Dienstag, 27. Januar 2026

Ein deutscher Bischof klärt auf: Was ist die Aufgabe der Theologie?

 

Ein deutscher Bischof klärt auf: Was ist die Aufgabe der Theologie?



Die Jahresversammlung des Katholisch-Theologischen Fakultätentags war aus der Sicht des Bischofes Gerber aufklärungsbedürftig, daß hier ihr die Aufgabe der Theologie vor Augen gestellt wird.1 Der geneigte Leser möge bitte einen Augenblick jetzt innehalten, um zu überlegen, was wohl die Aufgabe der Theologie sei.

Die bischöfliche Antwort besticht nun in ihrer Klarheit: „Gerber verwies dabei auf die Würde des Menschen als unverfügbare Grundlage der universal geltenden Menschenrechte. "Wir befinden uns zu Beginn des Jahres 2026 weiter in einer Phase massiver Umbrüche", sagte der Bischof. Vor diesem Hintergrund stelle sich neu die Frage, auf welcher Grundlage Menschenrechte und Völkerrecht eingefordert werden können.“

Das Problem unserer Zeit sei also, wie die „Würde des Menschen“ und die“universal geltenden Menschenrechte“ in der aktuellen Krisenzeit begründet werden können. Diese Menschenwürde würde nicht überall anerkannt, bzw es würde in der politischen Praxis gegen sie verstoßen, auch wenn sie rhetorisch anerkannt würde.

Daraus resultiert nun die Aufgabe der Theologie! „Menschenrechte seien kein historisches Nebenprodukt. Sie seien vielmehr Ausdruck einer von Gott begründeten Menschenwürde“. Eigentlich gelten ja die Menschenrechte, bzw die Menschenwürde selbst als das Fundament der westlichen, bzw aufklärrischen Kultur und bedürfen als die Grundlage nun nicht selbst noch einmal einer Fundierung durch ein anderes Fundament.Allerdings wird der fundamentalistische Charakter der Menschenrechte und Menschenwürde auch energisch in Zweifel gezogen, man vergleiche dazu die sehr gediegene Studie Alain de Benoist: „Kritik der Menschenrechte. Warum Universalismus und Globalisierung die Freiheit bedrohen“ und so ruft dieser Bischof dem Fakultätentag zu: „Eure Aufgabe ist die Begründung der Menschenwürde als universal zu Bejahendes.“

Die Aufgabe der Kirche in Wort und Tat sei so die Verkündigung der Menschenwürde und der Menschenrechte, die Aufgabe der wissenschaftlichen Theologie die der Letztbegründung dieser Größen.Wie nun aber etwas universalistisch gelten Sollendes durch den Glauben an einen Gott, der die Welt und die Menschen erschuf, letztbegründet werden kann, da doch nicht alle diesen Gottglauben teilen und auch nicht alle Religionen und die Katholische Kirche erst seit dem 2.Vaticanum,bleibt hier völlig ungeklärt.Die französische Version verzichtet, lehnt sogar Gott als Letztbegründung ab, da für sie nur eine nur vernünftige Begründung eine universalisierbare ist.

Aber nun muß noch eine andere Frage gestellt werden: Wie verhält sich denn der Gott Jesu Christi selbst zu den Menschenrechten? Der Sohn Gottes belehrt uns über Gottes Endgericht so: Wer glaubt und getauft ist, wird gerettet, wer nicht glaubt, wird verdammt werden!“ Diese Aussage ist nun unvereinbar mit den Menschenrechten, denn gemäß ihnen darf Gott in seinem Gericht keinen Menschen nach seinem Glauben bzw Unglauben be- oder gar verurteilen! Gott müßte die Religion des zu Beurteilenden gleichgültig sein,denn kein Mensch dürfe ob seiner Religion diskriminiert werden. Alle Aussagen der hl. Schrift über die Bedeutung des Glaubens in Hinsicht auf Gott selbst müßten gestrichen werden, da in ihnen Gott die Unläubigen diskriminiere.

Die Würde des Menschen muß als etwas rein Objektives gedacht werden und so kann auch Joh 1,10ff nicht mehr kritiklos zitiert werden: „Er (Jesus Christus) war in der Welt und die Welt ist durch ihn gemacht,aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum;und die Seinen nahmen ihn nicht auf.Wie viele ihn aber aufnahmen,denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, die an seinem Namen glauben.“ Hiermit wird ja eindeutig gesagt, daß nur die Christgläubigen „Gottes Kinder“ sind, ja sie werden erst durch ihren Glauben dazu.So eine Diskriminierung der Nichtgläubigen ist aber unvereinbar mit den Menschenrechten. Es hätte nämlich heißen müssen: Im Glauben erkennen die Gläubigen, daß jeder Mensch ein „Kind Gottes“ist!

Wendet man sich dem Kontext der Französischen Revolution zu, so ist klar, daß ob der innerchristlichen Religionskriege des 17. Jahrhundertes um des Friedens willen die christliche Religion verprivatisiert werden sollte, damit die Vernunft stattdessen das neue Fundament der modernen Gesellschaft bilden sollte, daß als die neuen Prinzipien die Emanzipation von der christlichen Religion und der Kirche sind.

Das Fundament der modernen Gesellschaft, in dem die Emanzipation von der Religion vollzogen worden ist, nun wieder theologisch letztbegründen zu wollen, kann man nur als eine Absurdität bezeichnen, sollten die Menschenrechte doch auch den Menschen von den Geboten Gottes und nicht nur von denen der Kirche befreien.


1 Kath de, 23.Jänner 2026: Bischof Gerber betont gesellschaftliche Relevanz der Theologie

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen