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Dienstag, 25. November 2025

Ein paar kritische Anmerkungen zum heutigen „Christkönigsfest“ Oder regiert er nicht (mehr)?

 

Ein paar kritische Anmerkungen zum heutigen „Christkönigsfest


Im Jahre 1925 beging die Kirche zum ersten Male dieses Fest. Es bedarf nun keiner tiefschürfenden Exegesen dieses Festes, um einen Zusammenhang mit dem Sturz der christlichen Monarchien Österreichs, Rußlands und Deutschlands und diesem Christkönigsfest zu erkennen. Seit Kaiser Konstantin zeichnete sich die sog.“Konstantinische Epoche“ durch das Bündnis des Altares mit dem Thron aus, das heißt der Kirche mit den regierenden Monarchen. Die 2-Schwerterlehre bestimmte dabei aus der theologischen Perspektive das Verhältnis der Kirche zum Staat und das hieß für diese Epoche zu den monarchisch Regierenden. Der monarchischen Regierung Gottes im und vom Himmel herab korrelierte das Doppelregiment der Kirche und des Staates, die gemeinsam dann das Staatsvolk und das Kirchenvolk regierten.

Daß als nun die Konstantinische Epoche mit dem 1.Weltkrieg zu Ende ging,wobei den Anfang dieses Endes die Reformation markierte mit dem aus ihr entspringenden innerchristlichen Religionskriegen des 17.Jhrhundertes, der Papst das Christkönigsfest einsetzte ist eben auch eine kirchliche Reaktion darauf: Wenn uns nun auch die weltlichen Monarchien verloren gegangen sind, die wahre Monarchie, die Jesu Christi ist uns erhalten geblieben.Wenn dann aber zu diesem Fest erklärt wird, in mancher Predigt hörte ich das so, daß dies Fest die Christen zum Kampfe gegen den Diktator Hitler aufgerufen habe und jetzt gegen alle totalitären Staaten zugunsten der Demokratie, der besten aller denkbaren Regierungsformen, dann ist das ein rabiater Mißbrauch dieses Festes!

Auf der Internetseite der „Tagespost“ konnte man dann am 23.11. 2025 zu diesem Fest Akzeptableres lesen: Dieses Reich ist anders. Hundert Jahre Christkönigsfest: Der Hildesheimer Bischof erinnert daran, dass die wahre Königsherrschaft Christi dort wächst, wo Liebe und Gerechtigkeit die Schwächsten erreichen.“Nehmen wir das aber nun ernst, müssen uns Bedenken kommen: Heißt das etwa, daß Jesus Christus jetzt noch gar nicht die Welt regiere als Pantokrator, sondern daß er nur dort wirksam sei, wo die Liebe und die Gerechtigkeit zu den Armen sich ereigne? Wenn man sich dann realistisch hinschauend frägt, an wie vielen Orten auf der Welt sich denn diese Liebe und Gerechtigkeit ereigne, dann löst sich Christi Königsherrschaft wohl in eine recht punktuell sich nur ereignende Herrschaft auf. Und nun nehmen wir diese Bischofsaussage genauer als sie dieser Bischof gemeint haben wird: Wenn Menschen Gerechtigkeit erfahren, ein Unschuldiger von einem Richter freigesprochen wird oder eine Mutter ihre Kinder liebt, ereignet sich da nicht die Königsherrschaft Christi, wenn der Freigesprochene wohlhabend und die Mutter reich ist?

Wird hierbei nicht faktisch das Regieren Jesu Christi mißverstanden, als wenn er nur da regierte, wo Menschen in seinem Sinne handelten und wenn dann noch sein Handeln auf ein Liebe- und Gerechtigkeiterweisen reduziert wird! Wenn aber Jesus als der Christus gelehrt und verkündigt wird, ereignet sich dann dar nicht seine Königsherrschaft, war seine Hauptaufgabe auf Erden doch seine Lehrtätigkeit! Aber der dreieinige Gott regiert die ganze Welt und deswegen auch der Sohn Gottes und er regiert sie jetzt und wird nicht erst nach der Wiederkunft Jesu Christi zum Endgericht der uns regierende König werden. Zu den größten theologischen Problemen gehört nun die Frage, wie diese zwei wahren Aussagen zugleich wahr sein können: daß der dreieinige Gott die Welt regiert und daß der Mensch frei , ein kontingent etwas wollendes und tuendes Subjekt ist.

Inakzeptabel ist nun, daß um der Freiheit des Menschen willen, Gottes Regieren auf ein bloßes Zuschauen reduziert wird, wobei er dann nur ab und zu mal interveniert, wenn etwa bei uns Armen die „Tafel“ die Armenspeisungen austeilt, er sonst aber nur zuschaut!

Besonders ärgerlich ist es aber, wenn Jesu Dornenkrone, die ihm römische Soldaten zu seiner Verspottung aufgesetzt hatten als seine wahre Krone gepredigt wird. Zu seine tiefste Erniedrigung gehört diese Verhöhnungskrone, seine wahre Krone gab Gott, sein Vater ihm aber nach dem er seinen Platz zu seiner Rechten eingenommen hatte. Jetzt ist er inthronisiert worden zum Pantokrator. Dem korreliert die Tiara des Papstes, daß er so an der Königsherschaft Christi partizipiert! Daß nun die Päpste auf die Tiara verzichten, zeigt leider, daß man nicht mehr an die Königsherrschaft Christi glaubt, sondern unter ihr nur noch einen moralischen Anspruch versteht: „Liebet Euch doch untereinander und schaffet eine gerechtere Welt!“ Nur wo wir Menschen das in die Tat umsetzten, würde dann Jesus Christus wirklich regieren, sonst eben nicht! 

Zusatz:

DerTheologe Karl Heinz Menke konzipiert Gottes Regieren der Welt so, daß Gott nur das Gute wirken will, wenn wir gut wirken wollen,wobei die Bedeutung des Wollens oszilliert zwischen der Bedeutung, er sei unvermögend und er wolle nur so das Gute wirken. Vgl: "Handelt Gott,wenn ich bete?" Damit reduzierte Gott sein Regieren auf den Bereich, in dem wir gemäß Gottes Willen wollen.

Montag, 26. Mai 2025

War Papst Franziskus ein Pontifex maximus und sollte es Papst Leo XIV sein? Oder ein Beitrag zur Selbstsäkularisation der Kirche!

 

War Papst Franziskus ein Pontifex maximus und sollte es Papst Leo XIV sein? Oder ein Beitrag zur Selbstsäkularisation der Kirche!


Diese Frage ließe sich einfach respondieren, hielt man sich vor Augen, was denn dieser Titel, übersetzbar mit „oberster Brückenbauer“ bedeutet. Das Internetlexikon gibt uns in seinem Artikel: „Pontifex“ eine klare Auskunft: „Die Pontifices waren in einem Gremium, dem Collegium pontificum, zusammengefasst. Das Pontifikalkollegium war diejenige Behörde, die für die Wahrnehmung aller Zeremonien und Opfer nach dem patrius ritus zuständig war. Ihm fielen alle Aufgaben des regelmäßigen staatlichen Gottesdienstes zu, die nicht anderweitig besonders geordnet waren. Der Vorsteher des Kollegiums war der Pontifex Maximus.“

Es geht also um die Regulierung der öffenlichen Gottesdienste. Nicht ging es dabei um eine bureaukratische Reglemenierei, sondern man wußte, daß nur wenn die Opfer so den Göttern, wie sie es wollten, dargebracht werden, sie erhört werden würden. Der Pontifex sorgt also für den Brückenbau zwischen des Staates und den Göttern, da das Wohlergehen der Stadt oder des ganzen Römischen Reiches abhängig ist von dem Wohlwollen der Götter. Die Priester bringen dabei aber nicht nur den Göttern die ihnen geziehmenden Opfer dar und es war ebenso ihre Aufgabe, die Götter nach ihrem Willen zu befragen. Das Brückenbauen bezeichnet also die Vermitteleraufgabe des Priesters zwischen den Göttern und den Menschen und der Menschen zu den Göttern.

Nachdem die christliche Religion die Staatsreligion des Römischen Reiches wurde, lag es auf der Hand, daß nun dem Papstamt diese Aufgabe des Pontifex maximus zuerkannt wurde.1 Als oberster Herr aller Priester, um es etwas nüchterner zu formulieren, kam und kommt ihm die Aufgabe der Sorge um den rechten Gottesdienst zu, daß die Messen so zelebriert werden, wie es dem dreieinigen Gott gefällt und er hat die Sorge dafür zu tragen, daß Gottes Wille, was er von uns wünscht, bekannt gemacht wird durch die Lehre und Verkündigung der Kirche.

Aber was steht nun in dem Pfarrblatt für den Pfarrverband Vilshofen,Aunkirchen und Sandbach in der Juni/September Ausgabe 2025 auf der zweiten Seite dazu? Papst Franziskus sei sicherlich ein Brückenbauer gewesen: „Er baute Brücken zu den Menschen über alle Kontinente,zu anderen Konfessionen,zu anderen Religionen, zu den Armen, zu den Kindern,ja bis hinein in die Gefängnisse zu den Inhaftierten und wusch ihnen am Gründonnerstag die Füße.“

Radicaler kann das Pontifex maximus Amt des Papstes nicht versäkularisiert werden. Seine Aufgabe der Regulierung des Kultes als eines Brückenbauens zwischen Gott und den Menschen und der Menschen zu Gott wird hier vollständig ausgeblendet. Das Brückenbauen soll nur noch eine Tätigkeit zur Bildung der Einheit der Menschheit sein. Für dies Einheitsstreben soll dann die Religion, wie halten die Menschen es mit ihr, völlig gleichgültig sein. Es gälte, alle Menschen, um es zeitgeistgemäß zu formulieren als eine einzige Geschwisterlichkeit zu feiern. Wir seien halt alle eins! Theologisch wird das dann mit der universalistischen Menschheitsliebe Jesu legitimiert. Jesus hieße „Jede und Jeden“ willkommen als von Gott Bejahte.

Daß Jesus Christus mit den Gefangenen um ihres christlichen Glaubens Eingekerkerte meint und nicht irgendwelche Verbrecher und daß er Schülern von ihm die Füße wusch mit der Begründung, daß sie schon rein wären und nur noch zur Reinigung der Fußwaschung bedürften, das vergaß hier nicht nur Papst Franziskus. Noch ärger ist nun, daß Jesus Christus am Gründonnerstag seine Apostel zu Priestern weihte und dadurch das Priesteramt in die Kirche einsetzte. Das wurde durch Papst Franziskus Gastspiele in den Gefängnissen völlig verdrängt. Eine Kirche ohne Priester, in der es auch keinen Pontifex maximus mehr geben könne, wurde so präfiguriert.

Daß Papst Franziskus dann faktisch kein Papst des Brückenbauens sondern einer der Konfrontation und Ausgrenzung war, übersieht dieser Pfarrbriefartikel dann auch noch völlig! Dieser Papst lebte aus einem klaren Feind - Freundbild heraus. Die Feinde, das waren ihm in allen Religionen die Fundamentalisten und Ewiggestrigen, die Reaktionäre und so bekämpfte er die auch in der Katholischen Kirche. Leidenschaftlich bekämpfte er dabei die Anhänger der „Alten Messe“, wobei er sich auch klar dem integralistischen Kurs von Papst Benedikt XVI widersetzte. Auch im politischen Raum setzte er klar auf einen Konfrontationskurs2: Linksgerichteten Regierungen gegenüber hegte er Sympathien,so kritisierte er die Regierung Nicaraguas mit keinem Wort wegen ihrer extremen Repressionspolitik der Kirche gegenüber während er Donald Trump ob seiner liberal conservativen Politik verdammte, isb da er illegal Eingewanderte repatriieren will. Das Projekt der neuen einen Weltordnung, zu der auch die wechselseitige Anerkennung aller Religionen als gleichgültig zählte, kann als das Kernanliegen dieses Papstes rekonstruiert werden. Mit einem Brückenbauen hat das aber nichts zu tuen, denn eine Brücke verbindet Verschiedenes als Verschiedenes, während die Eineweltkonzeption alle Differenzen verschwinden lassen will in einem großen Einerlei des: Wir sind alle gleich!

Hoffen wir also, daß Papst Leo XIV ein wirklicher Pontifex maximus sein wird und kein säkularisischer Welteinheitspropagandist, der dann noch alle sich dazu oppositionell Verhaltende ausgrenzt.




1Daß das Papstamt dieses ursprünglich in der heidnischen Religion mit ihrer Götterverehrung verankerte Amt des Pontifex maxismus übernehmen konnte, besagt aber auch Bedeutsames über das Verhältnis der christlichen Religion zu der heidnischen Roms.Die christliche Religion ist nicht einfach die reine Negation der heidnischen Religionen, denn sie bewahrt ihre Wahrheitsmomente, daß zur Religion und auch zur wahren der angemessene Kult gehört, in dem Gott die ihm wohlgefälligen Opfer darzubringen sind.

2Er enttäuschte dann aber fast alle, als er dem Konfrontationskurs gegen Rußland nicht klar zustimmte und stattdessen so viel von Frieden redete und von dem Primat einer diplomatischen Lösung.

Freitag, 9. Mai 2025

Habemus Papam – habeamus Papam: ein paar Anmerkungen plus Zusatz

 

Habemus Papam – habeamus Papam: ein paar Anmerkungen



Bertold Brecht schrieb mal, daß schlechte Zeitungen kein Argument für deren Abschaffaffung seien, sondern für bessere. Luther und viele ihm Nachfolgenden forderten stattdessen die Abschaffung des Petrusamtes und kreierten dann kirchenähnliche Organisationen, deren Charakteristikum und sie Auszeichnendes die Petrusamtslosigkeit sein soll.

Der gute Hirte“, das ist sowohl die für das königlich regierte Israel, das Volk des Alten Bundes wie auch für das durch das Petrusamt regierte Volk des Neuen Bundes das Wesentliche. Ein Blick iaß n die Samuel- und Königsbücher zeigt aber unüberlesbar an, daß bei weitem nicht alle Könige des Alten Bundes gute Könige gewesen sind, daß sie ihr Amt des „guten Hirten“ so ausgeübt hätten, wie es ihnen Gott vorgeschrieben hatte. Trotzdem waren sie, um es mit dem Apostelfürsten Paulus zu formulieren, von Gott eingesetzte Könige, denn alle Obrigkeit ist von Gott. Das gilt so auch für jeden der Petrusnachfolger im Papstamt.

Habeamus papam“, das meint: Wir möchten einen Papst, der so ist und so nicht! Es existieren nun in der jetzigen Kirche sehr differente Vorstellungen darüber, wie der jetzt neu gewählte Papst Leo XIV sein Amt auszuüben hätte. Überspitzt könnte man sagen, daß so viele Idealpapstvorstellungen in der jetzigen Kirche existieren, wie es Kirchenmitglieder gibt, wobei dann viele ihre Papstvorstellung als die allgemeingültige, als die ausgeben, die die einzig wahre ist.

Aber es gilt nun: „hic rhodos, hic salta“;denn Gott selbst hat nun durch die Kardinäle diesen jetzt gewählten als Leo XIV eingesetzt. Aber das heißt nicht notwendig, daß Gott uns einen guten Papst schenkt und schon gar nicht, daß er uns einen gibt, der unseren Wünschen entspricht.Gott kann der Kirche auch einen Papst einsetzen, mit dem er seine Kirche straft. Eines ist aber gewiß: Nach Gottes uns nicht offenbaren Ratschlüssen dient jeder Papst der Kirche, auch wenn er eher destruktiv als konstruktiv wirkt.

Die Kirche kann nicht papstlos sein, weil der Herr der Kirche seiner Kirche dies Petrusamt eingestiftet hat, daß sie monarchisch durch das Hirtenamt regiert werden soll. Aber nicht nur in der Katholischen Kirche Deutschlands existieren Kräfte, die unter der Maskerade einer eingeforderten Synodalität dies vom Herrn der Kirche selbst eingesetzte Amt entkräften, wenn gar ganz abschaffen möchten. Aber es muß auch klar sein, daß keiner weniger als der Papst der Fürbitte aller Katholiken bedarf. 

Merke:

"Einige Päpste schenkt Gott, andere duldet er, mit wieder anderen straft er.“ der heilige Vnzenz von Lérins.

 





Mittwoch, 13. November 2024

Ein schwarzer Tag der Kirche - Kath de bejubelt ihn- Die Entpapstung des Papstamtes

 

Ein schwarzer Tag der Kirche – Kath de bejubelt ihn!

Vor 60 Jahren verzichtete Papst Paul VI. auf die Tiara“ jubelliert Kath de am 13.11.2024! Diese Papstkrone war ja auch etwas Grauenhaftes: "Empfange die mit drei Kronen geschmückte Tiara und wisse, dass du der Vater aller Fürsten und Könige bist, der Regierer der Welt und Stellvertreter unseres Herrn Jesus Christus auf Erden", sagte der Kardinaldiakon dem Neugewählten bei der Thronbesteigung. Wobei die drei Kronringe für das Lehramt, das Priesteramt und das Hirtenamt des Papstes stehen sollten.“

Das Papstamt soll nicht mehr sein, was es ist. Die drei Ämterlehre, das des Lehrens, das des Priesters und das des Hirten bezog sich ursprüglich auf Jesus Christus und wurde dann auf das Papstamt übertragen, denn der Sohn Gottes gibt dem Papstamt einen Anteil an seinen drei Ämtern. Da Jesus Christus der Regierer der Welt ist, hat auch die Kirche über den weltlichen Regieren zu stehen, wie eben auch die offenbarten Wahrheiten über denen der Vernunft stehen. Der Vorstellung einer autonomen Vernunft, die sich selbst genügend ausreiche, um das Leben auf Erden zu gestalten, widerstreitet die Tiara. In dieser Papstkrone symbolisiert sich das katholische Verständnis der Beziehung der Vernunft zur übervernünftigen Offenbarung, der Beziehung zwischen den endlichen Zielen menschlichen Handelns und der ewigen Ziele. Katholisch zu denken, heißt in Hierarchien zu denken:Das Seiende ist hierarisch geordnet als näher und ähnlicher und als ferner und unähnlicher zu Gott seiend. Dem entspricht das Verhältnis der Kirche zur Welt und auch der innere Aufbau der Kirche. Das Kirchenvolk wie auch die Völker der Welt bedürfen des Lehramtes der Kirche, denn in der Kirche ist die offenbarte Wahrheit kraft des Heiligen Geistes präsent in der Gestalt der Lehre der Kirche. Die zu lehren, ist deshalb die vornehmste Aufgabe der Kirche.

Gern wird nun von modernistischen Theologen überlesen, daß Jesus Christus selbst das Hirtenamt Petrus und damit auch allen ihm Nachfolgenden übertragen hat. Als noch skandalöser dürfte dann wohl noch das Priesteramt des Papstes empfunden werden, stößt doch Luthers revolutionärer Einfall, in dem Gottesdienst dürfen wir Christen Gott kein Opfer mehr darbringen, auf Zustimmung auch unter Katholiken. Die Tiara widerstreitet dem unübersehbar: Das Kirchenvolk und die Völker bedürfen es, belehrt und gehütet zu werden, aber die Welt bedarf insbesondere des Opferdienstes der Kirche. Schon die Heiden, auch die gebildeten Griechen und Römer wußten es bereits, daß es keinem Gemeinwesen gut gehen kann, wenn den Göttern bzw dem einen Gott die ihnen geziehmenden Opfer nicht dargebracht werden. Die heidnischen Religionen erzogen so die Völker auf die wahre Religion hin, aber das zeitgenössische Christentum fällt sogar unter das Niveau der heidnischen Religionen in seiner Verachtung des Gottesdienstkultes mit seines Opferdienstes.

Die Französische Revolution war der erste große politische Aufstand gegen die Tiara, daß nun die Politik sich ganz von der Offenbarung Gottes und der Kirche emanzipieren wolle, um nur noch vernünftig das politische und soziale Leben zu gestalten. Diese sich von der Kirche emanzipierende Vernunft brauchte dann aber die Guillotine, um ihre Vernunftherrschaft zu realisieren. Es drängt sich so der Verdacht auf, daß die die Offenbarungswahrheiten verwerfende Vernunft selbst an sich unvernünftig wird, indem sie nun des Terrors bedarf für ihre Herrschaft.

Mit dem Untergang der letzten bedeutsamen christlichen Monarchien, der Rußlands,Österreichs und Deutschlands im Gefolge des 1.Weltkrieges ging endgültig die Konstantinische Epoche zugrunde, deren Symbol die Tiarakrone war. Das Großprojekt der Verchristlichung der Welt fand darin ihr Ende und seit dem kämpft die Welt um die Verweltlichung der Kirche, um sie sich gleichförmig zu machen. Der Selbstverzicht auf die Tiara zeigt an, wie erfolgreich dieser Kampf schon damals für die Welt verlaufen war. Der sich selbst regieren wollende und auch könnende Mensch bedarf keiner Kirche und schon gar nicht des Papstamtes. Ja der mündige Christ, angehoben mit Luthers Aufstand gegen das Papstamt will auch kein Papstamt mehr über sich haben. Der Revolutionsgeist der Rotte Korach existierte immer in der Kirche, aber mit dem Ende der Konstantinischen Epoche wurde er zum beherrschenden zumindest in der Kirche Deutschlandes. So jubelt eben Kath de über diese Selbstdemontage der Kirche, als ein Papst selbst die Papstkrone verwarf. 

Vgl zu der Beziehung von der Vernunft, die sich von Gott emanzipiert und der Guillotine Maurice Merleau -Ponty Apologie des stalinistischen Terrors: "Humanismus und Terror" 

Montag, 18. September 2023

Ein Theologieprofessor nimmt den Kampf gegen Jesus Christus auf: Er sei nur ein seiner Zeit verhafteter menschlicher Verkünder gewesen

Ein Theologieprofessor nimmt den Kampf gegen Jesus Christus auf: Er sei nur ein seiner Zeit verhafteter menschlicher Verkünder gewesen. Kath de kämpft mit.


Die Standpunktkommentarüberschrift: „Der reaktionäre neue Traditionalismus ist im Kern eine alte Irrlehre“ (Kath de am 18.9.2023) läßt nur schon sattsam Bekanntes erwarten, den Kampf wider alles Katholische im Namen eines totalitären Relativismus. Wenn man dann noch den Namen des Kommentators zur Kenntnis nimmt: Professor Oliver Wintzek, weiß man, was man zu erwarten hat, hausiert dieser „Theologe“ doch schon seit langen mit seinen Lieblingsthesen in der Medienwelt herum, daß das Lehramt des Papstes eine Erfindung des 19. Jahrhundertes sei,er meint damit das zu verteufelnde 1. Vaticanum, daß der Katechismus, der jetzt gültige völlig veraltet sei und als besonderen Gag, daß Gott niemanden zu etwas berufe.

Was Wintzek lehrt, sollte dem Ortsbischof Peter Kohlgraf bekannt sein. Schon 2021 durfte dieser auf „feinschwarz“ (und dann natürlich auch auf katholisch.de) dartun, dass er das unfehlbare Lehramt für eine „Neuerfindung des Katholizismus“ im 19. Jh. hält, der nunmehr "über keine auf Partizipation basierenden Kontrollmechanismen in struktureller wie inhaltlicher Hinsicht“ verfüge; dieser Katholizismus sei „Gefangener seines eigenen Systems." Tagespost am 17.6.2022: Meuser kritisiert Wintzek für amtliche Verkündigung von Unsinn“.



Dieser Theologe will nun den Fundamentalismus bekämpfen, der für ihn, das ist für ihn natürlich immer ein reaktionärer Fundamentalismus ist bekämpfen, den er besonders im letzten Weltjugendtag am Wirken sah. So polemisiert er nun gegen den Weltjugendtag:

"Mehr"-Begeisterung als kritisch-aufgeklärter Geist, Theologie-Bashing und (diskriminierende) "Jesus-Unmittelbarkeit" haben Konjunktur. All dies im Bunde mit einer irritationsresistenten Gewissheit zu wissen, was Gott (oder Jesus) für alle Ewigkeit offenbart habe und wolle. Religionssoziologisch heißt das Fundamentalismus, in der Binnenwahrnehmung heißt dies, Verteidiger:innen "ewiger Wahrheiten" zu sein, die es trotz oder gerade wegen einer gesellschaftlichen Marginalisierung zu forcieren gilt. Reaktionärer Inhalt und hippes Design gehen oft Hand in Hand. Auch ein "Jesus"-affiner (höherer) Klerus ist anfällig für Anbetungsevents, wo sich Mittelalter, das die Transsubstantiationslehre oft nicht verstanden hat – sie ist nämlich ein Bollwerk gegen haptische Unmittelbarkeit –, und Postmoderne kreuzen.

Mehr“-Begeisterung, damit wird gegen das Augsburger Gebetshaus mit seinen „Mehr-Konferenzen“ polemisiert.Statt Begeisterung oder statt „Freude am Glauben“, das ist ja eine weitere reaktionäre Kirchenveranstaltung soll ein kritisch-aufgeklärter Geist das Kommando übernehmen. Dieser Professor identifiziert sich dabei selbst mit diesem Geist, der durch ihn und seine Kombattanten zur Welt spricht. Das Schlimmste: Da treten Christen auf, die behaupteten, genau zu wissen, was Gottes Wille sei und was ewig wahr sei. Statt die Kirche zu kritisieren, würden Anbetungsevents durchgeführt! Ein "Jesus"-affiner (höherer) Klerus sei dafür mitverantwortlich. „Kommt,lasset uns anbeten“ das sei eben eine Melange aus dem Mittelalter und der Postmoderne und zutiefst reaktionär.

Aber nach dieser nun wirklich nicht originellen Hetze gegen die Tradition der Kirche , stößt er nun doch in unerwartete Tiefen vor,indem er nun das Fundament der Kirche zu destruieren versucht, das ja als solches auch diesen reaktionären Fundamentalismus legitimiert. „In dieser Sichtweise mutiert Jesus von Nazareth von einem seiner Zeit verhafteten menschlichen Verkündiger der (universalen) Gotteshoffnung Israels zu einem göttlichen Lautsprecher ewiger Wahrheiten.“ Jesus von Nazareth sei eben nur ein Kind seiner Zeit gewesen und so könne dieser nicht als die Quelle ewiger Wahrheiten mißbraucht werden.

Der angewandte Trick ist dabei simpel: : „Es geht bei den Frontstellungen um jenes "hat Fleisch angenommen und ist MENSCH geworden"!, interpretiert dieser „Theologe“ so, als wenn Gott damit aufgehört hätte, Gott zu sein,um nur noch als Mensch zu wirken. Als solcher könne er eben keine ewigen Wahrheiten offenbaren. Ist so erst mal das Fundament der Theologie zerstört, kann nun alles Beliebige und den postmodernen Hörern Gefällige von einer nichtreaktionären Kirche verkündet werden.

Eine zeitgeistgemäße Katholische Kirche könnte so das Licht der Welt erblicken,hörte die Kirche doch endlich auf diesen kritisch aufgeklärten Geist.dem liberalen „Theologengeist“ und ließe ab von so mittelalterlichem Anbeten des Herrn Jesus Christus.



 

Samstag, 30. März 2019

Joschka Fischer und der Papst- ihre Gemeinsamkeiten!

" Joschka Fischers Vereidigung bleibt unvergessen Tabubruch: Das Bild ist unvergessen: In weißen Turnschuhen legte Joschka Fischer vor 25 Jahren als erster grüner Minister den Amtseid ab. Es war eine Provokation."
Und Papst Franziskus provoziert so auch: "In sozialen Netzwerken wird viel über ein Video diskutiert, in dem Papst in Loreto offensichtlich verhindert, dass Irgendjemand seinen Fischerring küsst - Der Vatikan verweigert eine Stellungnahme." Kath net vom 27.3.2019.Die Hofberichts-internetseite katholisch de erklärte dazu dann in ihrem Standpunkkommentar am selbigen Tage:" Der Papst hat Gläubigen, die seinen Ring küssen wollten, die Hand entzogen. Für Gabriele Höfling ein Anlass zu hinterfragen, ob solche Gesten in Zukunft überhaupt noch sinnvoll sind." 
Das Gemeinsame: Es gibt da zwei Privatpersonen, denen ein Amt übertragen worden ist, das des Umweltschutzministeriums und das des Papstamtes und diese Zwei drücken durch eine symbolträchtige Handlung ihre Distanz zu diesem ihnen übertragenen Amt aus: Ich bin nicht und ich will nicht zur Amtsperson werden, denn ich bin etwas anderes, ich werde dies Amt neu und anders interpretieren.Das will ich nicht heimlich diskret machen, nein, das kündige ich offen an.

Hat nun Joschka Fischer diesen Weg verlassen oder haben sich die Etablierten an ihm angepaßt? Äußerlich treten die Grünenpolitiker kleidungsmäßig nicht mehr antibürgerlich alternaiv auf, aber sie haben es geschafft, daß heutzutage die etablierten Parteien in allen wesentlichen Punkten die Grüneninhalte sich zu eigen gemacht haben. Papst Franziskus provoziert noch äußerlich symbolisch gegen das traditionelle Amtsverständnis der Kirche, aber ist ihm nicht auch wesentlicher die Auflösung des hierarischen Amtsverständnisses, daß nicht mehr das Amt geehrt werden soll, sondern die Person, die das Amt zu seiner Spielwiese seiner Egozentrik herabwürdigt. Des Papst Hand soll geküßt werden, denn dieser Kuß gilt ihm, der Amtsring aber nicht, denn dieser Kuß gilt dem Amt. 

Zusatz:Da nun diese Verweigerung des Ringkusses zu viel Kritik provozierte, läßt der Vatican nun verlauten, daß der Papst den Ringkuß aus "hygenischen" Gründen verwehrt habe.     

Donnerstag, 11. Februar 2016

Katholiken außer Kurs! Oder wo das Lehramt fehlt!

Einst übergab Jesus Christus als der Herr seiner Kirche die Amtsleitung oder auch Geschäftsführung der Kirche Petrus und damit institutionalisierte er auch das Amt des einen Hirten, der die Herde weiten, leiten und regieren soll: das Papstamt. Warum, so frägt sich mancher Liebhaber der demokratischen Regierungsform proklamierte der "Bruder Jesus aus Nazareth" nicht: "Euch ist der Hl. Geist gegeben, jedem von Euch und so könnt ihr Euch jetzt selbst regieren? Wahrscheinlich, weil dieser Jesus nun doch zu sehr ein Kind seiner Zeit war, der eben die Idee der Demokratie zu fern lag,auch wenn diese die griechische Philosophie schon kannte, etwa Aristoteles. Aber diesen kleinen jesuaischen Fehler kann man ja korrigieren, auch und besonders mit dem Hinweis auf das nicht mehr zeitgemäße Menschenbild Jesu! Der Mensch ist eben kein Wesen, dessen größtes Unglück darin bestünde, ohne Hirten leben zu müssen. Angesichts der Geschichte der Machtmißbräuche des Hirtenamtes nicht nur in der Politik empfiehlt sich die Idee der demokratischen Kontrolle aller Leitungsämter und der moderne Mensch versteht sich als sebstsändiger und autonomer, der sich so selbst zu regieren weiß. 
Als nun die Katholische Kirche die ihr von ihrem Herrn selbst gegebene Ordnung des Hirtenamtes, des Papstamtes dogmatisierte,um hier zu klären, was die verbindliche Lehre der Kirche in diesem Punkte sage im 1. Vaticanum, da stieß das nicht bei allen auf Gegenliebe. Dies war die Stunde der Trotzkopfschafe, die eingedenk der Tradition der Rotte Korach nun in den Widerstand gingen, um ihre eigene Kirche ohne das Papstamt zu gründen: Die Altkatholische Kirche entstand: Sie trennte sich so in erster Linie von dem Stellvertreter Christi auf Erden und somit auch von ihrem Herrn. Der Leib wollte ohne Kopf weiterleben.  
Wer nun einen Blick auf die Internetseite der "Altkatholischen Kirche" in Deutschland wirft, kann auf einem Blick sehen, wohin diese kopflose Reise ging. Ja zur Frauenordination, Ja zu Priesterin, Ja zur Segnung von homosexuellen Paaren, der Zölibat wird zur Gleichgültigkeit für die Priester erkärt, Ja zur Möglichkeit einer Zweitehe, auch wenn die erste eine sakramental gültig geschlossene war, Ja zur Zulassung von eigentlich allen, die wollen, zur Kommunion, die faktische Abschaffung des Sakramentes der Beichte und worauf die Altkatholiken besonders stolz zu sein scheinen: die Heiligen sind ihnen nur noch moralische Vorbilder und die katholische Marienfrömmigkeit wird so abgelehnt. Man liebt stattdessen die demokratische Verfaßeit dieser "Kirche". Diese "Kirche", in ihr weht halt nur noch ein Geist, der Zeitgeist.
Die Irrwege dieser "Altkatholiken" sind wohl die augenfälligsten Beweise für die Wahrheit der Katholischen Lehre über das Papstamt, denn diese Irrwege zeigen, wohin sich eine religiöse Gemeinschaft hinentwickelt, wenn sie sich von ihrem Herrn und der von ihm gesetzten Ordnung  emanzipiert und in die Hände von Menschen fällt.    

Zusatz: Eigentlich müßten die Altkatholiken das Paradies auf Erden für alle "Katholischen Reformer" sein. Warum strömen sie nicht dahin, wo all ihr Wünschen und Sehnen so vollständig erfüllt ist und lassen die Katholische Kirche Katholische Kirche sein?