Donnerstag, 1. Oktober 2026

Wird die christliche Religion abgeschafft in der Kirche von ihr selbst?

 

Wird die christliche Religion abgeschafft in der Kirche von ihr selbst?



Das muß als eine maßlos übertriebene Polemik wider die heutige Kirche erscheinen, aber könnte dieser Verdacht der Selbstabschaffung der christlichen Religion nicht doch begründet sein? Zu Zeiten Jesu war die Frage, ob es denn auch ein Heil für Nichtjuden geben könnte, virulent und man darf sich sicher sein, daß es darauf in der jüdischen Theologie keine einheitliche Meinung gegeben hat.

Aber es wurde die Position vertreten, daß es einen Heilsweg für einen im ethnischen Sinne Nichtjuden gäbe, ohne daß er durch die Beschneidung zu einem jüdischen Volksgenossen werden müßte. Das war der Weg der Prosyliten bzw Gottesfürchtigen, die sich vom heidnischen Polytheismus hin zu dem Glauben an den einen wahren lebendigen Gott bekannten und versprachen, moralisch anständig zu leben, die so dann vom ganzen Gesetz Mose befreit waren.

Jesus von Nazareth soll ja nach den „Erkenntnissen“ des jüdisch- christlichen Dialoges ein jüdischer Reformer gewesen sein, der aber nichts lehrte, was damals nicht auch schon inherhalb der jüdischen Religion vertreten worden sei. Daß dann aus der Jesusbewegung die christliche Religion mit ihrer Kirche entstanden sei, muß so als eine Fehlentwickelung beurteilt werden. Die Apostel seien keine Christen gewesen, sondern jüdisch Gläubige.

Für die Heilsmöglichkeit für Nichtjuden reiche der Ordo salutis der Gottesfürchtigen aus, alles, was Jesus gelehrt und vorgelebt habe, sei so für die Heiden irrelevant, das seien doch nur Lehrmeinungen des Jesus von Nazareth gewesen für jüdische Ohren bestimmt.

An Gott glauben und anständig leben, auf mehr käme es doch nicht an! Damit ist die christliche Religion vollständig aufgelöst zugunsten eines simplen humanistisch ausgelegten Monotheismus.

Ist nicht eine Tendenz in der Kirche zu erkennen, so die christliche Religion auf einen simplen Humanitarismus, fundiert in dem Glauben an einen jeden Menschen bejahenden Gott, zu reduzieren? Sagt etwa das Sakrament der Taufe noch etwas anderes aus als daß die Taufe zeige, daß Gott zu dem Getauftwerdenden sein Ja gesagt hatte, und dieser Taufritus nun dies Ja symbolisch darstelle. Begegnet in der Eucharistie nur noch die Liebe zu uns, die allen Menschen gilt, unabhängig vom Empfang des Sakramentes? Gilt die Menschenwürde und die Menschenrechte nicht jedem, egal wie er es mit der Religion hält?

Die Verkündigung der Menschenwürde substituiert so die Evangeliumsverkündigung. Ein schlichter Monotheismus in der Tradition der „Gottesfürchtigen“ bzw der Prosyliten ersetzt so den christlichen Glauben. Eine Tendenz dahin ist m.E nicht mehr übersehbar.

Ein Quellgrund dieser Auflösungstendenz der christlichen Religion ist nun der jüdisch – christliche Dialog, in dem es vor allem darum geht, die Gleichgültigkeit der christlichen Religion für jeden Juden zu bekennen und damit dann auch für jeden Menschen: Ein schlichter Monotheismus reiche doch, zumal wenn er humanitaristisch ausbuchstabiert wird, daß der Glaube an die Menschenwürde das Zentrum jeder monotheistischen Religion sei!

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