Samstag, 27. Juni 2026

Stellt die Menschenwürde das Zentrum der christlichen Religion dar?

 

Stellt die Menschenwürde das Zentrum der christlichen Religion dar?



Das Narrativ der Kaprizierung auf die Menschenwürde wird schöpfungstheologisch fundiert: Da Gott der Schöpfer aller Menschen sei, er sie gar als sein Ebenbild erschaffen habe, gälte dem Menschen eine ihm eigene Würde.Daraus wird dann direkt deduziert, daß die Kirche vorrangig sich um die Menschenrechte zu engagieren habe, isb für solche Menschengruppen, denen die Anerkennung ihrer Würde teilweise oder fast vollständig verwehrt würde. Das wären nun die Frauen, die in der Katholischen Kirche immer noch diskriminiert würden und das LGBTQ-Klientel und die „Flüchtlinge“. Im Prinzip würde aber die westliche Gesellschaft mit ihrer Demokratie und dem Rechts- und Sozialstaat der Menschenwürde gerecht werden im Kontrast zu den autoritär- despotisch regierten Ländern, denen so die Feindschaft zu erklären sei: Rußland, China, dem Iran usw.

Stimmt das aber auch? Als erstes ist zu kritisieren, daß die große Erlösungsgeschichte (vgl Lyotard über die großen Erzählungen) der christlichen Religion, vom Fall des Menschen und wie er durch Jesus Christus erlöst wird und wie dabei die Kirche mitwirkt, völlig ausgeblendet wird. In Jesus bestätigt Gott nur seine Liebe zu allen Menschen, da er ihr Schöpfer ist. Darüber hinaus lehrten alle monotheistischen Religionen die Liebe des Schöpfergottes zu allen Menschen, sodaß jede Missionierung unter den monotheistischen Religionen sinnwidrig sei.

Im Zentrum des Alten Testamentes steht aber nicht Gott als der alle seine Geschöpfe liebende Schöpfergott sondern der Gott, der das Volk Israel zu seinem Volke erwählte und für den die anderen Völker die nichterwählten sind. Sein Volk errettete er aus dem ägyptischen Sklavenhaus,das ägyptische Volk schlug er mit entsetzlichen Plagen, er tötete die Kinder Ägyptens. Der Apostelfürst Paulus predigt über die Wohltaten Gottes für sein Volk: Sieben Völker hat Gott im Lande Kannaan vernichtet und ihr Land ihnen zum Besitz gegeben.“ Apg 13,19. Wie könnte dieser siebenfache Genoizid mit dem Glauben an den alle Menschen liebenden Gott vereinbar sein? Nicht die Allliebe Gottes bestimmt das Alte Testament sondern die Differenz zwischen dem erwählten Volke und den nichterwählten. Darüber hinaus: Wie ist es mit der Liebe Gottes zu allen Menschen vereinbar, daß er in der Sintflut die ganze Menschheit ausrottete, acht Gerechte in der Arche Noah ausgenommen?

Im Neuen Testament steht nun Jesu Christi Verkündigung des Reich Gottes im Zentrum mit der Frage: Wer wird in dieses Reich eingehen und wer nicht? So komplex nun diese Frage beantwortet wird, nie lehrte Jesus, daß jeder Mensch als notwendige und hinreichende Eintrittsbedingung auf sein bloßes Menschsein verweisen bräuchte.Wenn Jesus Christus (Mk 16,16) verkündet, daß jeder der glaubt und getauft ist, in das ewige Leben eingehen wird, der Nichtgläubige aber verdammt wird im Endgericht, dann ist das unvereinbar mit der Menschenwürde und isb den Menschenrechten, denn selbst Gott dürfte keinen Menschen ob seines Nichtglaubens diskriminieren.

Das Zentrum der Verkündigung Jesu Christi verschwindet ganz wegen der Kaprizierung auf den jeden Menschen bejahenden Schöpfergott und der sozialdiakonischen Praxis des Eintretens für die Menschenrechte. Das Projekt der Humanisierung der Welt ersetzt so die Reich Gottes Verkündigung Jesu. Prinzipieller: Für die christliche Religion gilt der Mensch als erlösungsbedürftig,  somit auch als ein Zuüberwindender, daß er ein neuer Mensch in Christo werde und nicht daß Gott ihn so bejahe wie er ist als "Alter Adam"!

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