Samstag, 23. Dezember 2023

Nur wer politisch links ist, ist ein Christ!

 

Nur wer politisch links ist, ist ein Christ!


Diese Meinung vertritt nun ein bekannter Jesuit, Hr. Dr. Kiechle in „Stimmen der Zeit“, gut zugänglich über die Internetseite: kath de nachrichten: woke-links-christlich vom 20.Dezember 2023. Das Anliegen dieses Textes ist es nun, in der Besprechung eines Buches von Neimann zu dekretieren, daß erstens Christen links und nicht recht sein dürfen und daß die Wok-Strömung nicht richtig links ist und darum auch nicht christlich bejahbar.

Das Unterscheidende zwischen rechts und links ist der Universalismus: Wirklich links– und christlich– sind jene, die universal für Marginalisierte, für Vertriebene und für Opfer von Kriegen und Gewalt Gerechtigkeit schaffen wollen. Rechts wäre auch– so Neiman zu Recht–, statt auf Gerechtigkeit auf Macht zu setzen: Der starke autoritäre Staat, die überlegene Ethnie usw. setzen mit ihrer größeren Macht ihre Interessen und Vorteile zum Nachteil Anderer durch. Hingegen wäre links, die Macht der Starken und Reichen zu kontrollieren, sie zu zähmen und sie auszurichten– auf das wirkliche Ziel hin: universale Gerechtigkeit.“

Also das Christsein und das Linkssein zeichne sich durch die gleiche Substanz aus: ihr Streben nach einer universalistischen Gerechtigkeit. „Alle Menschen sind zu Frieden und Gerechtigkeit gerufen- die Idee der einen Menschheit und der universalen Menschenrechte wurde in der Aufklärung formuliert, ist aber zuerst biblisch. Christen haben den Auftrag, Güter und Wohlstand allen zugänglich zu machen. Krieg und Gewalt gegen Völker, Ethnien oder Minderheiten aller Art sind in fast jedem Fall– außer verteidigend gegen Aggressoren– verwerflich. Übrigens ist der Vorwurf, Universalismus sei rein westlich und kolonialistisch, falsch, wie Neiman mit zahlreichen außereuropäischen Texten belegt.“

So simpel sieht die Welt für einen Jesuiten aus: Die Menschenrechte und die Idee der einen Menschheit, ursprünglich ideologische Hervorbringungen des Freimaurer-tumes, seien eigentlich christlich und somit gehöre es zur Substanz eines Christen, universalistisch für die Menschenrechte einzutreten und somit für eine gerechte Welt.Nicht akzeptabel sei so, sie wird zwar namentlich nicht genannt, ist aber damit gemeint die Position von Frau Wagenknecht, sie ist wohl ob ihrer Kritik an der Politik der offenen Grenzen und des unlimitierten Aufnehmens von „Flüchtlingen“ nicht universalitisch, wie auch die Woken, die sich zu sehr auf geschlechts- und sexualorientierte Identitätsprobleme kaprizieren, das Soziale also vernachlässigen.

Rechte sind dagegen einfach unmoralisch. Ganz schlimm, sie votieren gar für einen starken Staat, der als autoritär diffamiert wird und für einen Nationalstaat, daß eben ein Volk seinen Staat sich erbaut, durch den er sein Volksleben sich gestaltet. Das ist alles verwerflich. Stattdessen skizziert dieser Jesuit hier die Utopie einer Einheitswelt mit einer Einheitsmenschheit, in der Frieden und Gerechtigkeit verwirklicht sind. Das ist offenkundig eine völlig säkularisierte Version der Reich Gottes Verheißung der christlichen Religion und klingt doch sehr freimaurerisch.Aber diese säkularisierte Version beinhaltet auch eine Verneinung der Schöpfungsordnungen Gottes, der Ordnungen, die Gott gesetzt hat, um das Leben zu erhalten gegen seine Tendenz zur Selbstdestruktion, die Ordnung der Geschlechter in ihrer Bipolarität, die Ordnung der Ehe und der Familie und die der Völker und ihrer Nationalstaaten.All diese Ordnungen sollen eben in einem Einerlei eines Universalismus aufgelöst werden. All diese Ordnungen existieren ja nur durch antiuniversalistische Ausschließungen, daß es Familienmitglieder und Nichtfamilienmitglieder gibt, Volkszugehörige und Nichtvolkszugehörige usw. 

Augenfällig ist hier die völlige Selbstsäkularisierung der christlichen Religion, daß sie reduziert wird auf die Bejahung der Menschenrechte und des Strebens nach der sozialen Gerechtigkeit. Dieser Jesuit steht mit diesem Reduktionismus sicher nicht allein im Jesuitenorden, ja es darf gemutmaßt werden, daß der Jesuitenpapst diesen Reduktionismus auch bejaht.

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