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Mittwoch, 4. Februar 2026

„Die Krise der liberalen Demokratie – auf welcher Seite steht der Katholizismus?“

 

„Die Krise der liberalen Demokratie – auf welcher Seite steht der Katholizismus?“


So frägt der gleichnamige Artikel der Internetseite „feinschwarz“ am 29.Jänner 2026. Die Frage, „auf welcher Seite stehst Du?“ ist eine inquisitorische, denn sie impliziert, daß es eine richtige und eine falsche Seite gibt, und daß man nur vom richtigen Standpunkt aus richtig etwas beurteilen könne. Parteipolitisch gewendet heißt das, daß es die eine Partei gibt, die immer recht hat und andere können nur recht haben, insoweit sie mit dieser Partei übereinstimmen.

So ließ die SED einst über sich singen: „Die Partei, die Partei, die hat immer Recht Und, Genossen, es bleibe dabei.Denn wer kämpft für das Recht.Der hat immer Recht.Gegen Lüge und Ausbeuterei.Der das Leben beleidigt.ist dumm oder schlecht.Wer die Menschheit verteidigt Hat immer recht So, aus Leninschem Geist Wächst, von Stalin geschweißt.Die Partei – die Partei – die Partei“

So einfach ist das in den Zeiten der Postmoderne nicht mehr, aber auch jetzt noch wird so dualistisch die Welt gedeutet: Wer rechts steht, ist stets im Unrecht und nur wer linksliberal ist, steht richtig. Die Guten bejahen also die liberale Demokratie, wer sie kritisiert hat a priori Unrecht. Die Französische Revolution wird nun in diesem „feinscwarz“ Artikel als die Mutter der liberalen Demokratie angesehen mit ihren Revolutionsideen, die der Menschenrechte. Deshalb müsse die Kirche auf der Seite der liberalen Demokratie stehen und jetzt praktisch die etablierten Parteien gegen die rechtspopulistische Kritik verteidigen. Es werden dann im Katholizismus finstere Hintermänner entlarvt, die sich gegen die liberale Demokratie verschworen haben, die Rechtskatholiken und wie immer man dann dies feindliche Lager beschimpft.


Eines könnte nun einen aufmerksamen Zeitgenossen zu denken geben: War nicht einst die Passion aller Linksintellektuellen die Gesellschaftskritik? Selbst Kunstwerke galten nur, wenn sie gesellschaftskritisch intendiert waren.(So erinnere ich mich, daß im Deutschunterricht Goethes „Leiden des jungen Werter“ ob seiner Gesellschaftskritik uns anempfohlen wurde!) Der Geist ist eben ein kritischer, sonst ist er keiner. Wenn man daraufhin heute sich frägt, wo denn nun die Tugend der Gesellschaftskritik noch praktiziert wird, kann irritiert konstatieren, daß jetzt die Apologie der politischen Verhältnisse zur Hauptaufgabe der Intellektuellen und der Medien avanciert ist. Kritisiert werden nur noch die Kritiker der bestehenden Verhältnisse. Die liberale Demokratie und ihre Marktwirtschaft gilt seit dem Ende des „Real existierenden Sozialismus“ als alternativlos. Ja sie muß ob ihres fortschrittlichen Charakters mit allen Mitteln verteidigt werden.

Und die Kirche soll nun als ein systemrelevanter Faktor ihre Aufgabe der Apologetik des politischen Systemes übernehmen. Alle utopistisch- eschatologischen Elemente der christlichen Religion werden so eingemottet,um sich ganz auf die Herleitung der Menschenrechte und der Würde des Menschen aus dem Schöpfergott zu deduzieren. In dem Menschenrechtsglauben habe sich so die Mission der christlichen Religion erfüllt. Die liberale Demokratie und ihre Marktwirtschaft sei sozusagen die Fleischwerdung der christlichen Religion.

Deswegen müsse diese Errungenschaft verteidigt werden wie alle reaktionären Kräfte, die sich gegen den Universalismus der Menschenrechte stellen,außenpolitisch Rußland, China, der Iran und jetzt gar die USA und innenpolitisch alles, was rechts von der Politik der Bundeskanzlerin Merkel verortbar ist, denn die stehen alle auf der falschen Seite. Der kritische Geist dankt so ab indem er jetzt zum Apologeten der bestehenden Verhältnisse sich transformiert hat. Nur noch conservative Restbestände der bürgerlichen Kultur, die Ordnungen der Ehe und der Familie, des Volkes mit seinem Nationalstaat und selbst die Geschlechterdifferenz sollen wegreformiert werden, damit der Liberalismus zur einzig legitimen Ordnungsvorstellung inthronisiert wird.Deswegen habe sich auch die Kirche von Grund auf, also radical zu liberalisieren! 

Mittwoch, 3. September 2025

Die Kirche kann sich auf ihre Feinde verlassen, so sehr sie sich ihnen auch anzubiedern versucht! Oder das Feindbild Carlo Acutis!

 

Die Kirche kann sich auf ihre Feinde verlassen, so sehr sie sich ihnen auch anzubiedern versucht! Oder das Feindbild Carlo Acutis!



Wem ist nicht die Klage vertraut, daß so mancher Freund in der Not, ent-täuschte, und sich mancher als ein falscher Freund erwies. Anläßlich der anstehenden Heiligsprechung von Carlo Acutis erleben wir nun eine beeindruckende Cooperation von Kirchenfeinden, von der Internetseite: „Feinschwarz“ über die TAZ, einem Knonenboot der politischen Korrektheit bis zu Kath de.

Kath de gibt sich am 1.9.2025 noch gemäßigt, schlägt aber doch heftig zu mit der Allzweckkampfwaffe des Vorwurfes des Antisemitismus: 

"Die Wundererzählungen, die Carlo Acutis gesammelt hat, sind historisch gesehen oft Teil des christlichen Antijudaismus", schreibt er in einem Beitrag für das Portal "Feinschwarz" am Montag. Acutis (1991-2006) hatte ein Online-Verzeichnis eucharistischer Wunder erstellt, das bis heute im Internet und als physische Ausstellung zu sehen ist.“

Der Leserschaft von Kath de reicht die Vokabel der „Wundererzählungen“ schon aus, um hier Obskurantistisches aus dem dunkelsten Mittelalter zu vermuten. Daß diese obkurantistischen Erzählungen dann antijudaistisch motiviert sind, geben ihnen den Rest. Jemand, der solche Erzählungen in das Internet stellt, den dürfe die Kirche nicht heiligsprechen und da sie es tut, zeigt nur mal wieder, daß die Kirche eben doch ein Hort des Antijudaismus und des Antisemitismus sei.

Aber es kommt noch schlimmer: „Es sei >die Aufgabe der Kirche, die Gläubigen aufzuklären und ihnen den historischen Kontext dieser Wundergeschichten bewusst zu machen<, so Rutishauser. "Zu leicht wird latenter Antijudaismus wieder aktiviert." In den Geschichten geht es unter anderem um Hostien, die von Juden geschändet worden seien, aber nicht vernichtet werden konnten. "Aus ihnen fließt Blut zum Zeugnis, dass sie Leib Christi sind, oder sie verwandeln sich in eine Realpräsenz des Auferstandenen, indem sie leuchten und fliegen." Die Hostienwundernarrative hätten in der Geschichte "immer wieder zu Gewaltexzessen geführt". Sie seien oft Motivation für Pogrome gewesen, so der Judaist.“

Einfach gesagt: Wer diesen Acutis heilig spricht, bereitet den Boden für antisemitische Pogromme vor. Die Internetseite „Feinschwarz“, eine für das antikatholisch eingestellte Bildungsbürgertum sehr rege tätige Internetseite wird da schon handgreiflicher. So werden die „Hostiennarrative“ dort durch diesen Judaistikprofessor Rutisbauer diffamiert: „Hostien-wundernarrative.Solche Legenden sind besonders ab den 13. Jahrhundert verbreitet worden, als die Kirche sich genötigt sah, das Wandlungswunder der Messe durch die Transsubstantiationslehre rationalistisch zu erklären. Der dramatische Kampf zwischen Gut und Böse, der diesen Hostienfrevelgeschichten eingeschrieben ist, wie auch das magische Verständnis einer Speise, die sich in göttliche Nahrung verwandelt, scheint nicht nur die Menschen damals angesprochen zu haben.“

Die Verunglimpfung der katholischen Transsubstationslehre als eines irregulären Versuches, ein rein magisches Verständnis der Eucharistie zu verrationalisieren, gehört nun zu dem bewährten Repetoire der antikatholischen Polemik und erfreut sich stets großer Beliebtheit. Die vulgäre reformierte Version, daß man sich in der Abendmahlsfeier doch nur an den Bruder Jesus erinnere, kommt eben den Bedürfnissen des modernen Menschen näher.1 Die Kirche verhielte sich dabei opportunistisch2, indem sie den Bedürfnissen nach magischen Erlebnissen nachgäbe, statt sie aufzuklären: „Die Eucharistie ist eine vielschichtige Dankesfeier für die Selbsthingabe Jesu, die christlich-kollektive Identität stiftet, indem alle Feiernden zu einem Leib Christi zusammenwachsen sollen. Sie ist heiliges Mahl und unblutiges Opfer zugleich, eingebettet in Wortliturgie mit Predigt und Gebet, damit eine Lerngemeinschaft entsteht. Die Feiernden sollen befähigt werden, in der Nachfolge Christi von der Frohbotschaft Zeugnis zu geben – mit eigenem Blut und ohne das Blut der anderen zu vergiessen.“

Es wird hier zwar richtig ausgesagt, daß die Eucharistie ein heiliges Mahl und ein unblutges Opfer sei, dann wird aber der Gehalt der Eucharistie völlig verdreht: Der Zweck der Eucharistie ist nicht die Herorbringung einer „Lerngemeinschaft“, denn die katholische Gemeinschaft setzt diese Feier voraus und versteht diese Gemeinschaft nicht als ein Ergebnis dieser Feier.

Aber wozu führte dies magische Eucharistieverständnis mit seinen dazugehörgen Wundererzählungen: „Gewaltexzesse.Die Hostien-wundernarrative haben jedoch in der Geschichte immer wieder zu Gewaltexzessen geführt. Daran muss zweitens erinnert werden, wenn Acutis zur Ehre der Altäre erhoben wird. Frauen, als Hexen stigmatisiert, ketzerischen Protestanten und im Mittelalter den Juden wurden die Hostienschändungen vorgeworfen.“

Magie3 und Gewaltexzesse, das seien die Folgen des katholischen Eucharistieverstäändnisses! Und das würde nun durch diese unselige Heiligkeitssprechung reaktiviert. Ob uns davor eine neue Auflärung noch bewahren kann? Und wir dürfen wohl ganz im Sinne dieser Kritiker hinzufügen, daß es um das Projekt der Aufklärung schlimm steht, wenn solche Dunkelmänner wie Trump, Putin und die AfD im Bunde mit den Mächten des Obskurantismus, die zusehens in der Kirche Boden gewinnen, man denke nur an den aufklärungsfeindlichen Papst Benedikt XVI.

Die TAZ krönt nun diesen Frontalangriff auf die Kirche mit dem Artikel: „Heiligsprechung von Carlo Acutis Auch tote Jungen kann man noch missbrauchen.“ (1.9.2025) Meinen Lesern möchte ich diesen Haßexzeß ersparen und beschränke mich auf den Höhepunkt dieses Haßartikels: „Die Kanonisierung von Carlo Acutis wird durch sie, der Wiedereinführung der judenfeindlichen Karfeitagsfürbitte durch Papst Ratzinger nicht unähnlich, auch zum Wink an rechte bis ultrarechte katholische Gruppen von Opus Dei bis zu den Ku-Klux-Klan-nahen Kolumbus-Rittern, dass sie mit ihren Ressentiments weiterhin willkommen sind.“

Mit dieser Heiligkeitssprechung lädt die Kirche also dem Ku-Klux-Klan Nahestehenden dazu ein, sich in ihr zu beheimaten! Und diese fänden ja schon in der Kirche dieser Organisation Nahestehenden, nicht nur das Opus Dei sondern letztlich gar den judenfeindlichen Papst Benedikt XVI. Die antikatholische Front steht: von der TAZ über Feinschwarz bis zu Kath de!


Seit der Französischen Revolution ist die politische Linke antikirchlich und antichristlich engagiert.Und auch wenn es der politisch korrekten Geschichtsschreiung widerspricht: General Franco rettete in Spanien die Katholische Kirche vor den militanten linksradicalen Atheisten Spaniens. Aber die Kirche,nicht nur in Deutschland, aber besonders hier buhlt geradezu um die Sympatie der Linken und profiliert sich dabei als eine entschiedende Anti-Rechts-Kampftruppe. Typisch dafür ist der Kath de Artikeldes 2.9-2025: „Profiteur sei die AfD.Theologe Lütz: Debatte um Abtreibung schadet der Demokratie“, in dem der Kirche anempfohlen wird, nicht mehr für das Lebensrecht der Kinder im Mutterleibe sich einzusetzen und stattdessen circa 100.000 getötete Kinder,in 10 Jahren 1 Million zu akzeptieren, um sich bei den Feministin und Linken beliebt zu machen und nicht in die Nähe der AfD zu geraten, die sich als eine Antilinkspartei für das Lebensrecht einsetzt.

Und der Lohn für diesen Anbiederungskurs: Bei jeder günstigen Gelegenheit schlagen Linke mit Zaunpfählen auf die Kirche ein,auch wenn man sie doch als eine Aushilfskampftruppe gegen Rechts ausnützt.


1Eine Zeitlang war gar auf der Internetsauftrittsseite einer Reformierten Gemeinde zu München zu lesen, daß im Abendmahl die Werte gefeiert werden, für die Jesus gelebt hätte: Humanität, Toleranz, Nächstenliebe und ähnliches.

2Nicht opportunistisch verhält sich die Kirche aber, wenn sie die Hostienschändungserzählungen „neutralisiert“, indem aus den Juden als Täter einfach Ungläubige werden. (im „Feinschwarzartikel“.


3Läßt man die plimpe Polemik, daß die Katholische Kirche zur Magie neige, beisite und setzte man sich ernsthaft mit der Frage des Verhältnisses von Religion und Magie auseinander, müßte Georg Lukacs These, daß die Religion sich aus der Magie herausentickelt habe, aber nie sich ganz von ihr emanzipieren könne, so dargelegt in seiner Ästhetik, ernsthaft bedacht werden.

Donnerstag, 31. Juli 2025

Eine linke Haßneidkampagne gegen das Schöne – und daß das antichristlich ist!

 

Eine linke Haßneidkampagne gegen das Schöne – und daß das antichristlich ist!



„Weil eine schöne Frau eine Jeans trägt, drehen progressive Aktivisten durch – und entlarven dabei ihren eigenen Hass. Eine simple Werbung mit Schauspielerin Sydney Sweeney lässt die Woken hyperventilieren: Von »faschistischer Propaganda« bis »Drittem Reich« ist die Rede.“1

Was hat sich da ereignet? Etwas so Banales, daß es keiner Zeile wert wäre,wenn dies banale Ereignis einen wahren Entrüstungssturm in einigen Medien hervorgerufen hätte.Eine gut, sagen wir lieber mit Männeraugen betrachtet sehr gut aussehende junge Frau macht eine Werbung für eine Jeansbekleidung. Die Raffinesse dieser Art von Werbung ist das Setzen auf die Suggestivkraft dieser mit Jeans bekleideten Frau, daß im Prinzip jede Frau,trüge sie nur diese richtige Jeansmarke, so gut aussehen könnte wie diese Schauspielerin. Das ist natürlich eine irreale Verheißung, die aber trotzdem effektiv ist, da sie auf das Unterbewußtsein zielt,dort sich verankert und dann die zukünfigen Kaufentscheidungen mitbeinflußt.

Aber zuvörderst gehört auch die Werbung in den Bereich der Kunst und könnte präziser als eine Subversion der „Laudatio“ bezeichnet werden. In der Kunst der Rede, der Rhetorik ist die darstellende Rede, daß etwas im Idealfall vollständig erklärt wird und cognitiv ausgerichtet ist, von der Entscheidungsrede,die zu einer Ja- oder Neinantwort aufruft und so voluntativ ausgerichtet ist,und von der Laudatiorede, der Kunst des Schönredens zu unterscheiden. Das Verb, etwas schönreden drückt am treffendsten das Anliegen dieser Kunst aus.

Wer sich daraufhin die in dem „Freie Welt“ Artikel abgebildete junge Frau in ihrer Jeansbekleidung ansieht,kann nicht umhin,dies Photo als sehr gelungen im Sinne der Laudatiokunst zu beurteilen. Da die Metaphysik die drei Ordnungen des Wahren,des Guten und des Schönen thematisiert,gehört auch eine solche Photographie in den Bereich der Philosophie und der Religion, denn Gott wird in ihr nicht nur als das Urbild des Schönen geglaubt, sondern auch als das Schöne,durch das alles andere, sofern es schön ist, erst schön ist, durch die Teilhabe von Geschöpflichem an der Schönheit des Schöpfers.

Aber nun drehen politisch Linksstehende völlig durch,indem sie diese ästhetisch wirklich gut gemachte Werbung als faschistische bzw Nazikunst verteufeln! So viel überschäumender Haß evoziert unter Linken ein Bild einer schönen, attraktiv gekleideten Frau. Nimmt man diesen Haßausbruch ernst,kommt man zu dem Resultat, daß Linke das Häßliche und Unschöne lieben, Rechtsradicale dagegen das Schöne. Faschisten und Nazis glaubten an das Schönsein,zumindest das mögliche Schönsein des Menschen, während Linke die Häßlichkeit und Niedrigkeit des Menschen betonen.2

Klarer und eindeutiger kann sich das, was sich heute „links“ nennt,nicht offenbaren. Hier tobt sich das Ressentiment der Zukurzgekommenen wider die von Fortuna Bevorzugten, drücken wir es einmal heidnisch aus,aus in seiner ganzen Primitivität des Neides: Weil wir nicht schön sein können, dürft ihr auch nicht schön sein. Man denke an das Greuel der maoistischen Gleichmacherei, als alle Bürger den chinesischen Maoeinheitslook tragen mußten,der sogar die Geschlechterdifferenz zum Verschwinden bringen sollte.

Nicht erst die Gesellschaft bewirkt Unterschiede, die die Gleichheitsfanatiker als ungerecht perhorreszieren, daß es Herren und Knechte gibt,Regierende und Regiertwerdende, sondern die Natur selbst bringt sozusagen „ungerechte“ Unterschiede hervor. Nicht jeder Frau ist es gegeben, so schön zu sein wie diese Schauspielerin, wie ja auch nicht jeder Mann ein Adonis ist. So muß jeder Gleichheitsideologe nicht nur gegen die Ungerechtigkeiten hervorbringende Gesellschaft kämpfen sondern auch noch selbst gegen die Natur.

Die Macht des Neides darf und kann man gar nicht unterschätzen.Ohne den Neid auf die von Fortuna3 bevorzugten Frauen, daß sie den anderen unübersehbar vor Augen führen, was sie nie sein können, so schön, das evoziert den Neid der Zukurzgekommenen,das ist die Geburtsstunde des Feminismus. Im Sinne Nietzsches dürfte geurteilt werden, daß der Neid und das Ressentiment gegen alles Erhabene, Schöne und Starke zur Substanz der Linksstehenden gehört. Das ist aber auch eine antichristliche Haltung, denn Gott ist ja selbst das Erhabene, Schöne und Starke, von dem alles andere sein Erhaben- Schön- und Starksein erhält durch seine Partizipation an ihm!

1„Freie Welt“ am 30.7.2025: Woke-Wahnsinn um Jeans-Werbung: Linke sehen in Sydney Sweeney eine Nazi-Ikone.

2Daß Vertreter der Totalitarismustheorie, daß der Linksradicalismus dem Rechtsradicalismus sehr ähnlich sei, sodaß die nationalsozialistische wie die stalinistische Ästhetik den schönen, starken und heroischen Menschen in den Vordergrund stellten, paßt aber nicht in dies Schema.Der Kunstkalender.“Anmut und Schönheit“,jedes Jahr neu aufgelegt offeriert einen guten Überblick über das rechtsradicale Kunstverständnis in seiner Kaprizierung auf den „schönen Menschen“.

3Man darf die Differenz zwischen dem heidnischen Glauben an die Glücksgöttin Fortuna und dem christlichen Glauben an den dreieinen Gott nicht übertreiben, entspringt der heidnische Götterglaube bei all seinen Verzehrungen doch primär auf der natürlichen Gotteserkenntnis, oder wie es treffender der lutherische Theologe Althaus als natürliche Gottesoffenbarung konzipiert.

Montag, 20. Januar 2025

Eine obskure Debatte: War Hitler Sozialist? -mit theologischer Relevanz

 

Eine obskure Debatte: War Hitler Sozialist?



Man könnte nun meinen, daß das eine rein politische Frage sei, die so auf katholischen Internetseiten keine Berücksichtigung finden bräuchte, aber gerade so dezidiert katholische Seiten wie: Kath info: „War Hitler ein Sozialist?“ (18.Jänner 2025) und die „Tagespost“ am 16.Jänner 2025: „Die Nazis – rechts oder links“ debattierten diese Frage, obschon es doch näher läge, zu fragen, war Hitler ein Katholik, gehörte er doch zeitlebens dieser Kirche an, denn er ist nie aus ihr ausgetreten. Aber da die Spitzenkandidaten der Partei AfD die These aufstellte, Hitler wäre sozialistisch gewesen,verlangt ja geradezu der jetzige Wahlkampf, klarzustellen, was immer auch ein Vertreter dieser Partei von sich gibt, ist falsch. Es gilt hier nämlich das Lied: „Die Partei, die Partei, die immer Unrecht hat!“

Für jeden Linken ist die Frage gar nicht fragbar, da die Antwort von vornherein klar ist: Sozialist zu sein, ist etwas Gutes. Hitler war nur böse, also kann er kein Sozialist gewesen sein. Wenn die NSDAP sich selbst als sozialistisch bezeichnete, dann war das nur eine versuchte Wählertäuschung ihres Kampfes gegen die fortschrittlichen linken Kräfte.

Aber nun gibt es auch noch Anhänger der Totalitarismustheorien, die die große Ähnlichkeit des Stalinismus mit dem Nationalsozialismus betonen, um schlußzufolgern, es gäbe einen rechten und einen linken Sozialismus, die beide gleich furchtbar seien, denn nur der Liberalismus sei eine menschenfreundliche humane Denkweise.

Methodologisch stellt jeden Nachdenklichen die Frage, war die NSDAP sozialistisch oder nicht, vor ein gravierendes Problem. Um diese Frage respondieren zu können, bräuchte man eine Definition dessen, was den Sozialismus ausmache, um daraufhin zu prüfen, ob diese Partei dieser Sozialismusdefinition entspräche. Wie ist denn nun eine solche Definition konstruierbar, wenn doch im politischen Diskurs die Frage, was sozialistisch ist und wie er zu bewerten sei, gerade eine der Streitfragen dieses Diskurses ist. Jede vertretende Definition bekämpft so alle anderen und es existiert keine Instanz, die nun definitiv entscheiden könnte, was denn die wahre Definition des Sozialismus sei.

Er ist somit zu einem politischen Kampfbegriff geworden, der in denunziatorischer Weise verwendet wird, wenn gemeint wird, Hitler sei ein Sozialist gewesen oder wenn das bestritten wird, dann aus einer apologtischen Intention, den Sozialismus als etwas ganz anderes als den Nationalsozialismus erscheinen zu lassen.Um einer solchen Reinwaschung des Begriffes des Sozialismus willen wird im aktuellen politischen Diskurs nur noch von „Nazis“ gesprochen, daß die sich als nationalistische Sozialisten verstanden soll so verdrängt werden.

Eines macht dieser Diskurs aber deutlich, daß hier nicht nach der Wahrheit gefragt wird, sondern primär wird versucht, die Antwort auf diese Frage politisch zu vernutzen und daß um des Nutzwertes willen die einem passende Antwort ausgesucht wird. Daß ein Diskurs immer ein auf die Wahrheitsfindung hin ausgerichteter sei, ist wohl einer der meistverbreiteten Irrtümer über das Wesen der Diskurse. Faktisch existieren nur diverse politische Interessen, die dann Sozialismusverständnisse hervorbringen, die dann den jeweiligen Interessen entsprechen. Wen interessiert schon, was wahr ist in einer Zeit, in der die Frage nach dem Nutzwert von etwas die Frage nach seiner Wahrheit dispensiert ist. Damit offenbart uns dieser obskurantistisch geführter Diskurs die Abkehr von der abendländischen Kultur, die von der Frage nach der Wahrheit bestimmt war in eine nachmetaphysische, die nur noch nach der Nützlichkeit von etwas, seinem Gebrauchswert frägt: Schlechte Zeiten für die Theologie und die Philosophie, gute für Marketingexperten!

Dabei könnte eine simple Antwort gegeben werden auf diese Frage: Was der Begriff des Sozialismus sei, ist im Raume des politischen Kampfes umstritten und somit verfügen die Kontrahenten über sich wechselseitig ausschließende Verständnisse, ohne daß es möglich sei, hier ein wahres von einem falschen zu unterscheiden. Ob der Sozialismus der MLPD1 der einzig wahre ist oder der des „Dritten Weges“2, das entscheiden eben die jeweiligen Parteimitglieder und ihre Wähler stimmen dem dann zu. Hält man sich aber die völlige Unbedeutentheit dieser beiden Parteien vor Augen, provoziert dies die Frage, warum denn noch so leidenschaftlich diese Frage in den Medien debattiert wird.

Corolilarum

 

Daß nicht jedes Verständis von Sozialismus von vornherein abzulehnen ist, möge die Darlegung dazu von Emanuel Hirsch in „Deutschlands Schicksal“ 1925 bezeugen:

„Wenn die Eigentümer mit unbedingter Willkür walten können,so erkrankt das Ganze.Solch schrankenlose Gewalt des einzelnen widerspricht aber auch schlechthin dem Wesen des Staates als der Macht über alle Mächte,der Person über alle Personen.Alles einzelne, auch das Eigentum,steht unter ihm und ist in seinem Willen normiert. Es gehört zu seinen Aufgaben,nichts in seinen Grenzen geschehen zu lassen, was dem Wohle des Ganzen widerspricht, was der Entfaltung der Nation zu Leben und Freiheit in all ihren Gliedern entgegensteht.Mithin ist es sein Recht und seine Pflicht, zugleich,die Macht des Eigentumes einzuschränken und unter Regeln zu stellen.Er ist verantwortlich für den Schutz der Schwachen und soll die Gesetzgebung zu ihren Nutzen handhaben.Er soll die wirtschaftlichen Großgewalten unter seine Aufsicht nehmen und ihnen für ihre Tätigkeit Vorscgriften machen..“ Emanuel Hirsch zu „Eigentum und Staat“ in: „Deutschlands Schicksal, S.123.

„Man mag diese ganzen Maßnahmen als Staatssozialismus kennzeichnen, oder nicht,jedenfalls steht es einem natonal gesinnten Manne übel an,gegen einen Schutz der nationalen Lebensnotwendigkeiten sich aufzulehnen im Namen der unbedingten Freiheit des Privateigentums.“ (S.124)














1Marxistlisch-leninistische Partei Deutschlands

2Die Partei des deutschen Sozialismus

Montag, 7. Oktober 2024

Ein Querdenker irritiert: „Hört uns endlich zu! Wir wollen Friedenspolitik. Wir haben den Wunsch zu leben und nicht zu sterben.“

 

Ein Querdenker irritiert: „Hört uns endlich zu! Wir wollen Friedenspolitik. Wir haben den Wunsch zu leben und nicht zu sterben.“


In was für verqueren Zeiten müssen wir leben, wenn diese Aussage auf Ablehnung stößt! Wer sagte das? Egon Krenz, der Nachfolger des Staatsratsvorsitzenden Honecker auf einer Veranstaltung der Zeitung: „Junge Welt“ zum Thema:“75 Jahre DDR- was bleibt“. Nun wird es schon verständlicher, daß die „Junge Freiheit“ am 7.10.2024 in dem Artikel:“Ex-SED-Chef Krenz lobt Wagenkecht“ so polemisiert und die unter ihm veröffentlichten Kommentare einstimmen.Aber es kommt noch irritierender: Krenz zeigt sich sehr erfreut über die Wahlerfolge des BSW wie über die der AfD! „Das gute Abschneiden des BSW und der AfD bei den drei Landtagswahlen wertete Krenz als Aufruf zu Friedensverhandlungen in der Ukraine. „Das Signal, was von diesen Veranstaltungen ausgeht, lautet: Hört uns endlich zu! Wir wollen Friedenspolitik. Wir haben den Wunsch zu leben und nicht zu sterben.“

Die Zustimmung zu diesen 2 Parteien versteht der einstige Parteivorsitzende der SED als ein Nein zur Kriegspolitik der Nato und als einen Aufruf,statt auf eine militärische auf eine diplomatische Lösung zu setzen.Die Nachfolgeorganisation der SED: „Die Linke“ lobt er nicht, wie auch der Veranstalter der Veranstaltung, „Die Junge Welt“ sich durch ihre kritische Haltung zu dieser Partei auszeichnet. Aber auf einer so eindeutig links(radical) ausgerichteten Veranstaltung die Wahlerfolge der AfD zu begrüßen, das ist mehr als ein Affront gegen alle Linken.

Die Kartellparteien von den C-Parteien bis zu den „Grünen“ und jetzt auch die „Linke“ setzen klar auf einen Kriegskurs gegen Rußland. Ob die Mehrheit derjenigen,die diesen Parteien in den Wahlen ihre Stimme geben,auch deren Kriegspolitik vorbehaltlos unterstützen, darf wohl in Frage gestellt werden.Frappierend ist aber, wer plötzlich mit wem in dieser Frage in einem Boot sitzen: Da steht Kath net und die „Tagespost“ Seit an Seit mit den „Grünen“ im Lager der antirussischen Kriegsbefürworter und die rechtsradicale Partei „Der III.Weg“ stimmt mit ein.Und die AfD, die „Heimat-Partei“ (Ex-NPD) und die Wagenknechtspartei gelten plötzlich als pazifistisch oder wie einst die Friedensbewegung als von Moskau ferngesteuert.Die Katholische Kirche und die Evangelischen Deutschlands, einst die Heimstädten der Friedensbewegung überbieten sich geradezu in ihren Treueschwüren zum Ende der Entspannungspolitik und zur Repristination der Kalten Kriegs Rhetorik.Die Russisch-Orthodoxe Kirche ist nun nur noch eine Feindkirche,mit der man nicht mehr redet.

Die einst so klar geordnete Welt des politischen Diskurses ist eben arg in Unordnung geraten.Der ehemalige SED-Parteivorsitzende hat es so wohl fertig gebracht, bei fast allen sich unbeliebt zu machen und daß nur, weil er sich mit allen Kräften solidarisch weiß, die jetzt Nein sagen zur aktuellen Kriegspolitik.

Aber dieser Politiker ist eben doch auch ein Stein des Anstoßes für jeden, da er immer noch daran festhält, daß die DDR ein guter Staat gewesen sei.Es sei ein kleines Experiment gewagt: Wäre Krenz ein besserer und anständigerer Mensch, wenn er wie viele andere Ostdeutsche nach der Wende auch reumütig bekannt hätte, daß der Westen nun mal in allem besser sei und alles in der DDR nur ein Irrtum gewesen sei. Haben wir nach 1945 nicht viel zu viele Wendehälse gehabt, die uns erklärten, es hätte nur einen wirklichen „Nazi“ gegeben, nämlich Adolf Hitler, sie dagegen wären alle immer gute Demokraten gewesen und wiederholte sich diese Wende nicht nach 1989 in Ostdeutschland wieder? Treue ist eine außer Mode gekommene Tugend,flexibel hat man zu sein. Vielleicht wäre die Politik ohne so viele flexible Wendehälse ehrlicher und deshalb auch akzeptabler.

Aber auch wenn man diesen ehemaligen SED- Parteivorsitzenden noch so energisch politisch hoffentlich dann auch gut begründet, verurteilen mag, in diesem Punkte müßte jeder Christ und vernünftig Denkende ihm zustimmen: „Hört uns endlich zu! Wir wollen Friedenspolitik. Wir haben den Wunsch zu leben und nicht zu sterben.“ 

Zusatz:

Für uns Deutsche wäre es schon ein Gewinn, hörten wir auf, aus der Perspektive des Kalten Krieges West- und Ostdeutschland zu betrachten, sondern stattdessen aus der Perspektive des Verlieres des 2.Weltkrieges, daß unser Volk dreigeteilt wurde in die DDR, BRD und Österreich, und daß wir versuchen sollten, allen 3 deutschen Staaten gerecht zu werden. 














Freitag, 13. September 2024

Was macht den Unterschied aus zwischen einer Grünenpolitikerin, die auf Jesus und Maria schießt und einem Rechten, der einem Asylanten auf die Füße tritt?

 

Was macht den Unterschied aus zwischen einer Grünenpolitikerin, die auf Jesus und Maria schießt und einem Rechten, der einem Asylanten auf die Füße tritt?

Diese Frage ist auch für gering zu spekulativem Denken Begabte leicht zu beantworten. Eine Schweizer Grünenpolitikerin lebte ganz authentisch ihren Haß auf Jesus und Maria aus, indem sie mit einer Pistole auf sie, in Ermangelung des Realobjektes auf ihre Bilder schoß und dabei deren Köpfe zerfetzte.

„Ametis Schießübungen waren gezielte Kopfschüsse auf die Jungfrau und Gottesmutter Maria, vor allem aber auf das Jesuskind. Von dessen Gesicht war auf dem von Ameti veröffentlichten Bild nicht mehr viel zu erkennen, so sehr war es von den Schüssen der schießwütigen Grünen durchsiebt worden. Wer aber schießt auf ein Kind?Sanija Ameti ist ein Paradebeispiel für eine woke Linke ohne Bodenhaftung und Realitätssinn, die 2022 von einem „Abtreibungsrecht der Frauen“ schwadronierte, den Schutz des Lebens als „Ausgeburt des Machtstrebens einer christlich-fundamentalistischen Minderheit“ diskreditierte und insgesamt gegen eine angebliche „Herrschaft der rechten, weißen und christlichen Minderheit“ in den USA wetterte.“ Kath info am 13.9.2024: „Schußwütige Grünen-Politikerin“.

Die Beurteilung dieser Grünenpolitikerin als „ohne Bodenhaftung“ und als ohne einen „Realitätssinn“ist aber völlig unversändlich, schließlich hat der Feminismus weltweit faktisch das „Menschenrecht“ auf die Kindestötung im Mutterleibe durchgesetzt, wenn auch bisher noch unter Einschränkungen und daß in den USA ein Rassenkampf tobt, in dem nun die Vorherrschaft des „Weißen Mannes“ bekämpft wird, ist nicht übersehbar. Die Regierungspartei setzt ja auch bewußt auf eine Nichtweiße als Spitzenkandidatin, um dem sehr populären aber weißen Donald Trump eine rassische Alternative entgegenzusetzen.

Diese schweizerische Grünenpolitikerin verfügt eben über ein klares Feindbild, das der christlich-fundamentalistische Kreise. Zu diesem Feindbild paßt der Haß auf Jesus-Marienbilder, den solche erfreuen sich doch auch nur noch in conservativen katholischen Kreisen großer Beliebtheit. Maria als Gottesmutter und Gottesgebärerin, das ist doch für jede Suffragette eine Unzumutbarkeit, gälte es doch, die Frau von der Mutterschaft zu emanzipieren.

Als nun aber die Entrüstung über diese grüne Kopfschußaktion sehr heftig ausfiel und selbst Parteifreunde Sanktionen gegen diese kopfschußfreudige Politkerin erwogen, entschuldigte sie sich. Sie hätte diese Kopfschußaktion besser als eine zeitgenössische Kunsthandlung bezeichnen sollen, und sie hätte gute Chancen gehabt, mit dieser Performance in Kirchen eingeladen zu werden, um die kirchliche Offenheit für provokannte avantgardistische Kunst zu demonstrieren, daß Frauen so angeregt werden, sich des Klischees der Mutterrolle so zu entledigen. Stattdessen entschuldigte sie sich für diesen antichristlich-feministischen Akt.

Wie reagiert nun die Kirche? „Nach Schüssen von Sanija Ameti auf Bilder von Jesus und Maria.Churer Bischof Bonnemain ruft zu Vergebung für Grünen-Politikerin auf.“ Die Verhöhung des letzten Abendmahles in der Eröffnungsfeier der diesjährigen Olympiaspiele war ja nach der Meinung von Kath de auch nicht der Rede wert, es wurde ja nur der Sohn Gottes verhöhnt und so solle man diese Kopfschußaktion auch nicht überbewerten. Es wurde ja nur auf die Mutter Gottes und unseren Erlöser geschossen.

Was wäre nun aber passiert, wenn ein rechtsstehender schweizerische Politiker einem Asylanten auf die Füße getreten hätte? Das wäre keine Bagatelle gewesen, hier hätte man zum verschärften Kampf gegen Rechts aufgerufen und hätte wiedermal darüber diskutiert, ob nicht die Partei, die der Täter angehört, verboten gehört ob dieses praktizierten Rassismus. Aber diese Indenkopfschießerin gehört ja der Lieblingspartei aller progressiven Katholiken an, den Grünen und so darf sie auf eine wohlwollende Behandlung ihrer Kopfschüsse setzen! 

1.Zusatz:

Sehr empfehlenswert ist der Kathpedia Artikel über diesen schweizer Bischof: Joseph Maria Bonnemain.  Ganz reformeuphorisiert setzt er sich für die Segung homosexueller und lesbischer Paare ein, befürwortet die Abschaffung des Zölibates, teilt Evangelischen die Kommunion aus und untertützt den Papst in seinem Kampf gegen die Tridentinische Messe. Eine Kirche mit solchen Bischöfen braucht keine Feinde mehr. 

2.Zusatz

Die Kirchengeschichte zeigt, daß der Feind der Kirche links steht oder liberal ist, aber heute verkennt sie das, indem sie nur noch gegen Rechts kämpft. 

Mittwoch, 13. März 2024

Korrumpiertes Christentum? Oder was trat an die Stelle des Evangeliumes?

 

Korrumpiertes Christentum? Oder was trat an die Stelle des Evangeliumes?



„Das Christentum hatte die Erlösung von den Leiden und Beschwernissen der Welt im Jenseits verkündet;die neue Relgion des Sozialen verspricht einen gesellschaftlichen Endzustand,in dem Leid und Angst,Gewalt und Unterdrückung,Armut und Ausbeutung nicht mehr auftreten können.“ So konstatiert es Helmut Schelsky, Die Arbeit tun die anderen, 1975, zitiert nach: Klaus Kunze, Wie der Mensch sein eigener Gott wurde-Humanitarismus-Die Religion der Gottlosen, 2022, S.44.

Zwei Beobachtungen: Erstens fällt ad hoc auf, daß die Hoffnung auf den „Endzustand“ der „Sozialreligion“(S.44) eine säkularisierte Version der christlichen Hoffnung auf die „Erlösung“ ist und zweitens, daß die grundlegende Differenz zwischen der christlichen und der Hoffnung der neuen Sozialreligion die zwischen einer Jenseits- und einer Diesseitshoffnung ist. Diese Differenz bestimmt dann aber auch die Differenz des Worauf gehofft wird, indem nun das von Gott Erhoffte reduziert wird auf das Maß des Menschenmöglichen, auf eine Welt, die sich durch ein Wohlleben für alle auszeichnet, einer sozial gerecht gestalteten Welt des Überflusses an allen Gütern, so daß für jeden mehr als nur das Lebensnotwendige vorhanden ist. Das setzt den Glauben an einen technischen Fortschritt voraus, daß am Ende für alle genug und wohl noch mehr industriell produziert werden kann, sodaß alle gut leben werden.

Schelsky kontrastiert hier die christliche Religion mit dieser Sozialreligion des Glaubens an die Perfektibilitierbarkeit der Gesellschaft hin zu einer guten Weltsozialordnung, aber heutzutage drängt sich der Verdacht auf, daß die Kirche und der Protestantismus sich dieser neuen Sozialreligion zu eigen gemacht hat, daß sie ihr Eigenes, ihre Erlösungshoffnung dabei ad acta gelegt hat als etwas nicht mehr Zeit(geist)gemäßes. Die Kritik, daß sie eine Religion der Jenseitsvertröstung sei, das Opium für das Volk (Karl Marx), die nur vertröste, um den Armen der Welt diese gesellschaftlichen Zustände der Unterdrückung, der Armut usw zu ertragen zu verhelfen, hat sie wohl so stark getroffen, daß sie sich selbst in eine solche Sozialreligion transformiert hat. Man muß wohl sagen, daß zumindest in Westeuropa die Kirche nur noch als eine Organisation praktizierter Nächstenliebe, das ist der praktizierten Hilfe für Bedürftige akzeptiert wird.

Aber doch sind Bedenken anzumelden: Die Vision der neuen Erlösungsreligion sei die Hoffnung auf eine sozial homogene Gesellschaft (S.44), sei ihr „Egalitarismus“ (S.44.) Damit identifiziert Kunze diese neue Religion mit der traditionellen Programatik der linken Parteien, von Karl Marx über Stalin bis zur den sozialpolitischen Positionen einiger CDU-Politiker.Der Arbeitnehmerflügel der CDU ist damit gemeint, etwa der Herz-Jesu Sozialist Norbert Blüm.

Wenn man nun aber die Lage des Jahres 1975 mit der jetzigen vergleicht, kann man nicht die Augen davor verschließen, daß die Regierungspolitik dazu führte, daß statt einer Homogenisierung der deutschen Gesellschaft eine Zerspaltung stattgefunden hat, oder sollte man das eine soziale Ausdifferenzierung nennen, wenn es jetzt viele Bürger gibt, die auf Armenspeisungen angewiesen sind, die „Tafeln“ gar nicht mehr alle Bedürftigen mit Lebensmitteln versorgen können, weil die gespendeten Lebensmittel nicht ausreichen! Um es in der etwas außer Mode geratenen Terminologie der Ober-.Mittel-und Unterschicht auszudrücken: Die Unterschicht verarmt, während der Oberschicht es weit besser geht als 1975. Eine hohe Sockelarbeitslosigkeit von 2 Millionen und die Lebensmittel-, Miet- und Heizungswucherpreise forcieren jetzt noch die Verarmung und daß unter der Regentschaft zweier links sich verstehenden Parteien, den Grünen und der SPD.

Man könnte es auch anders formulieren: Der Nivelierungstendenz der neuen Sozialreligion steht eine Rückkehr des Willens zu Privilegierungen entgegen: Gut essen, heizen und gut wohnen, soll wieder zum Vorrecht der Besserverdiener werden.Der Massenkonsum wird als etwas Negatives beurteilt, da es doch ein Privileg der höheren Kreise sein soll.

Aber was ist dann aus dieser neuen Sozialreligion geworden? Meine These, inspiriert durch Alexander Dugin, daß mit dem Ende des sozialistischen Staaten 1989f auch diese Religion ihr Ende fand, da nun die Ideologie des Liberalismus obsiegte. Sie reüssierte und avancierte zu der Ideologie des westlichen Welt. Frau Wagenknecht muß man zustimmen, daß die Partei „Die Linke“, wie auch die „Grünen“ und eigentlich die ganze heutige Linke die sog. Soziale Frage als nicht mehr relevant abgehackt hat und sich stattdessen auf Randgruppenthemen kapriziert, von den Homosexuellen bis zu Transgendern. Der Schwerpunkt liegt dann auf der Ideologie des Multikultralismus, der politischen Korrektheit, des Feminismus und des Umweltschutzes. Dies wird gern als ein Kulturmarxismus bezeichnet, aber dieser Terminus ist in sich selbst absurd: Der Marxismus versteht nämlich die Kultur als ein Ephiphänomen der ökonomischen Basis der Gesellschaft, sodaß kulturelle Veränderung Veränderungen der Basis voraussetzen, sprich eine kapitalistische Gesellschaft könne nur eine bürgerlich-kapitalistische Kultur hervorbringen und die Basis limitiere die Möglichkeiten kulturellen Wandels. Nun den Kapitalismus bestehen lassen zu wollen, um nur die Kultur zu entbügerlichen, ist aus marxistischer Perspektive ein völlig absudes Unterfangen.

Die Linke hat so, abgesehen von sehr randständigen linken Organisationen d ie neue „Sozialreligion“ aufgegeben und ersetzt durch die jetzige Agenda der Überwindung der bürgerlichen Kultur. Faktisch vertritt sie dabei mehr die politischen Anliegen der Besserverdiener, des jetzigen Bildungsbürgertumes mit seinen Vorlieben für die politische Korrektheit, dem Genderismus …. als die des gemeinen Mannes. Wie reagiert nun die Kirche? Sie hat sich dem Kurswechsel der Linken angepaßt. Ihr traditionelle Erlösungsvorstellung diffamiert sie dabei jetzt als ein vorkonziliares Verständnis, und hat aber auch alle Sozialutopien aufgegeben und inszeniert sich stattdessen nun als eine Agentur im Dienste des Sozialstaates. Nicht mehr die Sozialreligion fungiert nun als die Agenda der Kirche sondern die Menschenrechtsideologie als das Fundament der liberal-kapitalistischen Gesellschaftsordnung. An die Stelle der Erlösungseligion tritt so die politisch korrekt ausgelegte Menschenrechtsideologie, bei der dann Gott nur noch als Legitimierung dieser Ideologie vernutzt wird. Die Absage an die Jenseitsorientierung ist dabei das Gemeinasame der „Sozialreligion“ und der jetzigen Menschenrechtsideologie, die beide in der Kirche rezipiert worden sind, einst am extremsten in der marxistischen Befreiungstheologie, die Papst Franziskus zu rehabilitieren versucht, und jetzt in der politisch Korrektheit, die ihre wichtigste Aufgabe in dem Kampf gegen Rechts sieht.

1.Zusatz:

Wie sehr die Zeiten sich geändert haben, zeigt, daß im linken Lager soziale Fragen kaum noch eine Rolle spielen, vgl Frau Wagenknechts Kritik, wohingegen im rechten Lage man sich dieser Frage zuwendet, besonders radical mit dem Konzept eines "deutschen Sozialismus" der Partei: "Der dritte Weg", gemäßigter bei Benedikt Kaiser: "Marx von Rechts". 

2.Zusatz

Die "Utopie" der "neuen Weltordnung" darf man so nicht identifizieren mit den Soziaalutopien der sog Sozialreligion.

Montag, 26. Februar 2024

„Lebensrecht ist universal und nicht politisch einzuordnen“

 

„Lebensrecht ist universal und nicht politisch einzuordnen“


So zitiert Kath net am 26.2.2024 den Bundesverband Lebensrecht: „Bundesverband Lebensrecht wehrt sich gegen Verleumdungsversuche durch Medien "Jede versuchte Einordnung unseres Verbandes in „rechte“ Kategorien ist dementsprechend unwahr und dient dem Versuch, von gravierenden Menschenrechtsverletzungen abzulenken."

So verständlich nun auch das Anliegen des Bundesverbandes ist, nicht als „rechts“ ethiketiert und diffamiert zu werden, so unwahr ist es doch. Dem Feminismus ist das Recht der Frau, das eigene Kind im Mutterleibe töten lassen zu dürfen, stets das Zentralanliegen, um so die Frau von der Mutterschaft zu befreien.Unstrittig ist auch, daß dieser Feminismus sich als ein Teil der Linken verstanden hat, der der bürgerlichen Frauen-emanzipationsbewegung ablehnend gegenüberstand. Heute gibt es als eine relevante Größe im politischen Raum nur noch den sich als links verstehenden Feminismus. Es ist eben kein Zufall, daß bei jeder feministischen Antilebensrechtsdemonstration neben der Parole: „Wenn Maria abgetrieben wäre, wäre das uns erspart geblieben“, gemeint ist die Lebensschutzbewegung und die christliche Religion) gebrüllt wird: „Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda!“

Nach der Oktoberrevolution erlaubte die kommunistische Regierung unter Lenin als erste Regierung der Welt den Frauen die Tötung der Kinder im Mutterleib.Damit begann der Siegeszuges des Rechtes auf diese Kindestötung,überall in der Welt durch linke Parteien durchgesetzt. Wer nun gegen dies Tötungsrecht auftritt, ist rechts, denn die politische Mitte, die weder links noch rechts ist, hat inzwischen sich auch diese linke Position zu eigen gemacht.

Das Recht, aus politischen Gründen politische Gegner töten zu dürfen, hat zum ersten mal die Französische Revolution in Wort und Tat praktiziert.Die Guillotine reüssierte zu dem beliebtesten Mittel der Revolution.Als eine Reaktion auf den linken Terror bejahten dann radicale Rechte auch das Töten politischer Feinde. (Vgl dazu auch Ernst Noltes Interpretation des Holocaustes.) Zum „Roten Terror“ der Bolschewisten gehörte dann auch das Erlauben des Töten der Kinder im Mutterleibe. Und wer nun sich gegen dies Tötungsrecht ausspricht,gilt somit als Antilinker als Rechter.Daß Stalin dann als der Nachfolger Lenins eine antifeministische Politik betrieb, indem er die Abtreibungen wieder verbot und die Bedeutung der Familie als die Keimzelle des Lebens stärkte, blieb in der politischen Linken eine Ausnahmeerscheinung, das feministische Nein zum Leben setzte sich in der Linken durch, dem nun nur noch die politische Rechte entgegensteht.

So muß man den heutigen Feministen und ihren vielen Sympathisanten in den Medien recht geben: Wer gegen das Töten von Kindern im Mutterleibe ist, ist ein Rechter, sofern er es nicht vorziehen wollte, ein Stalinist zu sein.


Freitag, 16. Februar 2024

„Die kommunistische Infiltration des Klerus“

 

„Die kommunistische Infiltration des Klerus“


So betitelt T.R.Marshall das 9.Kapitel seines Buches: „Infiltriert. Die Verschwörung zur Zerstörung der Kirche“.Ein Exkommunist tätigte dazu diese Aussage vor dem „Komitee für unamerikanische Umtriebe: „Sobald die Taktik,religiöse Organisationen zu infiltrieren,einmal vom Kremel festgelegt worden war (...)stellten die Kommunisten fest, dass die Zerstörung der Religion sehr viel schneller durch die Unterwanderung der (katholischen)Kirche vonstattengehen könnte,wenn innerhalb der Kirche selbst Kommunisten operierten“. (S.107) Es habe sich dabei herausgestellt, daß schon kleine eingeschleußte Gruppen ausreichten,“die Weltanschauung künftiger Geistlicher in der Weise zu beeinflussen,dass sie den Zwecken der Kommunisten dienlich wären. Diese Vorgehensweise der Seminarinfiltration übertraf hinsichtlich ihres Erfolges sogar die Erwartungen der Kommunisten.“ (S.107)

Wer sich vor Augen hält, mit welcher Vehemenz heute in Deutschland Christen mit Antifaschisten und Kommunisten gegen Rechts Hand in Hand demonstrieren und gegen alles Conservative und Rechts agitieren, könnte dies als eine Frucht dieser Infiltration ansehen. Dabei war die Ausgangslage für die Kommunisten doch äußerst ungünstig, hatte sich doch die radicale Rechte in Spanien unter Franco und in Italien unter Mussolinie als Beschützer der Kirche und des Christentumes profiliert und selbst Hitlers Präventivkrieg gegen die Sowjetunion wurde auch als ein Verteidigungskrieg gegen den bolschewistischen Atheismus wahrgenommen.

Der Autor verzeichnet dabei Pius XI Enzyklika: Divini redemptoris,daß der Papst in ihr Stellung bezog gegen den Kommunismus und den Faschismus, aber die dortige Positionierung für einen „dritten Weg“ meint eine Alternative zum Liberalismus/Kapitalismus und dem Kommunismus! (S.105). Der Faschismus wurde nicht kritisiert. Papst Pius XI wird wohl zufrieden gewesen sein mit dem mit Mussolini ausgehandelten Konkordat. (S.101). Das Konkordat bejahte nämlich den Katholizismus als die alleinige Religion Italiens,der faschistische Staat bezahlte die Gehälter der Bischöfe und Priester und sorgte für einen katholischen Religionsunterricht an allen öffentlichen Schulen.

Jetzt aber gilt die politische Rechte als der größte Feind der Kirche,obgleich man doch nur in die Geschichtsbücher schauen bräuchte, um nachzulesen, wie sehr die Kirche durch die Französische Revolution und dann noch schlimmer durch die bolschewistische in Rußland verfolgt wurde. Seit Karl Marx Religionskritik stand der Feind der Kirche links und auch jetzt bekämpft die linke Regierung Nicaraguas dort die Kirche.

Es ist nun aber der Kurswechsel der Kommunisten in der Religionsfrage unter Stalin zu berücksichtigen: Statt Lenins Konfrontationskurs gegen die Religion zu prolongieren, wurde ihm die Russisch-Orthodoxe Kirche zum Bündnispartner im großen Vaterländischen Krieg. Daraus erwuchs nun die Strategie, die Kirchen für sich zu gewinnen im Kalten Krieg gegen die Aufrüstungspolitik der Nato. Die Friedensbewegung grade in Deutschland war so in den Kirchen beheimatet und wurde sehr kraftvoll von den Kommunisten in Westdeutschland unterstützt, isb durch die DKP. Sie galt so dann ja auch als von Moskau ferngesteuert wie auch jetzt alle Kritiker der vorbehaltlosen Unterstützung der Regierungspolitik der Ukraine und der Natostrategie gegen Rußland als „Putin-Versteher“ diffamiert werden. Nur so gesehen kann das Ziel einer Infiltration der Kirche dann nicht das ihrer Zerstörung gewesen sein, sondern Moskau wollte die Kirchen als Helfer wider die Kalte-Kriegspolitik des Westens, als friedensbewegte Christen.

Aber unverkennbar gab es nach 1968 einen Linksruck etwa in den theologischen Fakultäten, als Theologe war man selbstverständlich links, den Jesuiten sagte man gar nach, in den Werken Karl Marx und der Frankfurter Schule sich besser auszukennen als in der Bibel.

Meine These lautet deshalb: Es ist zu distinguieren zwischen der Strategie Moskaus,die Kirchen für sich im Kalten Krieg zu gewinnen als eine Opposition zur Kalten-Kriegspolitik des Westens und der Hinwendung nach Links von Christen im Gefolge der 68- Studentenbewegung, die dann den Marxismus im Westen salonfähig machte, gerade auch indem man sich vom orthodoxen Marxismus-Leninismus des Ostens absetzte. (Man lese ein mal,wie energisch Theodor Adorno etwa diesen orthodoxen Marxismus in seiner Vorlesung: „Einführung in die Dialektik“ kritisiert.)

War das Ziel Moskaus eine Nato-kritische Kirche, so war das Ziel der 68,die die Kirche infiltrierten, eine kapitalismuskritische Kirche, die für eine sozialistische Umgestaltung der Gesellschaft sich engagiert.

Erst nach dem Ende des Sozialismus 1989 änderte sich das:Die marxistische Ideologie wurde ersetzt durch den Feminismus, die Genderideologie, dem Antirassismus und all den Themen der politischen Korrektheit, philosophisch trat der Strukturalismus und Poststrukturalismus an die Stelle des Marxismus.Die Postmoderne begrub eben auch den Marxismus als eine typisch moderne Philosophie. Aber die Hinwendung zu linken Positionen ist in der Kirche unverkennbar, gerade beim jetzigen Papst.

Der Kampf gegen Rechts avancierte nach 1989 sozusagen zur DNA des Christseins heute und da kämpft man dann Seit an Seit mit allen Linken und den Restkommunisten in Deutschland gegen diesen einzigen Feind.

Samstag, 23. Dezember 2023

Nur wer politisch links ist, ist ein Christ!

 

Nur wer politisch links ist, ist ein Christ!


Diese Meinung vertritt nun ein bekannter Jesuit, Hr. Dr. Kiechle in „Stimmen der Zeit“, gut zugänglich über die Internetseite: kath de nachrichten: woke-links-christlich vom 20.Dezember 2023. Das Anliegen dieses Textes ist es nun, in der Besprechung eines Buches von Neimann zu dekretieren, daß erstens Christen links und nicht recht sein dürfen und daß die Wok-Strömung nicht richtig links ist und darum auch nicht christlich bejahbar.

„Das Unterscheidende zwischen rechts und links ist der Universalismus: Wirklich links– und christlich– sind jene, die universal für Marginalisierte, für Vertriebene und für Opfer von Kriegen und Gewalt Gerechtigkeit schaffen wollen. Rechts wäre auch– so Neiman zu Recht–, statt auf Gerechtigkeit auf Macht zu setzen: Der starke autoritäre Staat, die überlegene Ethnie usw. setzen mit ihrer größeren Macht ihre Interessen und Vorteile zum Nachteil Anderer durch. Hingegen wäre links, die Macht der Starken und Reichen zu kontrollieren, sie zu zähmen und sie auszurichten– auf das wirkliche Ziel hin: universale Gerechtigkeit.“

Also das Christsein und das Linkssein zeichne sich durch die gleiche Substanz aus: ihr Streben nach einer universalistischen Gerechtigkeit. „Alle Menschen sind zu Frieden und Gerechtigkeit gerufen- die Idee der einen Menschheit und der universalen Menschenrechte wurde in der Aufklärung formuliert, ist aber zuerst biblisch. Christen haben den Auftrag, Güter und Wohlstand allen zugänglich zu machen. Krieg und Gewalt gegen Völker, Ethnien oder Minderheiten aller Art sind in fast jedem Fall– außer verteidigend gegen Aggressoren– verwerflich. Übrigens ist der Vorwurf, Universalismus sei rein westlich und kolonialistisch, falsch, wie Neiman mit zahlreichen außereuropäischen Texten belegt.“

So simpel sieht die Welt für einen Jesuiten aus: Die Menschenrechte und die Idee der einen Menschheit, ursprünglich ideologische Hervorbringungen des Freimaurer-tumes, seien eigentlich christlich und somit gehöre es zur Substanz eines Christen, universalistisch für die Menschenrechte einzutreten und somit für eine gerechte Welt.Nicht akzeptabel sei so, sie wird zwar namentlich nicht genannt, ist aber damit gemeint die Position von Frau Wagenknecht, sie ist wohl ob ihrer Kritik an der Politik der offenen Grenzen und des unlimitierten Aufnehmens von „Flüchtlingen“ nicht universalitisch, wie auch die Woken, die sich zu sehr auf geschlechts- und sexualorientierte Identitätsprobleme kaprizieren, das Soziale also vernachlässigen.

Rechte sind dagegen einfach unmoralisch. Ganz schlimm, sie votieren gar für einen starken Staat, der als autoritär diffamiert wird und für einen Nationalstaat, daß eben ein Volk seinen Staat sich erbaut, durch den er sein Volksleben sich gestaltet. Das ist alles verwerflich. Stattdessen skizziert dieser Jesuit hier die Utopie einer Einheitswelt mit einer Einheitsmenschheit, in der Frieden und Gerechtigkeit verwirklicht sind. Das ist offenkundig eine völlig säkularisierte Version der Reich Gottes Verheißung der christlichen Religion und klingt doch sehr freimaurerisch.Aber diese säkularisierte Version beinhaltet auch eine Verneinung der Schöpfungsordnungen Gottes, der Ordnungen, die Gott gesetzt hat, um das Leben zu erhalten gegen seine Tendenz zur Selbstdestruktion, die Ordnung der Geschlechter in ihrer Bipolarität, die Ordnung der Ehe und der Familie und die der Völker und ihrer Nationalstaaten.All diese Ordnungen sollen eben in einem Einerlei eines Universalismus aufgelöst werden. All diese Ordnungen existieren ja nur durch antiuniversalistische Ausschließungen, daß es Familienmitglieder und Nichtfamilienmitglieder gibt, Volkszugehörige und Nichtvolkszugehörige usw. 

Augenfällig ist hier die völlige Selbstsäkularisierung der christlichen Religion, daß sie reduziert wird auf die Bejahung der Menschenrechte und des Strebens nach der sozialen Gerechtigkeit. Dieser Jesuit steht mit diesem Reduktionismus sicher nicht allein im Jesuitenorden, ja es darf gemutmaßt werden, daß der Jesuitenpapst diesen Reduktionismus auch bejaht.

Freitag, 16. Juni 2023

Mit wem man nicht mehr reden darf? Über die Kontaktschuld oder daß Jesu Praxis des Zugehens auf alle inakzeptabel ist

Mit wem man nicht mehr reden darf? Über die Kontaktschuld Im Religionsunterricht erfreute sich einst, ich bin mir nicht sicher, ob das heute noch so ist, das Jesusbild von dem mit jedem Redenden großer Beliebtheit: Er grenzte keinen aus, wandte sich besonders den Ausgegrenzten und Marginalisierten zu, in ihm erlebten grade die Geächteten Gottes Zuneigung. Der Hofphilosoph Habermas stilisierte diese Haltung gar zur Substanz seiner Philosophie des kommunikativen Handelns, daß der herrschaftsfreie Diskurs der Weg zur Wahrheit sei als dem Konsensus aller Dialogpartner. Aus diesem Wahrheitsfindungsdiskurs durfte niemand ausgeschlossen werden, denn es sollte nur das vernünftige Argument zählen. Die Zeiten ändern sich, Habermas selbst zog ja die Notbremse, als er faktisch den Ausschluß Ernst Noltes aus dem öffentlichen Diskurs forderte, weil dieser durch seinen Thesen zum Nationalsozialismus dessen Alleinstellungsmerkmal, die schrecklichste denkbare Barbarei gewesen zu sein, in Frage stellte. Mit wem darf man so also keinen Dialog mehr führen? Die philosophische Gesellschaft phil Cologne (so deren Internetseite) lädt nun zu einer Podiumsdiskussion ein: Mit wem darf ein Philosoph nicht mehr reden? „Wie grenzt man sich von rechts ab? Muss man das überhaupt? Wo fängt Kontaktschuld an? Wie umgehen mit Applaus von der falschen Seite? Ist eine Aussage von vornherein tabu, wenn auch ein:e AfD-Politiker:in sie vertritt? Das sind heikle Fragen, die im Mittelpunkt erhitzter Debatten stehen und das linke Lager spalten. Im Zenit der Auseinandersetzung steht die ehemalige Führungsfigur der Partei »Die Linke«: Sahra Wagenknecht wird von ihren Gegner:innen vorgeworfen, gezielt am rechten Rand zu fischen und mit ihren Überlegungen, eine eigene Partei zu gründen, eine »Querfront« etablieren zu wollen. Auf der phil.COLOGNE diskutiert sie mit dem Historiker Per Leo (»Mit Rechten reden«) über die Bedeutung von links und rechts und das Problem politischer Positionsbestimmung in komplexen Zeiten.“ So lautet der Werbetext für diese Veranstaltung. (Internetseite phil Cologne 2023) Die Zentralfrage lautet so tatsächlich: Mit wem darf ich nicht mehr reden? Die Kontaktschuld besteht eben in Kontakten zu den vom öffentlichen Diskurs Ausgeschlossenen. Seit der Coronaepidemie ist uns dies Denken in der Vorstellungswelt der Infizierungen vertraut geworden: Von Infizierten geht eine hohe Ansteckungsgefahr aus, darum müssen Infizierte gemieden werden . Das gilt so auch von nichtakzeptabel Denkenden. Die verortet die Politische Korrektheit mit dem Terminus: „Rechte“ Von ihnen muß man sich abgrenzen, um nicht selbst in den Verdacht zu geraten, infiziert zu sein. Die Kontaktschuld könnte schon darin bestehen, daß wenn man für etwas Geäußertes von Rechten Beifall bekommt. Wer gar etwas sagt, was ein Rechter auch gesagt hat, dann evoziert dies zumindest den Anfangsverdacht eine Infektion. Rechts und Links, diese Dualität avanciert dabei geradezu zu einem metaphysischen Dualismus, dem von Böse und Gut. Die klare Abgrenzung, die Meidung jedes Kontaktes mit diesem Bösen wäre nun das wichtigste Anliegen für die Diskurshygene. Aber läßt sich diese Scheidung in der Praxis so einfach durchsetzen? Veranschaulichen wir uns das an einem bekannten Problem: Adolf Hitler schätzte die Opern Richard Wagners. Darf man nun noch Wagners Musik hören und lieben, darf sie noch aufgeführt werden? So schreibt der Deutschland am 16.3.2023: „Wagner in Israel„Für viele Israelis noch immer ein Tabu“Richard Wagner öffentlich aufgeführt? Dass sich die Menschen in Israel dagegen noch immer sperrten, hat für Jascha Nemtsov einen Grund.“ Wer von einem Rechten gelobt wird, gerät dadurch eben in akute Infizierungsgefahr und sollte so unter Quarantäne gestellt werden. Ob Frau Wagenknecht sich nun doch noch als Uninfizierte rehabilitieren kann nachdem man ihr so viele unerlaubte Kontakte vorzuwerfen hat, das soll nun philosophisch geklärt werden. Für die Parteiführung der „Linken“ ist die Entscheidung schon gefallen: irreversibel kontaminiert! Beachtenswert ist hier das zugrunde liegende Philosophie-verständnis: Sie bestimmt, mit wem ein vernünftiger Mensch nicht mehr reden darf, Kontakte mit wem so kontaminieren, daß der Betroffene aus dem öffentlichen Diskurs auszuschließen ist. Jesus: „Ich red mit jedem“ ist eben nicht mehr auf der Höhe der Zeit, denn so könnte man sich ja der Kontaktschuld schuldig machen! Zusatz: Von der Kontaktschuld ist das Konzept der Sippenhaft zu unterscheiden: Die Kontaktschuld meint unerlaubte freiwillige Kontakte, die Sippenhaft unmerlaubte Verwandtschaftsbeziehungen,wenn etwa Kinder ob der politischen Einstellung der Eltern diskriminiert werden dürfen, etwa daß Privatschulen Kinder ob der rechten Einstellung der Eltern den Schulbesuch verwehren dürfen.

Samstag, 4. Februar 2023

Wenn der Täterschutz wichtiger ist als das Opfer sexueller Übergriffe oder daß es für Linke auch die Praxis des Täterschutzes gibt

Linke und Gewalt gegen Frauen „Seit Wochen belästigt ein Mann in der Nähe der Freien Universität in Berlin junge Frauen. Der linke Studierendenausschuß will die Polizei allerdings nicht einschalten. Grund: Der Sextäter hat Migrationshintergrund.“ So berichtet die „Junge Freiheit“ am 3.Februar 2023. Auf den ersten Blick könnte diese Nachricht doch irritieren. So gilt Feministin schon die Titulierung einer unverheirateten Frau als „Fräulein“ als ein Akt rabiatester Frauenunterdrückung und nun werden Frauen gar regelmäßig von einem Mann sexuell belästigt. Aber der Täter weist einen „Migrations-hintergrund“auf und das erheischt eben einen sensiblen Umgang mit ihm: Die belästigten Frauen werden so von der linken Studentenvertretung aufgefordert, den Täter nicht anzuzeigen. Wie erklärt sich diese Vorzugsliebe Linker für „Menschen mit einem Migrationshintergrund“? Daß sie einfach moralisch bessere Menschen wären, kann wohl schwerlich behauptet werden, zumal ja in diesem Fall der Mann eindeutig sich auch aus linker Sicht unmoralisch verhält. Slavoj Zizek präsentiert dafür eine überraschende Erklärung: Die traditionelle Linke setzte ihre Hoffnung auf das revolutionäre Subjekt der Arbeiterklasse, deren Mission die Überwindung der bürgerlichen Gesellschaft sei. Als diese Hoffnung sich als unrealistisch erwies, begann die Suche nach einem neuen revolutionären Subjekt. In seinem Buch: „Der neue Klassenkampf“ 2020 heißt es dazu dann: „Nur eine wirklich große Zahl von Flüchtlingen (mitsamt ihrer Enttäuschungen,da Europa ihre Erwartungen offensichtlich nicht erfüllen kann)könne die radikale europäische Linke wiederbeleben.“ (S.88) Kritisch urteilt Zizek, daß so „wir die Lücke der fehlenden radikalen Proletarier zu schließen versuchen, indem wir sie von außen importieren,so dass wir die Revolution auf importierte Revolutionshelfer abladen.“(S.88). Nicht sollen also die Flüchtlinge und Asylanten in die Gesellschaft integriert werden, sondern sie sollen als Nichtintegrierte zum Subjekt der Überwindung der jetzigen Gesellschaft werden. Dies neue Revolutionssubjekt entspricht aber in Vielem nicht den kulturellen Vorstellungen der Linken: muslimisch-fundamentalistisch, patriachalistisch, sexistisch -frauenfeindlich, oft Homosexuellen ablehnend gegenüber stehend, aber all das wird in Kauf genommen, weil hier das neue Subjekt der Zerstörung der verhaßten bürgerlichen Gesellschaft erkannt wird. Zizek selbst verwirft diese Revolutionsstrategie: Statt einer „schwammig formulierten >Bewegungsfreiheit für alle< soll es einen „sorgfältig geplanten und gut organisierten Veränderungsprozess“ geben. (S.82) Staaten dürften nicht einfach aufgelöst werden, indem jedem das Recht zugesprochen wird, dort leben zu wollen, wo er möchte. Es gälte stattdessen die Fluchtursachen zu beseitigen. Hiermit stellt sich dieser Philosoph gegen die neue Linke, die eben ganz auf den Revolutionär mit dem Migrationshintergrund setzt. Es darf vermutet werden, daß Zizek befürchtet, daß dies revolutionäre Subjekt die positiven Errungenschaften der Moderne, die Idee des Egalitarismus und der persönlichen Freiheit beseitigen würde und so nicht als etwas Positives erachtet werden könne, wohingegen den jetzigen Linken es primär um die Destruktion des Bestehenden geht als um den Aufbau einer besseren Gesellschaft. Dazu paßt dann auch der praktizierte Täterschutz für diesen Frauenbelästiger. Wenn also Patrioten vor einer Überfremdung durch die massenhafte Einwanderung von Flüchtlingen warnen, begrüßen das Linke als den Anfang der Überwindung und Zerstörung der bürgerlichen Gesellschaft mit ihrer Kultur und ihrer christlichen Religion. Zusatz: Zizek zitiert zum Thema Statt und Grenzen Lenin, wie folgt (S.96): "Was bedeutet die Methode der sozialistischen Revolution unter der Losung:Nieder mit den Grenzen? Wir vertreten die Notwendigkeit des Staates,der Staat aber setzt Grenzen voraus.Zum Staat kann natürlich eine bürgerliche Regierung gehören,während wir Sowjets brauchen.Aber auch für dese besteht die Frage der Grenzen.Was heißt :Fort mit den Grenzen? Hier beginnt die Anarchie". Genau das dürfte das Ziel der Üraxis der Politik der offenen Grenzen sein. ZZ

Dienstag, 15. September 2020

Irritierendes: Kulturmarxismus


Ein rechter Kampfbegriff, der nicht überzeugen kann

Begriffe können Realitäten so verdunkeln, daß sie als mehr als problematisch zu beurteilen sind. Zu diesen Begriffen gehört auch dieser. Dieser Begriff soll einen Bruch in der Geschichte des Marxismus markieren: wie sich der Marxismus gewandelt hat nach dem Zusammenbruch des Real existierenden Sozialismus 1989f. Vordergründig sind damit die sich am sowjetischen Marxismus orientiert habenden kommunistischen Parteien gemeint, aber diese Umformung umfasse auch andere marxistische Strömungen. Einen guten Überblick dieses Umformungsprozesses bietet Vladimir: „Die Löwen kommen. Warum Europa und Amerika auf eine neue Tyrannei zusteuern?“ Zu diskutieren ist aber,ob dieser von Vladimir beschriebene Bruch es erlaubt, die umgeformte Gestalt des Marxismus noch als marxistisch zu begreifen.

Auch bei nur einer oberflächlichen Zurkenntnisnahme des Marxismus ist eines nicht überlesbar, daß der Ökonomie, der gesellschaftlich organisierten Arbeit, den Produktionskräften und den Produktionsverhältnissen der Primat zugeschrieben wird. Einfach gesagt: Die Ökonomie ist das Schicksal des Menschen. So lassen sich alle bedeutsamen Veränderungen in der Geschichte letztendlich auf die Entwickelung der Produktivkräfte in ihrem jeweiligen Verhältnis zur gesellschaftlichen Verfaßtheit der Produktionskräfte zurückführen. 4

Der Raum der Kultur ist so immer nur ein Epiphänomen der ökonomischen Basis. Wahre Revolutionen sind so nur solche, die diese Basis revolutionieren, wie die bolschewistische, wohingegen der Nationalsozialismus 1933 nur eine Revolution simulierte, da die kapitalistische Grundstruktur er nach seiner Machtübernahme unverändert ließ.

Nun gab es im Marxismus sicher Versuche, der Kultur eine größere Bedeutung zuzuschreiben, man kann hier Gramskis Konzeption der „Hegemonie“ oder Althussers Arbeiten zum „ideologischen Staatsapparat“ herangezogen werden, aber der Marxismus blieb materialistisch: Die Basis der Gesellschaft, die Ökonomie ist das Bestimmende. Das heißt, daß unsere heutige Zeit nur durch eine Analyse des Kapitalismus begriffen werden kann und daß das Subjekt einer wahren Revolution nur die Arbeiterklasse unter der Führung einer kommunistischen Partei sein kann, wie es Lenin dann theoretisch fundierte und praktisch realisierte.

All dies haben die einst kommunistischen Parteien 1989ff abgelegt. (Vgl: Vladimir). Stattdessen tritt ihr Engagement gegen die bürgerliche Kultur! Die Ordnung der Ehe und der Familie, die Unterdrückung der Frau im feministischen Sinne und die Ordnung des Volkes, den Nationalstaat stehen nun ganz oben in der Agenda der „Kulturmarxisten“. Dieweil wurde die Kapitalismuskritik ersetzt durch das sozialdemokratische Konzept des Sozialstaates, der den Kapitalismus sozial zu gestalten habe. Im Vordergrund steht jetzt so der Kampf gegen die bürgerliche Ordnung, während das Fundament dieser Ordnung, der Kapitalismus nur noch sozial gestaltet werden soll durch den Staat.

Als Subjekte möglicher Kulturrevolutionen werden nun in und durch die bürgerliche Ordnung Marginalisierte angesehen, also Homosexuelle, Lesben, ethnische Minderheiten, irgendwie sich ausgegrenzt Fühlende und natürlich die im Bürgerlichen unterdrückte Frau. Und was soll nun erreicht werden: Ein Kapitalismus, staatlich domestiziert und eine nicht mehr bürgerliche Kultur. Als Überwindung wird nun aber keine „Arbeiterkultur“ propagiert, sondern eine links-alternative.Nüchtern betrachtet ist dieses Gesamtkonzept eher ein linksliberales: Um der Freiheit des Einzelnen willen soll die bürgerliche Normierung des Lebens beseitigt werden, die nur noch als freiheitshemmend wahrgenommen wird, isb die Ordnung der Ehe, der Familie und des Volkes. Links ist dann das sozialliberale Moment der etatistischen Auffassung des Staates, der so die Frau von der „Last“ der Kindererziehung befreien soll durch Kindertagesstätten und Kindergärten, oder noch rabiater durch das Erlauben des Kindestötung im Mutterleibe.

Abstrakter formuliert: Die bürgerliche Kultur bindet den Menschen noch zu sehr ein in Ordnungen, die der Weiterentwickelung des Kapitalismus behindern, weil er so nicht gänzlich der Ökonomie zur Verfügung steht, wenn etwa Frauen, statt voll berufstätig zu sein, lieber ihren Kindern die Mutter sein wollen. Die Kultur, gerade die bürgerliche ist so selbst zumindest teilweise zum Hindernis der Fortentwickelung des Kapitalismus geworden. Man denke nur an die Sparsamkeitskultur, das Ideal der Selbstbeherrschung, während die Massenkonsumgesellschaft den Carpe diem Menschen verlangt, der immer mehr jetzt augenblicklich will und keine Grenzen akzeptiert. So fungieren die heutigen „Kulturmarxisten“ als Modernisierer des Kapitalismus! Der Mensch soll reduziert werden auf eine Funktion der Ökonomie: produzieren und konsumieren, das allein soll sein Leben ausmachen. Seine Freiheit ist die des unlimitierten Konsumierens, also ganz liberal vorgestellt.

Könnte es sein, daß Alexander Dugin mit seiner These, daß es nach 1989 nur noch die Ideologie des Liberalismus gibt, so recht haben, daß auch die „Kulturmarxisten“ nur noch verkappte Linksliberale sind?

 

Sonntag, 6. September 2020

Confusionen- wenn irgendwie die Welt aus den Fugen gerät

Auf ein Ordnungsschema ist doch Verlaß, das der Differenz von links und rechts. Sicher die grundlegenderen Ordnungsschema: Wahr und Unwahr, Gut und Böse, Schön und Häßlich, sie sind mit dem Ende des metaphysischen Denkens auch verblaßt, verlieren ihre Ordnungskraft, aber im politischen Raume, da kann doch noch Freund von Feind unterschieden werden: Der Feind steht rechts.

Aber wie paßt denn nun die Protestbewegung gegen die staatlichen Schutz-maßnahmen hinsichtlich der Coronaseuche in dies bewährte Deutungsschema? Die Medien vermitteln hier ein klares Bild: Rechtsextremisten aller Couleur laufen hier auf zum Kampfe gegen die Regierungspolitik. Ach ja und noch ein Haufen Verirrter und Verführter sind auch dabei, aber die Medien stehen standfest zur Regierung. So klar dies so produzierte Bild dieser Protestbewegung auch ausfällt,so unklar wird es, wenn darüber nachgedacht wird.

Grundsatzentscheidungen fundieren diese Bewegung, auch wenn sicher nicht jeder Akteur sich dieser bewußt ist:

A) Der Staat hat nicht das Recht, um eines (fiktiven)Allgemeinwohles willen die Privatfreiheitsrechte des Bürgers einzuschränken

B) Der Mensch ist für die Wirtschaft da, deshalb darf der Staat die Wirtschaft nicht „runterfahren“ um der Volksgesundheit willen.

Das ist politischer Liberalismus pur, gerade in seiner Focusierung auf den Staat als potentielle Gefährdung der bürgerlichen Freiheiten. Der Conservatismus, der kontinentale, nicht so der amerikanische, und die Rechte setzt stattdessen auf das Konzept des starken Staates als Garant einer auf das Gemeinwohl orientierten Politik, der als starker Staat aber gerade auch den Einzelstaatsbürger vor der Willkür der anderen Bürger schützt. Im rechtsradicalen Denken wird dagegen das Volk über den Staat gesetzt,das so das Absolute im politischen Raume ist, dem der Einzelne sich unterzuordnen hat.

Selbst unter Medizinexperten ist die Frage umstritten, ob die von der Regierung getroffenen Maßnahmen so notwendig waren oder nicht. Nichtexperten, Laien können so schon gar nicht auf der Basis von Fachkenntnissen die Qualität der Regierungsmaßnahmen beurteilen. Faktisch reduziert sich so die politische Willensbildung auf die Entscheidung, welchem Expertenurteil glaube, vertraue ich.Diese Entscheidung wird natürlich präfiguriert durch politische Grundsatzentscheidungen: Der liberal Denkende wird so der Position Glauben schenken, die seiner Ideologie entspricht. Nicht Sachkenntnisse sondern die ideologische Einstellung bestimmt, was für wahr gehalten wird. So fundiert der Liberalismus diese Protestbewegung, sie ist also nicht rechtsideologisch fundiert.

Wie kann dann diese Bewegung den Eindruck erwecken, eine rechte zu sein? 2 Gründe gibt es dafür. Erstens beheimateten sich „rechte“ Verschwörungstheorien in dieser Bewegung, daß der Coronavirus irgendwie von Hintergrundmächten erfunden worden sein soll, um letztendlich einen totalitären Welteinheitsstaat zu erschaffen, im Vordergrund stünde dabei die Abschaffung der bürgerlichen Freiheitsrechte. Die Thematisierung der Hintergrundmächte entstammt dabei eher rechter Theoriebildungen, die Behauptung der Einschränkung der bürgerlichen Rechte dann mehr der liberalen Phobie vor dem Konzept des starken Staates.

Vor einem kaum lösbaren Problem stehen aber all solche Konzeptionen: Wie erklärt sich, daß in China dieser Virus ausbrach? Die chinesische Regierung braucht doch nicht eine Virusseuche zu erfinden, um so eine Beschneidung bürgerlicher Rechte in ihrem Lande zu legitimieren. Wenn aber die Seuche in China eine reale Gefahr war und wohl noch ist, dann kann sie im freien Westen nicht ein Produkt verschwörerischer Hintergrundsmächte sein. Und wieso kamen überhaupt die europäischen Staaten auf die Idee, von einem „Schurkenstaat“ sich zeigen zu lassen, wie diese Gefahr zu bekämpfen sei? Das widerspricht nun allen gängigen Verschwörungstheorien: China als Geheimverschwörer.

(Realistischer ist wohl die Annahme, daß die liberal-demokratischen Staaten befürchteten, mit ihrem Repetoire diese Gefahr nicht in den Griff zu bekommen und so gern das autoritative Konzept Chinas übernahmen- das ist aber kein triftiger Grund für komplexe Verschwörungstheorien, sondern zeigt nur an, daß China wohl nicht in allzu großer Ferne die Weltmacht Nr. 1 sein wird und so jetzt schon kopiert wird.)

Der zweite Grund und der ist der bedenkenswerte: Durch die Medien wurde diese Bewegung erst eine rechte. Die liberale Protestbewegung sollte durch die Medienkampagne als rechte diffamiert werden. Es ist eine naive Vorstellung, daß die Medien berichteten, was der Fall ist, ihre Aufgabe ist die Konstruktion dessen, was für die Wirklichkeit zu halten ist. Diese Kampagne führte nun also dazu, daß Linke sich fernhielten von dieser Bewegung und alle politisch Korrekten und daß nun Rechte ihre Chance sahen, hier in eine sich verbreitende Protestbewegung sich einzubringen.Die Vielzahl patriotischer Fahnen auf den Kundgebungen in Berlin zeigt überdeutlich die Präsenz rechter Kräfte. Und so wurde diese Bewegung erst, was sie schon war in den Medien. Daß liberalen AfDlern das zu viel Patriotismus war, spricht für sich. Aber es bleibt das Problem, daß sich hier Rechte in einer Bewegung engagieren, die einfach so ideologisch liberal ist, daß sie nicht zu Rechts paßt. Für Rechte gilt nun mal, daß für sie das Ganze wichtiger ist als der Einzelbürger mit seinen Privatrechten, daß für das Volkswohl jeder Einzelne auch sich zurückzunehmen hat. Wer:Alles für Deutschland!, fordert (Werner Sombart in: Deutscher Sozialismus) kann nicht die bürgerlichen Privatrechte als das Höchste und Absolutes feiern, isb wenn dabei in erster Linie die unternehmerische Freiheit verstanden wird, also der Primat der Ökonomie, dem alles andere zu subordinieren ist.