Mittwoch, 7. Januar 2026

Unsere Ansprüche an Gott und wenn Aussagen der Bibel dem nicht gerecht werden

 

Unsere Ansprüche an Gott und wenn Aussagen der Bibel dem nicht gerecht werden



Der Apostelfürst Paulus schreibt uns in seinem zweiten Thessalonikerbrief 3,2b: non enim omnium est fides“= nicht nämlich ist allen der Glaube.“ Ein Bibelleser verbindet diese Aussage selbstverständlich ad hoc mit dieser aus dem Hebräerbrief (11,6): Denn ohne den Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen.“ Wie ist nun die Formulierung: „ist nicht allen“ zu verstehen? Der Jesuit Augustin Arndt übersetzt nun in seiner Vulgataausgabe 1903: „denn der Glaube ist nicht Jedermanns Sache.“ Das trifft sicher nicht das hier Ausgesagte, da wohl von Dingen, die nicht von großer Relevanz ist, gesagt wird, daß sei halt nicht jedermanns Sache, daß nicht jedem eine Wagneroper gefalle oder überhaupt die klassische Musik und und, aber so spricht kein Theologe von dem Glauben, daß es eine Geschmackssache sei.

Dann kommentiert aber dieser Jesuit diese Aussage in der dazugehörigen Fußnote wie folgt: Wie oft empfiehlt der Apostel sich dem Gebete,doch stets um für das Evangelium wirken zu können! - Nicht jeder Mensch hört auf Gottes Berufung zum Glauben.“ Gott lasse also allen Menschen das Evanglium predigen und somit beruft Gott jeden zum Glauben, aber nicht alle gehorchen dieser ihrer Berufung. So wäre der Glaube zwar für alle aber nicht alle nehmen ihn an. Die Einheitsübersetzung übersetzt dann tatsächlich: „denn nicht alle nehmen den Glauben an.“ Das ist auf keinen Fall als eine Übersetzung des griechischen Urtextes noch des Vulgatextes annehmbar sondern bietet stattdessen eine theologische Interpretation.

Gemeint ist dabei dieses: Wenn der Glaube heilsnotwendig ist, dann ist Gott uns Menschen gegenüber verpflichtet, dafür zu sorgen, daß jedem der Glaube (durch die Predigt des Evangeliumes) angeboten wird, sodaß es nun allein an uns Menschen läge, ob wir ihn annehmen oder auch nicht annehmen. Das „nicht nämlich ist allen der Glaube“ ist so alleinig durch menschliches Fehlentscheiden verursacht zu denken.

Nur ist das fraglich. „non enim omnium est fides“ meint, daß nicht alle dazu bestimmt, erwählt sind zum Glauben. Gott hatte nämlich nur ein Volk, das jüdische erwählt und nicht hat er jedem Volke seine Erwählung angeboten und daß dann zu Gottes größtem Bedauern nur das jüdische Volk seine Erwählung angenommen hätte. Auch erwählte Gott nur einen der 12 Stämme Israels zu dem Priesterberuf und nicht alle. Allen jüdischen Stämmen war so nicht das Priestertum. Damit stehen wir vor einem der größten Mysterien Gottes, daß er einige erwählt und einige nicht erwählt. So heilt Jesus ja auch einige Blinde und viele Kranke und viele Blinde und Kranke somit nicht.

Das wäre aber ungerecht von Gott! Wenn der Glaube heilsnotwendig ist, dann müsse Gott es jedem Menschen ermöglichen, gläubig zu werden.“ Wenn nun aber nicht jeder die Möglichkeit habe, gläubig zu werden, dann dürfe Gott nicht den Glauben als einen heilsnotwendigen bestimmen. Dann verkünden wir eben, der Idee der Würde des Menschen gemäß, daß Gott jeden Menschen liebe und jeder so eingehen wird in das ewige Heil.

Aber eines sei eindeutig: Wenn es Nichterwählte geben könne, dann könne das nur besagen, daß Menschen sich rein selbstverschuldet aus dem ihnen zugesagten Heile ausgeschlossen hätten. Damit ist jede Gnadentheologie ad acta gelegt, weil es jetzt nur noch auf den Menschen allein ankäme, ob er für sich das Heil gewinnt oder verliert.

Wir Menschen diktieren so Gott, wie er nach unserem Meinen gerecht zu handeln habe und wenn die hl. Schrift nun damit Inkompatibles aussagt, dann wird das wegübersetzt oder wegexegetisiert, denn Gott habe sich nach uns zu richten und wir uns nicht nach ihm!Das ist die kopernische Wende der modernen Theologie. 

Ein anschauliches Beispiel für dies Konstruktionsprinzip der Gotteslehre präsentiert nun der "feinschwarz"Artikel: "Kritische Hermeneutik der Heiligen Schrift":  

"Dass Menschen nicht zum Freiwild fundamentalistischer Strategien von Religionen werden, braucht es religiöse Glaubensgemeinschaften, die in sich selbst die Kopernikanische Wende vollzogen haben: nämlich wenn schon ein Gottesglaube, dann einer, der Gott nicht mickrig macht, indem er die einen rettet und die anderen verflucht, sondern der niemals mit Liebesentzug bestraft und deshalb seine Liebe mit unendlicher Freiheit verbindet. Solcher Glaube verbindet sich mit der Sehnsucht nach Gerechtigkeit, Befreiung und Erlösung aller." Wenn man schon nicht ohne einen Gottesglauben auskommt, dann bitte einen konsumentenfreundlichen.

Aber auch Biblizisten, die "Zeugen Jehovas" etwa praktizieren das so: Sie übersetzen Jesu Wort am Kreuze: "Amen,ich sage Dir: Heute noch wirst Du mit mir im Paradiese sein" Lk 23,43 mit: "Heute sage ich Dir: Du wirst mir mir im Paradiese sein, da die "Zeugen Jehovas" behaupten, der Mensch habe keine unstervliche Seele und so müßte dem Jesus seine Sünde verziehen Habende jetzt immer noch im Grabe liegen und nicht im Paradiese sein können, bis er dann am Ende mit allen von den Toten aufereckt werden wird. Wenn die Bibel nicht stimmt, muß sie eben stimmig gemacht werden, auch durch falsches Übersetzen. 





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