert, sie waren also Ungerechte! Die Gerechten in Abrahms Schoß können nun auch unmöglich die gefangenen Seelen in der Unterwelt sein. Mose wie auch der Prophet Elia konnten Jesus auf dem Berge der Verklärung erscheinen, weil sie nicht in einem Unterweltsgefängnis eingesperrt waren und auch der schon verstorbene Prophet Samuel konnte dem König Saul erscheinen,und ihm sein Schicksal offenbaren, da auch er kein Gefangener in der Unterwelt war!

Nur die Sünder, die Ungerechten waren in diesem Unterweltsgefängnis und diesen predigte Jesus das Evangelium!

Nr 635 widerspricht nun aber dem in 634 Ausgesagtem: „Christus ist somit in die Tiefe des Todes hinabgestiegen;damit >die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören...und alle, die sie hören,....leben.<“ Dies erweckt doch den Eindruck,daß Jesus nicht hinabgestiegen ist,um die Gerechten in der Unterwelt zu befreien,sondern gerade die Sünder. Aber das verwirft nun die Nr 633.

In Ludwig Otts: „Grundriss der Dogmatik“ steht im Dritten Kapitel § 12:“Die Höllenfahrt Christi“. „Nach dem Tode stieg Christus mit der vom Leib getrennten Seele in die Unterwelt hinab.“ 1 Dort heißt es dann: „Der Zweck der Höllenfahrt war nach allgemeiner Lehre der Theologen,die Gerechten in der Vorhölle zu befreien durch Zuwendung der Früchte der Erlösung.d.h.durch Mitteilung der beseligenden Gottanschauung.“ 2 Erstens vermittelt die Verkündigung nicht selbst diese Gottesschau und Jesus predigt nun gerade nicht Gerechten sondern Ungehorsamen!

Wenn Ott mit seiner Behauptung recht hat, dann irrte in diesem Punkte die allgemeine Lehre der Theologen,und im jetzigen Katechismus wird in Nr.633 dieser allgemeinen Theologenlehre zugestimmt, um dann in Nr. 634 und 635 dem zu widersprechen! Der Katechismus will somit dem 1.Petrusbrief und der Lehre der Theologen zugleich recht geben und das geht nicht ineins!

Ähnlich große Probleme bereitet der Theologie die klare Aussage des 1.Korintherbriefes Pauli:“Wie kämen sonst einige dazu,sich für die Toten taufen zu lassen.“ (15,29). Für den Apostelfürsten Paulus ist es eine erlaubte und gültige Praxis,sich zugunsten von schon Verstorbenen taufen zu lassen.Der jetzige Katechismus erwähnt diese so bedeutsame Stelle für die Lehre vom Taufsakrament einfach nicht,weil sie nicht zur jetzigen Tauflehre paßt!



1Ott, Grundriss der Dogmatik,11.Auflage 2005, S.281.

2A.a.O. S.283.

Mittwoch, 1. Oktober 2025

Confusionen über eine „Handlungsohnmacht“ Jesu Christi, über die Willens- und die Handlungsfreiheit des Menschen 1.Teil

 

Confusionen über eine „Handlungsohnmacht1 Jesu Christi, über die Willens- und die Handlungsfreiheit des Menschen 1.Teil



In dem Artikel: „Was ist Freiheit?“ steht tatsächlich dieser Satz: „Als unser Herr Jesus Christus am Kreuz hing,war dies eine Situation äußerster Handlungsohnmacht und Freiheitsberaubung.“2 Wie kann von dem Sohn Gottes, der nicht nur wahrer Mensch sondern auch wahrer Gott ist, ausgesagt werden, daß er am Kreuze hängend eine äußerste Handlungsohnmacht erlitt? Ob seiner Göttlichkeit ist er denlnotwendig als allmächtig zu denken,sodaß von ihm niemals eine Handlungsohnmacht prädiziert werden kann. Wenn er als Allmächtiger vom Kreuze unverletzt hätte hinabsteigen wollen, wäre ihm das selbstverständlich möglich gewesen. Diese Aussage könnte also nur wahr sein, wenn entweder behauptet würde, Jesus sei nicht der Sohn Gottes oder daß er, indem er Mensch wurde, es aufgegeben hätte, wahrer Gott zu sein. Wenn der göttliche Logos sich so erniedrigt gehabt hätte, daß er aufgehört hätte, der Sohn Gottes zu sein, dürfte aber im Johannesevangelium es nicht heißen: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlickeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater,voll Gnade undWahrheit.“ (1,14) Das impliziert denknotwendig, daß der Sohn Gottes nicht aufgehört hat, der Sohn Gottes zu sein, als er ein Mensch wurde, denn dann hätte niemand in dem Menschen Jesus die Herrlichkeit des Sohnes erkennen können.

Wenn nun aber konzediert würde, daß der Sohn Gottes doch sein Gottsein aufgegeben hätte, um nur noch ein Mensch zu sein, obschon alle vier Evangelien gerade betonen, daß dieser Jesus von Nazareth ein übernatürliches Wesen war, dann würde immer noch gelten, was dieser Jesus selbst gesagt hatte, als ihn Schüler von ihm mit dem Schwert vor einer Gefangennahme schützen wollten: „Oder glaubst du nicht,mein Vater würde mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel schicken, wenn ich ihn darum bitte?“ (Mt 26,53). Keine weltliche Macht könnte Jesus wider diese Engelheermacht in Haft nehmen und dann gar kreuzigen! Jesus hätte seinen Vater nur bitten brauchen, selbst als er schon am Kreuze hing, und diese Engel hätten ihn ob ihrer unüberwindbaren Macht gerettet. Der Philipperhymnus gibt uns nun aber eine eindeutige Antwort auf die sich nun aufdrängende Frage, warum denn Jesus seinen Vater nicht um Engel zur Hilfe gebeten hatte: Rettet mich!Denn es heißt da: „Er erniedigte sich und war gehorsam bis zum Tode, bis zum Tode am Kreuze.“ (Phil, 2,8)

Jesus gehorchte seinem Vater und da der den Kreuzestod seines Sohnes wollte, gehorchte ihm sein Sohn. Von einem Gehorchen kann aber nur die Rede sein, wenn der Gehorchende auch die Möglichkeit hatte, nicht zu gehorchen. Und damit stehen wir schon im Zentrum dieses Artikels: „Was ist Freiheit?“ Denn die Freiheit, entweder das Kreuz auf sich nehmen zu wollen oder es nicht auf sich nehmen zu wollen, ist die Willensfreiheit Jesu, die sein „Ja“ zum Kreuz erst zu einem Gehorsamsakt machen ließ. Er verfügte auch über die Handlungsfreiheit, sich als Sohn Gottes der Kreuzigung zu entziehen, selbst am Kreuze hängend hätte er noch unversehrt von ihm hinabsteigen können, hätte er es nur gewollt- das ist seine völlige Handlungsfreiheit. Und erst dadurch wird sein Erleiden ein Gehorsamsakt Gott gegenüber.

Ein Extrembeispiel möge dies veranschaulichen: Wenn ein Mann mit einem gezückten Dolch vor einer Frau stehend sagt: „Ziehe Dich aus oder ich ersteche Dich!“, dann gehorcht diese Frau dem Vergewaltiger, um nicht umgebracht zu werden. Selbst in dieser Extremsituation ist sie noch frei, der Drohung zu gehorchen oder sich ihr zu widersetzen. Wenn der Vergewaltiger ihr aber K.O. Tropfen eingegeben hat, wird sie ohnmächtig und der Mann vergewaltigt sie, aber da kann nicht mehr von einem Gehorchen die Rede sein, da sie die K.O. Tropfen ihres freien Willens beraubt haben. Der freie Wille ist also das Vermögen, zwischen verschiedenen Optionen eine zu erwählen und die Handlungsfreiheit ist das Vermögen, etwas Gewolltes realisieren zu können. So verfügte Jesus Christus hier über die Willensfreiheit, das Kreuz anzunehmen oder nicht anzunehmen und über die Handlungsfreiheit, das Kreuz zu erdulden oder von ihm herabzusteigen, um nicht an ihm zu sterben.

Die Behauptung, Jesus Christus hätte hier eine äußerste Handlungsohnmacht erlitten, ist so als völlig abwegig zu beurteilen. Sie erfreut sich aber bei allen großer Beliebtheit, die behaupten, daß Jesu Kreuzestod keinerlei Heilsbedeutung habe, sondern daß eben böse Menschen den guten Menschen Jesus getötet hätten, weil er gut war und Gott habe ihn dann auferweckt, um zu zeigen, daß er zu diesem Jesus stand.Völlig unklar muß aber bei dieser Deutung bleiben, warum den Gott es zugelassen hatte,daß sein Sohn so qualvoll starb,obschon Gott ihn als Allmächtiger vor diesem Tode hätte bewahren können!

Nach diesem Fauxpas lassen die weiteren Ausführungen zum Thema: „Was ist Freiheit?“ Schlimmes befürchten. Dazu mehr im 2.Teil:Confusionen über eine „Handlungsohnmacht“3 Jesu Christi, über die Willens- und die Handlungsfreiheit des Menschen.



1P.Engelbert Recktenwald, Was ist Freiheit, in: Informationsblatt der Priesterbruderschaft St.Petrus, 10/2025, S.12.

2A.a.O. S.12.

3P.Engelbert Recktenwald, Was ist Freiheit, in: Informationsblatt der Priesterbruderschaft St.Petrus, 10/2025, S.12.

Freitag, 19. September 2025

Irritationen: Eine populäre Klagelitanei: Die Jugend (und viele andere) verbrächten zu viel Zeit im Internet - oder das vergessene Abendland

 

Eine populäre Klagelitanei: Die Jugend (und viele andere) verbrächten zu viel Zeit im Internet - oder das vergessene Abendland


Statt sich dem wirklichen Leben zu stellen,lebte die Jugend zu viel in Kunst-welten, sie sollten doch lieber Osterspazieränge unternehmen, wie es schon Goethes „Faust“ tat. Wäre es nicht erstrebenswert, die Kinder und Jugend-lichen vor dieser Medienwelt zu schützen!

Aber man könnte nun angesichts dieses Klageliedes auch auf einen ganz anderen Gedanken kommen: Gehört nicht zu den Kontitutiva des Abendlandes, daß diese Kultur eine des Buches ist? Die christliche Religion ist eine Buchreligion, die aus einem heiligen Text und einem Meer von Sekundärliteratur besteht, die diesem heiligen Text subordiniert sind als Hilfsmittel zum Verstehen des Primärtextes.(Selbst die Natur konnte dabei als ein Text gedeutet werden, der nur schwerlich eindeutig lesbar war, sodaß das Eigentliche und Wahre in und nur in dem heiligen Text, der Bibel, dem Buch auffindbar sei. Ein Gebildeter war also ein Schriftgelehrter und so trat auch Jesus Christus auf, gerade in seinen Kontroversen mit den Gesetzeslehrern seiner Zeit.

Wer abendländisch kultiviert forschte, was denn die Welt im Innersten zusammenhält und was das in ihr alles ist,der las diesen Basistext und die dazugehörge Sekundärliteratur.Das Bildungsideal der Aufklärung brach nicht mit diesem Buchglauben, nur wurde hier nun die gute Literatur an die Stelle des einen heiligen Textes gesetzt.Die Musik und die Malerei wurden zwar auch geschätzt, aber der Primat wurde dem geschriebenen Wort zugesprochen als eine Folge der christlichen Buchreligion. Selbst der Antipode, der Marxismus in seiner russischen bolschewistischen Praxis blieb diesem Primat verhaftet, denn nun galt als „gebildet“ nur der, der die marxistischen Klassiker gelesen hatte:Marx, Engels und Lenin. Das, was wirklich ist, daß erschließt sich dem, der halt die richtigen Bücher liest, nur wurde nun seit der Aufklärung kontrovers diskutiert, welche Bücher die uns die Wahrheit erschließenden seien.Nietzsche hat mit Absicht seinen „Zarathustra“ als ein Antieevangelium konzipiert, das die vier Evangelien ersetzen sollte.

Daß ein gebildeter Mensch einer sei, der die Welt bereiste, um seine empirischen Erkundungen dann als eine Welterkenntnis zu qualifizieren, ist für die abendländische Kultur eine absurde Vorstellung. Dem Buchgelehrten erschließt sich stattdessen die Welt.

Daß das Empirische, daß von uns Zähl- und Meßbare das Wahre sei, markiert einen Buch mit der abendländischen Kultur. Noch der Museumsbesucher, der die Gemälde Caspar Friederichs bewundert, statt nach Draußen in die Natur zu gehen, partizipiert an dieser abendländischen Kultur, wird auch hier noch ein künstlerisches Werk höher geschätzt als die Natur selbst.

Die Epoche des Buches scheint nun durch die Epoche des Internets abgelöst zu werden. Aber auch das ist nicht einfach ein Bruch mit der abendländischen Kultur, denn immer noch stehen Texte im Mittelpunkt. Der über sein ans Internet angeschlossene technische Gerät gebeugte Textleser, der dabei seiner Umwelt kaum eine Beachtung schenkt, ist nicht Lichtjahre von dem Bücherleser in seinem Studienzimmer entfernt. Die Verachtung des Intellektuellen, dessen Wissen nur aus seinem Bücherwissen besteht, das ist erst der Bruch mit dem Abendland.

Daß die Bücher, die Texte,gar das Denken überhaupt nur ein Zweitrangiges wären, weil das Wahre einfach das Seiende sei, so wie wir es sinnlich wahrnehmen, signalisiert wohl die Abkehr vom Abendland schlechthin. Den Hintergrund bildete dabei eine metaphysische Tradition, daß alles Wirkliche ein Erscheinen der Idee von dem Erscheinenden ist,und daß die Idee als Idee ante rem die Wahrheit des Erscheinenden ist, die dann post rem recogniziert wird.In Texten,besonders qualifizierten erscheint uns das Wirkliche so transparent für das sie Grundlegende,das in der Natur eben auch sich im Erscheinenden verbirgt. Gott ist uns in seiner Selbstoffenbarung klarer erkennbar als in dem Buch der Natur.Auch das Buch der Natur verlangt nach einem Lesekundigen, der in dem Erscheinenden das, was darin erscheint, zu erkennen weiß, wohingegen dem Empiristen der Naturtext ungelesen bleibt, er beschreibt sozusagen nur die gesichteten Buchtstaben, kann aber den Text nicht lesen. Aber das sollen nun die ernstzunehmenden wissenschaftlichen Erkenntnisse sein, wohingegen das, was im Abendland als Wahrheit galt nur noch unzulässige Spekulationen sein sollen!

Unsere Zeit unterscheidet sich somit von der abendländischen Kultur durch den Verlust des Glaubens an den einen heiligen Text, , in dem sich uns alles erschließt, aber solange noch primär Texte gelesen werden,jetzt verlangen viele, daß sie als die Wahrheit gelesen werden, und kreieren so einen postmodernen Polytheismus, ist das eben eine polytheistische Variante der abendländischen Kultur. Erst der völlige Sieg des Empirismus mit seinem nominalistischen Hintergrund, daß es nur die Einzeletwasse gibt, die eben keine Erscheinungen, Abbilder von etwas ursprünglich Ideelen sind,wäre die abendländische Kultur zu Ende gegangen.

1.Zusatz:

In der Gegenwart erheben nun so viele Texte den Anspruch, wahr zu sein, ohne den würde kein Text als Text gelesen, daß die vielen Geltungsansprüche sich gegenseitig relatiieren, wenn nicht gar entwerten.Aber jetzt noch lebt die Lesekultur von ihrem Ursprung her,dem Glauben an den einen heiligen Text, der seinem Leser alles erschließt. Wendete nun man ein, es ginge doch in der christlichen Religion um die Person Jesu, dann muß konzediert werden, daß er uns zuvörderst in den Texten der heiligen Schrift bgegegnet, und von da von uns Lesern bekannt werden will.  

2.Zusatz:

Es kann so vorkommen, als wenn fiktive Protagonisten in der Literatur und in dem Film uns lebendiger und realer vorkommen als die Menschen des wirklichen Lebens. Die Protagonisten der Erfolgsserie: "Sturm der Liebe" wirken so tatsächlich lebendiger und realer als die wirklichen Menschen,als wenn das Leben unwirklich geworden wäre.