Donnerstag, 22. Januar 2026

War das Urchristentum ein Haufen von Fälschern, Betrügern und Werbefachleuten?

 

War das Urchristentum ein Haufen von Fälschern, Betrügern und Werbefachleuten?


Auf diese Frage kann es nur ein eindeutiges „Nein“als Antwort geben und doch ist dieses „Nein“ eines auf einem wackeligen Fundament fußendes.Man möge sich bitte dies Szenario einmal vorstellen:Irgendwo in Deutschland kommt es zu einer Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters zwischen Ludwig Müller und Peter Maier. Ich wäre fest davon überzeugt, daß für dieses Amt nur der Kandidat Maier in Frage käme. Kurz vor dem Wahltag lancierte ich diese Meldung in die Lokalpresse: Ein kleines Mädchen sei von der Brücke in den Rhein gestürzt, Herr Maier hätte seinen Wintermantel abgeworfen und wäre sofort hinterhergesprungen, um das Mädchen aus den eisigen Fluten zu retten. Am rettenden Ufer angekommen, das Mädchen in seinen Armen bergend, erklärte er: Das sei doch selbstverständlich, daß er da rettend eingegriffen hätte! Ich kommentierte dann: Kann es einen besseren Bürgermeister geben!!!


Nun frägt sich sicher jeder Leser, was diese erfundene Wahlkampfgeschichte mit dem Urchristentum gemein haben solle. Zu recht. Die heutige Bibelwissenschaft behauptet fast einmütig, daß Jesus von Nazareth nie ein Wunder gewirkt habe, es sei denn es sei naturwissenschaftlich oder psychologisch erklärbar als ein weltimmanentes Ereignis, daß es so kein Wunder gewesen sei.

Wie wird das nun wissenschaftlich bewiesen? Zwei dogmatische Setzungen werden dazu präsumiert: Erstens Jesus war nur ein Mensch, der so nur das vollbringen könne, was jedem Menschen möglich sei.Zweitens: Auch Gott könne oder wolle keine Wunder zugunsten von Jesus, daß er so legitimiert würde, wirken. Deswegen sind alle Wunder, von denen die Evangelien berichten, nachösterliche Erdichtungen. Man könnte nun diese Phantasietätigkeit im Urchristentum evtl so rekonstruieren:Bekannten die Gemeinden ursprünglich, daß Gott den Jesus am dritten Tage von den Toten auferweckt hätte, Jesus also passiv bei diesem Ereignis sich verhalten hätte, dann wandelte sich dies Bekenntnis zu dem, daß er am dritten Tage auferstanden sei, er also selbst aktiv seinen Tod überwand. Darauf sei sein Vermögen, dies Wunder des Auferstehens aus seinem Todsein in sein vorösterliches Leben zurückprojiziert worden: Er habe von Anfang an Wunder gewirkt.

Die Wunderschichten wurden dann um der Mission willen erdichtet,daß dieser Jesus nun wirklich durch seine Wunder sich hinreichend als der Gesalbte Gottes bzw der Sohn Gottes legitimiert habe. Als Mose Gott frug, wie er sich denn seinem Volke gegenüber und dem Pharao gegenüber als ein von Gott wirklich Gesandter legitimieren könne, da sagte Gott ihm zu, daß er das könne,indem er Wunder vollbringen werde, die kein Mensch ohne Gottes Hilfe bewirken könne.Die erzählten Wunder sollten so der Legitimation Jesu dienen, daß er wirklich der Sohn Gottes sei. Die Frage, warum dann nicht Gegner der christlichen Religion nachgeforscht haben, ob dieser Jesus denn tatsächlich an den angegebenen Orten diese Wunder getätigt habe, von denen dann alle in der Nähe des Tatortes erzählt haben sollen, wird jetzt nicht erörtert, auch wenn es offensichtlich ist, daß all diese Wundererzählungen leicht als pure Phantasieprodukte entlarvt worden wären,weil niemand an den angegebenen Orten von diesen erzählten Ereignissen etwas wissen konnte.

Sondern es wird nach der Moralität der Urgemeinden gefragt, in denen all diese Wundergeschichten nachösterlich erfunden worden seien.

Was soll man von Menschen halten, die Jesus von Nazareth als den Messias glaubten und die dann so viele Geschichten sich erphantasierten, um ihren Glauben anderen gegenüber glaubwürdig zu machen,die aber selbst ohne solche Wundererzählungen selbst zum Glauben gekommen sind?

So meinen die meisten Exegeten, daß die Jungfräulichkeit Mariae, ja alle Kindheitsgeschichten sich ebenso der Phantasietätigkeit der Urgemeinden verdanke, daß selbstverständlich das Protoevangelium des Jakobus fast nichts Wahres über die Mutter Gottes uns berichte, daß da ein Autor, da er nichts Gewisses über die Mutter Jesu wußte, all dies sich erdichtet habe!

Stand am Anfang dieser Entwickelung Luther mit seiner rabiaten Kirchenkritik, daß die Kirche das wahre Zeugnis der Bibel verfälsche, so wird nun auch die Bibel als das Fundament der christlichen Religion destruiert, da fast alles,was die Evangelien über Jesus erzählen fromme Erdichtungen sind.

Aber wie skrupellos müssen die dichterisch Talentierten in den Urgemeinden gewesen sein, wenn sie so vieles erdichteten, um diesen Jesus erfolgreich als den Sohn Gottes verkaufen zu können! Da könnte jeder Werbefachmann ja noch von ihnen lernen!

Aber wie unsolide ist das Fundament dieser Bibelkritik, daß Jesus keine Wunder habe wirken können, da er nur ein Mensch gewesen sei und daß auch Gott nicht ihn durch Wunder als den Messias beglaubigen hätte können!

Ist Gott denn nicht allmächtig und so auch sein Sohn!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen