Westdeutsche: ganz und gar von sich selbst entfremdet – oder das „Nein“ der Kirche zu Gott
Anfang Juni wies Björn Höcke im „Weltwoche“-Interview auf die unterschiedlichen Mentalitäten hin: Westdeutsche seien lediglich „deutsch sprechende Amerikaner“ mit einer „Ersatzidentität“, während im Osten noch „Deutsch sprechende Deutsche“ lebten.1 Daß dies Votum dieses Spitzenpolitikers der AfD in den Medien nicht positiv aufgenommen wurde, wenn es überhaupt beachtet wird, wird niemanden irritieren. Nur, wer erwartet denn überhaupt noch etwas Be- und Nachdenkenswertes aus dem Munde eines Parteipolitiker! Aber verwirren muß die hier implizite aufgestellte These, daß dies Votum etwas mit Gott zu tuen habe, zumal doch die Kirche lautstark uns erklärt, daß die AfD eine antichristliche sei.
Ab ovo: Wenn ein Christ sich befrägt: „Was will Gott konkret von mir?“ dann findet er in seinem Bestimmtheiten eine Antwort, die konkreter ausfällt als die abstrakteren etwa der Gebote der Gottes- und der Nächstenliebe. „Sei, was Du bist!“, sagt Gott zu mir. Denn daß ich bin und was ich bin, das ist nicht das Resultat von zufälligen Ereignissen, sondern Gott selbst wollte mich so. Womit Gott mich begabt, daß ich nicht ein abstraktes Menschsein sondern ein konkret bestimmter Mensch bin, das ist Gottes Gabe an mich, die so meine Aufgabe ist. Gott gibt mir ein bestimmtes Geschlecht, eine bestimmte Volks- und Rassenzugehörigkeit.
Was nun, wenn wer nicht sein will, wozu Gott ihn so bestimmt hat? Fatal ist es, wenn diese Frage auf die reduziert wird: Will ich Gottes Geschöpf sein oder mehr als das oder weniger als das?2, so gewichtig diese Frage auch ist. Dem Ideal der Selbstbestimmung liegt die Annahme zugrunde, daß ich rein zufällig ein bestimmter Mensch bin und so das Recht habe,mich völlig neu zu bestimmen und somit mich als so bestimmter abzulehnen. Der Mensch gliche einer Puppe, der man Kleider angezogen habe, die sie aber ausziehen und durch andere ersetzen dürfe. Der Mensch sei und solle nur ein Abstraktum sein, daß sich selbst seine Kleider auswählen dürfe, welches Geschlecht, welche Volkszugehörigkeit und welche Rassenzughörigkeit ihm halt gefalle.
Will der Deutsche ein Deutscher sein? Auf diese Frage antwortet der AfD- Politiker: Der Westdeutsche wolle das nicht (mehr), er habe sich eine Surrogatsidentität erwählt! Die Frage nach dem Warum drängt sich damit auf. Und eine Antwort wird durch die These, daß dies ein spezifisches Problem der Westdeutschen sei, präfiguriert. Thomas Manns Deutung des 1.Weltkrieges als unserem Kampf um unsere Identitätswahrung, dem auch ein innere Feind entgegen trat, daß wir aufhören sollten, Deutsche sein zu wollen um uns stattdessen uns verwestlichen, soll so nicht ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt werden. (Thomas Mann, Betrachtungen eines Unpolitischen)
Die spezifische Geschichte Westdeutschlands muß hier betrachtet werden. Die Geschichte Österreiches soll hier auch nicht bedacht werden: Es gelang dort, den Anschluß Österreiches an Deutschland zu einer Überwältigung Österreiches durch das “Nazideutschland“ umzudeuten,als wenn nun die Österreicher keine Deutschen wären, die stattdessen das erste Opfer des deutschen Imperialismus wurden.Das Resultat dieser Umdeutung: Österreicher, die meinen, keine Deutsche zu sein und es auch nicht sein wollen. (Ein Unglück war es, daß Bismarck nicht 1871 die großdeutsche Lösung, der Zusammenschluß mit Österreich gelang!)
Das Besondere der Entwickelung Westdeutschlands war nun die These der Willenseinheit der Nationalsozialisten mit unserem Volke: Hitler verwirklichte nur, was wir als Deutsche eigentlich immer schon wollten. Deshalb war der Krieg nicht zu führen als ein Krieg zur Befreiung des deutschen Volkes aus der Hitlerdiktatur, wie es Stalin verkündete, sondern als ein Krieg gegen das deutsche Volk. Der Deutsche sollte aufhören, ein Deutscher sein zu wollen, so lautete dann das volkspädogogische Lernziel der Umerziehung, der uns die USA unterwarfen, um uns zu zivilisieren, das hieß, zu verwestlichen.
Anfällig dafür wären alle Deutschen gewesen, aber nur in Westdeutschland wurde dies Umerziehungsprogramm durchgeführt, mit sehr viel Erfolg. Die Westdeutschen verwestlichten sich so sehr, daß aus der Sicht von Ostdeutschen die „Wessis“ als Nichmehrdeutsche erscheinen!
Die Katholische Kirche sagt nun „Ja“ zu dem Resultat dieser Umerziehung, indem sie den Willen zur Selbstbejahung als „völkischen Nationalismus“ perhorresziert. Aber dabei verharrt sie nun nicht: Sie propagiert selbst die Entdeuschung duch die massenhafte Aufnahme von „Flüchtlingen“, daß wir Deutschen zu einer Minderheit in unserem eigenen Staate werden sollen. Wir sollen aufhören,zu sein, was wir sind.Die Kirche propagiert eben nicht nur ein Nein zum Schöpfergott, indem sie hier die Genderideologie vertritt sondern auch indem sie die deutsche Identität verwirft.
1 Compact 15.72026 Knaller: Chrupalla und Steimle singen DDR-Hymmne
2Heute dominiert das Weniger als Gottes Geschöpfsein wollen, da der Mensch nur noch ein besonderes Tier sein will.
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