Eine ökomenische Selbstverständlichkeit, daß die Katholische Kirche die Taufen in allen evangelischen Kirchen anerkennt – eine Irritation
Die Internetseite der Evangelisch-Reformierten Gemeinde München I gibt eine klare und vielleicht doch nicht klare Antwort darauf, was sie unter der Taufe versteht. Hier der vollständige Text: „Unsere Kinder sind uns anvertraut, sie sind ein Geschenk Gottes!Gott liebt uns und schenkt uns unser Leben. Das feiern wir mit der Taufe – sie ist das sichtbare Zeichen der Liebe Gottes zu uns Menschen.Wir taufen Kinder und Erwachsene – im Sonntagsgottesdienst, auf einem Berg oder an einem See.“
Daß Gott uns Menschen, uns alle liebt, wird hier als eine objektive Tatsache verstanden.Weil Gott alle Menschen liebt,liebt er auch „unsere Kinder“.Die Taufe zeigt somit nur an, was dem Getauftwerdenden objektiv unabhängig von der Taufe gilt. Darum kann sie sowohl Kleinkindern gespendet werden wie auch Erwachsenen, da ein Mensch, solange er nicht getauft wird, nichts fehlt,das ihm dann erst durch die Taufe vermittelt wird. Jesus Christus braucht bei diesem Taufverständnis nicht erwähnt werden, da ja der Glaube, daß Gott jeden Menschen liebe, schöpfungstheologisch begründet wird. Jeder Mensch sei ein Geschenk Gottes.
Wenn also weder der Spender der Taufe noch im Falle der Getauftwerdende glaubt, daß die Taufe etwas vermittelt sondern nur bezeichnet, was jedem Menschen gälte,kann das dann noch als eine gültige Taufe angesehen werden? Es fehlt ja hier die Intention, die „unum baptisma in remissionem“ zu spenden, da von ihr nicht geglaubt wird, daß sie um der Vergebung der Sünden willen gespendet wird.
Auf der Internetsauftrittsseite der Evangelisch- Reformierten Gemeinde Erlangen heißt es zur Taufe:
„Durch die Taufe wird ein Mensch unter den Segen Gottes gestellt und in die Gemeinschaft der christlichen Gemeinde aufgenommen. In unserer Kirche werden sowohl Kinder als auch Erwachsene getauft.Die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer (Matthäus 3,13-17; Markus 1,9-11; Lukas3,2lf.; Johannes 1,32-34) ist der historische Ausgangspunkt der christlichen Taufpraxis.“
Das Getauftwerden ist also eine pure Segenshandlung mit dem Zusatz, daß so der Getaufte in die Kirche aufgenommen wird. Das heißt, daß die Taufe kein Sakrament ist und auch nicht als solches gespendet wird.Auch hier gilt, daß einem Menschen kein Nachteil erwächst dadurch, daß er erst als Erwachsener und nicht schon als ein Kind getauft wird. Schließlich werden ja am Ende auch des reformierten Gottesdienstes die ganze Gemeinde gesegnet und abgesehen von dem Gewinn einer Kirchenmitgliedschaft vermittelt der Segen der Tauffeier nichts was nicht auch jeder Segen vermittelt.
Es existiert heute faktisch in den reormierten Gemeinden kein einheitliches Taufverständnis, der Freiraum ist da für die Gemeinden beachtlich.
Man kann nicht umhin: Es muß erlaubt sein, hier die Gültigkeit der Taufe in Frage zu stellen.
Im Hintergrund steht die Theologie Karl Barths, der eine Umformung der Sakramentnlehre forderte, daß sie keine Gnadenmittel mehr sein sollen, sondern die Ethik als die Antwort des Menschen auf seine Annahme durch Gott.daß er nun als Christ leben wolle. Daraus ergab sich sein Nein zur Unmündingentaufe. Der Ausgang der innerreformierten Kontroerse: Man stellte es den Eltern frei, ob sie ihre Kinde als Kleinkind oder mündig taufen ließen. Das Taufsakrament wurde dazu entsakramentaliert, es ist ein bloßes Zeichen, das nichts mehr bewirkt, nur etwas anzeigt. was unbhängig von der Taufe schon Wirklichkeit isrt außer daß es ein Aufnahmeritual in die Kirche ist.
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