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Montag, 4. Juli 2022

In Mißkredit geratene Zentralaussagen der christlichen Religion: Machet die Natur euch untertan

In Mißkredit geratene Zentralaussagen der christlichen Religion: Machet die Natur euch untertan


Kaum eine Aussage der hl. Schrift provoziert heutigen Tages so viel Ablehnung wie diese: „Benedixitque illis Deus, et ait: Crescite et multiplicamini,et replete terram, et subjicite eam“= Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch, und erfüllet die Erde und machet sie euch unterthan und seid Herren über“ sie. (1.Mose, 1,28) Als skandalös wird dabei der Zusammenhang zwischen dem Segnen Gottes und der Fruchtbarkeit empfunden, als segnete hier Gott Adam und Eva, damit sie Kinder bekommen. Das verunmöglichte ja jede Segnung homosexueller Paare, wenn der Zweck einer Paarsegnung die Fruchtbarkeit, der Kindersegen also wäre. Daß dann der Mensch aufgerufen wird, die Welt sich zu unterwerfen, gilt nun als die Büchse der Pandora, der wir die ganze Umweltzerstörung bis hin zur angeblich von Menschenhänden gemachten Klimakatastrophe zu verdanken haben. Daß dann auf der „Umweltschutzsynode“ der Amazonassynode die Göttin Erde verehrt wurde, auch und gerade von dem jetzigen Papst verwundert dann auch nicht mehr, gilt doch die Vergöttlichung der Natur als ein probates Mittel, die Natur wieder dem Beherrschungswillen des Menschen zu entziehen.

Hier wird nun einmal ein ganz anderer Umgang mit diesem Text versucht, indem er quer gelesen wird mit einem anderen Text, der auf den ersten Blick mit diesem Mosestext nichts zu tuen haben scheint:

Werthe legte erst der Mensch in die Dinge, sich zu erhalten,-er schuf erst den Dingen Sinn, einen Menschen-Sinn! Darum nennt er sich „Mensch“,das ist:der Schätzende.“Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra, 1.Teil: Von tausend und Einem Ziel. Ergnzend: „Nicht -mehr-wollen und Nicht-mehr-schätzen und Nicht-mehr-schaffen!,ach.dass diese große Müdigkeit mir stets ferne bleibe.“ (Zarathustra, Teil 2: Auf den glücklichen Inseln.

Man könnte sich Gottes Schöpfung, in die dann das erste Menschenpaar hineingestellt wird, als einen wohlgeordneten Kosmos vorstellen, der eine schöne Welt ist, Kosmetik kommt von Kosmos her, und eine gute und wahre. Philosophisch ausgedrückt: Das Sein des Kosmos ist eins mit seiner Idee, wie es sein soll und somit ist die Welt die wahre Welt.So formuliert es ja Ott treffend: „Die ontologische Wahrheit oder >Dingwahrheit< besteht in der Übereinstimmung eines Dinges mit seiner Idee.“ (Ott, Grundriß der Dogmatik, §15: Die Wahrheit Gottes.)Für den Menschen bliebe so eigentlich nur noch eine Aufgabe, die des Lobpreises dieses wunderbaren von Gott geschaffenen Kosmos. Nichts dürfte und könnte er ändern, weil jedes Ändern, Bearbeiten und Umgestalten doch nur eine Depravation des von Gott gut Geschaffenen sein könnte. Die Natur sei das an sich Gute, das nun aber der Mensch durch sein Naturbeherrschenwollen destruiere. Er hätte stattdessen sich in die Naturordnung einfügen sollen wie ein Organ in einen Gesamtkörper, damit dieser als Ganzer sei.

Wenn dem so wäre, wäre Gottes Auftrag an den Menschen, sich die Natur zu unterwerfen, sie zu subjektivieren, wie es so treffend die Vulgata schreibt, etwas nicht nur Sinnwidriges sondern auch rein Destruktives. Anders gefragt: Was besagt dieser göttliche Auftrag über die Natur, wenn Gott sie dem Menschen zur Subjektivierung übergeben hat? Es scheint doch so, als wenn die Natur vor ihrem Beherrschtwerden durch den Menschen etwas Defizitäres anhinge, als wenn sie noch in eine Ordnung zu bringen sei. Im 2.Kapitel des 1. Buch Moses heißt es dann im Vers 20, daß Adam allem der Natur ihre Namen gab. Den Dingen der Schöpfung fehlte etwas, denn Adam erkannte nicht die Eigennamen, fand sie also nicht vor, sondern er rief sie (Appellavitque). Die Naturbeherrschung begann so mit dieser Namensgebung.

Ist das nicht auch Nietzsches Grundgedanke, daß den Dingen der Welt etwas fehlt,daß ihnen ihr „Werth“ fehlt. Ontologisch formuliert: Dem Seienden mangelt es an etwas und es ist die Aufgabe des Menschen, diesen Mangel kreativ zu beheben. Bildlich geredet: Das erste Menschenpaar gleicht einem Buben, dem man eine riesige Anzahl verschiedenster Bausteine vorgelegt hat, damit er nun daraus was erbaue. Die Legosteine wären so nicht einfach für genau ein bestimmtes Bauprojekt bestimmt und genormt, sondern vielfältigst benutzbar. Das Gute der Schöpfung wäre dann ihre Brauchbarkeit für den Gestaltungswillen des Menschen. Er produziert aus der Welt, wie sie ihm von Gott übergeben wurde, eine Welt für sich, indem er sie subjektiviert.

Die jetzige Postmoderne wäre dann das, was Nietzsche als die „große Müdigkeit“ diagnostiziert: Der Mensch will nicht mehr kreativ gestalten, er will nur noch im Bestehenden verharren und verweilen. Diese Erschlaffung seines Gestaltungswillens kann sich nun auch durch die allseits bekannte Problematik der zunehmenden Umweltzerstörung legitimieren: Wir schufen und so Elendes kam dabei heraus!

Aber die so unbequem gewordene göttliche Beauftragung bleibt bestehen: Der Mensch ist von seinem Kreator selbst zu einem kreativen Umgang mit der Natur bestimmt: Er soll sie sich unterwerfen, denn der Natur fehlt etwas, es wohnt ihm ein ontologischer Mangel inne und darum hat Gott dem Menschen die Natur zur Aufgabe gegeben. Nietzsche sagt es so: „und ohne das Schätzen wäre die Nuss des Daseins hohl.“ (Zarathustra, 1.Teil, Von tausend und Einem Ziel) Das Gutsein der Schöpfung wäre so, um es im Geiste des Philosophen Fichte zu sagen, ihre gute Geeignetheit, das Material menschlicher Pflichterfüllung sein zu können.




 

Donnerstag, 25. März 2021

Liebe- eine begrenzte Ressource? Vom Kreator und seinen Kreaturen



Zwei Dinge mehren die Liebe:die Losschälung des Herzens von den Dingen dieser Welt und tapferes Ausharren in Widerwärtigkeiten.“ Nach Ignaz Grandi, Kreuzwegandachten, 1962, die 2. stammt dies Votum von dem hl- Thomas von Aqiun.

Zu wem soll so die menschliche Liebe vermehrt werden? Am wahrscheinlichsten ist damit die Liebe zum dreifaltigen Gott gemeint. Wäre damit auch die Liebe zu den Menschen gemeint, dann würde diese ja als eine Liebe zu Elementen (Dingen)der Welt gehören und so als ein die Liebe zu Gott Verminderndes anzusehen sein. Die implizite Präsumption dieser Aussage wäre dann, daß das menschliche Vermögen zu lieben, limitiert sei als endliche Liebe, sodaß eine Ausrichtung der endlichen Liebe auf viele Objekte die Liebe zu diesen vermindern würde. Der Mensch liebte wie eine Gießkanne: Alles Besprengte bekäme ein wenig Wasser ab. Damit der Mensch so Gott von ganzem Herzen lieben kann, sollte er seine Liebe nicht aufteilen auf Gott und die Welt, sondern sich ganz auf die Gottesliebe kaprizieren.

Damit wird ein Konkurrenzmodell ausgebaut zwischen Gott und der Welt, daß eine Liebe zur Welt die Liebe zu Gott minderen müsse ob der Limitiertheit der Ressource der Liebe.

Das wäre so, als sagte ein Mann zu seiner Ehefrau, daß er nur sie und so nicht ihre Kinder liebe, um so ganz sie zu lieben. Jeder Mutter wäre das eine vollkommene Abstrusität, ja sie würde gar an der Liebe ihres Mannes zu ihr zweifeln, liebte er ihre Kinder nicht. Was hielte denn ein großer Künstler davon, erklärte ein Bewunderer ihm, daß er seine Kunstwerke nicht liebe, weil er seine Verehrung ganz auf den Hervorbringer der Werke konzentrieren wolle?

Oder ist dies Votum so zu deuten, daß mit den Weltdingen die Dinge in ihrem Verfallensein, in ihrem Depraviertsein durch die Sünde gemeint sind: Liebe nicht die Welt, so wie sie ist? Aber ihre Depravierung, Paulus spricht hier von ihrer Unterwerfung unter ihre Vergänglichkeit, ihr Sein als ein Werden zu nichts, vertilgt nicht ihr Geschöpftsein und somit ihr Sein von Gott her, sodaß sie doch der Liebe würdig sind.

Das tapfere Ausharren in Widerwärtigkeiten könnte meinen, daß die Erfahrung und das Erleiden der Weltdinge als widerwärtig den Menschen von illusionären Vorstellungen von der Qualität der Weltdinge befreit: nichts Weltliches kann des Menschen Herzen wirklich zur Ruhe kommen lassen, weil es das Sehnen des Herzens nicht befriedigt, sodaß so Gott als das einzige Objekt sich uns erweist, daß unserem Herzen wirkliches Glück verheißen kann. (So der hl. Augustin) Das Ausharren meinte dann, nicht auf die Hoffnung auf das Glück zu verzichten als etwas Nichtmögliches, sondern es von dem zu erwarten, der es uns Menschen einzig gewähren kann, auf Gott. Dies evoziert dann die beliebte Gegenwartskritik: Den Menschen ginge es zu gut (sie genießen viel zu viele Güter der Welt und erfreuen sich daran), als daß sie sich noch für Gott interessieren könnten. Die Welt als unlimitiertes Warenhaus von Glück verheißender Konsumobjekte mache eine Liebe zu Gott und ein Hoffen auf ein jenseitiges Leben überflüssig. Sollte so diesem Votum des hl.Thomas doch etwas Wahres innewohnen, daß eine Liebe, die ihre Erfüllung in Objekten der Welt findet, die Liebe zu Gott als überflüssig erscheinen läßt? Dann wären die Weltdinge die durch die Sünde depravierten, die gerade so einen möglichen Aufstieg der Liebe von den schönen Dingen der Welt zu dem Grund ihres Schönseins, zu Gott selbst verhindern. Denn ohne den Sündenfall läge es doch näher, daß die Liebe zu dem in der Welt schön Erscheinendem einen Aufstieg zu Gott als dem Schönen evoziert. Das Schöne in der Welt, die das menschliche Herz zur Liebe animiert, wäre doch ein guter Pädagoge zur Erweckung der Liebe zu Gott als dem wahrhaft Schönen. Dann würde es gerade keine Konkurrenz zwischen der Liebe zu Weltdingen und zu Gott selbst geben.

 

Sonntag, 30. August 2020

Die Welt und die Aufgabe des Menschen

"Denken wir uns die Welt als vollendet, so ist alles unser Thun nichts. Wissen wir aber, daß die Welt unvollendet ist, so ist unsere Bestimmung wohl, an der Vollendung derselben mitzuarbeiten." (Friedrich Schlegel)

Hätte Gott eine vollendete Welt geschaffen und dann Adam und Eva in sie hineingesetzt, hätten die Menschen dann noch eine Aufgabe in ihr haben können? Eigentlich nicht. Nur warum gab Gott dann dem Menschen diesen Auftrag: „Seid fruchtbar und mehret euch, und erfüllet die Erde, und machet sie euch unterthan, und seid Herren über die Fische des Meeres, und über die Vögel des Himmels, und über alle Thiere, die sich auf der Erde regen.“ (1.Mose1, 28)?

Fragen wir einmal so: Fehlt all den geschaffen Tieren, ja der ganzen Welt etwas, sodaß all das von Gott Geschaffene erst zu dem wird, was es sein soll, indem der Mensch sich alles Geschaffene unterwirft? „Subjicere“ ließt die Vulgata: Die objektive Welt soll durch den Menschen subjektiviert werden.

Ist das nicht genau das hier von Schlegel gemeinte Vollenden? Der Mensch wird hier nicht eingeschrieben in eine Weltordnung, sondern als ihr Gegenüber inthronisiert, denn ihm ist die Welt als seine Gestaltungsaufgabe überantwortet. Diese exzeptionelle Stellung macht ihn aus. Es muß dabei bedacht werden,daß Gott den Menschen zu dem vor dem Sündenfall beauftragte. Also bezieht sich dieser Herrschaftsauftrag nicht etwa auf die durch die Sünde depravierte Welt sondern auf die von Gott gut geschaffene. So hätte es auch ohne den Fall des Menschen eine Menschheitsgeschichte gegeben, die Geschichte der Subjektivierung der von Gott geschaffenen Welt.

Aber doch muß diese Geschichte, verglichen mit der Realgeschichte nach dem Sündenfall eigentümlich blaß erscheinen. Es fehlte ihr der Mensch in dem Widerstreit zwischen Gut und Böse.Dem menschlichen Leben fehlte die moralische Dimension. Heidegger kritisiert die berühmte Schellingschrift über die menschliche Freiheit so: „Das Böse wird um der Offenbarung der Allmacht des göttlichen Willens der Liebe willen gebraucht und gerechtfertigt.“ (Zizek, Weniger als Nichts, 2016, S.1209). Die Kritik lautet dabei, daß Schelling, weil er Alles aus einem Grundprinzip ableiten will, auch die Freiheit des Menschen zum Bösen, ihn das in eine Systematik treibt, in der alles eingeordnet ist in ein großes Ganzes, das keine Freiheit und keine Geschichte mehr zuläßt.

Das Böse kam durch den Sündenfall in die Geschichte der Menschheit. Ermöglicht nun aber nicht gerade dies Negative, daß der Mensch s moralisch leben kann, weil nun mal die denknotwendige Voraussetzung einer moralischen Handlung die Möglichkeit zu einer unmoralischen ist? Erst durch die Überwindung der Versuchung durch die Schlange hätten sich ja Adam und Eva als moralische Subjekte konstituiert. Wie nun die Menschen in ihrer Geschichte ihr Leben gestalteten in dem Widerstreit des Guten und des Bösen, das ist nun kontingent, aber diese Kontingenz gibt es nur durch den Sündenfall: In einer Welt ohne eine Versuchung zum Bösen könnte es auch nicht ein moralisch gutes Leben geben.

Theologisch muß das Böse immer notwendigerweise als zumindest von Gott zugelassenes gedacht werden, denn nichts kann wider den allmächtigen Willen Gottes sein, auch das Negative nicht. Weil es aber als von Gott Zugelassenes zu denken ist, muß es auch ein um ein gutes Ziel willen Zugelassenes sein, denn Gott kann das Negative ja nicht um seiner selbst willen gewollt haben. (Das gilt auch nach Wilhelm von Ockham, daß Gott das von ihm Nichtgewollte nur wollen kann, wenn er es zuläßt um des von ihm Gewollten, nur daß dann Gottes Freiheit zu betonen ist, daß er wollen kann, was er will.) Aber so ergibt sich, daß jedes theologische Denken notwendig eines ist, daß erst in einem dogmatisch explizierten System seinen Abschluß finden kann.

Der von Gott geschaffene Mensch und die Welt ist so nicht anfänglich schon etwas vollkommen Fertiges, es sind eher Projekte, die ihrer Vollendung bedürfen, daß der Mensch sich die Welt unterwirft und daß er durch den Widerstreit zwischen dem Guten und dem Negativen sich erst zu seiner Humanität entwickeln soll. Wir sind uns selbst eine Aufgabe, eine uns von Gott gestellte.

 

Mittwoch, 4. September 2019

kath.net veröffentlicht die Botschaft von Papst Franziskus zum V. Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung:

Papst Franziskus predigt zum Weltgebetstag der Schöpfung. Kat net dokumentiert dies Ereignis des Niederganges des Katholizismus. (1.9.2019) So fängt die Predigt an:

»Gott sah, dass es gut war« (Gen 1,25). Am Anfang der Bibel ruht der Blick Gottes sanft auf der Schöpfung. Vom bewohnbaren Land bis zu den Wassern, die das Leben nähren, von den Bäumen, die Frucht tragen bis zu den Tieren, die das gemeinsame Haus bewohnen, alles ist vor den Augen Gottes wertvoll, und er gibt dem Menschen die Schöpfung als eine kostbare Gabe, die zu hüten ist." Das klingt schön naturromantisch idyllisch, aber die Schöpfungserzählung weist dem Menschen eine ganz und gar andere Stellung zu: Nicht ist er der Hüter der Natur, sondern er soll sie sich unterwerfen. So verkennt auch der Begriff des gemeinsamen Hauses die exzeptionelle Stellung des Menschen in der Natur. Die Welt ist hierarchisch auf den Menschen hin geordnet. Das "subjicitee" und das "dominamini" 1.Mose, 1,28 sprechen hier eine ganz andere Sprache: unterwerfen und dominieren.Zudem,daß Adam allem ihren Namen gab, dazu hatte ihn Gott beauftragt, 2, 20, zeigt nochmals die dominierende Stellung des Menschen an: Durch die Namensgebung beginnt der Mensch schon mit seinem Herrschen. Die Papstpredigt verzeichnet diese Stellung aber zum Klischeebild des Hüters. 
Und nun kommt der Sündenfall, so wie ihn der Papst sieht! 
"Tragischer Weise antwortete der Mensch auf diese Gabe mit dem Missklang der Sünde, des Sich-Verschließens in die eigene Autonomie und der Gier nach Besitz und Ausnutzung. Egoismen und Eigennutz haben aus der Schöpfung, die ein Ort der Begegnung und des Miteinanderteilens sein sollte, einen Schauplatz von Rivalitäten und Auseinandersetzungen gemacht. So ist die Umwelt selbst in Gefahr geraten. Das, was in den Augen Gottes gut war, wurde zu einer in den Händen des Menschen nutzbaren Sache. Die Umweltschäden haben sich in den letzten Jahrzehnten vermehrt: Die beständige Verschmutzung, der unaufhörliche Gebrauch von fossilen Brennstoffen, die intensive landwirtschaftliche Nutzung, die Gewohnheit der Abholzung der Wälder erhöhen die Globaltemperatur bis zur Alarmstufe." 
Was für eine Confusion des theologischen Denkens! 1. Weil Adam und Eva gesündigt hatten, verstieß Gott sie aus dem Paradies und verfluchte dann das menschliche Leben außerhalb des Paradieses. "so sei die Erde verflucht, ob deiner That; mit vieler Arbeit sollst du dich von ihr nähren, dein Leben lang.Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen".1.Mose 2,17.Die ganze Schöpfung unterwirft Gott so dem Schicksal des Sterbenmüssens. So erst wurde dem Menschen die Erde zum Ort seines Exilslebens als verbanntes Kind Evas. Das vergißt diese Predigt völlig. Aber zu welchen Absurditäten versteigert sich dann diese Predigt: Die Natur dürfe dem Menschen nicht zu einer nutzbaren Sache werden! Wenn also der Menschen Pflanzen aufißt, sie so zu einer ihm nutzbaren Sache macht, zu etwas der Ernährung Nützlichem, dann sündigt er? Wie schlimm, wenn er dann sich noch ein Wohnhaus baut und dazu in der Natur Nutzbares vorfindet! Wenn er dann noch fossile Brennstoffe benutzt! Der Papst stellt so fest, daß faktisch die Zivilisation des Menschen sein Sündenfall war, als er aufhörte, wie ein Naturmensch zu leben. 
Daß Europa und Amerika den Sieg über den Hunger der intensiven Nutzung der Landwirtschaft und nur ihr zu verdanken haben, davon weiß diese Predigt nichts, genauso wenig davon, daß es den Hunger in der 3.Welt noch gibt, weil dort die Landwirtschaft nicht industrialisiert ist. Stattdessen predigt der Papst dem Volke Wasser und Brot, den Konsumverzicht. 
Und da sind wir schon zum Kern dieser Predigt vorgestoßen. Wahrscheinlich ist das Weitere dann aus irgendeinem grünen Parteiprogamm abgeschrieben worden. Ich erspare es uns allen, dies nachzuerzählen. Relevant ist hier nur eines, daß der Papst hier wie ein Rot-Grüner Politiker redet. 
Wo bleibt da Gott, der Schöpfer und Erhalter seiner Schöpfung?   
"Unsere Gebete und unsere Appelle sind vor allem darauf gerichtet, die politischen und gesellschaftlichen Verantwortlichen zu sensibilisieren. Ich denke dabei besonders an die Regierungen, die in den nächsten Monaten zusammenkommen". Wozu dient also das Gebet? Es soll die Verantwortlichen sensibilisieren! Das Gebet ist also nicht an den dreieinigen Gott gerichtet, nein, das Beten ist ein Appellieren an die Mächtigen in der Politik und Wirtschaft! Nicht Gott, Politiker sind zu sensibilisieren. 
Gott hat also nach seinem Schöpfungswerk sich schlafen gelegt, sein Werk in Menschenhände gelegt, die dann alles verdorben haben und die nun es wieder gut machen sollen. Und Gott? Fehlanzeige! Aber wer, außer Gott kann den die Schöpfung erhalten oder vernichten? Niemand. Zudem: Der Planet Erde ist nur ein winziger Teil der Schöpfung Gottes: Die ganze Milchstraße, ja alle Galaxien sind Gottes Schöpfung. Und das soll der Mensch zerstören können? Es ist reine Hybris, sich so zum Negativen hin maßlos überzuschätzen und zum Positiven ebenso   zu überschätzen: Nur Gott kann die Schöpfung und all Teile der Schöpfung bewahren.