Samstag, 31. Januar 2026

Keine Probleme mit dem Sakrament der Taufe - oder seine Vergleichgültigung?

 

Keine Probleme mit dem Sakrament der Taufe - oder seine Vergleichgültigung?



Eine kleine Orientierungsskizze soll hier Klarheit bringen,ohne daß dabei schon die Theologie dieses Sakramentes expliziert wird.

Die relevanteste Frage zu diesem Sakrament: Bewirkt die Taufe etwas oder bezeichnet sie nur eine Realität, die unabhängig von der Spendung dem Getauften schon gilt?

Die Antwort der hl.Schrift ist hier eigentlich eindeutig, daß sie nach Jesu Belehrung heilsnotwendig sei, so nach Mk 16,16 und seinem Nachtgespräch mit Nikodemus, daß niemand in das Reich Gottes eingehen könne, der nicht durch die Taufe neugeboren worden sei, Das große Glaubensbekenntnis bezeichnet die Taufe als zur Sündenvergebung.Aber trotz dieser Eindeutigkeit wurden und werden theologische Bedenken angemeldet, die fragen, wie denn die Partikularität der Spendung der Kirche sich zur Universalität des Heilswillens Gottes verhielte, daß eben viele Menschen gar keine Möglichkeit gehabt haben und haben, getauft zu werden.

Entweder wird dann gelehrt, daß Gott für diese Menschen andere Wege zum Heil eingesetzt habe, oder es muß der universalistische Heilswille Gottes in Frage gestellt werden, daß das Heil nur für die dazu von Ewigkeit her Erwählten sei.Dann kann es aber von Gott zum Heil Erwählte geben, die ohne den Empfang des Taufsakramentes das Heil erlangen und Nichterwählte, die trotz des Empfanges des Taufsakramentes das Heil nicht erlangen. Diese Position ist der orthodoxe Lehrstandpunkt der reformierten Theologie, von der nicht ganz verfehlt gesagt wird, daß ihr die Prädestinationslehre, die Erwählungslehre das Zentrum der Theologie bildet.Damit stießen wir auf wohl die ursprünglichste Konzeption einer Tauflehre, die besagt, daß dies Sakrament selbst nichts wirke:Denn entweder sei jemand zum ewigen Heile prädestiniert, dann sei das der hinreichende Grund seines Heiles oder falls er nicht prädestiniert sei,nütze ihm sein Getauftsein nichts.

Wenn aber Surrogate für die heilsnotwendige Taufe konstruiert werden1,dann kann im pelaginistischen Sinne gesagt werden, daß für das Heil nur das notwendig sei, was jeder Mensch kraft seiner natürlichen Fähigkeiten realisieren könne: die natürliche Gotteserkenntnis und das Leben gemäß dem Gewissen.Die christliche Religion mit all ihren Sakramenten würde dann faktisch nur eine Erleichterung darstellen, ein gottgefälliges Leben zu führen.Das Taufsakrament ist dann nicht mehr heilsnotwendig, sondern erleichtert nur das Erreichen des Zieles.



Muß der Zutaufende glauben um die Taufe gültig zu empfangen oder nicht? Durch die reformatorische Theologie, daß es allein auf den vertrauenden Christusglauben ankäme, entstand hier faktisch ein Problem, das im Rahmen dieser Theologie unlösbar ist. Entweder lehrt man, daß das gespendete Taufsakrament auch hinreichend zum Heile wirke, auch wenn der Getaufte bei der Taufe nicht glauben konnte, und starb, bevor er zum Glauben kommen konnte altersbedingt, oder man meinte, daß die Taufe schon im Kleinkinde einen Glauben erwecke oder daß dann der Glaube der Eltern als Ersatz für den fehlenden Glauben des Täuflings wirke.Überzeugen kann keine dieser Antworten im Kontext der reformatorischen Theologie.

Die Alternative boten die Widertäufer, daß die Taufe nur wirke, wenn sie im Glauben empfangen werde.Was dann mit den Kindern ist, die sterben, bevor sie vom Alter her glauben können, ist eine von diesem reformatorischen Ansatz her unbeantwortbare Frage. Als Antwortmöglichkeit bietet sich konsequenterweise nur die an, daß die unmündigen Kinder sündlos seien, da ihnen ihr Tuen erst ab ihrer Mündigkeit als eine Schuld anrechenbar sei.Das zeitigt aber die Folge, daß Jesus Christus nicht für alle Menschen am Kreuze gestorben sei, sondern nur für die, denen ihr Tun ob ihrer Mündigkeit als eine Sünde zurechenbar sei.



Wenn gelehrt wird, daß es den Eltern freigestellt würde,ob sie ihr Kind im Kleinkindalter oder mündig taufen lassen wollen, dann impliziert das, daß entweder die Taufe nichts bewirkt, weil die Eltern sonst ja für eine längere Zeit ihrem Kinde das durch die Taufe Bewirkte vorenthalten würden,oder aber nur so Unwesentliches, daß dem Kinde durch diese Vorenthaltung nichts Bedeutsames vorenthalten wird,etwa daß es durch die Taufe zum Kirchenmitglied wird, das so wahlberechtigt wird, während es ansonsten wie jeder Getaufte am Gemeindeleben teilnehmen kann.



Wie kann nun aber theologisch begründet werden, daß die Taufe gar nichts bewirkt? Der Grundsatz dazu heißt, daß Gott jeden Menschen liebe und daß die Taufe nur dies Geliebtwerden anzeige. Es könne so das Taufsakrament wie auch jedes andere nicht heilsnotwendig sein, da diese Liebe Gottes allein der hinreichende Grund des Heiles sei. Diese Lehre könnte aus der reformierten Prädestinationslehre rekonstruiert werden, daß die Erwählung schon für sich allein der hinreichende Grund des Heiles sei,daß dann aber statt einer Partikularität,einige seien Erwählte, andere Nicherwählte, die Erwählung aller Menschen gelehrt wird im Sinne des Glaubens an die unverlierbare Menschenwürde jedes Menschen. Im christlichen Glauben wird dann nur noch erkannt und bekannt, was für jeden Menschen gälte, unabhängig davon, ob er glaube und getauft sei oder nicht. Damit wird das Taufsakrament unwichtig,zu einem bloßen Ritual einer Familienfeier.





1Die urchristliche Praxis der Taufe zugunsten von Verstorbenen, die selbst ungetauft verstorben sind,bejaht ja die Heilsnotwendigkeit der Taufe. Daß Jesus Christus den Verstorbenen in der Unterwelt das Evangelium gepredigt hatte nach seinem Kreuzestod, besagt aber, daß in diesem Falle der Glaube an das Evangelium zum Heile ausreiche.

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