Ein überdrüssiges Thema: Schöpfung und Evolution - aus dem Üblichen aber herausfallende Gedanken
Es ist wohl unmöglich,zu diesem Thema irgendetwas zu schreiben, was nicht schon zigfach gedacht und bedacht worden ist,daß sich die Frage wirklich stellt, wozu noch etwas dazu schreiben. Das ist aber auch die Not unserer Postmoderne, daß das für alles gilt,worüber geschrieben werden könnte: Zu jedem Gegenstand,über den etwas geschrieben werden könnte,ist schon so viel geschrieben worden, daß wollte man, bevor man Eigenes schreiben, so viel an Primär- und Sekundärliteratur zu dieser Causa lesen,wie es nötig ist,um sich in dieser Causa auszukennen,man nie zum Schreiben kommen kann,zumal man dann noch konstatieren muß, daß das vermeintlich Eigene schon längst zigfach publiziert worden ist.
Nun reizt mich dieses Thema trotzdem und so formuliere ich dazu ein paar Gedanken, die sicher nicht durch eine große Originalität sich auszeichnen werden, die aber hilfreich für dies Thema sind.
Die analogia entis Lehre berücksichtigend könnte gesagt werden:Ähnlich wie ein Architekt einen Hausbauplan erstellt, der dann Schritt für Schritt realisiert wird, so setzt Gott als Schöpfer zuerst die ideele Welt, das ist die Menge aller Ideen der Welt,die untereinander geordnet alle Elemente der zur realisierenden Welt bilden. Schöpfungstheologisch ist das die unsichtbare Welt als von Gott verschiedene,als die Welt von Gottes Ideen von allem, was dann realisiert werden sollen.
So ist die Idee des Menschen durch Gottes Denken und davon zu distinguieren ist nun die prozessuale Hervorbringung des Menschen als die Individuation der Idee des Menschen in seinen vielen Erscheinungen. Die Idee des Menschen ist so ante rem als die Idee,die dann in vielen Exemplaren individuiert realisiert wird: Das ist,daß ein Mensch ist,daß er also ein Fall des Menschseins ist.Die Idee des Menschen ist so in jedem Exemplar des Menschen, individuiert realisiert, aber doch als diese Idee recognizierbar. Das ist der Ermöglichungsgrund dafür, daß wir alle Menschen, so sehr sich jeder von den anderen Menschen unterscheidet, unter dem Begriff des Menschen subsumieren können. In dem Begriff des Menschen wird so die Idee des Menschen erfaßt. Der Begriff ist so die recognizierte Idee des Menschen, realisiert in dem Einzelmenschen in einer Individuieren Gestalt. Die Idee ist so das Erste und in seiner Realisierung das Letzte so wie der Bauplan für ein Haus das Erste und am Schluß der Realisierung erst das Haus erscheint als die Realisierung der Idee.
Die Naturwissenschaft kann nun nur den Prozeß der Entwickelung des Menschen untersuchen und seine Gesetzmäßigkeiten erkennen, aber nicht den Ursprung dieser Entwickelung, die Idee des Menschen. Denn die gehört nicht in die Welt sondern ist vor der Welthervorbringung als die Idee Gottes vom Menschen.Der biblische Schöpfungsbericht zeigt sozusagen Gottes Bauplan für die ganze Welt als in sich wohl geordnete, die dann auch realisiert wird, in dem die Idee von etwas nun individuierend realisiert wird:Die Urbilder erscheinen in einer Vielzahl ihrer Abbilder. Und diese Abbildungen werden nun gemäß den von Gott dekretierten Naturgesetze hervorgebracht.Der Erforschung dieser gesetzmäßig verlaufenden Entwickelung dient nun die Evolutionstheorie, ihre Grenze aber findet in den Ideen, den jenseitigen, die sich dann in ihrer Entwickelung realisieren.
So müßte auch strikt zwischen dem ersten Menschen als seiner Idee, wie Gott ihn gedacht hat und seinem ersten Erscheinen in der Entwickelung der Natur unterschieden werden. Adam und Eva im Paradies meinen nicht die ersten in der Naturentwickelung hervorgebrachten Menschen der Urzeit der Menschheitsgeschichte. Die reale,realisierte Welt ist eben strikt von der ideelen zu distinguieren.
Das Eigentümliche des Menschen ist nun, daß Gott ihn als zur Selbstbestimmung befähigtes Geschöpf wollte.Der Mensch konnte sich so in seiner Urwahl als seinem Gott gehorchen Wollender oder ihm widerstreiten Wollender hervorbringen.Indem das erste Menschenpaar sein Nein zu Gottes Willen sagte,brachte es das menschliche Geschlecht gemäß dieser Urentscheidung hervor. Die Idee des Menschen wäre ja nicht eine Idee des Menschen, wenn ihr,der Idee nicht die Möglichkeit zur Selbstbestimmung gegeben wäre. Zu ihr sagt ja Gott: „Vermehret Euch!“ Es ist also als gehorsamsfähig zu denken. Das erste Menschenpaar, das nur in seiner geschlechtlichen Polarität fortpflanzungsfähig ist, sollte eben kein Unikat bleiben, sondern das Urbildpaar, das sich dann in vielen Exemplifikationen des Urbildes des Menschen realisieren sollte. Aber die Abbilder der Idee des Menschen reproduzierten in sich das Menschsein so,wie es durch diese Urentscheidung geworden ist, als zum Sündigen Geneigte.
Deswegen existiert auch die Differenz zwischen dem Menschen, wie Gott ihn erdacht hat, der ideele Mensch und wie er sich dann in den vielen individuierten Abbildern des Menschen realisiert,als eben durch diese Urwahl bestimmte. So gehört zwar das Sterbenkönnen zur menschlichen Natur, nicht aber das Sterbenmüssen. Die Naturwissenschaft kann nur den in der Welt realisierten Menschen erforschen, und so urteilt sie, daß das Sterbenmüssen zur Natur des Menschen gehöre,aber verkennt so notwendig den Menschen als seiner Idee.
So wie die Wahrheit des Kreises seine mathematische idee ist und nicht die Kreise, wie sie im Rechenunterricht von den Schülern gezeichnet werden,so ist auch die Idee des Menschen seine Wahrheit und nicht seine durch den Sündenfall depravierte Erscheinungen!Es ist so der wirkliche Mensch von dem wahren, das ist seine Idee und die Wirklichkeit von ihrer Wahrheit zu unterscheiden. Das markiert eine Grenze der Naturwissenschaften.
Soweit meine vorläufigen Gedanken zu dieser Causa.
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