Posts mit dem Label Das Subsidaritätsprinzip werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Das Subsidaritätsprinzip werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 14. April 2026

Ein Irrweg der Kirche: Vom Thron- und Altarbündnis zum Subsidaritätsprinzip

 Thesenartig soll nun dieser Irrweg skizziert werden, eine detaillierte Explikation wird später fsolgen.

Das Subsidaritätsprinzip erblickte das Licht der Welt im Jahre 1571 zu Emden in Ostfreisland gelegen auf der da tagenden reformierten Synode: Alles sollte in den jeweiligen Ortsgemeinden entschieden werden, nur was vor Ort nicht entscheidbar sei, soll von der Gesamtkirchenleitung entsxhieden werden: ein antihierarisch dezentralistisches Orgnisations-prinzip mit einer unverkennbar antikatholischen Intention.

Nach der katholischen Lehre, auf der sich das Thron-und Altarbündnis stützte und theologisch fundiert war galt; Wie die Offenbarung der Vernunft, die Gnade der Natur und die ewigen Ziele den endlichen überzuordnen sind, so ist die Kirche demf Staate überzuordnen. Als auf die Kirche hörender regiert der Staat gemäß den Wahrheiten der Kirche.

Als Konsequenz der neuen reformatorischen Rechtfertigungslehre mußten alle Klöster und Ordensgemeinschaften abgelüst werden. Die Armenfürsorge übertrugen die Reformatoren dem Staate, Ab dieser Aufgabenverlagerung begann der Kampf zwischen dem sich heraus-bildenden Nationalstaat und der Katholischen Kirche: In wessen Hände gehört  das Bildungswesen, die Armenfürsorge und die Eheschließung.Der Nationalstaat verlangte seine Zuständigkeit für diese Bereiche, die Kirche kämpfte für den Erhalt dieser ihr ursprünglich zugehörenden Aufgabenfelder, das ist die Substanz des Kulturkampfes unter Bismaeck.

Das Subsidaritätsprinzip wurde so als ein Abwehrprinzip gegen die Tendenz des Staates, die Aufgaben der Kirche zu übernehmen, instrumentalisiert. Ein antikatholisches Prinzp diente so der Verteidigung  der Aufgabenbereiche der Kirche: Der Staat solle nur die Aufgaben übernehmen, die die Vereine und Organisationen der Zivilgesellschaft nicht selbst erfüllen können, Das heißt konkreter, daß es katholische, evangelische und sonstige weltanschaulich basierte Kindergärten geben solle, die Eltern so für ihre Kinder den ihnen passenden Kindergarten auswählen und der Staat nur dann selbst Kindergärten einrichten sollen,, wenn das Angebot der freien nichtstaatlichen Kindergärten nicht ausreicht.

Damit vertritt die Katholische Kirche die These, daß der Staat jede Religion und Weltanschauung als gleichberechtigt anzuerkennen habe,sodaß er auch die Kirche als einen freien Träger im Geiste des Subsidaritätsprinzipes anzuerkennen habe. Der Staat solle nur selbst aktiv werden, wenn die freien Träger nicht hinreichend diese Leistungen erbrächten.

Das ist das Prinzip des Liberalismus, der in der Institution des Staates stets eine Gefährdung der Freiheit des Bürgers sieht und so so wenig Staat wie irgendwie möglich fordert. 

Das Thron- und Altatknzept sieht dagegen den Staat als alles regierend an im Hören auf die Kirche.Das Subsidaritätsprinzip schwächt so die staatlche Ordnung im Geise der Ideologie des Liberalismus, um der Kirche als einen von vielen freien Trägern einen Spielraum zu eröffnen,wo der Staat sich zurückzieht, um Aufgaben der Zivilgesellschaft zu überlassen. 

Montag, 27. Oktober 2025

„Personalität,Subsidarität,Solidarität und Gemeinwohl“ - eine bedenkliche Zusammenstellung der „Katholischen Soziallehre“

 

Personalität,Subsidarität,Solidarität und Gemeinwohl“ - eine bedenkliche Zusammenstellung der „Katholischen Soziallehre“


In dem „Fels“ Artikel: „Die Anfänge der Katholischen Soziallehre“ werden diese 4 Größen als die Grundsätze der „Katholischen Soziallehre“ gefeiert, die ihre Grundlage in dem Wirken Don Boscos hätten.1 Unter dem Subsidaritätsprinzip wird hier verstanden: „Der Staat soll so viel Eigen-initiative des einzelnen und einer Gemeinschaft wie etwa auch der Kirche ermöglichen,wie möglich und soviel helfenden Einfluss ausüben wie nötig.“2 Die hierbei vollzogene Positionierung der Kirche in die bürgerlich pluralistisch verfaßte Gesellschaft, dem der Staat irgendwie gegen-überstehend gedacht wird, ist schon selbst genau genommen keine katholische Position, setzt sie doch die Kirche und den Staat als ein Gegenüber zur bürgerlichen Gesellschaft, um dann das genauere Verhältnis, das „und“ näher zu bestimmen. Die Kirche verlangt also so einen Freiraum, in dem dann sie wie auch andere Privatorganisationen und Einzelne frei wirken dürfen und der Staat solle dann nur noch einen die Privatakteure „helfenden Einfluß ausüben.“

Damit expliziert dieser Artikel die zwei ersten Prinzipien der katholischen Soziallehre, das der „Personalität“ und das der „Subsi darität“. Damit ist verschönernd das gesagt, was Klartext redend Hegel so erfaßt: „Die bürgerliche Gesellschaft ist für Hegel zuerst der >Verstandesstaat<,der im Wesentlichen aus dem Polizeiapparat besteht;er regelt die chaotischen Beziehungen Einzelner,welche jeweils ihre eigenen egoistischen Interessen verfolgen. Ein solch individualitisch- atomistischer Freiheitsbegriff korreliert strikt mit der Vorstellung einer Rechtsordnung,die den Einzelnen als Beschränkung seiner Freiheit aufgezwungen sind.“3 Dieser Rechtsstaat muß also Sorge dafür tragen, daß jeder Einzelne seine Privatfreiheit nur so praktiziert, daß er dadurch die Freiheit des Anderen nicht beeinträchtigt.

Das Subsidaritätsprinzip – und das ist jetzt kein Ostfriesenwitz- hat das Licht der Welt auf einer Synode der Reformierten Kirche in Emden, das ist eine ostfriesische Staat, 1571 erblickt als antikatholisches antihierarisches Organisationsprinzip der Reformierten Kirche! Würde die Katholische Kirche dies Prinzip auf sich selbst anwenden, würde das die völlige Nichtung ihrer hierarchischen Struktur zeitigen! Aber selbst die rabiatesten Deformer des Synodalen Irrweges gehen nicht soweit. Die Reformation verlangte als eine ihre ersten Konsequenzen die Abschaffung aller Orden, da diese unvereinbar seien mit der neuen evangelischen Rechtfertigungslehre. Damit fiel aber der bisherige Träger der Armenfürsorge, die Orden und ihre Klöster weg. Die Armemfürsorge übernahm nun der Staat, als Anfang des sich herausbildenden Sozialstaates, den dann Bismarck in Deutschland erschuf!Die Katholische Kirche sah sich nun einem sich herausentwickelnden Soziatstaat gegenübergestellt, der immer mehr der der Kirche eigenen Aufgaben selbst in die Hand nahm, isb im Bereich der Bildung und der Eheschließung, aber auch der Sozialpolitik. Als eine Abwehrstrategie instrumentalisierte nun die Kirche das reformierte antikatholisch intendierte Subsidaritätsprinzip, um für ihr Wirken Freiräume gegenüber dem Staate zu erwirken. Da sie sich nicht mehr zutraute, für sich als die einzig wahre Kirche diese Freiräume zu erkämpfen, verlangte sie nun diese Freiräume für alle Privatvereinigungen und Privatpersonen, um damit diesen Freiraum auch für sich beanspruchen zu können. Das ähnelt aber nun sehr der Praxis, dem Volke, hier dem Staate Wasser zu predigen, das Subsidaritätsprinzip anzuerkennen, und selbst den Wein, das hierarische Prinzip für die Kirche zu genießen!

Mit der Betonung der Freiheit des Einzelnen und der Würde des Menschen öffnete sich so die Kirche den Anliegen des (Wirtschafts-)Liberalismus in seiner antietatischen Ausrichtung. Zu dieser Ideologie gehört nun der Glaube an die unsichtbare Hand des Marktes, die da so einwirke, daß jeder Einzelne, nur seine privaten Interessen verfolgend, doch „zum Wohl aller beiträgt.“4 Das stellt nun jeden nicht Marktgläubigen vor beachtliche Verstehensprobleme: Man denke sich ein Synphonieorchester, jeder habe da sein Musikinstrument und es gälte die Regel, daß jeder auf seinem Instrumente spielen dürfe, was auch immer er wie spielen möchte, nur dürfe er seine Mitmusizierenden nicht daran hindern, daß diese nun auch nach ihrem Gustos spielen. Wer glaubt, daß er so eine Synphonie zu hören bekommen wird und nicht eher eine Kakophonie? Ohne einen Dirigenten zerfällt die gespielt werden sollende Synphonie in ein einziges unerträgliches Gelärme. Auf die bürgerliche Gesellschaft appliziert heißt das, das statt ein Agieren auf das Gemeinwohl hin nur ein chaotisches Durcheinander entsteht, in dem die Stärkeren auf Kosten der Schwächeren sich durchsetzen.

Der eingesetzte Begriff der Solidarität wirkt dabei wie ein Fremdkörper, der einfach nicht zu den 2 vorangestellten Begriffen der Personalität und Subsidarität passen will, es sei denn, man meine damit die Spendenbeeeitschaft für sozialcaritative Projekte. Wenn nun jeder zuerst an sich privatissimo denkt, dann entsteht aus der Summe solcher privatistischen Aktivitäten keine gemeinwohl orientierte Gesamthandlung, wie auch noch so gute Einzelmusiker keine Synphonie hervorbringen können, spielte jeder nur privat sein eigenes Instrument.

Diesem Konzept fehlt es eben völlig an einem wirklichen Staatsverständnisses, wie es etwa der Philosoph Fichte in seiner Konzeption vom „geschlossenen Handelsstaat“ skizziert hat und was der hegelsche Philosophie unter dem Begriff des Vernunftstaates expliziert. Auf der anthroplogischen Ebene wird das hier zugrunde gelegte Freiheitsverständnis, der individualistisch- atomistischer Freiheits-begriff“5 dem Menschen als Zoon politicon auch nicht gerecht.

Corollarium

Laut KI versteht Aristoteles den Staat so: "Aristoteles' Staatsphilosophie basiert auf der Annahme, dass der Mensch ein „politisches Wesen“ (zoon politikon) ist, das sein volles Potenzial nur in der staatlichen Gemeinschaft entfalten kann. Der Staat soll das „gute Leben“ (eudaimonia) seiner Bürger fördern, indem er ihnen ermöglicht, Tugenden zu entwickeln." Es ist kein gutes Zeichen, wenn die Theoogie sich so weit von den von ihr anerkannten Philosophen,Platon und Aristoteles entfernt. 






1„Der Fels“, Oktober 2025,S.289.

2A.a.O. S.289.

3Slavoj Zizek, Die bösen Geister des himmlischen Bereichs, 2016, S,62.

4Zizek, a.a,O. S.62.

5Zizek, a.a.O. S.62.

Samstag, 25. Januar 2025

Zwei Kickuckseier in der Katholischen Kirche- oder es droht eine Selbstvergiftung!

 

Zwei Kickuckseier in der Katholischen Kirche- oder es droht eine Selbstvergiftung!



Wer etwas ißt, was er nicht verträgt, der kann daran erkranken. Nun hat sich die Katholische Kirche selbst zwei Kickuseier ins Nest gelegt, die sie vergiften könnte.Es ist kein Ostfriesenwitz, aber in der ostfriesischen Stadt Emden erfand im Jahre 1571 die dort tagende „Reformierte Synode“ das Subsidaritätsprinzip als das Organisationsprinzip der Reformierten Kirche, die soweit es geht, keine Kirche sein wollte sondern ein Verband von weitestgehend souveränen Einzelgemeinden. Nur die Angelegenheiten, die eine Gemeinde nicht selbst regulieren kann, soll dann von der Kirche geregelt werden. Salopp formuliert war das der erste Versuch, eine Kirche sozusagen „basisdemokratisch“ zu gestalten. Damit wollten sich die Reformierten positiv von der hierarisch strukturierten Katholischen Kirche absetzen aber auch von der Lutherkirche, die ihnen zu bureaukratisch vorkam. Das Subsidaritätsprinzip ist also ein antikatholisches Organisationsprinzip.

Wie konnte das nun in die Katholische Kirche einwandern und sich da häuslich niederlassen. Die reformatorische Theologie erklärte, daß mit ihrer Rechtfertigungslehre das Mönchs- und Klosterleben unvereinbar sei und so mußten in allen Gebieten, in denen sich die Reformation durchsetzte die Klöster aufgelöst werden. Luthers Ehefrau war ursprünglich eine Nonne, die dann nach der Schließung ihres Klosters mit Luther verheiratet wurde, wie man es da mit allen Exnonnen tat.Bis dahin waren die Klöster für die Armenfürsorge zuständig.Jetzt übernahm die Stadt diese Aufgabe, aus einer kirchlichen wurde eine staatliche Aufgabe. Bismarck legte dann, ganz den Reformatoren folgend die Fundamente für den deutschen Sozialstaat. Abstrakter formuliert: Mit dem sich herausbildenden Nationalstaat versrärkte sich diese Tendenz, daß immer mehr Aufgaben, die die Kirche erfüllte, vom Staate übernommen wurden. Dies war das wesentliche Moment des Kulturkampfes gegen die Katholische Kirche, die nicht bereit war, ihre Aufgaben an den Staat zu übergeben.

Das war der Grund dafür, daß Subsidaritätsprinzip sich zu eigen zu machen, obschon es ein antikatholisch-reformiertes ist, um dieser Kompetenzausdehnungspolitik des Staates eine Grenze zu ziehen: Der Staat solle nur solche Aufgaben in seine Eigenregie übernehmen, die die Zivilgesellschaft nicht aus sich selbst heraus ausfüllen könne. So wollte die Kirche der Übergriffigkeit des Staates gegenüber Freuräume erwirken, in denen dann die Kirche selbstständig wirken könne. Der Staat soll also geschwächt werden, damit so die Freiräume für die Kirche enstehen.

Diese Indienstnahme des reformierten Prinzipes ist nun aber für die Kirche selbst brandgefährlich: Wendete sie das reformierte Subsidaritätsprinzip auf sich selbst an,müßte sie ihr ihr eigenes Aufbauprinzip der Hierarchie auflösen und verlöre so ihre katholische Identität. Als eine Verteidigungsstrategie gegenüber dem modernen immer mehr Kompetenzen an sich ziehenden Staat mag dies Prinzip nützlich sein, aber wie will und kann die Kirche dauerhaft ein Prinzip dem Staate gegenüber einfordern, dessen Anwendung auf sich selbst sie strikt ablehnen muß.

Zum zweiten Kuckucksei: So wie auch die toleranteste Lehrerin die Antwort: „11“ nicht als die Antwort auf die Frage: „Was ist 5 plus 7?“ toleriert sondern nur :“12“. so lehnte die Kirche die Gewissensfreiheit und die Religionsfreiheit als proklamierte Menschenrechte ab, denn darin sah sie hellsichtig die Abkehr von Gott und von seinen Geboten. In Frankreich war die Aufklärung religionsfeindlicher als in Deutschland eingestellt und man sah in dem Kampf wider die Religion und die Katholische Kirche eines der Hauptanliegen der politisch praktisch gewordenen Aufklärung in der Gestalt der Französischen Revolution.

Ursprünglich bekämpfte die Katholische Kirche im Namen der Wahrheit alle falschen Religionen und Weltanschauungen, so intolerant, wie im Rechenunterricht „11“ nicht als die Antwort auf: „Was ist 5 plus 7?“ toleriert wird.Im 20.Jahrhundert machte nun die Kirche die Erfahrung, daß sie selbst in dem Namen der Wahrheit von Staatsideologien, dem Kommunismus und dem Nationalsozialismus bekämpft wurde. Jetzt instrumentaliierte sie die Menschenrechte der Französischen Revolution als eine Abwehr gegen totalitaristische Staaten,die in dem Namen von Staatsideologien die Kirche als etwas Unwahres bekämpften. Als ein Instrument zur Abwehr von einen Zuviel an Staat, daß der Staat die Kirche ersetzen wollte und will, vernutzt sie so die Menschenrechte.

Aber sie kann die Menschenrechte nun in sich selbst nicht anerkennen. Sie dürfte nach den Menschenrechten nämlich nicht Menschen ob ihrer Religion diskriminieren,dürfte also eine Muslimin nicht als Kindergärtnerin ob ihres nichtchristlichen Glaubens ablehnen für einen katholischen Kindergarten.Auch dürfte sie nicht mehr lehren, was Jesus Christus selbst gelehrt hat: „Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet, wer nicht glaubt, wird verurteilt“ (Mk 16,16),denn diese Gerichtsaussage widerspricht eindeutig der Menschenrechtserklärung, daß Gott die Menschen nach ihrer Religion richten wird, ob sie Gläubige oder Nichtgläubige sind, ob sie Getaufte oder Nichtgetaufte sind. Die Menschenrechte erklären dagegen ganz im Geiste der Französischen Revolution die Religion als etwas als Gleichgültiges zu mißachten. Goethes Gretchenfrage:“Wie hältst Du es mit der Religio?“ ist eben im Geiste der Menschenrechte eine nicht mehr zu stellende Frage.

Nur wie kann die Kirche dauerhaft die Menschenrechte gegen die Machtansprüche des Staates vernutzen und sie gleichzeitig für ungültig für ihr inneres Leben abqualifizieren? Die Tendenz, im Namen der Menschenrechte auf jede Mission zu verzichten, da nun auch Gott bei der Beurteilung der Menschen in seinem Endgericht der Glaube der Menschen gleichgültig sei, ist unverkennbar, nicht nur beim jetzigen Papst.









Donnerstag, 15. Februar 2024

Ist der katholische Glaube „Quatsch“? Aus dem Leben eines Kämpfers wider die Wahrheit

 

Ist der katholische Glaube „Quatsch“? Aus dem Leben eines Kämpfers wider die Wahrheit


Pfarrer Meurer: Biologische Jungfrauengeburt ist für mich "Quatsch", so verkündete am 14.2.2024 das quasi offizielle Internetorgan der Bischöfe Deutschlands die tiefgründigen Erkenntnisse eines katholischen Priesters. Daß die leibliche Aufnahme der immerwährenden Jungfräulichkeit der Mutter Gottes kraft des unfehlbaren päpstlichen Lehramtes als zu glaubendes Dogma qualifiziert worden ist,interessiert diesen Pfarrer nicht. Daß, wenn nicht Gott sondern Joseph der leibliche Vater Jesu wäre und deshalb Maria keine immerwährende Jungfrau sein könnte, Jesus nicht der Sohn Gottes sondern nur ein Mensch sein könnte, paßt natürlich gut zu einem antikatholischen Modernismus hier verstanden als den Willen, die Katholische Kirche der Moderne kompatibel umzuformen.

Katholisch? Evangelisch? Anglikanisch? – "der Herrgott lacht darüber". Das sagt dieser pseudokatholische Pfarrer! Gott sei es also nicht nur gleichgültig,ob wir ihn wahrhaftig verehren oder häretisch,nein er lache über den Unterschied zwischen der ganzen Wahrheit und religiösen Gemeinschaften,in denen nur noch Fragmente der Wahrheit lebendig sind. Stattdessen erklärt er: "Jeder glaubt etwas, keiner glaubt an alles".Das ist die völlige Vergleichgültigung des Glaubens,Hauptsache,daß man irgendetwas glaubt.

Aber er treibt es noch toller. Wikipedia weiß von ihm zu berichten:“Mit seinen teils unkonventionellen Aktionen sorgt Meurer immer wieder für Aufmerksamkeit: So hielt er zum Beispiel in einer katholischen Sonntagsmesse eine Kollekte für den Bau der umstrittenen Kölner Großmoschee (Erlös: 811,57 Euro)“. Es handelt sich hier um eine DITIB-Moschee, denen eine besondere Nähe zum jetzigen türkischen Staatspräsidenten nachgesagt wird.

"Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind." Diese Worte aus einem Gedicht rezitierte der heutige Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan bei einer Rede im Jahr 1998. Damals war er noch Bürgermeister von Istanbul.Weiter heißt es in dem religiösen Gedicht: "Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten". (zitiert nach Focus online o.Datum).Seit wann ist es die Aufgabe eines katholischen Pfarrers, die Islamisierung Deutschlands durch eine Gottesdienstkollekte finanziell zu fördern?

Zudem weiß Wikipedia zu berichten: „Er plädierte für die Aufnahme weiterer Flüchtlinge“, um so wohl darüberhinaus die Islamisierung voranzutreiben, sind doch die meisten „Flüchtlinge“ Muslime. Er legte sich dann auch mit einer rechten Partei an,indem er deren Wahlplakate herunterriß: Parteien, die ihm mißfallen, dürfen eben keine Wahlwerbung betreiben. Offensichtlich hält er nicht viel von demokratischen Wahlen, denn nur von ihm bejahte Parteien dürften ja zur Wahl antreten.Der muslimische Herr Erdogan hat ja auch nicht für Toleranz Andersdenkenden gegenüber übrig.

Ach ja,und dann noch das Übliche: Aus Protest gegen die Sexualmorallehre der Kirche verteilte er Kondome (Wikipedia) und kämpft für das Frauenpriestertum. „Meurer forderte dahingehend eine "völlige Gleichberechtigung" von Mann und Frau. "Sexuelle Orientierungen spielen keine Rolle mehr, Generationengerechtigkeit muss gelebte Praxis werden." Auch müssten Frauen Zugang zu den Weiheämtern bekommen. Andernfalls drohe die Kirche zu einer Sekte zu werden.“ (Kath de 27.5.2021)

Und natürlich kämpft er für die Verdemokratisierung der Kirche. Originell ist dabei sein Versuch, das von der „Reformierten Kirche“ im 16.Jahrhundert vertretende Konzept der „Subsidarität“ gegen die hierarische Struktur der Kirche in Anschlag zu bringen. Die Reformierten wollten sich damals damit gegen die Katholische wie auch gegen die Lutherkirche profilieren,indem sie sich,um es modern auszudrücken als gelebte Basisdemokratie auszuzeichnen versuchten. Selbstredend ist dies Strukturprinzip unvereinbar mit dem von dem Herrn der Kirche selbst eingesetzten Petrusamt des Regierens der Kirche Jesu Christi,aber das stört einen Zeitgeistsurfer in keinster Weise. Für ihn ist ja auch das Dogma der leiblichen Aufnahme der immerwährenden Jungfrau : „Quatsch“.

Aber es kommt noch schlimmer: „Der Kölner Sozialpfarrer Franz Meurer hält Religion für das Gefährlichste auf der Welt. "Sie müssen nur die Nachrichten gucken, dann wissen Sie, wozu Religion fähig ist", sagte Meurer.“ (Kath de 14.2.2024) Diesem „Sozialpfarrer“ ist offenkundig entgangen in all seinen sozialdiakonischen Aktivitäten,daß die christliche Religion eine Religion ist und zwar die wahre Religion aber auch als die wahre ist sie eine Religion. Anders formuliert: Jede Religion ist, weil sie an der Idee der Religion partizipiert, wahr und nach dem Grade ihre Partizipation wahrer oder weniger wahr. Die Religion so als solche zu verwerfen muß so als Apostasie vom katholischen Glauben beurteilt werden! Dazu paßt dann auch der Primat der Diakonie im Pfarreramtsverständnis dieses Pseudopriesters. Ein Priester kann nämlich als Priester die Religion nicht verachten, denn dann würde er sich damit selbst verachten.


1.Zusatz:

Selbst der reformierte Theologe Zwingli hielt an der immerwährenden Jungfräulichkeit Mariä fest und fand dazu diesen Schriftbeweis. Es geht dabei um die Verheißung eines neuen Tempels, in dem Gott wohnen werden wird, also einer Prophezeiung über die Gottesmutter Maria, dem Tempel Gottes. Zu dem Propheten Ezechiel spricht Gott: „Dies Thor soll verschlossen bleiben,es wird nicht geöffnet werden,und Niemand soll durch dasselbe eintreten,denn der Herr,der Gott Israels ist durch dasselbe eingezogen,und darum soll es geschlossen bleiben.“ (Ezechiel 44,2)So kann die hl.Schrift aber auch nur ausgelegt werden,wenn sie als Wort Gottes ernstgenommen wird.

Die Verweigerung des Glaubens an die immerwährende Jungfäulichkeit Mariens gründet sich zuerst in der Ablehnung des Glaubens an die Allmacht Gottes und zweitens im Unverständnis dem Begriff des Heiligen gegenüber: Der Mutterschoß. in dem 9 Monate lang der Sohn Gottes lebte und dadurch zum Tempel Gottes geheiligt wurde, würde durch eine weitere Schwangerschaft entheiligt. Die Bewahrung ihrer Jungfräulichkeit bedeutet auch, daß Maria durch die Empfängnis und Geburt ihres Sohnes unverletzt blieb, Gott bewahrte sie in ihrer Unverletztheit.   

2.Zusatz

Es kann mehr als nur etwas mit dem Theologiestudium und der Priesterausbildung nicht stimmen, wenn am Ende Pfarrer dabei herauskommen, denen jegliches Verständnis der christlichen  Religion fehlt wie diesem Pfarrer Meurer.





Dienstag, 13. August 2019

Der päpstliche Kampf gegen die Ordnung der Völker und gegen Europa

TURIN. Papst Franziskus hat im Kampf gegen Populisten ein „Europa zuerst“-Bekenntnis gefordert. Das Denken müsse sein: „Erst kommt Europa, dann kommt jeder einzelne“, sagte Franziskus der italienischen Zeitung La Stampa. Der einzelne sei wichtig, aber Europa zähle mehr, stellte er klar. Die Menschen dürften nie vergessen: „Das Ganze ist größer als seine Teile.“
Mit Blick auf den italienischen Innenminister Matteo Salvini sagte der Pontifex: „Ich bin besorgt, weil wir derzeit Reden hören, die an die von Hitler 1934 erinnern.“ Dabei würden Worte wie „Wir zuerst“ benutzt. Dies seien „angsteinflößende Gedanken“. Junge Freiheit am 12.8.2019
Daß Papst Franziskus seine Aufgabe auch darin sieht, Wahlkampf gegen die jetzige italienische Regierung zu betreiben, verwundert niemand, zumal vorgezogene Neuwahlen sich ankündigen. Daß er dabei den patriotisch agierenden Innenminister Salvini mit Hitler vergleicht, zeigt nur einmal wieder, wie sehr dieser Papst sich in erster Linie als Linker versteht, für den die Conservativen und Rechten die größten Feinde darstellen.
Daß ein regierender Politiker Politik zuvörderst für sein eigenes Volk betreibt, daß er sich als Staatsmann für sein Volk verantwortlich fühlt, das ist für diesen Papst eine unverzeihliche Sünde. Muß dann nun auch- folgerichtig- jeder Familienvater kritisiert werden, wenn er sich zuvörderst für seine Familie, die Mutter für ihre eigenen Kinder einsetzt? Ja, weil sie ob ihrer Liebe zu den Eigenen die Anderen, die Fremden vernachlässigen. Nach Papst Franziskus hat Jesus also nicht die Nächstenliebe gepredigt sondern die Fernstenliebe. 
In Europa sollen also die einzelnen Völker aufgehen, sich ihrer nationalen Souveränität entledigen.Das sonst in der Katholischen Kirche so gefeierte Prinzip der Subsidarität verlangte das Gegenteilige, daß die einzelnen Nationalstaaten so wenig an Souveränität wie irgendwie möglich nur an die europäische Bureaukratie abgeben sollten. Aber hier mutiert der Papst plötzlich zum radicalen Zentralisten, der so die Entmündigung der Völker fordert, daß nun Eurokraten das Schicksal der Völker bestimmen sollen.
Allerdings ist diese Europaeuphorie des Papstes etwas Zwielichtiges, denn der hier so vehement europäisch sich Präsentierender ist doch  zugleich ein dezidierter Antieuropäer.Die von ihm aufs höchste gelobte Politik der offenen Grenzen der Bundeskanzlerin Merkel würde, täten es alle Regierungen der deutschen Kanzlerin gleich, Europa in Kürze zugrunde richten, würde nämlich den europäischen Kontinent mit Nichteuropäern überfluten.So wie dieser Papst ein vehementer Gegner der amerikanischen Regierungspolitik ist, die amerikanische Identität zu bewahren durch eine Politik der Drosselung der illegalen Masseneinwanderung, so fordert er ja auch die europischen Politiker auf, Europa aufzugeben, indem sie Europa freigeben zum neuen Lebensraum für Nichteuropäer. 
Deutschland und alle anderen Völker sollen sich also aufgeben zugunsten von Europa, dies Europa soll dann aber auch aufgegeben werden zugunsten einer neuen Weltordnung, in der es keine Völker und auch keine Religionen mehr geben soll, wie es schon John Lennon in seinem Lied: "Imagine" besang.      .      

Freitag, 27. Oktober 2017

Subsidarität und Solidarität- katholische Begriffe? Oder Fremdkörper?

In der zeitgenössischen Kirchensprache gelten die Begriffe "Subsidarität" und "Solidarität" als christliche Werte.  Man hat sich fast schon daran gewöhnt und doch haftet diesen Begriffen, um es bayrisch auszudrücken der Geruch des Zugereisten bei, denn so ganz gehören diese Begriffe doch nicht zum Vokabular katholischen Denkens. Sind da uns etwa Kuckuckseier untergelegt worden?

Der Begriff der Subsidarität ist nun eine Kreation einer Synode der Reformierten Gemeinden zu Emden im Jahre 1571. Der Begriff bezeichnet das innere Organisationsprinzip der Reformierten: Soviel Gemeinde wie möglich, so wenig Kirche wie irgendwie möglich. Salopp formuliert waren diese Emder Reformierten die Vordenker der Basisdemokratie. In antilutherischer und antikatholischer Intention sollte es im Reformiertentum eigentlich gar keine Hierarchie geben, sondern als auf der untersten Gemeindeebene entschieden werden- nur was da nicht entscheidbar war, sollte dann nach Oben weiter delegiert werden. Modernistisch formuliert: Das Urchristentum kannte keine Hierarchie, keine Ämter, alle waren Brüder und Schwestern, dann kam es zum Abfall, spätestens unter Kaiser Konstantin, und jetzt revidiert man diese Abfallsgeschichte im Zurück zur hierarchielosen Gemeindenkirche. Die antikatholische Intention ist nicht überlesbar.

Der Begriff der Solidarität entstammt der Arbeiterbewegung des 19. Jahrhundertes und wurde durch die marxistische Theorie dann fundiert. Es gäbe ein objektives Klasseninteresse der Arbeiterklasse, dem sich die Arbeiter aber nicht immer bewußt sind. Aber wenn sie gemäß diesem objektiven Interesse agieren, dann und nur dann handeln sie wirklich solidarisch. In dem Begriff des Objektiven spielt dann noch im Sinne der Lehre vom Klassenkampf eine besondere Rolle, daß der Einzelne sich dabei den Interessen aller unterzuordnen habe. Nicht soll jeder Arbeiter für sich ohne Rücksichtsnahme auf die Kollegen ein höheres Gehalt  erhandeln wollen, sondern gemeinsam sollen bessere Tarife für alle erkämpft werden. Solidarität ist, abstrakter formuliert, eine Peaxis, meine ureigensten Interessen vernünftig und somit effektiver durchzusetzen. 

Nun könnte gemeint werden, daß diese beiden Begriffe, werden sie in einen andern Kontext gestellt, ihre Ursprungsbedeutung verlieren, indem sie die der Stellung im neuen Kontext, der neuen Struktur annehmen. Der Begriff des Bauern in dem Vorstellungsraum, dem Kontext also der Landwirtschaft, verliert seine Bedeutung und bekommt eine ganz andere, wenn er in den Vorstellungsraum des Schachspieles versetzt wird. Fraglich ist aber, ob die Ursprungsbedeutung von Begriffen völlig verloren geht, wenn sie in einen anderen Kontext transferiert werden. Wahrscheinlicher ist es, daß die Ursprungsbedeutung wie eine Assoziationskette an dem Begriff hängen bleibt, daß eben die Begriffe nicht in Gänze aufgehen in einer strukturalistischen Analyse eines Vorstellungsraumes, durch die die Bedeutung eines Begriffes in diesem Raum erst bestimmbar wird. Es ist eben kein Zufall, daß die spielentscheidende Figur im Schach der König ist, ist er matt gesetzt, ist das Spiel verloren, und nicht der Bauer.

Also kann gesagt werden: Die Begriffe behalten  wie Kinder immer ihre Kinderstube in sich und emanzipieresich so nie in Gänze von ihrer Herkunft. Wenn dem nicht so wäre, müßten sich diese beiden Begriffe harmonisch in den theologischen Diskurs einzeichenbar gewesen sein, sodaß sie ihr Fremdkörperhaftes gänzlich verloren hätten . Das tuen sie nicht, weil sie Fremdkörper in diesem Diskurs geblieben sind.

A)
Wendete man das Subsidaritätsprinzip auf die wesenhaft hierarchisch gegliederte und aufgebaute Katholische Kirche selbst an, wäre das ad hoc ihre Nichtung, denn sie hörte auf, katholisch zu sein!  Dies Prinzip wird von der Kirche nur gegen den Staat  eingefordert, nachdem die Kirche die Macht verlor, im Einklang mit dem Staate das  Gemeinwesen christlich zu gestalten und als der sich herausbildende Nationalstaat alles nach seinem Willen gestalten wollte. Da wollte sich so die Kirche Nischen erkämpfen,um wenigstens in ihnen etwas nach der christlichen Lehre zu gestalten, wenn die Kirch schon nicht mehr das Ganze mitgestalten kann.
Es ist eine Verlegenheitskonzeption dem alles gestalten wollendem Staate gegenüber, der sich selbst von der Kirche emanzipiert hat! Das Katholische Ideal ist die Cooperation von Kirche und Staat, so daß Alles durch sie Beide gestaltet wird ohne Nischen!


B)
 Christliche Werte sind die Nächstenliebe und die Tugend des Mitleides. Solidarisches Verhalten meint dagegen immer einen vernünftig gelebten Egoismus. Es meint die Arbeitersolidarität im Kampfe um einen bessern Lohn, die Solidarität der unterdrückten Völker gegen die imperialistischen   Bürgerlich reformerisch umgedeutet besagt der Begriff dann:Wenn Du anderen hilfst, dann helfen die Anderen auch Dir. Es fehlt dem Solidarische das Absehen von den Eigeninteressen: Wir nehmen Flüchtlinge solidarisch auf, damit die später unsere Rente bezahlen oder die Jobs machen, die Deutsche nicht mehr machen wollen. Sie sollen uns vor der Vergreisung bewahren....Diese egozentrischen Absichten machen das Wesen des Solidarischen aus! 
Trotz dieser bürgerlichen Umformung bleibt dem Begriff des Solidarischen so der Gehalt des vernünftig gelebten Egoismus inne. Das objektive Klasseninteresse ist nun verschwunden, aber das egoistische bleibt. Wenn  etwa ein Gebrauchtwagenhändler regelmäßig seine Automobile verteuert verkauft, bringt er die ganze Branche in Verruf, daß man da betrogen wird, sodaß das solidarische Verhalten eines Gebrauchtwagenhändlers im fäiren Preis versteht als praktizierte Solidarität mit allen anderen Gebrauchtwagenhändlern. Dabei verzichtet der Händler auf seine Möglichkeit,kurzfristig mehr Gewinn zu machen durch überzogene Preise um des dauerhaften Gewinnes willen.  
Die Nächstenliebe ist nun wahrlich nicht eine utilateristische Praxis: Hilf, damit Dir geholfen wird. Aber es ist eben bezeichnend, daß die eigentlichen Begriffe der christlichen Moral, die der Nächstenliebe und des Mitleides aus dem theologischen Diskurs verschwinden und durch den Begriff des Solidarischen ersetzt werden, denn vernünftiger Egoismus ist leichter verkündbar als Liebe und Mitleid.   
Noch ärger ist aber der Begriff der Subsidarität, untergräbt dies Prinzip doch den Staat, weil er durch dies Ordnungsprinzip geschwächt wird. Und was ein schwacher Staat für Folgen hat, das kann man täglich lesen.
Als ein kleines Beispiel der Bericht der Jungen Freiheit vom 26.10.2017:
"Die Goethe-Universität in Frankfurt hat eine Veranstaltung zum Thema Einwanderungsgesellschaft mit dem Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, abgesagt. Die Hochschule rechne mit dem Protest linksradikaler Gruppierungen, hieß es in der Begründung. Deshalb gebe es Sicherheitsbedenken." Wird der Staat schwach wird das Recht der freien Meinungsäußerung zum Faustrecht: Die Gewaltbereiten berauben die Anderen ihres Rechtes, diesen Vortrag zu halten und zu hören. Warum durfte hier die untere Ebene der Universität allein über das Recht, diesen Vortrag zu halten, entscheiden? Das ist aber das Subidaritätsprinzip, praktisch angewendet! Die Folge: Die Universitätsleitung unterwirft sich der linken Gewaltandrohung und setzt so die Lehrfreiheit außer Kraft! Nur ein starker Staat kann das Recht der Meinungsfreiheit gegen die Willkürneigung der Mitmenschen, keine Rechte dem, der anders denkt als ich, durchsetzen!      

Montag, 19. Oktober 2015

Über die Lust an der Dezentralisierung der Kirche

Selten offenbart ein hehres Prinzip des Ordnungsdenken seinen banalen Charakter so offenkundig wie das des Subsidaritätsprinzipes. Das Licht der Welt erblickte dies Prinzip 1571 in Emden auf einer Synode der Reformierten Kirche und war keinesfalls als Ostfriesenwitz gedacht, auch wenn Emden zu Ostfriesland zählt, sondern es drückt sich dagegen ein archaisches Mißtrauen gegen "die da Oben" aus- man wolle das doch alles lieber bei sich Daheim entscheiden, und "die da Oben", die sollen sich in das Leben der Gemeinde vor Ort nur einmischen dürfen, wenn man vor Ort eben mal keine Lösung fände- sozusagen als betriebsfremde externe Berater für schwierige Fälle. Dabei wollte man sich dann eben auch reformierterseite gegen die hierarchisch strukturierte Katholische Kirche profilieren, aber auch gegen ein uf obrigkitsstaatliche Denken fixierte Luthertum. 
So gehörte dieses Prinzip in das kirchliche Selbstverständnis des Reformiertentumes und stand so auch vor den verschlossenen Toren der Katholischen Kirche.Wie kam nun dieser Fremdkörper in das Denken der Katholischen Kirche? Das wäre eine spannende Aufgabe, den Erfolg dieses Fremdlinges zu rekonstruieren. Aber der Grund seiner innerkatholischen Karriere ist so trivial, daß es nicht genauer Detailanalysen dazu bedarf.  Zwei Gründe: a) das Katholische Ideal ist der Staat, der sein Regieren nach den Vorgaben der Katholische Kirche ausrichtet. Nach dem Ende der innerchristlichen Religionskriege des 17. Jahrhundertes bildete sich die Idee des Nationalstaates heraus, der zu allen christlichen Kirchen Distanz hielt und höchstens noch das Christentum unter Absehung der konfessionellen Unterscheidungen als das Fundament des Staates ansah oder der sich ganz neu konzipierte auf der Idee der einen Nation, dem er Volksstaat sein wollte. Der Staat,der so das Ganze des Lebens gestalten wollte und dabei nicht mehr auf die Stimme der Kirche hören wollte evozierte nun eine kirchliche Verteidigungsstrategie: wenn wir schon nicht mehr die Kraft haben, daß das Ganze gemäß der Lehre der Kirche bestimmt wird, dann verlangen wir, daß der Staat Freiräume zulasse, in denen dann "freie Träger" nach ihren Vorstellungen wirken können- also daß es statt staatlicher Kindergärten Kindergärten in verschiedener Trägerschaft gebe, und so eben auch welche in kirchlicher. Das war der Verzicht auf den universalen Anspruch, um dem Staate gegenüber wenigstens particular den Eigenwillen durchzusetzen. Das Prinzip war so eine defensive Verteidigungsstrategie und gehörte in die Sprache der Außenkontakte der Kirche. Im Internen hatte dies Prinzip in der hierarchisch gegliederten Kirche keinen Platz!
Nun aber fordert nicht nur Kardinal Marx die Anwendung des Subsidaritätsprinzipes auf die Kirche selbst, so auch in seinem aktuellen Buch, Die Kirche überlebt! Warum? Der Artikel: "Pell gegen Ermessensspielräume für die nationalen Bischofssynoden" vom 19.10.2015 auf Kath net offenbart dies aufs anschaulichste. Das Lager der Reformer könne nicht mehr auf der Synode eine Mehrheit für ihre Agenda erwarten. Darum will es für nationale Bischofskonferenzen das Recht erstreiten, unabhängig von Rom für ihren Geltungsraum eigene Regeln für den Umgang mit Homosexuellen und Geschieden-Wiederverheirateten aufstellen zu können. Das Prinzip, das dabei appliziert wird, ist eben dies Subsidaritätsprinzip, daß nationale Bischofskonferenzen zuerst ihre Interna selbst zu regeln hätten und nur wenn das nicht gelänge, einen Support von Rom einzufordern hätten. Einfacher gesagt: wenn man die Reformagenda schon nicht für die ganze Kirche einführen kann, dann wenigstens für die fortschrittlicheren Länder. Dann bräuchte auf der "übernationalen Ebene", auf der römischen nichts geändert werden, solange man nur national Sonderwege beschreiten könne. Das wäre dann der Erfolg des Subsidaritätsprinzipes angewendet gegen Rom auf der nationalen Ebene.Dann würde eben es als Selbstverständlichkeit gelten, daß das, was im conservativen Polen eine Sünde und unerlaubt ist, im progressiven Deutschland erlaubt ist! Und genau deshalb erwärmen sich unsere Reformer so dafür, dies Subsidaritätsprinzip auf die eigene Kirche zu appliziern. Das das dann auch ein weiterer Schritt zur Selbstprotestantisierung der Kirche ist, wird dabei die Begeisterung für dies Prinzip nur noch steigern! Denn dies Prinzip dient immer nur der Schwächung der Kraft, auf die es angewandt werden soll, um die eigene Macht zu stärken- so schon in der Entstehung dieses Prinzipes, als die Reformierten Gemeinden eine schwache Kirche wollten, um selbst stark sein zu können.  

Corollarium 1
Das dem Subsidaritätsprinzip radical entgegengesetzte ist das von Lenin entwickelte Orgnisationsprinzip des demokratischen Zentralismus, daß Entscheidungen oberer Parteigremien von den den oberen Gremien subordinierten anzuerkennen sind. Man sagt, dies Prinzip habe Lenin von den Jesuiten entnommen , oder aus jesuitischem Geiste entwickelt. Könnte zwischen dem Erfolg der Jesuiten und ihres säkularen Bruderorganisation und diesem inneren Organisationsprinzip ein Zusammenhang bestehen?