Freitag, 5. Juni 2026

Kardinal Woelkis Verwirrungen über die Rede von der Menschenwürde

 

Kardinal Woelkis Verwirrungen über die Rede von der Menschenwürde



Der „Tatort“ ist die Kardinalspredigt vom 25.Dezember 2024 im Kölner Dom, die das „Fels“-Magazin auszugsweise unter der Überschrift: „Nur mit Gott kann die Würde des Menschen gesichert werden“ dokumentierte.1

Kraftvoll wird der Papst Leo, der Große aus einer seiner Weih-nachtspredigten wie folgt zitiert: „Christ, erkenne deine Würde! Du bist der göttlichen Natur teilhaftig geworden, kehre nicht zu der alten Erbärmlichkeit zurück und lebe nicht unter deiner Würde. Denk an das Haupt und den Leib,dem du als Glied angehörst!2 Bedenke,dass du der Macht der Finsternis entrissen und in das Licht und das Reich Gottes aufgenommen bist.“3

In der Kardinalspredigt wird diesem Zitat nun hinzugefügt: „Ja,Mensch, erkenne deine Würde!“4 Das, was von dem Christen gilt, daß er der „Finsternis entrissen“,in „das Reich Gottes aufgenommen“ sei, das seine Würde konstituiert, soll nun plötzlich von jedem Menschen gelten.Dann wird in der Predigt gleich darauf gar ganz humanistisch universalistisch proklamiert: „Erkenne die Würde aller deiner Mitmenschen!“ Offenkundig interessierte diesen Prediger an der Äußerung des Papstes nur der Begriff der Menschenwürde, um ihn dann humanistisch zu verwenden. Die christologische Begründung überliest er dabei geflissentlich und die Aufforderung,nicht zum alten adamitischen Lebensstil zurückzukehren, ergibt nun überhaupt keinen Sinn mehr, gilt die doch den Getauften, nun gemäß ihrem neuen Sein in Christo zu leben.

Was hat nun aber das Weihnachtsevangelium mit der Proklamation der allgemeinen Menschenwürde zu tuen, die ihren ideengeschichtlichen Ort in der Französischen Revolution hat, von dem Freimaurertum initiiert? Wenn theologisch von einer allgemeinen Menschenwürde die Rede sein kann,dann gehört diese Rede in die Schöpfungslehre, daß Gott den Menschen erschaffen hat, woraus eine allgemeine Menschenwürde deduzierbar ist.Das hat dann aber nichts mit dem Weihnachtsevangelium zu tuen!

Was versteht der Kardinal nun konkreter unter dem Abstraktum der Menschenwürde, die im politischen Raume doch nur in Sonntagsreden zitiert wird, und die ihre eifrigsten Verfechter, die Jakobiner nicht davon abhielt, die Feinde der Revolution massenhaft zu enthaupten?

Kein Mensch hat das Recht,menschlichem Leben ein Ende zu setzen.“5 Hätte der Kardinal, bevor er diese Predigt hielt,in den Katechismus der Kirche getätigt,hätte er erkannt, daß diese Aussage unwahr ist, denn das Töten von Menschen in einem gerechten Kriege erlaubt wie auch das Töten in einer Notwehrlage, wenn anders der Angegriffene sein Leben nicht erhalten kann.Zudem bejaht die hl.Schrift und das Lehramt die Todesstrafe,nur Papst Franziskus rebellierte dagegen.

Aber es kommt noch ärger: „Vergessen wir, liebe Schwestern,liebe Brüder,auch nicht die vielen Millionen, die aufgrund ungerechter Verhältnissen ihre Heimat verlassen müssen, die unter Krieg,Terror und Folter, die unter den Folgen von Flucht und Armut zu leiden haben.“6 Hier schmeißt nun die Kardinalspredigt alles und jedes durcheinander: Es gibt, Gründe, die eine Gewährung eines Asyles in Deutschland erlauben, wer vor der Gefahr des Gefoltertwerdens, eines Krieges oder des Terrors flieht.Armut und ein Erleiden von Ungerechtigkeit sind in der Regel keine Gründe zur Gewährung eines Asyles. Es gehört nicht zur Würde des Menschen, daß jeder, wem es in seiner Heimat nicht gefällt,in jedes andere Land auswandern dürfe um dann dort ein Recht auf eine Vollbeköstigung einfordern zu können. Völlig vergißt der Kardinal dabei, daß eine Flucht eben immer auch ein Verstoß des Flüchtenden gegen seine Pflichten der eigenen Heimat gegenüber darstellt und so schon allein nur eine ultima ratio sein darf.

Daß Kardinal Woelki dabei die katholische Lehre von der „Ordnung der Liebe“ mißachtet und statt der Nächstenliebe die Fernstenliebe predigt,die, wenn sie so praktiziert würde, wie es ihm vorschwebt, unser Gemeinwesen zerstören würde und uns Deutschen unser Recht auf unsere Heimat vernichten würde, ist offenkundig. Aber die Selbstliebe ist ja der Fernstenliebe eine Sünde!

Aber was hat nun Weihnachten mit dieser hier propagierten humanitaristischen Menschenliebe gemein? Eine größere Nähe zu der Ideologie des Freimurertumes als zur christlichen Religion scheint hier vorzufinden sein! Papst Leo der Große sprach von der Würde des Christen, die er durch das Sakrament der Taufe erlangt nicht mehr verlieren solle durch seine mögliche Abkehr von der christlichen Religion

 

 

Die Transformation der christlichen Religion in einen Humanitarismus  mit ein paar theologischen Ausschmückungen ist aber charakteristisch für unsere Zeit.


1Der Fels, 2/2025, S.35-37.

2A.a.O. S.37. Mit dem Haupt ist Jesus Christus gemeint, mit dem Leib seine Kirche.Durch die Taufe ist somit der Christ in die Kirche integriert worden und hat darin sein neues Leben.

3A.a.O.S.37.

4A.a.O.S.37.

5A.a.O.S.37.

6A.a.O. S.37.

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