Jesus engagierte sich für die Diskriminierten, Unterdrückten,Marginalisierten...Eine Kritik
So erfaßt es ein von „KI“ geschriebener Artikel, Abruf 1.6.2026:
„Jesus Christus ist historisch und biblisch der Anwalt der Ausgegrenzten. Er solidarisierte sich mit Unterdrückten, Kranken und Armen, indem er gesellschaftliche Tabus brach und ihnen bedingungslose Würde zusprach. Seine Botschaft gilt bis heute als radikale Kraft, die sich gegen soziale Ungerechtigkeit und Diskriminierung wendet.“
Das ist nun wahrlich keine originelle Beschreibung des Wirkens Jesu,ja sie könnte wohl als die heutzutage populärste angesehen werden- nur ist es denn auch wahr?
Daß Jesus mit „Zöllnern“ und „Sündern“ Kontakte pflegte, bezeugen die Evangelien, aber sind das „Diskriminierte“ und „Unterdrückte“? Die Zöllner waren Kollaborateure, sie stellten sich in den Dienst der römischen Besatzungsmacht, die getreu der Maxime: „Spalte und herrsche!“ einige Juden privilegierte, ihnen einen Anteil an ihrer Macht gaben, sie erhoben für Rom den Zoll,sodaß sie dann unter den die Beherrschungsmacht ablehnenden Juden verhaßt waren. Daß die Zöllner in ihrer Mehrheit dabei in ihre eigene Tasche wirtschafteten, ist unwahrscheinlich.Für ihre moralische Verurteilung reichte es, daß sie mit Rom kollaboratierten. Zu Zeiten Jesu gärte es im jüdischen Volke, man wollte sich von dieser Fremdherrschaft befreien.
Auffallen muß nun, daß Jesus Christus sich nicht für dieses jüdische Befreiungsanliegen engagierte, ganz im Kontrast zum indischen Befreiungskämpfer Gandhi. Dabei wurde das jüdische Volk doch unterdrückt und wagte einen Volksaufstand gegen die römische Fremdherrschaft,ganz in der Tradition der Makkabäer! Auch von einem gewaltfreien Engagement in einer kritischen Distanz zur Militanz der jüdischen Befreiungsbewegungen seiner Zeit, etwa der Zeloten, ist im Lehren und Handeln Jesu keine Spur erkennbar! Jesus rief nicht einmal dazu auf, daß die Zöllner ihre Kollaboration einzustellen haben.
Aber er wandte sich doch den Sündern zu! Ja, aber er sagte doch nicht zu ihnen: „Ihr seid gar keine Sünder. Man diskriminiert Euch nur als solche!“Er lehrte nicht, daß alle Menschen von Gott Geliebte seien,sodaß es im Urteile Gottes gar keine Sünder gäbe.Sein Anliegen ist das der Rettung,der Erlösung der Sünder,nicht, daß er dazu aufrief, unrechtens Diskriminierte wieder in die Gesellschaft zu reintegrieren!
Wer sich noch an die Zeiten des Coronavirus erinnert, weiß noch gut, wie wichtig die Ausgrenzung Infizierter war,um Ansteckungen zu vermeiden.Darin unterscheidet sich die Ausgrenzungspraxis zu Zeiten Jesu gegenüber ansteckenden den Tod bringenden Krankheiten in nichts. Jesus ermöglichte nun aber eine Reintegration der so Infizierten durch ihre Heilung,nicht reintegrierte er sie als Erkrankte, sondern erst als Geheilte. Daß Jesus die Ausgrenzungspraxis seiner Zeit mißbilligte, dafür existiert kein Beleg.
Jesu Gleichnisrede vom Ausreißen des Auges, wenn es denn ganzen Körper zum Sündigen verleitet,spricht eher für seine Bejahung dieser Praxis, daß also Gemeindemitglieder aus der Kirche auszuschließen seien, wenn sie die ganze Kirche gefährden (Mt 5,29).
Daß von Daimonen Besessene eine Gefahr für ihre Mitmenschen darstellten, glaubte auch Jesus, sodaß er nicht für einen humanen Umgang mit ihnen plädierte,sondern sie heilte und dann erst reintegrierte, als sie so reintegrierbar geworden waren.
Jesus ging es nun in seiner Verkündigung des Reich Gottes um die Frage: „Was muß ich tuen, um das ewige Leben zu erlangen, von seiner Bergpredigt bis zu seiner großen Endzeitgerichtspredigt. Von einer „bedingungslosen Würde“ jedes Menschen weiß Jesus nichts, schon gar nicht lehrt er, daß jeder Mensch ob dieser so gearteten Würde in das Reich Gottes eingehen werden wird.