Die Lust an der Selbstliquidation der christlichen Religion und der Kirche
In dem Kath de Standpunktkommentar:">Erstes< statt >Altes< Testament: Endlich – und doch nicht genug“ vom 29.9.2026 heißt es:
„Alle Predigten und jede Beschäftigung mit den biblischen Texten der nächsten Sonntage aus dem Evangelium nach Matthäus kommen ohne theologischen oder rhetorischen Antijudaismus aus! Dann streiten in den Evangelien der nächsten Sonntage nicht "die Christen" mit "den Juden", sondern eine der innerjüdischen Gruppen hat Konflikte mit anderen innerjüdischen Gruppen, zum Beispiel mit Pharisäern, Schriftgelehrten und Ältesten. Jesus und mit ihm Matthäus streiten dann nicht gegen sondern um die Erneuerung des Judentums.“
Jesus habe also nur eine „Erneuerung“ der jüdischen Religion erstrebt und seine Kontroversen mit den Schriftgelehrten und Pharisäern, die Sadduzäer werden in dem Text vergessen wie auch Jesu Auseinandersetzung mit den Zeloten. Dann muß die Entstehung der christlichen Religion und ihrer Kirche als ein Mißgeschick bewertet werden, weil da nun etwas entstanden sei, was Jesus selbst nicht gewollt habe.
Es reiche so eben nicht aus um des jüdisch- christlichen Dialoges willen das „Alte Testament“ durch den Terminus das „Erste Testament“1 zu substituieren, um der Synagoge zu gefallen bräuchte es weiterer Schritte.
Bisher gilt das „Nein“ zur Judenmission als der größte Erfolg des jüdisch- christlichen Dialoges. Wikipedia informiert uns dazu treffend:
„Als Judenmission bezeichnet man eine Missionstätigkeit von Christen, die Juden zum Glauben an Jesus Christus bringen soll, das heißt an die Messiaswürde und Gottessohnschaft des Juden Jesus von Nazaret. Judenmissionare setzen dabei voraus, dass Juden das Heil nur durch die christliche Taufe erlangen könnten. Ihre Bekehrungsversuche verlangen die Aufgabe des jüdischen Glaubens und tendieren damit zur Aufhebung des Judentums im Sinne der Substitutionstheologie.
Die Judenmission ist Bestandteil des christlichen Antijudaismus, von dem die Großkirchen seit dem Holocaust allmählich abgerückt sind. Ob und in welcher Form Judenmission danach fortgesetzt werden kann und soll, wird im Christentum seit etwa 1960 diskutiert. Die Römisch-Katholische Kirche, der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK), die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und andere Kirchen vollzogen seitdem eine schrittweise Abkehr von der Judenmission.“
Hier bedarf es einer kleinen Korrektur: Die Katholische Kirche wie auch die EKD verzichten vollständig auf diese Mission.
Das heißt: Jesus Christus ist nur für die Sünden der Heiden gestorben, die Taufe ist so auch nur für die Heiden heilsnotwendig und der christliche Glaube ist nur für die Heiden.
Als „Antijudaismus“ wird somit die Lehre der Kirche diffamiert, die besagt, daß auch für die Juden im ethnischen wie im religiösen Sinne der christliche Glaube heilsnotwendig sei, Diesen „Antijudaismus“ lehrte nun leider Jesus und die Kirche ihm folgend bis über das 2.Vaticanum hinaus. So lehrte Jesus ja dem Juden Nikodemus, daß für ihn die Taufe heilsnotwendig sei, (Joh, 3) Der Apostelfürst Paulus legt in seinem Römerbrief 1-8 dar, daß die Heiden wie die Juden vor Gott Sünder sind und allein durch den Glauben an Jesus Christus gerettet werden können.
All das soll nun unwahr sein. Aber der Kath de Standpunktkommentar schreitet nun noch weiter voran: Die christliche Religion beriefe sich zu Unrecht auf Jesus von Nazareth und seinen Schülerkreis, denn die waren gläubige Juden und wollten so auf keinen Fall eine Kirche der christlichen Religion stiften.Einzig legitim wäre es, wenn wir uns als eine Reformbewegung innerhalb der jüdischen Religion ansähen, die eigentlich in das Haus der jüdischen Religion zurückzukehren hätte.
Das evoziert dann aber das Problem, ob es dann noch einen Heilsweg für die Heiden gäbe, wenn Jesus doch nur für das jüdische Volk sich verantwortlich wußte! Er wollte ja nur ein Reformer innerhalb der jüdischen Religion sein!
Innerhalb der jüdischen Religion zu Zeiten des Reformers Jesu wurde die Position vertreten, daß Heiden, wenn sie sich vom heidnischen Polytheismus abkehrten zum Glauben an den einen wahren Gott und moralisch anständig lebten, auch das ewige Heil erlangen konnten. Sie bräuchten so nicht zu Juden sich beschneiden lassen sondern konnten sls Heiden auch Teilhaber des ewigen Lebens werden.
Dieser innerjüdisch vertretende Heilsweg für die Heiden würde so die christliche Religion völlig überflüssig machen.Die Kirche bräuchte dann nur noch den Glauben an Gott und „lebt anständig“ zu verkünden, denn die christliche Religion ist somit nicht nur für die Juden sondern ebenso auch für die Heiden völlig überflüssig!
Das wäre dann das wahre Ergebnis des Dialoges zwischen der Synagoge und der Katholischen Kirche, die Erkenntnis der völligen Überflüssigkeit der christlichen Religion und ihrer Kirche!
1Gäbe es ein „erstes“ und ein „zweites Testament“ so würde durch das „zweite“ das davor verfaßte „erste“ ungültig.
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