Posts mit dem Label Kirche und Heimat werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kirche und Heimat werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 16. August 2026

Sind wir Christen Bürger zweier Heimaten, mit einem Doppelpaß ausgestattet?

 



Sind wir Christen Bürger zweier Heimaten, mit einem Doppelpaß ausgestattet?



Was dächte man über eine Frau, die gleichzeitig mit zwei Männern verehelicht wäre, oder einem Diener zweier Herren? Sind nicht zwei einer zu viel, sodaß sie nur den einen lieben würde, den Anderen aber nicht oder gar keinen liebte? Gälte das nicht auch so für den Diener zweier Herren?

Mariae Himmelfahrt bezeugt uns, daß sie in ihrer Heimat, dem Himmel aufgenommen worden ist und daß sie nun da auch mit ihrer hl. Familie wiedervereint ist, ihrem Sohn und ihrem Mann. Aber sie hatte auch eine irdische Heimat , daß sie eine Jüdin war, dem Volke Israels angehörte, dem Geschlecht der Frauen zugehörig war. Sie war auch in ihr Volkstum und in ihr Geschlecht eingeheimatet. Diese Doppeltheit einer Beheimatung, unsere irdische wie auch die unserer himmlische ist nun eine Bestimmung jedes Menschen, auch derer, die ihre himmlische nicht kennen oder kennen wollen.

Nur, ist das nicht ein Zuviel an Heimat? Entsteht daraus nicht die Gefahr,

entweder um der irdischen die himmlische zu vernachlässigen oder

um der irdischen die himmlische oder

daß beide Heimaten vernachlässigt werden, da wir uns in beiden nicht ganz beheimatet wissen?

Beiden Heimaten nun gerecht zu werden, so vernünftig das auch klingen mag, evoziert doch wahrscheinlich den Verdacht einer lauen Liebe zu beiden, daß uns dann Jesus zuriefen müßte: „Wenn Du doch heiß oder kalt wärest, statt daß Du lau beiden Heimaten Dich verbunden fühlst.“

Wir Christen sind uns als Christen dieser doppelten Beheimatung bewußt, aber es gibt gerade für uns dann auch keine entspannte friedliche Lösung für diese zweifache Berufung, daß wir sowohl der himmlischen wie auch der irdischen verpflichtet sind. Positiv gewendet markiert das unsere innere Lebendigkeit.

Aktuell scheint die Parole der Entheimatung die Tagesparole der Kirche zu sein: Nietzsches Mahnung zur Treue der Erde gegenüber wird so viel Gehör geschenkt, daß unsere jenseitige Bestimmung zu einer Marginalie degradiert wird. Auf der anderen Seite wird die irdische Beheimatung, die immer eine in ein bestimmtes Volkstum ist und somit auch unweigerlich eine politische mit sich führt, aus rein politischen Gründen reprobiert: Volk, Heimat und alle Vorstellungen, die dazu gehören, verstoßen gegen die Dogmen der Politischen Korrektheit, denen sich die Kirche gänzlich unterworfen hat als der öffentlichen Religion unserer postchristlichen Gesellschaft. Dabei ruft uns Gott selbst in diese seine Schöpfungsordnung selbst hinein als unsere eigenste Bestimmung: „Sei, als was Dich Gott erschaffen hat- als Frau oder Mann, als Deutscher oder Russe oder Perser .“

Nun kann aber jedes Bestimmtwordensein, gerade auch das von Gott her und somit Schicksalhafte als ein unsere Freiheit unzulässig Limitierendes empfunden werden. Um der Freiheit willen soll unsere ganze Existenz sich auflösen in freie Selbstbestimmungsakte: „Ich will nur sein, wozu ich mich selbst bestimme!“ Die Genderideologie, daß jeder sein Geschlecht austauschen könne und dürfe wie seine Kleidung und seinen Kleidungsstil markiert dabei nur das Extrem dieses puren Selbstbestimmungswillens. Daß jeder Mensch seine Volkszugehörigkeit abwerfen könne wie ein Paar ausgetretender Schuhe, um sich neue zu erwerben, dieser Irrglaube determiniert die Politik der „Offenen Grenzen“, wie sie die Bundeskanzlerin Merkel vorexerzierte und die nun zu der Normvorstellung der Kirche avanciert ist. Jeder Mensch soll keine Heimat mehr haben, damit er als Heimatloser wie ein Nomade überall auf dem Planeten Erde seine Zelte aufschlagen könne, ohne je wirklich wo beheimatet zu sein. 

Zusatz

Es ist nicht so, als wenn allein die Interaktion des Gläubigen in und mit der Welt bzw der Theologie mit ihren wechselnden Kontexten das Leben ausmachten, als gäbe es nicht eine innerliche Lebendigkeit etwa in der Theologie, theologieinterne Fragen zu lösen. Aber unsere christliche Existenz kann nun nie eine ruhige sein, denn sie ist einer Doppelbestimmung unterworfen und keine darf um der anderen willen abgelehnt oder auch nur vernachlässigt werden. Dies ist nun aber gerade auch die uns eigene innere Lebendigkeit.

Freitag, 29. Mai 2015

Der Krieg gegen Ehe, Nation und Kirche-Zusammenhänge?

Notizen:
1. Drei Kampfplätze sind unterscheidbar: der Kampf gegen die Ordnung der Ehe, der Kampf gegen die Ordnung der Völker und der Kampf gegen die Kirche. Der Wille zur Auflösung ist signifikant für diese drei Kämpfe. Selbstredend sind diese Kämpfe keine aktuellen Ereignisse, sondern jeweils nur Abschnitte in einem schon lang währenden Kampf. So unterschiedlich sie auch dann sind, Gemeinsames ist doch augenfällig. Der einen wahren Kirche und der wahren Religion werden die anderen Religionen als "gleichwahr" zur Seite gestellt und es gälte nun, daß alle sich als gleich wahr wechselseitig anerkennen sollen. Dem entspricht es, daß der Ordnung der Ehe Homosexpaare dazugestellt werden, die nun auch gleich wahre Ehen sein sollen. Ergänzt wird dies wiederum dadurch, daß Lebenspartnerschaften faktisch Ehen gleichgestellt werden: alles soll gleich wahr sein. 
Und die Ordnung der Völker? Hier soll es nur noch Menschen geben, und die Nationalstaaten sollen keinen Unterschied mehr machen zwischen den zu ihren gehörigen Volksangehörigen und den Fremden- das wäre so, als wenn eine Mutter nicht mehr unterscheiden dürfe zwischen ihren und fremden Kindern, weil alle Kinder sind, die der Mutter bedürfen. 
Der Wille zur Vereinheitlichung durch die Vergleichgültigung der Unterschiede ist nicht übersehbar. Im Dialog der Religionen bildet dieser Wille geradezu das Fundament: wir wollen alle eins sein!  

2. Die Historisierung der Ordnungen
Tatsache ist, daß all diese Ordnungen einmal in der Geschichte in Erscheinung getreten sind; sie gb es nicht immer. So setzt die Ordnung der Ehe die Kenntnis der Bedeutung des Geschlechtsaktes für die Fortpflanzung voraus, daß der Mann und die Frau wissen, daß das ihr Kind ist, weil sie miteinander  ausschließlich intim waren. Es muß davon ausgegangen werden, daß dieser Erkenntnis erst möglich wurde, als der Mensch seßhaft wurde, und anfing Tiere zu züchten und mit dem Ackerbau begann. Da erhellte sich ihm der Zusammenhang zwischen Säen und Ernten und in diesem Sinne wurde dann auch der Geschlechtsakt gedeutet: der Mann sät seinen Samen in die Frau, damit dann in ihr die Frucht gedeiht wie in dem Mutterboden. Vorher glaubte man, daß die Erde wie die Frau aus sich heraus die Frucht zur Welt bringt: die Mutter Erde. Wenn die Ehe die Ordnung ist, die auf der Einheit von dem leiblichen Vater und der Mutter beruht, dann erschien diese erst in der Zeit der Seßhaftwerdung. Sie erschien und könnte so auch wieder untergehen- so der historische Relativismus. 
Das gilt so auch für die Ordnung der Völker und die Ordnung der Kirche. Im Falle der Kirche wird dann von Modernisten gern hinzugefügt, daß Jesus von Nazareth gar keine Kirche stiften wollte und daß so die Kirche etwas sei, was eigentlich gar nicht sein sollte. Gemeinde statt Kirche, kann dann die Parole heißen- oder einfacher: da die Ordnung der Kirche rein historisch kontingent bedingt sei, könne sie auch beliebig geändert werden.  Zu der Ordnung der Völker heißt es  dann oft recht trivial, daß sich aus kleinen Vergemeinschaftungsformen des Menschen, die Familie, die Sippe, der Clan größere Vergemeinschaftungsformen entwickelt hätten, sodaß die geeinte Menschheit das Endziel dieser gradlinigen Entwickelung sei. Und diese letzte löse dann die unteren auf, sodaß  es dann nur noch die Polarität von dem Individuum und der Welteinheitsmenschheit gäbe, wobei das Individuum dann aus der unbegrenzten Vielzahl von möglichen Identitäten und Zugehörigketen sich frei das ihm Gefällige auswählen kann- es gibt nur Mich und die Menschheit- alles andere ist frei wählbar: ob ich Mann oder Frau sein will, Homo- oder Heterosexuell, Deutscher oder Amerikaner. ..Kollektive Identitäten seien so nur Zwischenstufen in der Entwickelung zur Welteinheitsmenschheit, in der alle Kühe grau werden und jeder seine Identität dann wie ein Kleid an- und wieder ausziehen kann.
3. Ordnungen seien Begrenzungen der individuellen Freiheit- 
das ist dann das postmoderne Argument schlechthin gegen Ordnungen- es sei denn, daß sie jederzeit frei wählbar sind und so auch unverbindlich sind, weil man aus jeder Ordnung beliebig austtreten können muß. Daß ich als Mann und als Deutscher geboren bin, soll mich so zu nichts verpflichten, weil ich diese beiden Identitäten auch abstreifen kann und das mir moralisch auch erlaubt sein muß. Jeder müßte jeden heiraten dürfen und wenn man wöllte, auch mehr als einen gleichzeitig- jeder wird zwar als Glied eines Volkes geboren, aber jeder habe das Recht, seine Geburt zu negieren und Angehöriger eines anderen Volkes werden.  
 4) Ein Zusammenhang?
Gibt es einen Zusammenhang in diesen drei Kämpfen wider die traditionellen Ordnungen?
Als erstes wohl der Wille zur Einheitswelt, in der alles die Einheit Behindernde aufgelöst werden soll.
Der Mensch ohne Ehebindung,ohne Volksbindung und ohne Religionsbindung- der total vereinzelte wäre der Idealgegenpol zur Welteinheitsregierung, der er dann ganz eingeordnet wäre, weil er sonst in nichts anderem gebunden wäre. Heißt es nicht schon bei John Lennon, "Imagine", daß er von einer Welt ohne Völker und Religionen träumt, seiner Friedenswelt. Und in diese paßt dann wohl auch nicht mehr die Ordnung der Familie, setzt sie doch konstitutiv die Differenz von zur Familie Gehörenden und Nichtgehörenden- wo die Einheitswelt doch all solche Differenzen nichten will. Einst beflügelte die Hoffnung auf das Reich Gottes die Menschen- aber es blieb zu lange aus- da beschloß man, es in Eigenregie als Projekt der Humanisierung der Welt zu betreiben! Die Weltbürgerrepublik. die Welt des ewigen Friedens, so kann man es dann bei I. Kant, dem Aufklärer schlechthin lesen. Es ist kein Zufall, daß die Aufklärung dann als ihre Schattenseite das Freimaurertum hervorbrachte mit ihrem Willen zur Welteinheitsregierung und ihrem Kampf gegen Kirche und Nation für die Einheitswelt. Auch der Kommunismus ist so gesehen erstmal nur eine säkularisierte Version des Hoffens auf das Reich Gottes, das nun der Mensch in Eigenregie übernehmen will. Auch hier treffen wir auf den unbedingten Willen zur Nichtung der Ordnung der Ehe, des Volkes und der Kirche.  Wenn in diesen Konzepten Gott politisch ersetzt werden soll, der Mensch will nun politisch das Reich Gottes auf Erden erschaffen, so gesellt sich dazu die ökonomische Konzeption: durch den freien Welthandel zu einer Einheitswelt, die nicht mehr politisch sondern rein ökonomisch gestaltet werden wird. Das ist das Endziel des Liberalismus, die ganze Welt in Käufer und Verkäufer zu verwandeln, in Produzenten und Konsumenten und alle anderen Bindungen aufzulösen. Alles soll zur Ware werden und dann existiert die Einheitswelt, deren Einheit dies zur Ware Werden von Allem ist. 
Der Wille zur Einheitswelt wäre so der Grund des Kampfes gegen alle traditionellen Ordnungen, daß sie aufgelöst werden, um Platz zu schaffen für die Einheitswelt. 


Corollarium 1
E. Nolte verkennt aber in seinem sehr lesenswerten Opus: " Dritte radikale Widerstandsbewegung: Der Islamismus", daß der Kommunismus wie auch der Islamismus sehr wohl Gegenbewegungen zum Willen des Westens zur Weltherrschaft sind, daß sie beide aber auch Wille zur Weltherrschaft sind. Der Nationalsozialismus ist dgegen shwieriger einzuordnen, da er als Nationalismus dem liberalen und dem kommunistischen Internationalismus die Partikularität des "Alles für Deutschland" entgegensetzte, aber mit seiner rassistischen Konzeption diesen Nationalismus wider konterkarierte, weil da nun die Rasse dem Nationalen übergeordnet ist und eine transnationale Ausrichtung erhielt, die aber doch keine universalistische ist.