Ein Epoche machende Ratschlag eines avantgardistischen Theologen:Ohne Gott und ohne die Bibel!
Die revolutionäre Parole: „Allein die (hl)Schrift“, auf sie allein sei zu hören war stets eine zweiseitige: Worauf zu hören und worauf nicht zu hören sei.Die Reformation inszenierte sich so einerseits biblizistisch durch das „Allein auf sie“ und traditions- und kirchenkritisch andererseits. Aber Luther setzte nun schon die Axt an wider die alleinige Autorität der hl.Schrift durch seine „Erkenntnis“ der Nichtschriftgemäßheit des Jakobusbriefes!
Soll und kann es für den Menschen außer sich selbst wirklich eine Autorität geben, auf die er zu hören habe? Kath de berichtet: „Lieber auf rationale Argumente setzen. Theologe beklagt >Bibelmissbrauch< in ethischen Debatten.“1
Könnte man diese Aussage noch so verstehen, als wenn hier zwischen einem Gebrauch und einem Mißbrauch der Bibel im ethischen Diskurs unterschieden würde,sodaß nun eine Kriteriologie des Unterscheidens zwischen Ge- und Mißbrauch zu erwarten ist, so klärt uns der evangelische Theologe so auf: „Bibelfeste Christen versuchen oft, ihre Position mit einem passenden Zitat aus der Heiligen Schrift zu untermauern. Für den Mainzer Theologen Michael Roth steht fest: Gerade in ethischen Debatten hat die Bibel nichts zu suchen.“ Ein ironischer Unterton bei der Qualifizierung als bibelfest ist unüberhörbar, polemisch wird das Hören auf die hl.Schrift verzeichnet durch den Vorwurf des Untermauerns: Unabhängig vom Zeugnis der Schrift generierte Erkenntnisse im Raume der Ethik würden nachträglich noch durch Bibelzitate legitimiert.
Aber die Bibel habe in dem ethischen Diskurs „nichts zu suchen“! Das heißt, um es im klaren Deutsch zu formulieren: Gottes Gebote sind für die Ethik nicht nur gleichgültig sondern sind aus der Ethik zu exkommunizieren.
„Der Mainzer Theologie-Professor Michael Roth rät Christinnen und Christen dringend davon ab, sich in ethischen Debatten auf die Bibel zu berufen. "In der Ethik sollten wir mit rationalen Argumenten überzeugen, nicht mit Verweis auf die Bibel oder Glaubensinhalte", sagte er dem Evangelischen Pressedienst“. Auch die Glaubensinhalte, nicht nur im Besonderen die Gebote Gottes dürfen keine Rolle mehr in der Ethik spielen, nicht mal als Ersatzspieler. Allein rationale Argumente zählten in der Ethik.
Aus dem reformatorischen: „Allein die Schrift“ wird hier also: „Ganz ohne die Schrift“! Als eine Selbstverständlichkeit wird hier die Bibel und die Glaubensgehalte der christlichen Religion als widervernünftig dysqualifiziert, um dann ein „Allein die Vernunft“ zu proklamieren. „Der Glaube könne das Fundament dafür bilden, wie Menschen die Welt wahrnehmen. Er könne aber keine vernünftigen Gründe für eine ethische Position ersetzen.“- denn der Glaube ist eben widervernünftig.
Daß der Soziologe Max Weber schon herausgearbeitet hat,daß die Wissenschaft von dem was ist keine normativen Aussagen hervorbringen kann,und daß der Philosoph Horkheimer in seiner Kritik der instrumentellen Vernunft dem zustimmte, überliest dieser Ratiogläubige geflissentlich:Hauptsache, die christliche Religion und deren Theologie hält sich aus dem ethischen Diskurs heraus. Denn was könnte schon Gottes Wille mit dem, was wir zu wollen haben, zu tuen haben. Eine gottlose Ethik kann allein eine vernünftige sein!
Aber warum publiziert diese Stellungnahme zur Ethik Kath de- etwa ob einer kryptischen Zustimmung zu einer gottlosen Ethik?
Zusatz:
Von dem einen Extrem: "allein die Schrift" in das andere: "ganz ohne sie"- es fehlt die maßvolle Mitte!
1Kath de, 6.6.2026.
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