Dienstag, 13. Januar 2026

Ein Knigge für „Multikulti“ und die ökumenische Praxis?

 

Ein Knigge für „Multikulti“ und die ökumenische Praxis?



Der „Knigge“ galt lange Zeit für das Benimnbuch schlechthin. Ob damit die Intention dieses Werkes wirklich erfaßt ist, sei dahingestellt und ob es denn wahr sei, daß neuerdings Benimmbücher wieder in Mode gekommen sein sollen, soll hier nicht erörtert werden sondern einfach konstatiert werden, daß auch die liberalistischte Gesellschaft nicht ohne ein Minimum an normativer Regelungen für das Alltagsleben auskommt, daß ein Miteinander auch nicht möglich wäre, wenn in jeder Situation erste die Regelungen zwischen allen Beteiligten auszuhandeln wären.

Nehmen wir erstmal etwas recht Unspektakuläres: Ein Raucher wird zu Freunden eingeladen, in deren Wohnung niemand raucht, da alle meinen, daß jeder Tabakgenuß gesundheitsschädigend sei. Darf nun der passionierte Raucher darauf bestehen, als Gast da eingeladen, wie er es gewohnt ist, zu rauchen? Wäre es schicklich, den Gastgebern gegenüber zu erklären: „Ich möchte dann aber bei Euch Daheim rauchen?“ Der Status des Gastes verlangt in diesem Falle den Verzicht auf dies Plaisir. Aber, um nicht einseitig raucherfeindlich zu gelten, muß dann auch gelten, daß ein eingeladener Nichtraucher nicht verlngen darf, daß nun der Gastgeber das Rauchen einstellt um des Gastes willen. Der Gast hat sich dem Gastgeber unterzuordnen, was selbstredend nicht ausschließt, daß der Gastgeber, auf den Gast Rücksicht nehmend ihm das Rauchen dann in einer Nichtraucherwohnung zu erlauben.

Nun leben viele Nichtdeutsche in unserem Lande als „Gäste“ und so liegt es doch nahe, daß diese sich auch wie Gäste in unserem Lande benehmen. Die Multikultiideologie dagegen vertritt das Gegenteil: Wir (nicht immer freiwilligen) Gastgeber hätten uns nach unseren Gästen zu richten. Wenn also islamische Frauen nicht Männern die Hand geben dürfen, dürfen sie die bei uns übliche Begrüßungsform ablehnen, ja als Nichtmuslim sollte man erst gar nicht versuchen, einer Muslimin die Hand zu geben. Dramatischer wird es nun schon bei den Christkindel- bzw Weihnachtsmärkren: Müssen die umbenannt werden, damit Muslime sich nicht von ihnen ausgegrenzt fühlen? Darf in Kindergärten noch Ostern gefeiert werden, wenn viele Kinder da muslimischen Glaubens sind? Was wird die Kirche sagen, wenn die Fronleichnamsprozessionen als eine unzumutbare Provokation für Muslime bezeichnet werden und gefordert wird, daß sie nur noch innerhalb der Mauern der Kirche zu begehen sind? Der Knigge für Gäste insistiert darauf, daß der Gast sich dem Gastgeber anzupassen habe, wenn der den ein Gast sein will!

Wenden wir uns der Ökomene zu: Ein ökomenischer Gottesdienst wird in einer katholischen Kirche gefeiert. Die Evangelischen sind Gäste eines katholischen Wortgottesdienstes. Man kann mit 100 prozentiger Sicherheit voraussagen, daß dann in diesem Gottesdienst die Heiligen, nicht mal die Mutter Gottes angerufen wird als unsere Fürbitter. Warum? Aus Rücksicht auf die Gäste. Alles, was genuin katholisch ist und von den Evanglischen abgelehnt wird, wird weggelassen, da man ja die Gäste nicht verärgern möchte. Katholiken veranstalten so faktisch gemäß der protestantischen Lehre Gottesdienste aus ihrer Rücksichtsnahme den Protestanten gegenüber.

Warum verlangt nun der Ökomenismus wie die Multikultiideologie, daß stets der Gastgeber den Wünschen der Gäste willfährig gegenüber zu sein habe? Gemäß den üblichen Benimmregeln ist das nicht. Ein Verdacht dängt sich auf: Aus einer Abneigung gegen die Kultur im eigenen Hause heraus wird verlangt, sich den Gästen anzupassen, ihnen willfährig zu sein! Der ökomenisch eingestellte Katholik will nicht mehr katholisch, der Christ nicht mehr Christ und der Deutsche nicht mehr deutsch sein.Das ist die Praxis der Lust an der Verneinung des Eigenen. Alles Fremde erscheint diesem Selbstverneiner besser als das ihm Eigene! Es ist eben ein fataler Irrtum, davon auszugehen, daß jeder sich selbst bejahe in seinem Bestimmtheit durch sein Geschlecht, seine Volkszugehörigkeit und seine Kultur, und dann leider oft egoistisch die Anderen mißachte oder nur ausnutzen will. „Ich will nicht sein, was ich bin, wozu Gott mich bestimmt hat“ ist eine ebeno große Sünde und viel verbreiteter als allgemein angenommen wird. Man denke nur an die aktuellen Erfolge der LGBTQ- Ideologie.


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