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Dienstag, 30. Juni 2026

Eigentlich ist die katholische Welt in Deutschland in Ordnung....für die Reformer

 

Eigentlich ist die katholische Welt in Deutschland in Ordnung....für die Reformer


Fast leere Predigerseminare, sinkende Mitgliedszahlen und der Mißbrauchsskandal: Das sind doch die besten Argumente für eine baldigste Durchsetzung der Modernisierungsagenda des linksliberalen Katholizismus. So lange die Kirche so katholisch bleibe, wie sie jetzt noch sei, sei ihr Niedergang unaufhaltsam. Das Kirchenvolk sei eben progressiv, nur das reaktionäre Rom verhindere nun die so notwendige Modernisierung der Kirche.

Aber dann passieren Dinge, die sich nicht ereignen dürften. Kath de, das Zentralorgan der Modernisten muß einräumen, daß die traditionalistischen Gruppen mehr Neupriester haben.1

Wie kann das nur möglich sein, daß die Ewiggestrigen, die Petrus- und die Piusbruderschaft anziehender sind gar auf junge Männer als die zeitgeistgestylten sonstigen Priesterseminare? Da diese Tatsache nicht wegdiskutiert werden kann, müssen eben diese Nachwuchspriester diffamiert werden als ,,,? So heißt es nun auf Kath de: „Nach Ansicht des Schweizer Theologen Daniel Ammann haben traditionalistische Gruppierungen wie die Petrusbruderschaft und die Piusbruderschaft deshalb so viel Priesternachwuchs, weil es sich "bei diesen Bruderschaften um Sondergesellschaften, die in ihrem Selbstverständnis quasi noch in den 1950-er Jahren leben" handelt. "So manche der Priesterseminaristen stammen aus kinderreichen Familien, in denen es nicht unüblich ist, dass ein Sohn Priester wird. Sie leben in sehr abgeschotteten Gruppierungen, und die Berufung zum Priester gilt in ihrer Welt als sehr wichtig“, sagte Ammann am Wochenende dem Schweizer Internetportal kath.ch. Ein weiterer Grund sei "der missionarische Drive" der Gemeinschaften, der eine große Motivation darstelle.“

Der erste Vorwurf lautet also,daß sie „Sondergesellschaften“ seien. Nur, ansonsten wird doch permanent das Hohelied des Pluralismus angestimmt, daß die katholische Uniformität zu überwinden sei, daß ein Maximum an Diversität zu erstreben sei. Sie lebten gar noch in dem Selbstverständnis der 50er Jahre. Damit wird umschrieben, daß diese Gemeinschaften sich an dem vorkonziliaren Katholizismus orientierten und das sei eben verwerflich. Das implizite Argument lautet dabei, daß nur eine Kirche auf der Höhe ihrer Zeit die zeitgenössischen Menschen erreichen könnte. So erreichten diese Traditionalisten nur Vorgestrige. Nur wie kommt es, daß es jetzt so viele Vorgestrige gibt? Könnte das etwa daran liegen, daß die Moderne, der sich die Kirche so energisch einpassen will, schon geendet ist und so die sich modernisierende in der postmodernen Epoche gar nicht mehr zeitgemäß ist?

Die Nachwuchspriester kämen aus „kinderreichen Familien“. Das ist als ein Vorwurf gemeint: Kinderreiche Familien passen nicht in die moderne Welt, in der beide Ehepartner berufstätig zu sein haben, so daß so keine kinderreichen Ehen vorkommen. Jetzt wird dieser Priesternachwuchs weiter diffamiert: In solchen Milieus, kinderreich und abgeschottet von der modernen Gesellschaft sei es nicht „unüblich“, daß einer der vielen Kinder ein Priester werde. Also nicht aus einer persönlichen Entscheidung heraus, aus dem Glauben, zum Priesteramt berufen zu sein, werden sie Priester, sondern weil das da so üblich sei, wenn man so viele Kinder hat und nicht recht weiß, wohin mit den vielen!

Aber es kommt noch schlimmer: Ein „missionarischer Drive“ motiviere sie dazu, Priester zu werden. Die Kath de Leserschaft weiß natürlich, daß alles Missionarische etwas Vorkonziliares ist, da jetzt die Kirche jeden in seiner Religion oder als einen Atheisten so anerkennt wie er ist und mit ihm dialogisiert, nicht aber jemanden bekehren will.


Also, da werden Personen Priester, die die zeitgeistbewußte Kirche nicht akzeptieren könne und für die so in der Kirche kein Platz sei. Und die Richtigen, die zum Priesteramt wirklich Geeigneten kommen nicht in die Priesterseminare, da die Kirche sich noch nicht hinreichend modernisiert habe. Es frägt sich aber, ob es diese wirklich gibt oder ob sie nur in der Phantasie der Reformer existieren.


Aber Kath de muß weitere Hiobsbotschaften verkraften, die mit dem festen Glauben an den Siegeszug der Aufklärung und Vernunft nicht vereinbar sind: „Seelsorgliche Begleitung im Vordergrund.Dass das Thema weiterhin beschäftigt, zeigt eine aktuelle Yougov-Umfrage. Demnach glaubt rund jeder vierte Deutsche sicher oder eher an Dämonen, Teufel oder Besessenheit. Aber wie geht die Kirche heute mit den Menschen um, die meinen, besessen zu sein? 2 Was soll die sich modernisierende Kirche mit so vormodern Glaubenden machen? Müßte man sie nicht seelsorgerlich aufklären, daß es weder Daimonen noch den Teufel gäbe. Wer an den Teufel glaubt, der wird wohl war auch noch an die Jungfräulichkeit von Maria glauben und sonstiges Vorkonziliare.

Die sich der Moderne verpflichtet fühlende Kirche muß so Vorgestrige aus ihren Reihen ausschließen, denn sie setzt auf den modern aufgeklärten Menschen.



1 Priesternachwuchs :Theologe: Deshalb haben traditionalistische Gruppen mehr Neupriester,Kath de 29.6.2026.

2 Skepsis – doch Glaube an Dämonen bleibt 50 Jahre nach Anneliese Michel: Wie der Exorzismus weiterlebt. Kath de 30.6.2026


Sonntag, 28. Juni 2026

Wenn von einer unbedingten Bejahung des 2.Vaticanumes geschrieben wird, was wird damit gemeint?

 

Wenn von einer unbedingten Bejahung des 2.Vaticanumes geschrieben wird, was wird damit gemeint?


Seit einiger Zeit hege ich diesbezüglich einen Verdacht, den ich noch nicht verifizieren kann, aber den ich für sehr wahrscheinlich halte.Nicht die vielfältigen theologischen Aussagen der Texte dieses Konziles sind gemeint, wenn das Konzil als unbedingt zu Bejahendes gefeiert wird, sondern primär seine kirchenpolitischen Intentionen.


Im 2.Vaticnum habe die Kirche die moderne bürgerliche Gesellschaft, fundiert auf der Ideologie der Menschenrechte und der Menschenwürde anerkannt und damit objektiv gesehen die gesamte konstantinische Epoche als den Irrweg der Kirche abgeurteilt. Sie habe daraus aber noch nicht die Konsequenz gezogen, nun ihr eigenes Innenleben demgemäß zu gestalten, sich also zu enthierarchisieren und zu verdemokratisieren.


Im 2.Vaticanum sei die Zeit(geist)gemäßheit zu dem Kriterium der Kirche und der Theologie avanciert, daß die Geschichte der Kirche und ihrer Theologie ein permanenter Anpassungsprozeß an die jeweilige Zeit gewesen sei, auch wenn die conservativen Kräfte in der Kirche sich jeweils der notwendigen Modernisierung entgegengesetzt hätten, aber den Progreß nicht aufhalten konnten. Das wäre die „Tradition“ der Kirche, daß so nun ein weiteres Einpassen in die Moderne verlange.

Dazu gehöre die Anerkenntnis aller Religionen als gleich wahre, der Verzicht auf jegliche Mission und daß stattdessen das Eintreten für die Menschenrechte die Zentralaufgabe der Kirche zu sein habe.


Im 2.Vaticanum habe so die Kirche die zeitgeschichtliche Bedingtheit all ihrer Lehren erkannt und sei so offen geworden für eine generelle Modernisierung der Kirche, die nur von Conservativen und Reaktionären torpediert würde


Dabei oszilliert das innerkirchliche Reformlager zwischen einer rein marktwirtschaftlichen Konzeption: „Der Kunde ist König“ und einer dogmatisch aufklärerischen, daß einfach gesagt reaktionären, conservativen Bedürfnissen nicht nachgegangen werden dürfe, das wäre ein illegitimer Populismus sondern nur den progressiven Wünschen nachzugehen sei. So sei jeder Versuch einer Rehabilitierung der „Alten Messe“ zu verwerfen, aber wenn Homosexuelle oder LGBTQ- Anhänger Gottesdienste für sich haben wollen, müsse das begeistert bejaht werden.


Dabei gilt die Morallehre der Kirche als ihr größter Irrtum, sodaß es am besten wäre, einfach dem vernünftigen Menschen es anheimzustellen, wie er selbst leben möchte, sofern er dabei die Moraldogmen der Politischen Korrektheit respektiert als die von jedem Bürger anzuerkennenden öffentlichen Religion,


Da die Bejahung der westlichen Demokratie, faktisch die Herrschaft einer Parteienpolitikeroligarchie die Aufgabe der Kirche sei, müsse sie nun vorrangig den Kampf gegen „Rechts“ führen. Die Kirche habe sich dabei als ein Subsystem der Gesellschaft zu verstehen, die sich durch ihre Leistungserbringungen für sie legitimiert. Traumatisierend wirkte dabei die Einstufung der Kirche und der Religion als nichtsystemrelevant in der Coronakrisenzeit: Nein wir sind relevant für die moderne Gesellschaft.

Nun ist das nicht eine Anreihung von Einzelpunkten, sondern meint einen Grundsatz, der sich dann so expliziert, daß die Anerkennung des Pluralismus als dem Fundament der modernen Gesellschaft die Behauptung, daß es eine Wahrheit gäbe, die als uns offenbarte uns beansprüche, nicht akzeptierbar sei.  

Donnerstag, 28. Mai 2026

„Bischofsweihen - Piusbruderschaft kündigt die Namen der vier neuen Bischöfe an“ oder wer muß gehorchen und wer nicht?

 

Bischofsweihen - Piusbruderschaft kündigt die Namen der vier neuen Bischöfe an“1 oder wer muß gehorchen und wer nicht?



Konzentriert werden soll das Problem unerlaubter Bischofsweihen durch die Piusbruderschaft und der wohl sicher folgenden Exkommunikation sowohl der Weihespender als auch der Geweihten auf die Frage, ob die Voraussetzung einer erlaubten Bischofsweihe bei der Piusbruderschaft ein hundertprozentiges „Ja“ zu allen Texten des 2.Vaticanums ist, dagegen Modernisten und Liberale selbstverständlich von so einer solchen Gehorsamsverpflichtung entbunden sind.

Es bedarf keiner tiefschürfenden Analysen der Texte des 2.Vaticanums, um zu urteilen, daß die uniforme Reformagenda des linksliberalen Katholizismus nicht mit den Aussagen dieses Reformkonziles und schon gar nicht der Lehrtradition der Kirche übereinstimmt.

Erstens müßte die Condition, daß nur wer uneingeschränkt dem 2.Vaticanum zustimme, dürfte geweiht werden, ausgedehnt werden auf eine genauso uneingeschränkte Anerkennung aller Konzilstexte der Kirche. Aber nun erklären uns doch die Konzilsenthusiasten, daß das Anliegen dieses Reformkonziles es gewesen sei, den „Muff“ von einer fast 2000 Jahre währenden Theologiegeschichte auszulüften, damit Frischluft die Kirche erfülle. „Das ist ja vorkonziliar“, dieses Urteil bedeutet eine Verurteilung, als wenn in der Kirche nur noch das als wahr angesehen werden dürfe, was im Sinne des Reformkonziles ist, bzw genauer im Sinne des „Konzilgeistes“ ist. Also ist das 2.Konzil aufgestiegen zu dem einzigen Kriterium der Rechtgläubigkeit.

Aber wenn jemand erklärt, er bejahe die Lehrtradition der Kirche und könne deshalb einige Aussagen des 2. Vaticanums nicht bejahen, da sie dieser Lehrtradition widersprechen, dann darf er nicht zu einem Bischof geweiht werden. Wer dagegen erklärt, daß das 2.Vaticanum viele vorherige Kirchenlehren als überholt und als unwahr geworden erklärt hat und er so nur dem Reformkonzil zustimme und nicht mehr den vorkonziliaren Lehren, der darf zum Bischof geweiht werden: Er darf so der ganzen Kirche seinen Ungehorsam erklären im Namen des Geistes des Reformkonziles.

Wie verhält sich nun das 2.Vaticanum zu dem sogenannten „Geist des Konziles“? Man kann es auf diesen Punkt bringen: Das Zentrum des 2.Vaticanumes sei nach der Abwehr und Verurteilung der Moderne durch die vorkonziliare Kirche ihr Jawort zur Moderne,das Ja zur Religionsfreiheit, der Gew issensfreiheit, der Demokratie und der Menschenrechte. Das mache den „Geist“ des Konziles aus, wohingegen alles andere nur noch von kirchenhistorischer Bedeutung sei. Der „Geist des Konziles“ sei nun aber in erster Linie ein kirchenkritischer, da die Katholische Kirche für sich selbst noch nicht hinreichend die Demokratie und die Menschenrechte anerkenne.Der Konzilsgeist verlange so eine Verdemokratisierung der Kirche,die Zulassung der Frau (und aller weder männlich noch weiblich sich Verstehender) zu allen Ämtern und die Befreiung der Sexualität von jeder kirchlichen Bevormundungsreglementierung!

Wer zu diesen Gehalten der Moderne nicht „Ja“ sagt, der darf nicht zum Bischof geweiht werden. Daß dieses „Ja“ ein „Nein“ zu allem ist, was die Kirche lehrte und lehrt, bis der Modernismus in ihr zu ihrer Theologie sich emporschwang und die Lehrstühle der Theologie okkupierte,ist nicht überlesbar.

Zusatz

Nach der Erfahrung  des  rigoristischen Kampfes des Papstes Franziskus wider die "Alte Messe" ist es da nicht verständlich, daß die Priesterbruderschaft darauf insistiert,neue Bischöfe selbstständig zu weihen, um der Möglichkeit ihrer Nichtung zu entgehen, wenn der Vatican jede Bischofsweihe für sie untersagen könnte, um dieser Tradition ein Ende zu bereiten, auch wenn die Weihen kirchenrechtlich unerlaubt sind? Wer nun aber darauf insistiert, daß dem Kirchenrecht zu gehorchen sei, der muß sich fragen lassen, warum in Deutschland Bischöfe dies Recht mißachten dürfen. 




1Kath net, am 27.5.2026.

Donnerstag, 15. Januar 2026

Ist die Anpassung an die Welt die höchste Tugend der Kirche und ihre Widerständigkeit ihr größter Fehler?

 

Ist die Anpassung an die Welt die höchste Tugend der Kirche und ihre Widerständigkeit ihr größter Fehler?



Im theologischen Diskurs hat sich nun der Begriff des „Integralismus“ eingeheimatet als eine diffamierende Bezeichnung der kritischen Haltung der Kirche der modernen Welt gegenüber in zwei Richtungen, a) der Kritik des Antimodernismus der Kirche bis zum 2.Vaticanum und b) als die Kritik einer Neubelebung dieser kritischen Haltung in der nachkonziliaren Kirche aus Kreisen, die die durch das 2.Vaticanum vollzogene Einpassung in die moderne Welt kritisieren. Die einzig legitime Stellungnahme der Kirche sei dagegen die der Einpassung. Die moderne Welt wird dabei als die verstanden, wie sie sich in der Französischen Revolution konstituierte.

Der pastoraltheologisch orientierte Artikel: „Der Integralismus. Wie es dazu kam und was er wollte“ der Internetseite „Feinschwarz“ offeriert eine gediegene Einführung in diese Apologetik der Bejahung der modernen Welt,politisch korrekt, wie es für diese Internetseite eine Selbstverständlichkeit ist.1

So wird die Moderne dort charakterisiert:Denn Politik umfasst seit der Französischen Revolution nicht nur Taktik und Strategie des täglichen Interessenskampfes, sondern auch die Definition der Organisationsprinzipien des Staates und der Gesellschaft selbst. Das aber war nun wirklich neu. Politik war nicht mehr nur die Verwaltung einer vorgegebenen Ordnung, sondern grundlegende Definition und Gestaltung dieser Ordnung selbst.

Indem die Idee der Menschenrechte an jene legitimatorische Stelle trat, die zuvor die Kirche und der von ihr kontrollierte theologische Diskurs besetzt hatten, stürzte nicht nur das derart legitimierte ancien régime, sondern verlor umgekehrt auch die Kirche ihre Funktion als Legitimationsressource.“

Die Kirche legitimiert sich dadurch, daß sie für die jeweilige Gesellschaftsordnung eine, oder die Legitimierungsfunktion erfüllt. Durch die Französische Revolution verlor sie diese ihre Funktion, da die sich jetzt auf das Fundament der Vernunft neu auferbaut und die in der Vorstellung der Menschenrechte und der Menschenwürde ihre Manifestation findet, die Kirche in ihrer Legitimationsfunktion überflüssig mache. Der Fehler der Kirche sei es nun gewesen, die Fundamente der Moderne zu kritisieren, ja sie abzulehnen, statt sich der Moderne einzupassen.

Aber dieser Antimodernismus ist gescheitert und müsse scheitern, da der Primat der Kirche,besser gesagt, der Gottes, dessen Wille in der Kirche offenbar ist, nur mit Gewalt durchsetzbar wäre. Die moderne Gesellschaft konstituiere sich eben durch ihre Fundierung in der Vernunft und das schlösse die Emanzipation von der Religion, auch oder isb der christlichen ein. Die „Idee der Menschenrechte“ legitimiere ja nun auch und gerade die Politik in der Moderne. Es muß jetzt im Sinne Carl Schmitts ergänzt werden, daß nicht mehr der Atheist sondern der Mißachter der Menschenrechte nun als der Feind gilt,den es zu bekämpfen gilt – aktuell Rußland, China,der Iran, Venezuela,Kuba und und …

Aber diesem pastoraltheologisch orientierten Artikel wohnt noch eine grundlegendere These zugrunde,die da nur angedeutet wird: Gemäß des ersten Prinzips des Marketings und damit auch der Pastoraltheologie: „Der König ist Kunde“ gilt der Staat mit seinen Legitimationsbedürfnissen auch als ein bedeutsamer Kunde der Kirche: Sie habe ihre Legitimationsfunktion früher erfüllt und so sich selbst legitimiert, sodaß es auf der Hand liegt, daß sie auch für den modernen Staat eine Legitimationsfunktion übernehmen könnte. Dieser weitergehende aber sich ad hoc aufdränende Gedanke wird nun aber in diesem Artikel nicht entfaltet, seine gravierende Scwäche.

Klaus Kunze, der Verfasser der Broschüre: „Wie der Mensch sein eigener Gott wurde. Humanitarismus- die Religion der Gottlosen“2 versteht das Verhältnis der christlichen Religion zu diesem Humanitarismus als ein antithetisches. Der Humanitarismus wäre eine Religion ohne Gott: „>Der Mensch<bildet den Dreh- und Angelpunkt einer neuen inoffizielen Staatsreligion unserer Tage. Als höchstes Wesen trat er seit der Renaissance an die Stelle Gottes“.3 „Der Humanitarismus ist zur neuen Religion geworden und hat strenge Gebote.“4

Nun ist aber sowohl Klaus Kunze als auch dem Marketingtheologe des Feinschwarzartikels entgangen, daß die Theologie und nun auch die Kirche diesen Humanitarismus in sich selbst zu integrieren versuchen könnte, um wieder auch für die Moderne eine Legitimationsfunktion erfüllen zu können. Die dazu konzipierte Theologie besticht durch ihre Schlichtheit: Gott sei als der Schöpfer des Menschen, den er als sein Geschöpf bejahe der Grund für den Humanitarismus, des Glaubens an die Menschenwürde und die Menschenrechte.Dem Humanitarismus wird so eine Legitimationsformel angeboten,die er sich als einer kontingenten Letztbegründung bedienen könnte, wenn er nicht allein auf die Evidenz des Glaubens an die Menschenwürde setzen will. Kontingent bedeutet hier, daß sie nicht notwendig ist, aber eine sinnvolle Ergänzung, zumal diese Konstruktion von allen monotheistischen Religionen übernommen werden kann.

 Der Kirche ermöglicht nun diese theologische Konstruktion, die sich von der christlichen Religion emanzipierende Moderne zu bejahen, indem sie den praktizierten Humanitarismus bejaht und als ihre ureigenste Praxis darstellt. Die Aufgabe der Kirche sei der praktizierte Humanitarismus,den sie innerkirchlich mit dem Glauben an den alle Menschen liebenden Gott motiviert. Angesichts der Krise der Ideologie der Menschenrechte, man kann sich kurz und bündig darüber in Alain de Benoist : „Kritik der Menschenrechte“ informieren, ist es auch nicht unplausibel, dem politischen Diskurs, dessen Fundament diese Ideologie bildet,mit dieser theologischen Konstruktion zur Hilfe zu kommen. Dann kann die Kirche wieder „ihre Funktion als Legitimationsressource“ 5 erfüllen.

Das paßt auch wunderbar zur pastoraltheologischen Ausrichtung als Dienst an dem Kunden Staat! Die Kirche wird so wieder systemrelevant,isb durch ihren vorbildlichen Kampf gegen Rechts, das ist allen Nichtmenschenrechtsgläubigen bzw gegen diesen Glaubensartikel Verstoßende.

1Feinschwarz, Integralismus, 7Jänner 2026.

2Klaus Kunze, 2022.

3Klaus Kunze a.a.O. S.7.

4Klaus Kunze a.a.O. S.6.

5Feinschwarz, Integralismus, 7Jänner 2026.

Samstag, 3. Januar 2026

Wie Gott zensiert wird und eine Falschübersetzung aus dem Neuen Testament

 

Wie Gott zensiert wird und eine Falschübersetzung aus dem Neuen Testament



Da übersetzt uns die ölumenische Einheitsübersetzung aus dem 2.Brief des Apostelfürsten Pauli: „Darum läßt Gott sie der Macht des Irrtumes verfallen,,sodß sie der Sünde glauben.“ (2,11). Davor berichtet Paulus vom endzeitlichen Auftreten des Antichristen, der die Menschen durch Wundertaten zu verführen versucht. Nun spezifiziert Paulus das Geschick der Ungläubigen, derer die sich „der Liebe zur Wahrheit verschlossen haben, durch die sie gerettet werden sollten.“ (2.10). Gott lasse sie der Macht des Irrtumes verfallen.

Aber was steht nun in der hl. Schrift? „Und deswegensandte ihnen Gott den Irrtumsgeist, damit sie der Lüge glauben.“ Die Vulgata übersetzt so trefflich: „Ideo mittet illis Deus operratiomem erroris ut credant mendacio= deshalb schickt er ihnen den Wirker des Irrtums,damit sie der Lüge glauben.“ Die Differenz ist die zwischen: „Gott bewirkt etwas“ und Gott läßt etwas wirken“. Vom Griecischen wie vom Lateinischen ist hier unzweideutig eindeutig ein aktives Wirken Gottes ausgeagt: Gott selbst wirkt, daß der Geist, der zum Irren führen soll, so wirkt. Der Jesuit Arndt überetzt nun in seiner Vulgataausgabe 1903 den lateinischen Text so: „Deshalb wird Gott den Trug auf sie wirken lassen,daß sie der Lüge glauben.“

Das, was Gott als von ihm Gewirktes und so auch Gewolltes wird so umgewandelt als ein von Gott nur Zugelassenes. Ein drastisches Beispiel möge diese Differenz veranschaulichen: Peter hat einen Menschen erschossen und das heißt nicht, daß er es zugelasen hat, daß ein Mensch erschossen wurde. Ein Vorurteil, was Gott an Wirken zukommen könne und was nicht, wird hier als die Norm des Übersetzens verwendet:Wenn eine Aussage der hl. Schrift über Gott dieser Norm nicht entspricht, wird der Bibeltext so „übersetzt“, das ist verändert, daß er der Norm gemäß wird.

Es dürfe nicht wahr sein, daß Gott einen Geist aussendet, damit Menschen durch ihn verführt, der Lüge statt der Wahrheit Glauben schenken. Dieser Dogmatismus ist nun ein sehr bekannter: Ein Autofahrer auf der Autobahn. Sein Radio meldet: „Achtung, ein Geisterfahrer kommt ihnen entgegen- Vorsicht!“ Aber unser Autofahrer weiß: Auf Autobahnen darf es keine ihm entgegen kommenden Fahrzeuge geben, also fährt er getrost weiter: „Immer diese Falschmeldungen!“ Er fährt und fährt und dann kommt der Frontalzusammenstoß. Unser Fahrer steht nun vor der Himmelspforte und er beschwert sich bei Petrus: Dieser angelich für mich tödlich ausgehende Unfall hat sich gar nicht ereignen können, da es laut der Straßenverkehrsordnung keine Geisterfahrer geben darf und kann und so habe ihn Petrus retour in sein Auto zu schicken,denn er könne nicht gestorben sein in Folge eines Unfalles, der sich nicht ereignen konnte und somit nicht ereignet hat.

Gott richtet sich nun leider so wenig nach unseren Wünschen wie es eben auch Geisterfahrer auf Autobahnen gibt.

Leider ist das nun nicht ein Einzelfall falschen Übersetzens. Meiner Vermutung nach steht überall, wo deutschen Bibeln von einem: Gott läßt es zu übersetzt im Original ein : Gott wirkt es steht.

Ganz arg treibt es in dieser Causa der jetzt gültige Katechismus in der Auslegung der Vaterunserbitte: „Und führe uns nicht in Versuchung“. (2846) Dort heißt es wirklich: „Wir bitten unseren Vater, uns nicht in Versuchung zu >führen<. Es ist nicht einfach,den griechischen Ausdruck, der so viel bedeutet, wie >laß uns nicht in Versuchung geraten“ oder >laß uns ihr nicht erliegen< in einem Wort wiederzugeben.“ Das ist eine glatte Lüge!. Das hier verwendete griechische Verb ist eindeutig: „Trage uns nicht in Versuchung!“ Die Vulgata übersetzt dies Verb dann mit einer Form von inducere= hineinführen, woher die uns geläufige deutsche Übersetzung stammt. Aber weder der griechische noch der lateinische Text erlaubt eine Übersetzung im Sinne von: „lasse nicht zu“.

So wird entweder ein Bibeltext falsch übersetzt oder gar völlig falsch verdeutscht, als wenn das „Führe uns nicht“ ein „Lasse nicht zu!“ bedeuten. Die Intention ist dabei offensichtlich: So harte Wahrheiten will man einem Bibelleser oder auch Leser des Katechismus nicht zumuten. Es würde ja auch kein Lungenarzt einem Kettenraucher zumuten, daß er aufhören müsse mit dem Rauchen! Eine ordentliche marktwirtschaftliche Kundenorientierung verbietet einfach das Äußern von so unappetitlichen Wahrheiten. 

 


 

Mittwoch, 8. Oktober 2025

„Wie stark ist die Kirche von Marxisten infiltriert?“


 

Wie stark ist die Kirche von Marxisten infiltriert?“



So frägt dieser Artikel der Internetseite „Freie Welt“ am 7.10.2025, um diese Frage dann näher zu explizieren: „Neue Diskussion um alte Enthüllungen: Hat der Marxismus in den 1950er bis 1970er Jahren gezielt in die Kirche hineingewirkt – und sehen wir heute die Früchte dieser Unterwanderung?“ Die dem Artikel vorangestellte These: »Christentum ist die Quelle der westlichen Stärke suggeriert nun, daß der Marxismus etwas Nichtwestliches die „westliche Stärke“ zerstöre, insoweit er im Westen an Einfluß gewonnen habe und daß dabei die Katholische Kirche und wohl auch der Protestantismus ein Medium gewesen war und noch ist, durch das der Marxismus diesen destruktiven Einfluß gewinnen konnte.

So überzeugend auf den ersten Blick dies klingen mag, so oberflächlich und falsch ist hier fast alles. Verkannt wird dabei, daß der Marxismus eine Ideologie ist, die in Deutschland entwickelt wurde in direkter Auseinandersetzung mit der Philosophie Hegels und Feuerbachs,diese Philosophie ist so erstmal ein recht deutsches Gebilde und gehört nach der heutigen Topographie zum Westen, solange man Rußland und die mit ihm verbündeten Staaten als östlich markiert. Auch wenn der Marxismus, wie es im orthodoxen Marxismus hieß von Lenin und Stalin erst zu dem „Marxismus-Leninismus“ weiterentwickelt worden ist, ist sein Fundament doch nichts außereuropäisches, sondern versteht sich selbst als in einer Kontinuität mit dem Denken der Aufklärung, mehr der franzöischen als der deutschen stehend. (Wie nun genau das Verhältnis der marxistischen Philoiphie zu der Hegls zu bestimmen ist, gehört dabei zu einem der schwierigsten Marxismusinterpretationsproblemen, L. Althusser verweist isb auf dies Problem.)

Ergo: Im Marxismus sieht also der „Westen“ sich mit einer in Deutschland selbst hervorgebrachten Philosophie konfrontiert, einem Gewächs, das politisch auf den Ideen der Französischen Revolution fundiert ist und diese Revolution gilt nun als das Gründungsereignis der modernen westlichen Welt. Daß diese Revolution in ihrem genuien Anliegen, die Gesellschaft auf das Fundament der Vernunft neu aufbauen wollte und deswegen die christliche Religion und gerade die Katholische Kirche aus dem öffentlichen Disskurs herauszudrängen trachtete, gehört so konstitutiv zur „westlichen Welt“.

Nicht war und ist also das Christentum die Stärke des Westens sondern die Emanzipation der Politiik und der Ölonomie von der christlichen Religion und von den Vorstellungen gerade der Kirche, wie diese beiden Systeme durch die Religion zu regulieren sei. (In der aktuellen Polemik der Theologie gegen einen Neointegralismus wird gerade diese Emanzipation, bzw Säkularisierung als etwas Gutes und Bejahenswertes gefeiert!)Die Ideologie des Liberalismus trat dabei an die Stelle des Konzeptes des christlichen Abendlandes, das endgültig aber erst im 1.Weltkrieg unterging mit dem Sturz der letzten christlichen Monarchien Deutschlands, Österreichs und Rußlands.



Im Marxismus begegnete der christlichen Religion sozusagen ihr eigenes „uneheliches Kind“, das der Marxismus als eine säkularisierte Version der christlichen Erlöungsreligion ist. Gerade daraus resultiert aber auch eine Affinität der christlichen Religion zum Marxismus, isb dann wenn die christliche Religion sich so sehr verbürgerlicht, daß sie fast nur noch als eine Bejahung der bürgerlichen Gesellschaft erscheint und so ihr Erlösungsanliegen in ihr selbst verdunstet.Nicht östliche Einflußagenten unterwanderten die Kirche und den Protestantismus, sondern eher unorthodoxe Marxinterpretationen, etwa die der „Frankfurter Schule“ reüssierten so in den theologischen Fakultäten gerade als eine Alternative zu einem verbürgerlichten Christentum. Ein antibürgerlicher Romantizismus verhalf dabei dem Marxismus mehr zum Erfolg als die Ausstrahlungskraft des orthodoxen Marxismus leninistischer bzw stalinistischer Form!



Der Zusammenbruch des „Real existierenden Sozialismus“ 1989f zeitigte dann aber das Ende des Marxismus in all seinen Variationen. Der Liberalismus triumphierte als die alternativlos einzige Ideologie, die sich dann gar als Nichtideologie inszenierte. (Vgl dazu Alexander Dugin). Aus den Marxisten des Westens wurden „Kulturmarxisten“, aber diese Bezeichnung ist ein Widerspruch in sich selbst, da das Grundaxiom des Marxismus, daß die Ökonomie das Fundament jeder Gesellschaft sei und die Kultur nur ein Eoiphänomen, der „Überbau“,den das Fundament der Ökonomie trägt und dieses Fundament zu revolutionieren sei, durch den „Kulturmarxismus“ außer Kraft geetzt wird, weil nun der Kapitalismus bejaht aber nur noch die bürgerliche Kultur revolutioniert werden soll. Die bürgerliche Kultur wird dabei delegitimiert durch die These, in ihr würden die Menschen ihrer Freiheit beraubt, sie würden durch sie verknechtet. Alle natürlichen Einbindungen des Menschen in seiner Geschlechtlichkeit, in der Ordnung der Ehe und der Familie, in der Ordnung der Völker sollen aufgelöst werden, der Mensch soll aus all dem befreit werden, um sein Leben nur noch selbstestimmt zu leben. Der linke Liberalismus trägt dabei eine Tendenz zum Anarchistischen in sich, daß auch jede staatliche Ordnung als etwas freiheitsgefährdendes verurteilt wird. Die Befreiung aus der bürgerlichen Sexualmoral ist dabei ein Zentralanliegen, und jetzt das Recht, auch sein Geschlecht beliebig ändern zu dürfen, wie man auch seine Staatszugehörigkeit ändern dürfen muß, daß jeder Mensch da leben möchte, wo es ihm gefällt.

Die jetzt in der Kirche virulenten antikatholischen bzw antichristlichen Ideologien sind so Varianten der liberalen Ideologie, des Feminismus, der LGBTQ-Bewegung. Dabei gelten dem Linksliberalismus jeder Conservatismus, alles Traditionalistische und alles Rechte als dere Hauptfeind.Bezeichnend für diesen Linksliberalismus ist nun, daß er die Gesellschaft, so wie sie ist, affirmiert, aber die Kirche kritisiert, daß sie der positiven Entwickelung der Gesellschaft hinterherhinke und daß sie endlich die Normen der jetzigen Gesellschaft als für sich selbst als normativ anzuerkennen und gemäß ihnen sich zu reformieren habe, Die Gesellschaft wird dann nur noch kritisiert, wenn es Bereiche in ihr gibt, in denen sie ihrer eigenen Normen noch nicht gerecht wird, der Menschenrechtsideologie. Aber ihre Hauptaufgabe sieht der innerkirchliche Linksliberalismus jetzt in der Apologetik der Gesellschaft, der ach so pluralistischen und bunten gegen jegliche conservative und rechte Kritik.

Man kann die Haltung des Linksliberalismus zum nn Kapitalismus nun aber präzise so bestimmen: Im Kontrast zum Liberalismus kritisiert er die bürgerliche Kultur als eine objektiv zu dem jetzigen Entwickelungsstand des Kapitalismus nicht mehr passenden Kultur. Die Frau darf eben nicht mehr die Rolle der „Hausfrau“ spielen, sondern soll wie der Mann primär eine Arbeitskraft für die Wirtschaft sein. Die Ordnung der Ehe, der Familie werden zu Hindernissen für die Freiheit der Arbeitskraft, bindungslos überall sich um eine Arbeitsanstellung bemühen zu können oder zu müssen. Der Sozial- wie der Nationalstaat stehen der Entwickelung des Kapitalismus zu der einzigen Gesellschftsform der Welt im Wege, aber ohne eine Sozialpolitik funktioniert der Kapitalismus nicht. So sollen transnationale Organisationen den Kapitalismus sozial domestizieren, ohne daß aber seine Grundlagen in Frage gestellt werden sollen. Das bringt ihn in eine Differenz zum klassischen Liberalismus, dem alles Soziale verdächtig ist, freiheitsgefährdend zu sein.

Man muß also den Bruch der Linken als einer marxistischen mit einer linksliberalen mit einer Tendenz zum Anarchististischen wahrnehmen. Dieser Linksliberalismus herrscht nun in der universitären Theologie und der Kirche. Das ihn mit dem Marxismus verbindet, ist nun nur noch die Kritik der bürgerlichen Kultur, Dabei entstehen gar Sympathien für den politischen Islamismus ob dessen radicalen Nein zur westlich bürgerlichen Kultur.

Dabei ereignet sich nun eine beachtliche Umformung der christlichen Religion statt: Aus dieser Erlösungsreligion wird eine kontingente Letztbegründungsmetaphysik für die Menschenrechtsideologie und der darauf basiereßnden liberalen Demokratie: Weil Gott jeden Menschen liebe, verfüge er über eine unverlierbare Menschenwürde und daraus ergäbe sich das Ja zur modernen Welt, das gegen alle fortschrittsfeindlichen Kräfte zu verteidigen sei.



Zusatz:

Ob der antikommunistischen Ausrichtung konnte der politische Liberalismus des Westens für die Kirche als der Bündnispartner gegen den Osten mit seinem Atheismus erscheinen, wobei dann aber verkannt wurde, daß dieser Liberalismus selbst die Säkularisierung der Gesellschaft einfordert und das Religiöse in die Privatsspäre verbannt.



Montag, 8. September 2025

Wie man die Liturgie zerstört, indem der Kirchenraum modernisiert und den Klerikalismus bekämpft

Wie man die Liturgie zerstört, indem der Kirchenraum modernisiert und den Klerikalismus bekämpft



Der Gottesdienst findet in einem architektonisch gestalteten Raum statt.Da liegt es doch auf der Hand, daß, um die traditionelle Liturgie zu überwinden und selbst die modernisierte nachkonziliare ist manchem Modernisten noch zu katholisch, die Innenraumgestaltung der Kirche in Angriff zu nehmen. Auf der Internetseite: „Feinschwarz“ berichtet nun der Artikel:“in mitten drin“ vom 8.5.2029 von einem erfolgreichen Kampf wider die katholische Liturgie: „Die ersten Gottesdienste zeigten: Der klare, stimmige Raum ließ die gewohnten Liturgien nicht zu.“ Es ist also gelungen, die Kirche so zu renovieren, daß die katholische Liturgie, wie sie seit dem 2.Vaticanum zelebriert wird, nicht mehr in dieser reformierten Kirche durchgeführt werden kann! Deshalb mußte nun die Liturgie dem neuen Kirchenraum eingepaßt werden.

Ich möchte hier dazu raten, diese Internetseite aufzuschlagen, da dort ein sehr aussagekräftiges Bild des modernisierten Kircheninnenraumes abgebildet ist: ein mehrreihiger Stuhlkreis, in dessen Mitte etwas steht, das man als einen Altar vermuten kann in einem sonst leeren Raum mit kühler Betonathmosphäre. Ein Knien ist hier unmöglich ob der geringen Abstände zwischen den allerdings lose herumstehenden Sitzstühlen.

Also mußte nun die Liturgie theologisch und praktisch diesem neu gestalteten Kircheninnenraum eingepaßt werden und das geschah auch ganz demokratisch, denn nun produzierte ein Liturgiekreisdas Einpassungskonzept: „Der Liturgiekreis reflektiert im Laufe der Jahre liturgietheologisch alle Details und prüft, wie sie mit dem Raum in Einklang kommen.“ So erblickte eine neukonzipierte Communioliturgie das Licht der Welt:

Alle können alle sehen. Alle können von allen gesehen werden. Tun sie das immer wieder, verschwinden Scheu und Scham. Man kann sich gegenseitig wahrnehmen, sehen, wie es dem anderen geht. Das ist ein zentraler Aspekt, wie ein Communio-Raum communio schafft. Solange Kirchgänger:innen hintereinander wie im Bus sitzen, Hinterköpfe statt Gesichter sehend, lernen sie kaum jemanden kennen. Sobald die Hinterköpfe Gesicht zeigen, kann Gemeinschaft wachsen. Pfarrer können noch so viel über Kommunion predigen. Gemeinsames Tun wirkt. So kann ich nicht nur meine Sitznachbarin irgendwann auf der Straße grüßen.“

Die Euphorie über dies Begegnungsevent, daß jeder Teilnehmer das Angesicht jedes anderen Teilnehmers anschauen kann, ist grenzenlos. Durch dies Aneinanderanschauen wächst eine Gemeinschaft, ja entsteht erst dadurch.Man sieht gar, wenn da wer einen Schnupfen hat und kann ihm so hoffentlich noch ein unbenutztes Schnupftuch durchreichen lassen zum Reinschneuzen! Aber wesentlicher ist es doch, daß ich dann einen Eventteilnehmer außerhalb des Gottesdienstes wiedererkennen und somit auch kontaktieren kann.

Besonders beglückend ist diese neue Sitzordnung nun für den Pfarrer: Als Zelebrant war es nicht ganz einfach, plötzlich in der Mitte am Altar zu stehen. Alle so nah, ungewohnt! Es dauerte nicht lange, da spürte ich Gemeinschaft, Energie, die die Gemeinde zur Mitte ausstrahlte – Realpräsenz energetisch, schon jetzt.“

Das ist nun wirklich eine revolutionäre Neuerfindung dieser Communioliturgie, daß Energien aus den auf ihren reihenförmig angeordneten Stühlen Sitzenden in die Mitte des Kirchenraumes strömen und sich auf und um den Altar herum konzentrieren, ja daß der Zelebrierende in diesem Energiezentrum dann gar Realpräzenz „energetisch“ erlebt.Nur bleibt unklar, wessen Realpräsenz da nun erfahrbar wird? Vielleicht die Enegieura der im Kreise Herumsitzenden?

Aber das ist nicht der einzige Tiefstpunkt dieser Comminioliturgie: „Um dem Communio-Raum noch weniger im Weg zu stehen, verließ ich meinen Priestersitz am reservierten Platz. Nun sitze ich wie alle nebeneinander auf einem Stuhl an unterschiedlichen Plätzen.“ Der Priester stört als Priester die „Communio“ und darum laiiziert er sich,indem er sich als einer unter den Gleichen in den Stuhlkreis eingliedert. So würde der Klerikalismus, der Dualismus zwischen dem Priester und den Laien überwunden:Der Communio-Raum löst wunderbar den unchristlichen Dualismus zwischen Klerus und Laien auf.“

Dabei vernutzt nun diese Communiotheologie Paulus Aussage, daß wir alle eins seien in Christus (Gal 3,28) zu einer Absage an die hierarchische Struktur der Kirche, um im Geiste der Rotte Korach einem Egalitarismus zu huldigen, als dürfte es nach dem Apostelfürsten Paulus keine Ämter und keine Hierarchie in der Kirche geben. Aber es wird noch demokratischer:

Ein weiterer Schritt, Communio mit Wort, Geist, Ritual und Mitfeiernden zu steigern ist die Einführung eines Ortes, an dem ein Mikrofon steht. Nach der Wortfeier darf jedermann/-frau ans Mikro gehen und inmitten der Gemeinde zu Wort kommen. Das Trauen war ein Sprung nach vorne. Das kultische Privileg des Priesters als Redner endete; ein emanzipatorischer Schritt für ein tieferes sich Kennenlernen durch das Teilen persönlich spiritueller Zeugnisse.“

Wenn nicht nur der Pfarrer sondern jeder in diesem Communiotreffen reden darf und gar durch das Mikrophon zu allen anderen, dann ereignet sich da die wahre Communio! Ist es nicht wunderbar, wenn so Menschen zueinander finden, sich wechselseitig in die Gesichter schauen, sich dann auch noch nach dem Treffen außerhalb wiedererkennen und kontaktieren können! Und dann noch dies Energieausströmerlebnis im Zentrum! Das Allerwichtigste ist aber doch die Ermöglichung eines tiefen sich wechselseitig Kennenlernens in dieser Communioveranstaltung.

Eine Kirche mit solchen Pfarrern braucht keine Feinde mehr! 

Zusatz:

Es gibt gute Gründe, warum man Wein nicht aus Kaffeetassen und Bier nicht aus Sektgläsern trinkt, denn der Inhalt,der Wein bzw das Bier muß zur Form der Trinkgefäße passen. Daraus entspringt die Konzeption, die Form des Gottesdienstes zu verändern,um seine Inhalte zu beseitigen. 





Montag, 25. August 2025

Der Kampf gegen die Kirche – Vorwärts mit der Entkernung der christlichen Religion

Der Kampf gegen die Kirche – Vorwärts mit der Entkernung der christlichen Religion



Cyprian verdanken wir die Erkenntnis: Niemand könne Gott zu seinem Vater haben, der die Kirche nicht zu seiner Mutter habe, Deswegen gehört der Kampf wider die Kirche zu den Hauptpunkten des Modernismus in all seinen Variationen. Dem Modernisten Alfred Loisy (1857-1940) verdankt die Welt die Antithese dazu: „Jesus kündigte das Reich an, und die Kirche ist gekommen.“ Dieses Votum avancierte zum Heiligtum des Modernismus, weil damit ausgesagt wird, daß die Kirche, so wie sie entstand und dann geworden ist, eine rein menschliche Hervorbringung sei, die so auch beliebig verändert, verreformiert werden könne. „Nichts ist ihr für die Ewigkeit“, könnte in Anlehnung an einen Liedtext von den „Böhsen Onkelz formulieren.

In Magnus Striet Kampfschrift: „Alte Formeln – lebendiger Glaube“ ließt sich das so: „Jesus hat keine Kirche gestiftet“1,hierin ganz dem Modernisten Loisy folgend. Und wird dann noch ergänzt: „und inwieweit und in welcher Form er zu seinem Gedächntnis aufgerufen hat,muss als historische Frage offenbleiben.2Die antikatholische Intention dieser Aussage erschließt sich durch diese Äußerung: Nach Ostern bekämen für das anfängliche Christentum Versammlungs- und Gedächtnismähler3eine große Bedeutung.Es sei fragwürdig, ob Jesus wirklich selbst am Gründonnerstag das Sakrament der Eucharistie eingesetzt habe und wenn, dann hat er da nur „Gedächnismähler“ initiert. Konfessionskundlich gehört die Vorstellung, daß die Abendmahlsfeier nur eine Erinnerungsfeier an Jesus sei, in die reformierte Kirche und ist eine eindeutig antikatholische Lehre. Hier wird nicht nur der Opfercharakter der Messe verneint sondern auch die Realpräsenz Jesu Christi in dem gewandelten Brot und Wein der Eucharistie. Daß in den Gemeinden solche „Gedächtnismähler“ gefeiert wurden, ist so vermutlich eine kreative Hervorbringung der urchristlichen Gemeinden, die dann später zu einer hl. Opferkulthandlung pervertiert wurde. So liquidiert ein Modernist das Zentrum des christlichen Glaubens, wie es gerade auch das 2.Vaticnum noch mals bestätigte.

Wie entstanden dann nur die Gemeinden und dann die Kirche? „Weil der Glaube, zu dem Jesus ermutigt hatte, auch nachfolgenden Generationen offenstehen soll,bedarf es der Ausbildung von Organisationsformen und Praktiken,die ebenfalls dazu ermutigen.“4 Man beachte hier, daß die Formulierung des des Glaubens, „zu dem Jesus ermutigt hatte“, nur als Genitivus subjectivus gemeint ist: der Glaube, den Jesus selbst gelehrt habe und nicht den Glauben an sich selbst! Wenn Jesus nicht mal zweifelsfrei zur Erinnerung an ihn selbst aufgerufen hat, dann kann er schwerlich zu einem Glauben an sich selbst aufgerufen haben.

Aber wesentlicher ist die Intention dieser antikirchlichen Konstruktion, daß die Kirche, so wie sie dann entstanden ist, ein rein menschliches Produkt ist, deren Ordnung und Praktiken deshalb auch beliebig veränderbar sind, wenn so nur eben anders der Glaube weiterhin vermittelbar werden kann.

Aber der Kampf gegen die Kirche wird dann noch durch ein Pluralismutheorem verschärft. Die Kirche, die das große Glaubensbekenntnis bekennt, hat es nie gegeben und gibt es auch gar nicht: „Es hat diese eine Kirche auch nie gegeben,sondern von Anfang an war sie ausdifferenziert in unterschiedliche Gemeinden,die theologisch und in ihrem Alltagsleben durchaus zu Akzentsetzungen neigten:“ 5 Das darauf Folgende erklärt die Absicht dieser Enteinheitlichung der Kirche: „Kirche gibt es nur in inkulturierter Weise.Und da ich Kulturen unterschiedlich ausgestalten,sich in historischen Prozessen verändern, so kann es überhaupt nicht überraschen, dass auch die Kirchen sich eine neue Gestalt geben.“ Jetzt ist endlich aus der einen in sich ausdifferenzierten Kirche eine Vielzahl von Kirchen geworden.

Als praktische Konsequenz unterstützt dieser Theologe vehement die Deformagenda des Synodalen Weges, aber er verlangt noch etwas Prinzipielleres: Die Kirche muss sich ein bestimmtes, im historischen Prozess errungendes Menschenrechtsethos und damit eine bestimmte Vorstellung von der Würde des Menschen aneignen“.6 Dahinter verbirgt sich die Forderung nach einem Paradigmenwechsel der Kirche, daß sie das Evangelium ersetzen soll durch dies neue Menschenrechtsethos, dem dann die Theologie als kontingente Begründung dieses Ethos zu dienen habe. Die Vulgärversion davon lautet dann einfach: Gott als Schöpfer aller Menschen liebe den Menschen und deswegen käme ihm seine Menschenwürde zu, und es gälte nun dafür Sorge zu tragen, daß universal die Menschen gemäß ihrer Würde leben könnten7. Dafür habe Jesus in seinem Engagement für die Diskriminerten und Benachteiligten schon ein schönes Vorbild geliefert.

Tatsächlich kann und darf so die Kirche nicht beliebig verändert werden, wie dieser Theologe es dann auch deklariert, denn das Menschenrechtsethos, das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben muß das Fundament der neuen Kirchenordnung bilden.

Die Fassade des Glaubensbekenntnis läßt dieser Modernist wie einer Entkernungsmodernisierung stehen, um im Innenraum der Kirche alles Katholische zu exkommunizieren. Die so entrümpelte Kirche hat dann mit der Kirche des Glaubensbekenntnisses nur noch ihren Namen gemein!



1Striet, S.121.

2Striet S.121.

3Striet S.121.

4Striet, S.121.

5Striet, S.122.

6Striet, S,122f,

7Dies Menschenrechtsethos ist aber nicht ganz ungefährlich, führtt doch die westliche Welt all ihre Kriege im Namem der Menschenrechte, nicht nur den dann verlorenen Krieg gegen Afghanistan, auch den gegen Jugoslawien und Libyen. England führte gar die ersten Menschenrechtskriege gegen den Schurkenstaat China, die sog, Opiumkriege, da die chinesische Regierung unzumutbar den freien Handel mit den Rauschgiften unterbinden wollte.Das erste Menschenrecht ist nämlich das, überall in der Welt ingehindert gewinnbringende Geschäfte machen zu können.Zum engländischen Menschenrechtsgeist vgl: Oswald Spengler: Preußentum und Sozialismus.

 

Dienstag, 22. Juli 2025

Ein Retour zu der Tradition der Kirche? Das sei „abstoßend“!

 

Ein Retour zu der Tradition der Kirche? Das sei „abstoßend1“!

Die ganz dem Geiste des Modernismus verpflichtete Internetseite: Kath de kämpft nun weiter gegen die Tradition der Kirche und als der Manifestation allen Traditionalismus, gegen die „Alte Messe“. Nun erlitten die Kämpfer wider die „Tridentinische Messe“ eine herbe Niederlage, als nun Papst Franzikus Machinationen wider die „Alte Messe“ und gegen Papst Benedikts Anliegen, die „Alte Messe“ in die Kirche zu reintegrieren, offenkundig geworden worden sind. Da die Befragung der Bischöfe zu dieser Causa nicht das von ihm erwünschte Ergebnis erbrachte, daß die teilweise Zulassung der „Alten Messe“ der Kirche schade und so zu revozieren sei, verbot der Papst einfach die Veröffenlichung der Befragungsergebnisse und log stattdessen, daß er nur den Wunsch der befragten Bischöfe befolge, indem er nun weitestgehend die „Tridentinische Messe“ zu verbieten versuche.Als Jesuit hielt sich (auch?) hier an das Prinzip: „Der Zweck heiligt das Mittel“, daß eben im Kampf gegen die „Alte Messe“ und gegen die Tradition der Kirche alles erlaubt sei!2

Aber der Kampf wird weiter geführt. So lesen wir dann am 22.7.2025 auf Kath de3: „Der Religionssoziologe Detlef Pollack hält eine Rückkehr zu mehr religiöser Tradition für ein schlechtes Mittel gegen den Glaubensschwund in der Gesellschaft. "Für die Mehrheit wäre das eher abstoßend", sagte Pollack der "Süddeutschen Zeitung" (Dienstag), etwa mit Blick auf die "Alte Messe" in der katholischen Kirche. Es gebe eine gesamtgesellschaftliche Tendenz zu liberalen Werten .>Werten und Selbstbestimmung, zur Gleichberechtigung der Geschlechter und der Akzeptanz von Homosexualität. Wenn die Kirche nicht mit der Zeit geht, würde sie noch mehr Menschen verlieren und nur wenige gewinnen<, so der Leiter des Centrum für Religion und Moderne der Universität Münster.“

Ein Zurück zur „Alten Messe“ wirke abstoßend- aber für welche Mehrheit? Hätte er hier an die Mehrheit der Hauptamtlichen der Kirche gedacht, an die Professorenschaft Deutschlands, isb die Theologieprofessoren und an die politisch korrekten Medien, dann müßte man ihm uneingeschränkt zustimmen.Aber für die Behauptung, die Mehrheit der Kirchenmitglieder, oder die Mehrheit der Bevölkerung Deutschlands lehnte die „Alte Messe“ ab, gibt es keine zuverlässigen Untersuchungsergebnisse! Die Postmoderne mit ihrer charakteristischen Tendenz zum Ästhetischen läßt eher eine Zustimmung zu einer Zulassung der „Alten Messe“ vermuten, zumal ja die Befürwortung einer Pluralität dem postmodernen Geiste mehr entspricht als das Verbot von Früherem, blos weil es nicht modern sei. Oder sollte etwa nach der Meinung dieses Religionssoziologen eine Mehr an Vielfalt dem liberalen Denken widersprechen?

Aber dieser Religionssoziologe weiß auch, für was sich die Kirche einzusetzen habe, um bei den Menschen der Moderne anzukommen: „Selbstbestimmung, zur Gleichberechtigung der Geschlechter und der Akzeptanz von Homosexualität.“ Welchen Bürgern Deutschlands sind das wohl die wichtigsten aktuellen Sorgen, daß angeblich Homosexuelle diskriminiert würden,daß Frauen in der Katholischen Kirche nicht Priester werden dürfen, das ist gemeint, wenn in kirchlichen Kreisen von der Glechberechtigung der Geschlechter geredet wird und daß Frauen immer noch die Kirche das Recht abspricht, selbstbestimmt ihre Kinder abtreiben, töten lassen zu dürfen?

Aber die Kirche müsse mit der Zeit gehen, sonst verlöre sie noch mehr Mitglieder. Es gibt nun in Deutschland die protestantische „Kirche“, der man alles vorwerfen kann, nur eines nicht, daß sie nicht beständig bemüht ist, dem Zeitgeist zu folgen und immer auf der Höhe (oder Tiefe) der Zeit zu sein. Sie macht somit genau das, was hier dieser Kath de Artikel empfieht und sie steht genauso schlecht, vielleicht sogar noch schlechter da.

Ein Religionssoziologe könnte ja nun auch mal, statt nur in seinen linksliberalen Milieu sich zu verbarrikadieren einen Blick in die weite Welt wagen. Dann sähe er etwas Unbegreifliches, daß nämlich bei allen großen Weltreligionen, der christlichen, der muslimischen, der jüdischen und der hinduistischen gerade die traditionalistischen, modernitätskritischen lebendig sind und wachsen, wohin die liberal Ausgerichteten der Weltreligionen eher stagnieren. Wer heute von einem lebendigen Hinduismus spricht, hat Indien vor Augen, in dem Hindufundamentalisten den Ton angeben und in Israel ist auch fast nur noch ein antiliberales Judentum lebendig. Daß die Renaissance des Islam sich seiner fundamentalistischen Kreise verdankt, ist unverkennbar. Wer nun von diesem Weltbild ermüdet zurückschaut auf die deutschen Lande: Im Protestantismus sind doch auch nur noch evangelicale, biblizistische Gemeinden lebendig! Je mehr eine Religion sich modernisieren will, mit dem Zeitgeist sich paart,der Zeitgeist scheint sehr unfruchtbar zu sein, desto unlebendiger wird sie!



1So urteilt der Religionssoziologe Pollack in dem Kath de Artikel des 22.7.2025: Pollack: Rückkehr zu Tradition schlechtes Mittel gegen Glaubensschwund,

2Der Kath info Artikel: „Die Unterlagen zum alten Ritus, die Franziskus verschwinden ließ“ vom 18.7.2025 bietet zu dieser Causa einen gediegenen Einblick.

3Siehe Fußnote 1.

Samstag, 12. Juli 2025

Ein Beitrag zur Sebstsäkularisierung der Kirche – oder wir wollen modern sein!

 

Ein Beitrag zur Sebstsäkularisierung der Kirche – oder wir wollen modern sein!



Papst Pius X.,wies drei Grundaxiome des modenistischen Reformbewegung auf,die heute nach dem Sieg des Modernismus in der Kirche nach dem 2.Vaticanum eine bedeutende Rolle spielen. Drei Charakteristika wurden benannt: erstens: das Konzept der Entmythologisierung,zweitens das des Säkularismus und drittens das Konzept des Pastoralismus.1

Das Konzept der Entmythologisierung wird primär auf die Bibel angewandt mit dem Ziel,möglichst alles dem modernen Weltbild nicht Hineinpassendes heraus-zuexegetisieren. „Die Teufelsaustreibungen Christi, so erklärt der Modernist, seien eine Symbolgeschichte dafür,wie Menschen mit psychischen Problemen der Seelenfriede gebracht werde.“2 Alles Übernatürliche müsse so aus der Bibel entfernt werden. „Für alles nämlich gäbe es eine natürliche Erklärung.“3 So wird dann gar die Eucharistie entmythologisiert: „Wenn Christus seinen Aposteln sagt:>Dies ist mein Leib<, dann habe er sie damit gebeten,seiner zu gedenken.Das Brot werde nicht zu etwas Übenatürlichem gewandelt.“ 4

(Der große Entmythologisierer R.Bultmann geht hier anders vor, indem er das urchristiche Verständnis des Taufsakramentes als ein von einem magischen nicht unterscheidbar erklärt, als den Beweis dafür führt er die von Paulus selbst bezeugte und bejahte Praxis der Taufe zugunsten von schon Verstorbener an, (1.Kor 15,29),um damit zu sagen, daß dies Verständnis für uns Heutigen völlig obsolet sei!)

Das Konzept der Selbstsäkularisierung besteht in der Verweltichung und Politisierung: „Die Begriffe von Seligkeit und Erlösung werden in weltliche oder politische Ziele uminterpretiert.Dies reduziert die Geistlichen zu politischen Aktivisten und der Papst wird zum bloßen Förderer von Belangen der säkularen Welt degradiert.“ 5 Dies Konzept kann auch als das einer allgemeinen Brüderlichkeit bezeichnet werden, daß das Ziel, auf das hin die Kirche ausgerichtet zu sein habe, das der Menschheitsverbrüderung sei.

Das dritte Konzept lautet, „die Lehre müsse stets >pastoral<,nicht >wahr< sein.“6 Hierbei verdunkelt aber der Begriff des Pastoralen die Simplizität dieses Konzeptes, daß der Kunde König sei ,das heißt, das man ihm nur das sagen will, was er hören möchte.So wird jetzt ja der Versuch der Neugewinnung der LGBTQ – Kundschaft gestartet, auch auf die Gefahr hin, traditionelle Kunden zu verlieren.Pastoral meint somit eine reine marktwirtschaftliche Strategie,die nicht nach der Wahrheit frägt sondern sich allein nach den Konsumwünschen der Kunden ausrichtet.

Alle drei Konzepte dominieren die Kirche in der heutigen Zeit, aber Erfolge weisen sie nicht auf.Die Wahrheit will man nicht mehr sagen, um besser bei den Menschen anzukommen, aber die Zeitgenossen lassen sich von dieser vermodernisierten Kirche nicht ansprechen.

Das Buch: „Infiltriert“ dokumentiert eben auch den Mißerfolg dieser 3 Konzptionen in den USA .7 So besuchten 1958 noch 74 Prozent der Katholiken die Sonntagsmesse, im Jahre 2000 nur noch 25 Prozent. 1965 fanden 1575 Priesterweihen statt, im Jahre 2002 450.Im Jahre1965 zählte man noch 49 000 Seminaristen, im Jahre 2002 nur noch 4700. Weitere desillusionierende Zahlen finden sich dort.

Man wollte, um besser anzukommen, den Wein verdünnen, und nochmals verdünnen, da die Menschen angeblich den kräftigen Wein nicht mehr vertrügen und um in diesem Bilde zu verweilen: Das Weinlokal leerte sich, die Menschen gehen ins Bierlokal. 

Zusatz:

Ein Musterbeispiel für eine totale Selbstsäkularisierung der (christlichen)Religion bietet der Artikel: "Religion und soziokulturelle Transformation" der Internetseite:"Feinschwarz" (9.7.2025) mit diesem Religionsverständnis: "Religionen sind voll von Geschichten, in denen sich die unterschiedlichsten Hoffnungen und Verletzungen des Menschen spiegeln."Diese Potetialle gälte es nun, für die Humanisierung der Welt zu aktivieren!  

 

1Taylor R Marshal, Infiltriert, Die Verschwörung zur Zerstörung der Kirche, 2020,S.68-70.

2A.a.O. S.67.

3A.a.O. S.67.

4A.a.O.S.67.

5A.a.O.S.67.

6A.a.O.S.68.

7A.a.O. S.185 – 188.