Samstag, 3. Januar 2026

Wie Gott zensiert wird und eine Falschübersetzung aus dem Neuen Testament

 

Wie Gott zensiert wird und eine Falschübersetzung aus dem Neuen Testament



Da übersetzt uns die ölumenische Einheitsübersetzung aus dem 2.Brief des Apostelfürsten Pauli: „Darum läßt Gott sie der Macht des Irrtumes verfallen,,sodß sie der Sünde glauben.“ (2,11). Davor berichtet Paulus vom endzeitlichen Auftreten des Antichristen, der die Menschen durch Wundertaten zu verführen versucht. Nun spezifiziert Paulus das Geschick der Ungläubigen, derer die sich „der Liebe zur Wahrheit verschlossen haben, durch die sie gerettet werden sollten.“ (2.10). Gott lasse sie der Macht des Irrtumes verfallen.

Aber was steht nun in der hl. Schrift? „Und deswegensandte ihnen Gott den Irrtumsgeist, damit sie der Lüge glauben.“ Die Vulgata übersetzt so trefflich: „Ideo mittet illis Deus operratiomem erroris ut credant mendacio= deshalb schickt er ihnen den Wirker des Irrtums,damit sie der Lüge glauben.“ Die Differenz ist die zwischen: „Gott bewirkt etwas“ und Gott läßt etwas wirken“. Vom Griecischen wie vom Lateinischen ist hier unzweideutig eindeutig ein aktives Wirken Gottes ausgeagt: Gott selbst wirkt, daß der Geist, der zum Irren führen soll, so wirkt. Der Jesuit Arndt überetzt nun in seiner Vulgataausgabe 1903 den lateinischen Text so: „Deshalb wird Gott den Trug auf sie wirken lassen,daß sie der Lüge glauben.“

Das, was Gott als von ihm Gewirktes und so auch Gewolltes wird so umgewandelt als ein von Gott nur Zugelassenes. Ein drastisches Beispiel möge diese Differenz veranschaulichen: Peter hat einen Menschen erschossen und das heißt nicht, daß er es zugelasen hat, daß ein Mensch erschossen wurde. Ein Vorurteil, was Gott an Wirken zukommen könne und was nicht, wird hier als die Norm des Übersetzens verwendet:Wenn eine Aussage der hl. Schrift über Gott dieser Norm nicht entspricht, wird der Bibeltext so „übersetzt“, das ist verändert, daß er der Norm gemäß wird.

Es dürfe nicht wahr sein, daß Gott einen Geist aussendet, damit Menschen durch ihn verführt, der Lüge statt der Wahrheit Glauben schenken. Dieser Dogmatismus ist nun ein sehr bekannter: Ein Autofahrer auf der Autobahn. Sein Radio meldet: „Achtung, ein Geisterfahrer kommt ihnen entgegen- Vorsicht!“ Aber unser Autofahrer weiß: Auf Autobahnen darf es keine ihm entgegen kommenden Fahrzeuge geben, also fährt er getrost weiter: „Immer diese Falschmeldungen!“ Er fährt und fährt und dann kommt der Frontalzusammenstoß. Unser Fahrer steht nun vor der Himmelspforte und er beschwert sich bei Petrus: Dieser angelich für mich tödlich ausgehende Unfall hat sich gar nicht ereignen können, da es laut der Straßenverkehrsordnung keine Geisterfahrer geben darf und kann und so habe ihn Petrus retour in sein Auto zu schicken,denn er könne nicht gestorben sein in Folge eines Unfalles, der sich nicht ereignen konnte und somit nicht ereignet hat.

Gott richtet sich nun leider so wenig nach unseren Wünschen wie es eben auch Geisterfahrer auf Autobahnen gibt.

Leider ist das nun nicht ein Einzelfall falschen Übersetzens. Meiner Vermutung nach steht überall, wo deutschen Bibeln von einem: Gott läßt es zu übersetzt im Original ein : Gott wirkt es steht.

Ganz arg treibt es in dieser Causa der jetzt gültige Katechismus in der Auslegung der Vaterunserbitte: „Und führe uns nicht in Versuchung“. (2846) Dort heißt es wirklich: „Wir bitten unseren Vater, uns nicht in Versuchung zu >führen<. Es ist nicht einfach,den griechischen Ausdruck, der so viel bedeutet, wie >laß uns nicht in Versuchung geraten“ oder >laß uns ihr nicht erliegen< in einem Wort wiederzugeben.“ Das ist eine glatte Lüge!. Das hier verwendete griechische Verb ist eindeutig: „Trage uns nicht in Versuchung!“ Die Vulgata übersetzt dies Verb dann mit einer Form von inducere= hineinführen, woher die uns geläufige deutsche Übersetzung stammt. Aber weder der griechische noch der lateinische Text erlaubt eine Übersetzung im Sinne von: „lasse nicht zu“.

So wird entweder ein Bibeltext falsch übersetzt oder gar völlig falsch verdeutscht, als wenn das „Führe uns nicht“ ein „Lasse nicht zu!“ bedeuten. Die Intention ist dabei offensichtlich: So harte Wahrheiten will man einem Bibelleser oder auch Leser des Katechismus nicht zumuten. Es würde ja auch kein Lungenarzt einem Kettenraucher zumuten, daß er aufhören müsse mit dem Rauchen! Eine ordentliche marktwirtschaftliche Kundenorientierung verbietet einfach das Äußern von so unappetitlichen Wahrheiten. 

 


 

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