Mittwoch, 4. Dezember 2019

Kampf wider das Kreuz Christi

In  den Zeiten, in denen der Kampf wider den Zölibat, die Sexualmorallehre der Kirche und das Eintreten für das Frauenpriestertum in das mediale Aufmerksamkeitszentrum gerückt ist, erstaunt es nicht, daß der Kampf wider das Kreuz Christi, fast schon zur kirchlichen Alltagspraxis heruntergekommen, kaum noch zur Kenntnis genommen wird. Das "Pfarrblatt der Stadtpfarrei Vilshofen", Ausgabe 1.Dezember- 31 Januar offeriert uns nun einen typischen Angriff auf das Kreuz, indem es einfach eskamotiert wird. (S.2f)
Es wird festgestellt, daß seit der weihnachtlichen Geburt Jesu Christi die Welt nicht wirklich besser geworden ist. Gewalt, Ungerechtigkeit und Unfrieden beherrschen auch jetzt noch, 2000 Jahre nach der Geburt des Erlösers die Welt. Aber:
"Die Geburt Jesu aber markiert einen Unterschied: Nicht mit Gewalt und Macht wird sich die Welt verändern, sondern durch Selbstdemütigung, durch unbedingte Liebe und durch selbstlose Hingabe.So hat es Gott vorgemacht". Das ist jetzt kein Werbetext für Hedwig Courths-Mahler Romane, der ungekrönten Königin des Genres der Liebesromane, denn so könnte wirklich die Quintessenz ihrer Werke erfaßt werden, es sei an die sehr gelungene Verfilmung: "Durch Liebe erlöst" erinnert, nein das soll das Heils- und Erlösungswerk Jesu Christi erfassen. Und das Kreuz, durch das wir erlöst wurden? Es wird einfach vergessen. Es ist das unbezweifelbare Verdienst des Filmes: "Passion" von Mel Gibson, daß er die christliche Kernaussage, daß wir  durch das Leiden Christi am Kreuze erlöst werden,  in das Zentrum dieses Jesusfilmes  rückt und dabei die grauenhafte Gewalt, die der Erlöser am Kreuze erleiden mußte so bildkräftig in Szene gesetzt hat. 
Jedes Opfer ist immer auch ein Gewaltakt gegen das Gott Geopferte. Das Töten von Tieren macht dies überdeutlich, aber erst wenn Menschen Göttern oder einem Gott  geopfert werden, wird  es geradezu skandalös. Das Kreuz Christi  ist nun aber gar das Opfer des Gottessohnes, der als wahrer Gott und Mensch für unsere Sünden als Sühnopfer geopfert wurde und sich auch selbst aufopferte.Durch dies  gewaltsame Opfer sind wir erlöst! Wieviel Gewalt! Und Pontius Pilatus hatte die Macht, den Sohn Gottes töten zu können,  gar von Gott selbst, von "Oben", wie Jesus ausdrücklich es aussagt: "Du hättest keine Macht über mich, wenn es dir nicht von oben her gegeben wäre". (Joh 19,11)af

Thesen: 
1.Wie bei einer gelungen Operation zu unterscheiden ist zwischen der Motivation des Chirugen ( etwa die Nächstenliebe) und dem Tuen, wodurch der Patient geheilt wird (Operieren ist immer ein gewaltsames Tuen, bei dem Blut fließt), so muß auch beim Heilswerk Christi distinguiert werden zwischen der Motivation Jesu (die Liebe und der Gehorsam dem göttlichen Vater gegenüber) und der Tat, (das Kreuzaltaropfer) durch die er die Menschen erlöst hat. Etwas Gemeinsames haben nun die Operation und das Kreuz: Beides male wird Gewalt ausgeübt, fließt Blut, wird auch gelitten, zum Heile einmal des Patienten, einmal zur Erlösung der Menschheit. Ohne Gewalt und Macht hätte es das Erlösungsopfer Jesu Christi nicht geben können. Die Motivation Jesu, seine Liebe zu seinem Vater und zu den Menschen hat aber für sich niemanden erlöst, erst durch das Kreuz geschieht die Erlösung. Nur, daß das Leiden Jesu eben nicht erst am Kreuze anfing, schon seine Geburt unter so widrigen Umständen bildete den Anfang seines Leidens, durch das wir erlöst sind. Jedes Leiden setzt aber nun auch eine Gewalt voraus, die dies Leiden bewirkt. 
2. Es ist kein kontingenter Zufall, daß der römische Staat in der Person des Pontius Pilatus an diesem Erlösungswerk mitbeteiligt war. Als Staatsgewalt kreuzigte er den Sohn Gottes. Jesus hätte ja auch wie der erste christliche Märtyrer von Juden einfach gesteinigt werden können, um dann Ostern wieder aufzuerstehen. Es muß also theologisch danach gefragt werden, warum Jesus vom römischen Staat gekreuzigt wurde, also zu Tode verurteilt wurde. Hierauf gilt es nun, eine theologische Antwort zu geben, um sich nicht mit einer historisch politischen zu Frieden zu geben. Weil Gottes Gerechtigkeit die Bestrafung derSünder verlangte und weil nun der völlig Schuldlose stellvertretend diese Strafe auf sich nahm, sie zu erleiden, tat der Staat das, wozu er von Gott her bestimmt ist: um der Gerechtigkeit willen zu strafen. Das Schwert ist dafür sein Symbol, das die von Gott verliehene Gewalt des Staates ausdrückt. Und so regiert auch heute noch Gott die Welt nicht nur durch die Kirche als geistliches Schwert sondern auch durch das weltliche Schwert. 
Gäbe es die Staatsgewalt nicht, wäre die Welt schon längst in Chaos und Anarchie zu Grunde gegangen. Aber Gott erhält eben unsere Welt gerade durch den Macht- und Gewaltstaat. Daß nun aber ein Staat auch pervertieren kann, wie ein Mensch durch sein Sündigen, beseitigt nicht sein metaphysisches Sein, von Gott her geschaffen zu sein zum Guten des Menschen als Schhwertgewalt. 

3. Als Privatpersonen mögen wir Christen ruhig demütig, hingebungsvoll und von selbstloser Liebe motiviert leben und handeln, als Staatsbürger müssen wir aber um des Friedens und der Gerechtigkeit willen die staatliche Gewalt bejahen und dürfen dem Staate gerade auch als Polizist und Soldat dienen und so gerade auch der göttlichen Gerechtigkeit  mit dem weltlichen Schwert gerüstet.

4. Die endgültige Erlösung der Welt hat uns Gott bei der Wiederkunft Jesu Christi am Ende der Welt verheißen.Bis dahin aber muß die Welt im Kampfe gegen die Destruktionskräfte des  Bösen eine mit staatlichen Gewalten sein.  Auch das gehört zu den Wahrheiten des Kreuzes Jesu Christi !   

Kommentare:

  1. Also hier steht noch einige Sätze zuvor, die einen anderen Sinn ergeben:

    Judas Iskariot hat Jesus verraten, um den Aufstand zu provozieren. Er glaube, Jesus würde sich dann mit Gewalt wehren. Er hat sich aber nicht gewehrt, sondern in seinem Leiden die Sühne für unsere Sünden getragen. Judas hätte etwas anderes erwartet, er hat Jesus nicht verstanden. Er hat etwas anderes erwartet, er bleibt enttäuscht und verzweifelt. Auch nach Weihnachten vor 2000 Jahren sind Gewalt ...

    https://www.pfarrei-deutschland.de/pfarrbrief

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  2. "..von oben her gegeben" - Ich meine fast, diese Unbestimmtheit soll den Pilatus etwas beunruhigen: er soll annehmen, dass seine Legitimation als bevollmächtigter Richter vom gefürchteten Kaiser in Rom stammt, obwohl Jesus letztlich kaum diesen gemeint haben wird! Von einem fernen Gott hält Pilatus nämlich wenig bis nichts...

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