Freitag, 23. Januar 2026

„Jeder weiß, was für sich selbst das Beste ist!“ Eine populäre Weisheit - und warum gibt es dann eine Offenbarung Gottes?

 

Jeder weiß, was für sich selbst das Beste ist!“ Eine populäre Weisheit - und warum gibt es dann eine Offenbarung Gottes?


Diese Weisheit ist dann noch zu ergänzen mit: „Wenn dann jedem der Freiraum eingeräumt wird,das zu realisieren und er dabei nicht die Entfaltung der Nächsten behindert, wird es allen gut gehen, weil jeder so für das ihm Gute realisiert. Das Gegenmodell dazu bezeichnet der Aufklärungsphilosoph alsDespotismus“. In seiner Schrift: „Über den Gemeinspruch:Das mag in der Theorie richtig sein“ schreibt er in dem 2.Kapitel: „Vom Verhältnis der Theorie zur Praxis im Staatsrecht:

Eine Regierung ,die auf dem Prinzip des Wohlwollens gegen das Volk als eines Vaters gegen seine Kinder errichtet wäre,d.i.eine väterliche Regierung (imperium paternale),wo also die Untertanen als unmündige Kinder,die nicht unterscheiden können,was ihnen wahrhaftig nützlich oder schädlich ist,bloß passiv zu verhalten genötigt sind,um,wie sie glücklich sein sollen,bloß von dem Urteile des Staatsoberhauptes und daß dieser es auch wolle,bloß von seiner Gütigkeit zu erwarten:ist der größte denkbare Despotismus.“

Wird nun diese Aussage Kants seiner polemischen Sprache entkleidet, heißt das,das der Despotismus in der Regierung besteht, die weiß,was das Gute für das Volk und seine Einzelbürger ist und die von den Regierten das Vertrauen erwartet, daß die Regierung weiß, was das Gute ist und es auch realisieren will. Der Bürger gesteht dabei ein, das selbst nicht zu wissen.

Aber mit Kant protestiert jeder aufgeklärte Bürger gegen solch einen paternalistischen Despotismus. Aber bevor nun jeder Leser Kant zumindest in diesem Punkte zustimmt, stelle ich dazu eine einfache Frage: Warum erlaubt dann nicht unser Staat einen uneingeschränkten Drogenkonsum, da doch jeder mündige Bürger selbst für sich entscheiden könne, ob für ihn Drogen etwas Gutes oder Nichtgutes sind? Das ist im Geiste der Aufklärung doch ein purster Despotismus! Oder daß der Staat ein Mindestlohngesetz verabschiedet hat, statt jedem Arbeitnehmer selbst entscheiden zu lassen, für wie wenig Geld pro Stunde er zu arbeiten bereit ist – ist das dann nicht auch purster Despoitsmus? Faktisch würden dann alle staatlichen Schutzbestimmungen despotische sein, selbst die Anschnallpflicht für Autofahrer.

Wenn nun aus theologischer Sicht nachgefragt wird, wozu wir Menschen den Gottes Offenbarung zu unserem Heile notwendig gehabt hätten, gibt uns Kant eine erfrischend klare Antwort: Sie ist nicht notwendig, denn kraft der Vernunft könne jeder Mensch das zu seinem Heile Notwendige selbst erkennen, sodaß eine Offenbarung entweder das nun schon durch die bloße Vernunfttätigkeit Erkannte wiederholen würde oder Überflüssiges, wenn nicht sogar Unwahres lehren würde. Die völlige Emanzipation des Menschen von der Kirche ist eben das Primärziel der Aufklärung. Wenn nun ein Staat im Geiste der Konstantinischen Epoche im Hören auf die Kirche weiß, was das Gute für das von ihm regierte Volk und jeden Einzelnen ist, ist dann im Sinne der Aufklärung eine besondere Unart des kirchlichen Despotismus. (Zu Kants Zeiten gab es ja noch keine politischen Ideologien, die wenn sie zur Staatsideologie avancierten, despotisch regierten.)

Wenn nun wirklich jeder wüßte, was für ihn selst das Gute sei, weiß er denn damit auch schon, was für das Ganze, das Volk, dem er angehört, die Gemeinschaft das Gute ist? Faktisch reduziert sich die parlamentarische Demokratie darauf, daß der Wähler von einer politischen Partei aufgestellte Kandidaten in Parlamente wählt, hoffend, daß sie dann da gut regieren oder opponieren werden,um dann die Gewählten in der Folgewahl zu bestätigen oder nicht wieder zu wählen. Dem Wahlvolk wird so nur die Kompetenz zugeschrieben, zu entscheiden, welcher Partei oder welchen Kandidaten er vertraut und wem nicht.

Das läßt nun den Verdacht aufkommen, daß die Kompetenz des mündigen Bürgers sich auf sein Privatleben limitiert und er nur Sorge tragen solle,daß die Politik diesen Freiraum möglichst wenig einschränkt. Damit wird die Idee, daß die Gemeinschaft selbst als Ganzes sich Ziele setzt und daraufhin sich entwickeln soll, aus. Es existieren da nur noch Einzelmenschen, die möglichst ungestört von den Anderen ihr eigenes Leben führen wollen. Der Mensch, als Zoon politicon angelegt, verprivatisiert sich so vollständig. Für die Institution der Kirche heißt das, daß sie auf jeden Anspruch, daß in ihr die Wahrheit präsent ist in der Kraft des Heiligen Geistes verzichten müsse,um zu gewährleisten, daß jedes Mitglied das ihm jeweils Genehme glaubt und praktiziert.


Donnerstag, 22. Januar 2026

War das Urchristentum ein Haufen von Fälschern, Betrügern und Werbefachleuten?

 

War das Urchristentum ein Haufen von Fälschern, Betrügern und Werbefachleuten?


Auf diese Frage kann es nur ein eindeutiges „Nein“als Antwort geben und doch ist dieses „Nein“ eines auf einem wackeligen Fundament fußendes.Man möge sich bitte dies Szenario einmal vorstellen:Irgendwo in Deutschland kommt es zu einer Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters zwischen Ludwig Müller und Peter Maier. Ich wäre fest davon überzeugt, daß für dieses Amt nur der Kandidat Maier in Frage käme. Kurz vor dem Wahltag lancierte ich diese Meldung in die Lokalpresse: Ein kleines Mädchen sei von der Brücke in den Rhein gestürzt, Herr Maier hätte seinen Wintermantel abgeworfen und wäre sofort hinterhergesprungen, um das Mädchen aus den eisigen Fluten zu retten. Am rettenden Ufer angekommen, das Mädchen in seinen Armen bergend, erklärte er: Das sei doch selbstverständlich, daß er da rettend eingegriffen hätte! Ich kommentierte dann: Kann es einen besseren Bürgermeister geben!!!


Nun frägt sich sicher jeder Leser, was diese erfundene Wahlkampfgeschichte mit dem Urchristentum gemein haben solle. Zu recht. Die heutige Bibelwissenschaft behauptet fast einmütig, daß Jesus von Nazareth nie ein Wunder gewirkt habe, es sei denn es sei naturwissenschaftlich oder psychologisch erklärbar als ein weltimmanentes Ereignis, daß es so kein Wunder gewesen sei.

Wie wird das nun wissenschaftlich bewiesen? Zwei dogmatische Setzungen werden dazu präsumiert: Erstens Jesus war nur ein Mensch, der so nur das vollbringen könne, was jedem Menschen möglich sei.Zweitens: Auch Gott könne oder wolle keine Wunder zugunsten von Jesus, daß er so legitimiert würde, wirken. Deswegen sind alle Wunder, von denen die Evangelien berichten, nachösterliche Erdichtungen. Man könnte nun diese Phantasietätigkeit im Urchristentum evtl so rekonstruieren:Bekannten die Gemeinden ursprünglich, daß Gott den Jesus am dritten Tage von den Toten auferweckt hätte, Jesus also passiv bei diesem Ereignis sich verhalten hätte, dann wandelte sich dies Bekenntnis zu dem, daß er am dritten Tage auferstanden sei, er also selbst aktiv seinen Tod überwand. Darauf sei sein Vermögen, dies Wunder des Auferstehens aus seinem Todsein in sein vorösterliches Leben zurückprojiziert worden: Er habe von Anfang an Wunder gewirkt.

Die Wunderschichten wurden dann um der Mission willen erdichtet,daß dieser Jesus nun wirklich durch seine Wunder sich hinreichend als der Gesalbte Gottes bzw der Sohn Gottes legitimiert habe. Als Mose Gott frug, wie er sich denn seinem Volke gegenüber und dem Pharao gegenüber als ein von Gott wirklich Gesandter legitimieren könne, da sagte Gott ihm zu, daß er das könne,indem er Wunder vollbringen werde, die kein Mensch ohne Gottes Hilfe bewirken könne.Die erzählten Wunder sollten so der Legitimation Jesu dienen, daß er wirklich der Sohn Gottes sei. Die Frage, warum dann nicht Gegner der christlichen Religion nachgeforscht haben, ob dieser Jesus denn tatsächlich an den angegebenen Orten diese Wunder getätigt habe, von denen dann alle in der Nähe des Tatortes erzählt haben sollen, wird jetzt nicht erörtert, auch wenn es offensichtlich ist, daß all diese Wundererzählungen leicht als pure Phantasieprodukte entlarvt worden wären,weil niemand an den angegebenen Orten von diesen erzählten Ereignissen etwas wissen konnte.

Sondern es wird nach der Moralität der Urgemeinden gefragt, in denen all diese Wundergeschichten nachösterlich erfunden worden seien.

Was soll man von Menschen halten, die Jesus von Nazareth als den Messias glaubten und die dann so viele Geschichten sich erphantasierten, um ihren Glauben anderen gegenüber glaubwürdig zu machen,die aber selbst ohne solche Wundererzählungen selbst zum Glauben gekommen sind?

So meinen die meisten Exegeten, daß die Jungfräulichkeit Mariae, ja alle Kindheitsgeschichten sich ebenso der Phantasietätigkeit der Urgemeinden verdanke, daß selbstverständlich das Protoevangelium des Jakobus fast nichts Wahres über die Mutter Gottes uns berichte, daß da ein Autor, da er nichts Gewisses über die Mutter Jesu wußte, all dies sich erdichtet habe!

Stand am Anfang dieser Entwickelung Luther mit seiner rabiaten Kirchenkritik, daß die Kirche das wahre Zeugnis der Bibel verfälsche, so wird nun auch die Bibel als das Fundament der christlichen Religion destruiert, da fast alles,was die Evangelien über Jesus erzählen fromme Erdichtungen sind.

Aber wie skrupellos müssen die dichterisch Talentierten in den Urgemeinden gewesen sein, wenn sie so vieles erdichteten, um diesen Jesus erfolgreich als den Sohn Gottes verkaufen zu können! Da könnte jeder Werbefachmann ja noch von ihnen lernen!

Aber wie unsolide ist das Fundament dieser Bibelkritik, daß Jesus keine Wunder habe wirken können, da er nur ein Mensch gewesen sei und daß auch Gott nicht ihn durch Wunder als den Messias beglaubigen hätte können!

Ist Gott denn nicht allmächtig und so auch sein Sohn!

Mittwoch, 21. Januar 2026

Kath de räumt auf mit: „Außerhalb der Kirche kein Heil“ - extra ecclesiam nullus salus

 

Kath de räumt auf mit: „Außerhalb der Kirche kein Heil“



In einem ein paar Minuten währenden Video :Kommen nur Katholiken in den Himmel? katholisch erklärt.“ vom 18.Jänner 2026 liquidiert Kath de (fast)die gesamte katholische Theologie. So wird dieses mit dieser Aussage des hl, Cyprian aufgeworfene Problem gleich drastisch verzeichnet: "Außerhalb der Kirche kein Heil": Dieser Satz sorgte in der Geschichte der katholischen Kirche für viele Fragen – und schwere Fehler. Kommen etwa nur Katholiken in den Himmel. Redakteurin Carina Adams erklärt, wie das Verständnis heute aussieht.“

Diese Aussage führte zu schweren Fehlern der Kirche. Im Video wird das dann konkretisiert: Es führte zu einem Missionseifer. Jeder Kath de Leser assoziiert mit der „Mission“ spontan eine Parole, die nur von den notwendigen innerkirchirchlichen Reformen ablenken soll und die mittelalterlich Nichtchristen oder gar schon Nichtkatholiken den einzig wahren Glauben aufzwängen wollte.Besonders verabscheuungswürdig sei die Praxis der Nottaufe gewesen, daß Kinder, die drohten, kurz nach der Geburt zu sterben, während ihrer Geburt, schon außerhalb der Mutterleibes zu taufen ob des (Irr-)Glaubens der Heilsnotwendigkeit der Taufe, (die aber leider Jesus selbst im 3,Kapitel des Johannesevangeliums im Gespräch mit Nikodemus lehrte). Diese Praxis sei unhygenisch und könne dem Kinde so sehr schaden.

Aber das 2.Vaticnum habe all dem ein Ende gesetzt, denn nun lehre die Kirche, daß jeder Mensch in den Himmel kommen könne, wenn er nur „guten Willens“ sei. Oder angebotsorientierter formuliert: Gott gewähre jedem Menschen die Mlglichkeit, in den Himmel zu kommen. Eine Verkündigung, gar eine Mission sei dazu aber völlig überflüssig! 1

Der Glaube sei also überflüsig, auch sei es überflüssig, gemäß den Geboten Gottes zu leben und die Sakramente der Taufe, der Eucharistie und der „Letzten Ölung“ ebenso. Die Kirche, die sich einst als Heilsvermittelungsinstitution verstand,ist selbstredend auch überflüssig, es reiche völlig aus nach dem Prinzip: Ich habe es doch gut gemeint“ zu leben. Alles, was dieser Jesus von Nazareth gelehrt hatte, war also ein einziger Irrtum, da er nicht erfaßt hatte, daß der „gute Wille“ allein genüge. Selbst Pelagius, der Feind der Gnadenlehre des hl. Augustins wäre da blaß geworden, wollte er doch sagen, daß jeder Mensch, wenn er wirklich moralisch lebte, Gott wohlgefällig lebte, daß das aber faktisch keiner zustande brächte,sodaß jeder doch auf die Gnade Gottes angewiesen sei. Stattdessen heißt es nun: Das natürliche Vermögen auch des Menschen nach dem Sündenfalle reiche aus, denn was ihm dann doch noch fehlen könnte, das gäbe Gott gratis ihm dazu, wenn er nur täte, was er als Mensch der Sünde an gutem Wollen vollbringen könne.

Nun gehört es doch zur Standardpolemik wider alle nichtliberale Theologie, daß sie durch maßlose Versimplifizierungen die Gehalte der christlichen Religion verunstalte und eben wie alle Rechtspopulisten, auf die hochkomplexen Fragen unserer Zeit nur primitive Antworten geben könne. Aber was für eine Vulgärtheologie offeriert uns denn nun dieses Kath de Video? Es käme allein auf den guten Willen des Menschen an, wohingegen die christliche Religion, die Kirche und alles, was der Herr seiner Kirche, ein gewisser Jesus gelehrt hatte, völlig bedeutungslos sei! Da müssen wir ja Gott sehr dankbar sein, daß er seiner Kirche nach fast 2000 jährigen Irrens im 2.Vaticanum aufgeklärt habe: Alles war ein einziger Irrtum: „ Lebet anständig, mehr wollte ich nie von euch Menschen, nein, es reiche schon der Wille, anständig zu leben“ , denn für Gott zähle der gute Wille allein schon als Tat.



Allerdings ist zu vermuten, daß Wähler der AfD, ganz zu schweigen von deren Parteimitgliedern keine Menschen guten Willens sind, sodaß dann doch die Hölle nicht ganz leer bleiben wird, jetzt circa 25 Prozent aller Wahlberechtigten Deutschlands, in den USA alle Tumpunterstützer und in Rußland, alle die es mit der Russisch-Orthodoxen Kirche halten, denn die stelle sich ja nicht gegen den „Diktator“ Putin. Die Kath de Leserschaft kann so doch aufatmen, denn wer wollte schon mit solchen in den Himmel kommen!!

Zusatz:

Die beste Antwort auf das Problem: „Außerhalb der Kirche kein Heil“ lehrt uns die Gottesmutter selbst in ihrer Bitte: Betet: O mein Jesus, verzeihe und´sere Sünden, bewahre uns vor dem Feuer der Hölle, führe alle in den Himmel, besonders die, die Deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen!

In den Anfängen der Kirche ließen sich Christen zugunsten ihrer ungläubig Gestorbenen taufen, um so für ihr Heil zu wirken. Vgl 1.Kor 15,29. Ob die spätere Entscheidung der Kirche, diese Taufpraxis zu verbieten, eine gute war, kann infrage gestellt werden, nicht aber daß es eine gültige Taufpraxis war, so wie die Beichte bei einem exkommunizierten Priester auch verboten aber nicht ungültig ist.

1Müßte dann die Kirche Deutsclands nicht den Germanenmissionar Bonifatius verurteilen, da er unserern Vorfahren den so ökologisch orientierten Glauben an den BaumgottDonar“ nahm, um uns zur Religion der Naturzertörng, des Baumfällens verführte, wären wir doch mit Odin und Wotan auch ganz gewiß in den Himmel gekommen!

Dienstag, 20. Januar 2026

Liebe – Ehe – eigene Kinder – eine kleine moraltheologische Orientierungsskizze

 

Liebe – Ehe – eigene Kinder – eine kleine moraltheologische Orientierungsskizze



Am vertrautesten ist wohl die der Romantik entstandende Vorstellung von den sich Liebenden, die dann heiraten, um ihre Liebe zu vollenden und deren Frucht dann das eigene Kind oder die eigenen Kinder sind.

So romantisch geht es aber in der katholischen Morallehre nicht zu. Die notwendige und hinreichende Bedingung für die Erlaubtheit des Geschlechtsverkehres ist das Verheiratsein und daß der Geschlechtsverkehr so vollzogen wird, daß die Intention der Kinderwunsch ist, bzw daß er nicht in der Intention vollzogen wird, daß kein Kind entstehen soll.Eine Vernunftehe, eine Ehe in der sich das Paar nicht liebt, ist eine gültig geschlossene Ehe, wenn sie die Bedingungen der Gültigkeit erfüllt wozu nicht das sich wechselseitig Lieben gehört. Deswegen endet eine Ehe auch nicht dadurch, daß das Ehepaar sich wechselseitig nicht liebt.

Es müßte in dem moraltheologischen Diskurs klar zwischen der Frage der Gültigkeit einer geschlossenen Ehe und was in ihr erlaubt und nicht erlaubt ist unterschieden werden, von dem, was eine Ehe zu einer glücklichen macht, wozu dann gewiß die wechselseitige Liebe zählt.



In der Romantik ist nur die Ehe um der wechselseitigen Liebe willen vorstellbar. Damit ist aber auch schon ein Konfliktpotential mitgesetzt: Was, wenn ein Verheirateter nicht mehr den Ehepartner sondern wen anders liebt? Es besteht das Spannungsverhältnis von der Liebe und der Institution der Ehe. Wenn sich zwei Menschen lieben, dann dürfen sie auch intim miteinander sein, auch den Geschlechtsverkehr praktizieren, denn der gehöre zur Praxis der Liebe. Die romantische Liebe ist die zwischen einer Frau und einem Mann, da ob der Geschlechtsdifferenz sich gerade in der Liebe die Frau und der Mann zu einem Ganzen verbinden.Hier gilt dann, daß um der Liebe willen eine bestehende Ehe erlaubt scheidbar ist, um dann den nun Geliebtwerdenden zu ehelichen. Um der Liebe willen als dem stärksten Gefühl des Menschen wird dabei die Institution der Ehe eher kritisch gesehen-



Die Vertragsmorallehre, die liberale Moralauffassung urteilt ganz anders: Wenn alle an der wie auch immer von ihnen praktiziert werden sollenden Sexualität Beteiligten, übereinstimmen, sie so, wie verabredet zu praktizieren, dann ist das so in Ordnung. Es existiert keine materiale Sexualmorallehre, sondern es reicht der von allen daran Beteiligten gemeinsam freiwillig beschlossene Vertrag. Ob man nur die Sexualität mit einem Partner praktizieren will, den man liebt und der einen liebt, oder ob man die Sexualität ohne eine wechselseitige Liebe, ob mit einem oder mehr Partnern praktizieren will, ist gleichgültig, es kommt allein auf einen von allen Beteiligten gemeinsam geschlossenen Vertrag an.



In diesen drei Modellen, dem katholischen, dem romantischen und dem liberalen wird jeweils das Verhältnis zwischen den Größen der Liebe, der Ehe und der Sexualität verschieden konstuiert.

Ist die Ehe nach dem katholischen Vertändnis eine objektive Ordnung, die Zweigeschlechtlichkeit und der Zweck der Ehe, der Nachwuchs und die Unauflöslichkeit, so ist für das romantische Modell das Gefühl der Liebe und das Leben aus ihr das Wesentliche. Tendenziell wird dabei die Ordnung der Ehe als etwas der Liebe und dem Liebesleben Entgegengedetztes empfunden.Das liberale Modell verlangt nur nach einem von allem gemeinsam beschlossenen Vertrag über das Wie der praktizierten Sexualität,

Dies setzt das Problem der Möglichkeit eines sittenwidrigen Vertrages, eines Vertrages, der zwar formel gültig geschlossen, aber ob seines Inhaltes willen, als sittenwidrig qualifiziert als ungültig erklärt wird. Vor einiger Zeit erging dazu in München ein interessantes Gerichtsurteil: Ein Vermieter hatte von seiner Mieterin in dem Mietvertrag neben der Miete regelmäßigen Sex mit der Mieterin verlangt. Sie unterschrieb den Vertrag und ging danach vor Gericht. Die vertragsbestimmung des Sexes wurde als sittenwidrig qualifiziert und somit als ungültig. Die Mieterin konnte so in der Wohnung bleiben, ohne daß sie diesen Passus des Vertrages zu erfülllen hatte. Das war eine nichliberale gerichtliche Beurteilung dieses Mietvertrages und zeigt, wie problematisch die liberale Auffassung ist.

Es muß nun konstatiert werden, daß in einer pluralistisch strukturierten Gesellschaft alle drei Modelle, auch mögliche Mischformen vertreten und praktiziert werden, aber es kann die Tendenz der Präferenz für das liberale Modell nicht übersehen werden, da es besser als die anderen zur Liberalität der postmodernen Gesellschaft paßt.

Das romantische wie auch das liberale Modell wirken sich demographisch negativ aus: Es sterben mehr Menschen als geboren werden!  

Montag, 19. Januar 2026

Ver-rücktes über die Sünde

 

Ver-rücktes über die Sünde


Was man die Sünde nennt,ist ein wesentliches Glied in der Kette des Fortschrittes. Ohne sie würde die Welt zum Sumpfe, sie würde alt und farblos.Durch die starke Betonung der Individualität rettet sie uns vor der Einförmigkeit des Typus.“ So lautet einer der bekannten Aphorismen des Schriftsteller Oscar Wilde.Francoise Sagan, zitiert in ihrem Roman: „Bonjour tristesse“ diesen Schriftsteller so: „Die Sünde ist der einzige lebendige Farbfleck,der in der modernen Welt existiert.“ 1

Das klingt verrückt und ist nicht nur antichristlich sondern auch antimoralistisch. Allerdings ergänzt die Protagonistin des Sagan Romanes diesen Aphorismus Wildes so: „Vollkommen überzeugt machte ich mir diesen Ausspruch zu eigen,und dies um so leichter, als ich ihn nie in die Tat umgesetzt hatte.“ Eine einfache Kontrollfrage zeigt das Problem eins solchen Antimoralismus: Was, wenn ich selbst das Opfer eines solchen Antimoralismus werden würde? Wer so denkt, dürfte sich immer nur als Täter denken, oder zumindest als ein außerhalb des Lebens Stehender, dem das Leid der Opfer unberührt läßt.

Aber irritieren müßte einen aufmerksamen Leser doch der Zusammenhang zwischen der Sünde und der Individualität, von der dieser Aphorismus spricht. Daß Oscar Wilde nun selbst seine Individualität inszeniert hat, ist auch allseits bekannt. Was bedeutet es denn nun für das Verständnis des Sünde, wenn sie auf das engste mit der Vorstellung des Individualismus verbunden wird? Man könnte den Individualisten als einen Menschen verstehen, der sich selbst sein Gesetz, wie er leben will oder meint, leben zu sollen, sich selbst gibt. Es existiert für ihn dann keine objektiv geltende Moral, sondern er entscheidet sich selbst für eine oder kreiert sie gar für sich. Im Sinne Nietzsches wäre ein Individualist jemand, der das Faktum, daß es keine objektiv geltenden moralischen Gesetze anerkennt und diesen Nihilismus überwindet, indem er sich selbst ein Gesetz gibt, das aber dann nur für ihn selbst gelten würde. Es gäbe so nur eine Privatmoral und Menschen, die ihre Privatmoral anderen zum Gesetz machen wollen, obgleich ihre Geltung doch nur eine rein subjektive ist.

Ist also der Individualismus so gedeutet im Sinne Wildes die Quelle des Fortschrittes und der Lebendigkeit des Lebens, daß es nicht ein uniformes Einerlei ist? Soziologisch, isb im religionssoziologischen Diskurs ist ja die These von der Individualisierung der Religion wie überhaupt der Lebensstile des modernen Menschen eine übliche Vorstellung geworden: Jeder erwähle sich seinen Lebensstil,bestimme selbst, wie er es mit der Religion halten wolle und was er selbst für ein moralisches Leben erachtet.Wenn nun das theokratische System des Irans zugrunde geht, dann ist das ja für jeden Individualisten der Beweis, wohin ein System führt, das jedem Menschen diktieren will, wie er zu leben habe. Nur ein liberaler Staat sei so der Garant für die Freiheit seiner Bürger, privat leben zu können, um dabei nur ein Minimum an für alle geltende Gesetze anerkennen zu müssen.

Aber kann man sich einen König David oder Salomon vorstellen, die obschon selbst fromm, erklärten, daß jeder sich frei entscheiden dürfe, welchen Gott oder welche Götter er verehren möchte und daß dann in Jerusalem es so viele Göttertempel gäbe wie Religionen in dieser Stadt praktiziert werden? Aber das hat es gegeben zum Ende der Regentschaft des Königs Salomon: Gott rechnete das ihm und dem jüdischen Volke aber als Sünde an und nicht als ein Musterbeispiel gelebter Pluralität, als ein buntes Festival der Religionen!

Aber in der Politikwissenschaft gilt es wohl als ein Allgemeinplatz, daß die Demokratie von der Prämisse lebt, daß nicht erkennbar sei, was objektiv das wahre Leben oder das Gemeinwohl sei, sondern daß die Pluralität der Meinungen darüber eine unhintergehbare Tatsache sei. Wahrheit ist und kann nur eine Privatmeinung sein des Einzelnen oder von Gruppen, in denen die Einzelnen dann in ihrem Meinen übereinstimmten. Deswegen verurteilt ja Popper alle Philosophen von Platon bis Hegel, die eine Erkennbarkeit der Wahrheit vertreten.

Wenn das nicht völlig daneben gedacht ist, dann hieße das, daß unsere jetzige postmoderne Gesellschaft den Individualismus als ihr Fundament anerkenne und damit auch die Sünde. Die innerkatholische Strömung des Integralismus tendiert tatsächlich zu diesem Urteil und wird deswegen auf das entscheidendste bekämpft von allen Bejahern des Pluralismus.

So scheinen die verrückt anmutenden Aphorismen Wildes über die Sünde doch viel bedeutsamer zu sein, als es der erste Leseeindruck suggeriert. Abstrackter formuliert: Wie verhält sich die Wahrheit, wenn sie erkennbar ist, zur Pluralität der menschlichen Lebensgestaltungen? Die Extremthese lautet : Wahrheit schließt die Legitimität der Pluralität aus und kann sie nur als eine Abkehr von der Wahrheit begreifen. (Das ist die Hauptthese der Vorlesung: „Grundkurs der politischen Systeme“ von Professor Patzelt. Wo das, was das Allgemeinwohl ist, politikwissenschaftlich ver-standen,philosophisch, das, was die Wahrheit ist, a priori erkannt wird, etwa durch die Offenbarung Gottes oder durch eine Philosophie, da könne es keinen legitimen Pluralismus geben.) Ist eine andere Verhältnisbestimmung zwischen der Wahrheit als erkannten bzw erkennbaren und der Pluralität und Individualität konstruierbar? Das ist wahrlich keine leichte Aufgabe.





1Erster Teil, 2.Kapitel, Schluß. Übersetzung Helga Treichl.

Sonntag, 18. Januar 2026

Die Handkommunion – eine sakrilegische Praxis ?

 

Die Handkommunion – eine sakrilegische Praxis ?


Daß seit dem 2.Vaticanum die Handkommunion als die angemessene Praxis der modernisierten Liturgie angesehen wird und die Mundkommunion als vorkonziliar verurteilt wird, ist bekannt. Konfessionskundlich stellt sich die Lage so dar: Nach der evangelisch- reformierten Abendmahlslehre empfängt der Gläubige nur Brot und Wein mit dem Mund, und nur im Herzen Jesus Christus.Die Formel lautet so: Mit Brot und Wein empfängt der Gläubige Jesus Christus,der Ungläubige nichts außer Brot und Wein. Hier kann also nur die Handkommunion praktiziert werden.

Nach der evangelisch- lutherischen Lehre wird der Leib Christi und sein Blut in,unter und zwischen Brot und Wein empfangen, sodaß hier auch eine Mundkommunion möglich ist, aber wohl nur in sehr conservativen Kreisen praktiziert wird.1

Nun evoziert der Vorrang der Handkommunion in der nachkonziliaren Kirche den Verdacht, daß um der Ökumene willen die Mundkommunion zurückgedrängt wird. Stellt sich die Lage also so dar, daß nur die Mundkommunion zum katholischen Verständnis der Eucharistie paßt, daß aber trotzdem die Handkommunion jetzt propagiert wird um der Ökumene willen? Daß es zur ökomenischen Praxis gehört, daß wir Katholiken auf spezifisch Katholisches verzichten,um den Protestanten nicht zu verärgern, ist ja bekannt, wobei sich aber der Verdacht aufdrängt, daß mancher ökömenisch Engagierte froh ist, so das eigentümlich Katholische loszuwerden.

Die Eucharistie ist die Vergegenwärtigung des Kreuzaltaropfers Jesu Christi. Es ist so erstmal ein kultisches Opfer, das Gott dargebracht wird. Das Besondere ist nun, daß der Sohn Gottes sich hier selbst Gott zum Opfer darbringt und dargebracht wird von einem Priester, der dazu eigens durch seine Weihe befähigt wird.Nun sagt Jesus Christus selbst über seinen Kreuzesstod: „Denn er lehrte seine Jünger und sprach: Der Menschensohn wird überantwortet werden in die Hände der Menschen und sie werden ihn töten“. Mk 9,31.Spontan drängt sich da doch diese Analogie auf: So wie der Sohn Gottes sich hier in die Hände der Menschen begab, damit sie ihn dann kreuzigten, so gibt sich nun auch in der Eucharistie der Sohn Gottes in unsere Hände. So sehr erniedrigt sich Gottes Sohn,daß er unseren Menschenhänden sich ausliefert, um uns damit zu erhöhen.So heißt es ja ausdrücklich im Philipperhymnus, daß der Sohn Gottes sich selbst erniedrigte und gehorsam war bis zu seinem Kreuzestod. (Phil 2,5-10).

Wird die Eucharistie von dem Kreuzestod Jesu Christi her verstanden, dann entspräche seiner dortigen Selbsterniedrigung die Handkommunion: Er erniedrigt sich, indem er sich selbst in unsere Hände begibt. Der Mundkommunion entspräche dann der österlich auferstandende und im Himmel zur Rechten Gottes thronende Jesus Christus,der erhöhte. Der Erhöhte soll nicht noch einmal dadurch, daß wir ihn in unsere Hände nehmen, erniedrigt werden, denn er hat sich selbst nur einmal am Karfreitag erniedrigt. Man könnte nun für die Handkommunion einwenden, daß Christi Selbsterniedrigung zum Kreuzestod im Zentrum der Eucharistie steht und nicht seine Himmelfahrt, also seine Erhöhung!

Es ist zu befürchten, daß tatsächlich die Leidenschaft zur Selbstver-protestantisierung zur Praxis der Handkommunion führte und führt, aber es gibt doch gute theologische Argumente für diese Praxis: So sehr erniedrigt sich der Sohn Gottes, er gibt sich selbst in unsere Hand, damit wir erhöht werden.


1Ich habe es selbst mal erlebt, daß in einem lutherischen Gottesdienst die Eucharistie wahlweise sehend oder kniend mit einer kleinen Kniebank, mit der Hand oder mit dem Mund empfangen werden konnte. Das ist aber eine äußerst seltene Ausnahmepraxis.

Samstag, 17. Januar 2026

Der schleswigholsteinische Ministerpräsident Lanz: Abtreibungsgegner Feinde der Demokratie

 

Der schleswigholsteinische Ministerpräsident Lanz: Abtreibungsgegner Feinde der Demokratie



Es klingt unglaublich, aber für den CDU-Spitzenpolitiker Lanz sind Abteibungsgegner faktisch Feinde der Demokratie. In dem Artikel der „Jungen Freiheit vom 16.Jänner 2026 wird dokumentiert, was Herr Lanz dort wirklich in seinem Gespräch mit Markus Lanz gesagt hat, Nach der heftigen Kritik an seiner Forderung nach einer Zensur und Verboten für ihm nicht geehme Internetseiten, wollte dieser Spitzenpolitiker den Eindruck erwecken, ihm ginge es nur um ein Verbot der Nutzung der sozialen Medien unter 16 Jährigen, als gnge es ihm nur um eine Jugendschutzmaßnahme. Er sagt dann aber eindeutig, daß die Jugend vor politischer „Desinformation“ bewahrt werden solle.

Frontal greift er dabei das Portal Nius an: „LANZ: Sie denken an Frauke Brosius-Gerorf? GÜNTHER: Ich meine Brosius-Gersdorf zum Beispiel! Ich meine, wer hat denn dagegen geschossen? Nius und solche Portale! Und es gibt Abgeordnete meiner Union, die solche Portale lesen, die sowas teilweise auch weiterschicken, die sowas in WhatsAppgruppen verteilen!“

Dies Portal habe mit gegen die Wahl von Frau Brosius-Gersdorf zur Bundesverfassungsrichterin „geschossen“. Die Kampagne gegen diese extreme Abtreibungsbefürworterin habe dazu geführt, daß CDU Bundestagsabgeordnete signalisierten, nicht für diese Frau stimmen zu werden. So wurde ihre Wahl abgesetzt. CDUler hätten sich durch diese Kampagne beeinflussen lassen. So etwas dürfe es zukünftig nicht noch einmal ereigen und deshalb sagte er dann: Und ich glaube, wir müssen viel viel mehr aufwachen, daß das unsere Gegner und auch die Feinde von Demokratie sind. Und wenn wir uns nicht zusammenreißen und zivilgesellschaftlichen Organisationen, auch uns mit denen zusammenschließen, um uns gegen solche Exzesse auch zu wehren, dann werden wir unsere Demokratie in Deutschland in den nächsten 10 Jahren nicht wieder erkennen!

Das ist eindeutig: Medien, die die Wahl dieser Frau ob ihrer Position zur Abtreibung als nicht wählbar erklärten, sind „Gegner“ und „Feinde von Demokratie“. Auf die Nachfrage von Markus Lanz: „Oder zerstören? Im Extremfall sogar verbieten?“ – antwortete dieser CDU- Spitzenpolotiker mit einem eindeutigen und klaren: „Ja“

Dann breite der CDU- Politiker noch seine eigene Verschwörungstheorie wider die sog, „sozialan Medien“ und die „Tech-Konzerne“ aus, die systematisch die Bürger manipulieren würden:

Kampf gegen Tech-Konzerne, nicht nur gegen die AfD“

LANZ: Die haben Geschäftsinteressen …

GÜNTHER: Absolut!

LANZ: Ich will denen gar nichts unterstellen.

GÜNTHER: Aber das ist ein Kampf, den wir führen müssen und das ist nicht nur die AfD…

LANZ: Würden Sie es gut finden, wenn andere Bundesländer das auch so machen würden?

GÜNTHER: Absolut.

LANZ: Würden Sie sogar gut finden, wenn man den australischen Weg ginge?

GÜNTHER: Absolut.

LANZ: Social Media Verbot bis 16, glaub ich.“



Ob der schleswigholsteinische Ministerpäsident wohl der iranischen Regierung ein Glückwunschtelegramm geschrieben hat, daß sie durch die Abschaltung des Internets ihre Staatsbürger effektiv gegen diese Manipulaionsversuche schützt?

Es drängt sich die Vermutung auf, daß dieser Ministerpräsident es mit dem Grundgesetz, der Meinungs- und Pressefreiheit so hält, wie es der US-Präsident mit dem Völkerrecht: Wenn es ihm paßt, hält er es, und wenn nicht, dann setzt er die Meinungs- und Pressefreiheit aus, um die vielen Feinde seiner – seiner ist hier wie bei „unsere Demokratie“ als besitzanzeigend zu lesen - zu bekämpfen, Die „Demokratie“ ist der Besitzgegenstand der sich als demokratisch verstehenden Parteien, die nun auch das Recht haben, die Zivilbevölkerung in den Kampf gegen die Feinde dieser Demokratie zu führen. Jährlich geben so die demokratischen Regierungen Millionen Euros aus zur Finanzierung des zivilgesellschaftlichen Kampfes gegen alle Feinde dieser Parteienoligarchie. Aber das reicht nicht: Zensurmaßnahmen und Verbote oppositioneller Medien verlangt dieser Kampf nun!  "Sein >Ja< auf die Frage von Markus Lanz nach Zensur oder Verboten erfolgte, nachdem er zuvor explizit über „Nius und solchen Portale“ gesprochen hatte, die keinen Journalismus machen, sondern „unsere Gegner und auch die Feinde von Demokratie sind“stellt die "Junge Freiheit" klar.

 Das ist zwar grundgesetzwidrig, aber dieser CDU- Spitzenpolitiker steht als Neomachiavelist über der Verfassung!



Freitag, 16. Januar 2026

Ist der Vorstellungskomplex der Menschenrechte und der Menschenwürde die „säkularisierte christliche Vorstellung von der Gottebenbildlichkeit jedes Menschen“?

 

Ist der Vorstellungskomplex der Menschenrechte und der Menschenwürde die „säkularisierte christliche Vorstellung von der Gottebenbildlichkeit jedes Menschen“?



Der Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio „identifizierte als materiellen Kern der Idee und den Sinn des Begriffs >Würde des Menschen< die säkularisuerte Vorstellung von der Gottebebbildlichkeit jedes Menschen.“1 Die Versäkularisierung des Begriffes der Menschenwürde hätte ihren Anfang schon in der Schrift: „Über die Würde des Menschen“ des Philosophen Pico della Mirandola angefangen. Hier würde schon die Würde des Menschen von ihrer biblisch-theologischen Begründung abgetrennt und somit säkularisiert.

Hierzu ist nun eine grundsätzliche Kritik zu formulieren. Sie möge durch ein simples Beispiel veranschaulicht werden: Der Satz: „Es regnet jetzt“, ist so trivial, daß er keiner Erörterung zu benötigen scheint, da die Aussage eben eindeutig ist. Aber der Sinn dieser Aussage, ist, wenn er die Antwort ist auf die Frage: „Wie ist denn bei euch das Wetter?“ ein anderer, als wenn ich auf den Vorschlag: „Laß uns spazieren gehen!“ antworte: „Es regnet jetzt!“, denn dann ist das ein Einwand gegen diesen Vorschlag. So hat auch der Begriff der „Menschenwürde“ in der Schrift des Pico della Mirandula eine andere Bedeutung als wenn er in dem Kontext der Französischen Revolution mit ihrer Deklaration der Menschenrechte eingeschrieben ist. Das eine Mal wird er abgeleitet aus dem Glauben, daß Gott den Menschen zu einem zur Selbstbestimmung Befähigten bestimmt hat, das andere mal soll die Menschenwürde, bzw die Menschenrechte das erste Prinzip, der erste Grundsatz sein, von dem heraus alles andere abgeleitet wird, dieser Grundsatz aber nicht noch einmal selbst durch einen ihm übergeordneten Satz deduziert wird.

Die Französische Revolution ist der Versuch, die ganze Welt neu aufzubauen auf dem Fundament der Vernunft. Die Proklamation der Menschenrechte und der Menschenwürde fungiert dabei als die weltanschauliche Antithese zum Aufbau der Welt auf dem Fundament der christlichen Religion, das seinen authentischen Ausdruck in der konstantinischen Epoche, dem Thron- und Altarbündnis fand. Die Franzöische Revolution wollte nun nicht nur dieses Bündnis zerstören sondern auch ihr Fundament, die christliche Religion, die sie verprivatisierte und stattdessen die öffentliche Religion der Verehrung der Vernunft einsetzte, wie es der Revolutionsführer Robespierre forderte.

Das Wesentliche der christlichen Religion ist die große Erzählung von der Erlösung des Menschen durch Gott aus seiner selbstverschuldeten Sündigkeit. In diese Großerzählung wird dann der Begriff der Menschenwürde, der seiner Gottebenbildlichkeit eingeschrieben als die durch seine Sünde verlorene und durch Gott wieder herzustellende Würde.

Dagegen ist für den Humanitarismus der Französischen Revolution der Vorstellungskomplex der Menschenwürde und der Menschenrechte das erste Prinzip, von dem her die bisherige Weltordnung destruiert und die neue vernünfige konstruiert werden soll. In dieser Konstruktion nimmt tatsächlich die Idee des Menschen die Stelle Gottes ein, wie es Klaus Kunze in seiner Schrift überzeugend belegt,

Aber die Bedeutung der Menschenrechtsideologie mit ihrem Diskurs über die Würde des Menschen hat sich nun weiter verändert: Sie war revolutionär gegen das Thron- und Altar Bündnis ausgerichtet, aber sie dient nun affirmativ der Legitimierung der „Westlichen Welt“, die sich als die Verwirklichung dieser Ideologie versteht- allerdings mit dem Zugeständnis, daß noch nicht in allen Bereichen die gesellschaftliche Wirklichkeit dem gemäß gestaltet sei, sodaß es immer noch Diskrimierte gäbe, aus der feministischen Sicht: die Frau und aus der Sicht der LGBTQ- Lobby diese Minderheit. Aus einer revolutionären Ideologie wurde so eine Legitimationsideologie! Sie dient dabei auch der Feindbestimmung, außenpolitisch sind die Feindstaaten alle, die nicht demokrarisch regiert werden und innenpolitisch gelten als alle, denen man vorwirft, nichtmenschenrechtskompatible politische Posutionen zu vertreten, isb jetzt, als wenn es ein Menschenrecht gäbe, in jedem Land seines Beliebens einwandern und dort leben zu dürfen.

Die Katholische Kirche hat nun bis zum 2,Vaticanum diese Menschenrechtsideologie als antikatholische bekämpft, das war ihr Kampf gegen den Modernismus. In der nachkonziliaren Zeit erst integrierte sie diesen Fremdkörper durch die Konstruktion, daß Gott als der Schöpfer des Menschen der Grund der Menschenwürde und der Menschenrechte sei. Damit will sie den Humanitarismus in sich integrieren und als ihre eigentliche Praxis ausgeben. Ihre große Erlöungserzählung paßt dazu aber nicht und wird so substituiert durch Jesus, der uns die Würde jedes Menschen offenbarte, die in dem Schöpfersein Gottes begründet sei. Der Mensch bedürfe so keiner Erlösung mehr, sondern es gälte nun nur, die Welt human zu gestalten. Die Kirche wird so primär eine sozialcharitative NGO.

1Zitiert nach: Klaus Kunze, Wie der Mensch sein eigener Gott wurde, Hunanitarismus. Die religion der Gottlosen, 2022. S.13.https://klauskunze.com/index.htm    https://klauskunze.com/blog/2024/02/07/wie-der-mensch-sein-eigener-gott-wurde/



Donnerstag, 15. Januar 2026

Ist die Anpassung an die Welt die höchste Tugend der Kirche und ihre Widerständigkeit ihr größter Fehler?

 

Ist die Anpassung an die Welt die höchste Tugend der Kirche und ihre Widerständigkeit ihr größter Fehler?



Im theologischen Diskurs hat sich nun der Begriff des „Integralismus“ eingeheimatet als eine diffamierende Bezeichnung der kritischen Haltung der Kirche der modernen Welt gegenüber in zwei Richtungen, a) der Kritik des Antimodernismus der Kirche bis zum 2.Vaticanum und b) als die Kritik einer Neubelebung dieser kritischen Haltung in der nachkonziliaren Kirche aus Kreisen, die die durch das 2.Vaticanum vollzogene Einpassung in die moderne Welt kritisieren. Die einzig legitime Stellungnahme der Kirche sei dagegen die der Einpassung. Die moderne Welt wird dabei als die verstanden, wie sie sich in der Französischen Revolution konstituierte.

Der pastoraltheologisch orientierte Artikel: „Der Integralismus. Wie es dazu kam und was er wollte“ der Internetseite „Feinschwarz“ offeriert eine gediegene Einführung in diese Apologetik der Bejahung der modernen Welt,politisch korrekt, wie es für diese Internetseite eine Selbstverständlichkeit ist.1

So wird die Moderne dort charakterisiert:Denn Politik umfasst seit der Französischen Revolution nicht nur Taktik und Strategie des täglichen Interessenskampfes, sondern auch die Definition der Organisationsprinzipien des Staates und der Gesellschaft selbst. Das aber war nun wirklich neu. Politik war nicht mehr nur die Verwaltung einer vorgegebenen Ordnung, sondern grundlegende Definition und Gestaltung dieser Ordnung selbst.

Indem die Idee der Menschenrechte an jene legitimatorische Stelle trat, die zuvor die Kirche und der von ihr kontrollierte theologische Diskurs besetzt hatten, stürzte nicht nur das derart legitimierte ancien régime, sondern verlor umgekehrt auch die Kirche ihre Funktion als Legitimationsressource.“

Die Kirche legitimiert sich dadurch, daß sie für die jeweilige Gesellschaftsordnung eine, oder die Legitimierungsfunktion erfüllt. Durch die Französische Revolution verlor sie diese ihre Funktion, da die sich jetzt auf das Fundament der Vernunft neu auferbaut und die in der Vorstellung der Menschenrechte und der Menschenwürde ihre Manifestation findet, die Kirche in ihrer Legitimationsfunktion überflüssig mache. Der Fehler der Kirche sei es nun gewesen, die Fundamente der Moderne zu kritisieren, ja sie abzulehnen, statt sich der Moderne einzupassen.

Aber dieser Antimodernismus ist gescheitert und müsse scheitern, da der Primat der Kirche,besser gesagt, der Gottes, dessen Wille in der Kirche offenbar ist, nur mit Gewalt durchsetzbar wäre. Die moderne Gesellschaft konstituiere sich eben durch ihre Fundierung in der Vernunft und das schlösse die Emanzipation von der Religion, auch oder isb der christlichen ein. Die „Idee der Menschenrechte“ legitimiere ja nun auch und gerade die Politik in der Moderne. Es muß jetzt im Sinne Carl Schmitts ergänzt werden, daß nicht mehr der Atheist sondern der Mißachter der Menschenrechte nun als der Feind gilt,den es zu bekämpfen gilt – aktuell Rußland, China,der Iran, Venezuela,Kuba und und …

Aber diesem pastoraltheologisch orientierten Artikel wohnt noch eine grundlegendere These zugrunde,die da nur angedeutet wird: Gemäß des ersten Prinzips des Marketings und damit auch der Pastoraltheologie: „Der König ist Kunde“ gilt der Staat mit seinen Legitimationsbedürfnissen auch als ein bedeutsamer Kunde der Kirche: Sie habe ihre Legitimationsfunktion früher erfüllt und so sich selbst legitimiert, sodaß es auf der Hand liegt, daß sie auch für den modernen Staat eine Legitimationsfunktion übernehmen könnte. Dieser weitergehende aber sich ad hoc aufdränende Gedanke wird nun aber in diesem Artikel nicht entfaltet, seine gravierende Scwäche.

Klaus Kunze, der Verfasser der Broschüre: „Wie der Mensch sein eigener Gott wurde. Humanitarismus- die Religion der Gottlosen“2 versteht das Verhältnis der christlichen Religion zu diesem Humanitarismus als ein antithetisches. Der Humanitarismus wäre eine Religion ohne Gott: „>Der Mensch<bildet den Dreh- und Angelpunkt einer neuen inoffizielen Staatsreligion unserer Tage. Als höchstes Wesen trat er seit der Renaissance an die Stelle Gottes“.3 „Der Humanitarismus ist zur neuen Religion geworden und hat strenge Gebote.“4

Nun ist aber sowohl Klaus Kunze als auch dem Marketingtheologe des Feinschwarzartikels entgangen, daß die Theologie und nun auch die Kirche diesen Humanitarismus in sich selbst zu integrieren versuchen könnte, um wieder auch für die Moderne eine Legitimationsfunktion erfüllen zu können. Die dazu konzipierte Theologie besticht durch ihre Schlichtheit: Gott sei als der Schöpfer des Menschen, den er als sein Geschöpf bejahe der Grund für den Humanitarismus, des Glaubens an die Menschenwürde und die Menschenrechte.Dem Humanitarismus wird so eine Legitimationsformel angeboten,die er sich als einer kontingenten Letztbegründung bedienen könnte, wenn er nicht allein auf die Evidenz des Glaubens an die Menschenwürde setzen will. Kontingent bedeutet hier, daß sie nicht notwendig ist, aber eine sinnvolle Ergänzung, zumal diese Konstruktion von allen monotheistischen Religionen übernommen werden kann.

 Der Kirche ermöglicht nun diese theologische Konstruktion, die sich von der christlichen Religion emanzipierende Moderne zu bejahen, indem sie den praktizierten Humanitarismus bejaht und als ihre ureigenste Praxis darstellt. Die Aufgabe der Kirche sei der praktizierte Humanitarismus,den sie innerkirchlich mit dem Glauben an den alle Menschen liebenden Gott motiviert. Angesichts der Krise der Ideologie der Menschenrechte, man kann sich kurz und bündig darüber in Alain de Benoist : „Kritik der Menschenrechte“ informieren, ist es auch nicht unplausibel, dem politischen Diskurs, dessen Fundament diese Ideologie bildet,mit dieser theologischen Konstruktion zur Hilfe zu kommen. Dann kann die Kirche wieder „ihre Funktion als Legitimationsressource“ 5 erfüllen.

Das paßt auch wunderbar zur pastoraltheologischen Ausrichtung als Dienst an dem Kunden Staat! Die Kirche wird so wieder systemrelevant,isb durch ihren vorbildlichen Kampf gegen Rechts, das ist allen Nichtmenschenrechtsgläubigen bzw gegen diesen Glaubensartikel Verstoßende.

1Feinschwarz, Integralismus, 7Jänner 2026.

2Klaus Kunze, 2022.

3Klaus Kunze a.a.O. S.7.

4Klaus Kunze a.a.O. S.6.

5Feinschwarz, Integralismus, 7Jänner 2026.

Mittwoch, 14. Januar 2026

Über die Selbstdestruktion der christlichen Religion oder der Kampf wider die religiöse Praxis

 

Über die Selbstdestruktion der christlichen Religion oder der Kampf wider die religiöse Praxis


Man kann und ist über, das was eine Religion ausmache sehr verschiedener Ansicht, daß aber das Beten konstitutiv zu jeder Religion ist, ist unbestreitbar.(Ob das auch für funktionale Äquivalente der öffentlichen Religion gilt, soll hier nicht erörtert werden, wobei meine These dazu lautet, daß keine Gesellschaft funktioniert ohne irgendeine öffentliche Religion oder ein Substitut von ihr.)

Nun offeriert das „Neues Handbuch theologischer Grundbegriffe“, herausgegeben von Peter Eicher, ein gediegenes Kompendium des theologischen Modernismus, auch einen Versuch, das Gebet „theologisch“ zu destruieren,schließlich gilt es ja, die christliche Religion für den aufgeklärten Konsumenten akzeptabel zu gestalten.1 Mit Vehemenz wird dabei die „ehrwürdige“ Kritik des Gebets, anhebend mit dem Aufklärungsphilosophen Kant vorgetragen:

Viele – vor allem neuzeitliche (beginnend bei Kant)- Gebetskritik konzentriert sich auf diese heikle und auch gefährdete Verbindung: Beten in einer Zeit technisch- rationaler Machbarkeit sei nicht bloß überflüssig geworden,es ziehe den Menschen vom Wesentlichen (der Selbstverwirklichung) weg.“2 Das meint einfach, daß der Betende,statt selbst tätig zu werden auf Gottes Tuen zu seinen Gunsten seine Hoffnung setzt. „entschuldigt ihn für den Mangel an Initiative““3als wäre das Gebet keine „Initiative“, aber warum ist einen Rosenkranz Aufopfern für ...keine Tätigkeit? „und bestärke ihn in feiger Schicksalsergebenheit und schwäche so seinen Einsatz für die anderen“.4 Sein Schicksal anzunehmen, etwas unheilbar erkrankt zu sein, verlangt ein großes Maß an Stärke und was kann ein Christ besseres für seinen Mitmenschen tuen, als ihm der Hilfe Gottes anzuempfehlen?

Diese „ehrwürdigen“ Argumente wider das Gebet sind nun wirklich so dürftig und leicht zu widerlegen, daß man sich nur wundern muß, daß sie hier erwähnt werden! Aber das eigentliche Hauptargument wird danach erst aufgeführt, obzwar das überhaupt erst die Grundlage der gerade vorgetragenen Argumente bildet: Das wahre Gebetsverständnis sei nämlich dieses: „Es ist unnütz.irgendein Eingreifen Gottes (welch deistischer Ausdruck!) in dieser Welt zu erwarten;so als ob für den Menschen zusätzliche Hilfe nötig und für die Welt nachträgliche Korrekturen am Platze wären! Gott muß nicht eingreifen“.5 Hier wird das Argument des Deismus repristiniert, daß Gott einmal die Welt so vollkommen erschaffen hätte, daß ein weiteres Eingreifen von ihm unnötig sei, da es die Perfektheit seiner Schöpfung infrage stellte. (Gern wird das Anliegen des Deismus mit dem Vergleich zu einem Uhrmacher veranschaulicht: Wenn Menschen Uhren herstellen, sind sie immer reparaturbedürftig, ab und zu funktionieren sie halt nicht wohingegen Gott seine Uhr so vollkommen erschuf, daß sie bis in alle Ewigkeit funktionieren wird und so keiner Reparatur bedarf.)

Einfacher gesagt: Gott kann keine Gebete erhören, entweder weil es ihn nicht gibt.das ist die atheistische Gebetskritik oder weil er zwar ist aber nicht in der Welt handeln kann,das ist die modernistische Gebetskritik.Was ereignet sich dann im Gebet? Der Autor stellt nun die These auf: „Der Mensch beginnt zu handeln:nicht anstatt zu beten sondern weil er betet.“ 6 Das (wahre) Gebet, nicht das, das auf ein Handeln Gottes hofft, ist eine Selbstmotivation zum Handeln. Im Gebet erfahre der Betende sein unbedingtes Geliebtsein von Gott. Daraus resultiere das „Selbstwertgefühl“ des Betenden, der so angemessen handeln könne, da er sein Selbstwertgefühl nicht durch sein Tuen erst aufbauen müßte, sondern es ihm schon in dieser Erfahrung seines Geliebtseins ist. Das meint nun nicht, daß weil er betet, so geliebt wird von Gott sondern daß er im Gebet nur erfährt, was im unabhängig von seinem Beten schon immer gilt. Das Gebet verhilft so nicht zu einem bestimmten Tuen sondern stärkt das Selbstbewußtsein des Menschen, der so selbstbewußt in der Welt agieren kann.

Der Glaube, von Gott unbedingt geliebt zu sein, machte so das Gebet völlig überflüssig,wenn nicht dieser Glaube im Gebet immer wieder neu zu erfahren ist,um unser Selbstbewußtsein zu stärken. Selbstbewußte Menschen bräuchten so nicht zu beten, nur an ihrem Selbstwert Zweifelnde!

Hierbei zeigt sich mal wieder, daß der Grund der meisten Häresien eine falsche Gotteslehre ist,daß hier Gottes allmächtige Wirkkraft verleugnet wird: Er könne nicht in der Geschichte einwirken! Handeln könne allein der Mensch, wenn er selbstbewußt ist.

1Der Artikel: „Gebet“ von Hans Schaller,in: Neues Handbuch theologischer Grundbegriffe, Band 2, 1984 S.26-34.

2A.a.O.S.31.

3A.a.O.S.31.

4A.aO. S.31.

5A.a,O.S.33.

6A.a.O. S.31.