Montag, 16. Dezember 2019

Kardinal Woelki: Kirche kann nicht demokratisiert werden

"Die Kirche ist in ihrem Wesen eine Hierarchie, und keine Demokratie. Eine »Demokratisierung des Glaubens wäre das Ende der Kirche« da sie sich damit in einen endlosen politischen Machtkampf verstricken würde." Freie Welt am 16.12.2019. Auch wenn die Begründung am Kern des Problemes vorbeigeht, nicht dürfe die Kirche demokratisiert werden, damit sie nicht in endlosen politischen Machtkämpfen unterginge, so muß in dieser Causa Kardinal Woelki recht gegeben werden. Aber es ist eben doch bezeichnend, daß hier die auf Gottes Offenbarung gegründete Ordnung der Kirche nicht als demokratisierbar qualifiziert wird, weil eine Demokratisierung eine Rebellion wider Gott wäre, sondern weil sie sich dysfunktional für die Kirche auswirken würde. 
Zudem, alle Vereine, politische Parteien und  vieles mehr ist demokratisch organisiert, ohne daß durch so geordnete Vereinigungen in politische Machtkämpfe verstrickt würden. Warum sollte so gesehen nicht auch eine Vereinigung religiös Interessierter demokratisch sich organisieren können?  Wenn aber die Kirche kein Verein ist, sondern von Gott kreiert und regiert, dann und nur dann darf sie sich nicht demokratisieren, weil sie die monarchische Herrschaft Jesu Christi abstreifen würde,damit dann der Mensch da herrschen will, wo Gott herrschen will. 
Wo die Forderung der Demokratisierung erhoben wird, wird die Hierarchie nicht mehr als von Gott gesetzte begriffen sondern nur noch als Anmaßung einiger, näher zu Gott zu stehen als die anderen, um so ein Mittleramt für sich zu beanspruchen. Den Urtypus dieser Insubordination wider  Gott bildet die Rotte Korach (4.Mose 16; vgl dazu: Uwe C. Lay, Der zensierte Gott). 
Diese Hierarchiekritik paßt nun aber leider gut in unsere Zeit, die die Welt und alles Geschehen in ihr als einen in sich abgeschossenen Raum ansieht, in den nichts Übernatürliche, Göttliche einwirken kann. In dieser Perspektive gibt es in der Welt und so auch in der  Kirche nichts so von Gott Gewolltes und Geordnetes sondern nur geschichtlich kontingent Gewordenes, das so auch immer wieder geändert werden kann. 
Dann hat Gott nicht das Volk Israel als erstes erwählt, sondern diese Vorstellung spiegelt dann nur das besondere Selbstbewußtsein dieses Volkes wider und dann hat Jesus Christus auch nicht ausschließlich Männer zu Priestern erwählt, im Einklang mit der göttlichen Ordnung des Priesteramtes im  Alten Bund, sondern dann spiegelt das eben nur die privilegierte Rolle des Mannes in diesen Zeiten wider. Da die Zeiten sich nun ändern, müsse das Alte der veränderten Zeit eingepaßt werden. Dies Immer-Alles- Ändern-Dürfen,das sei dann auch das Recht in der Kirche, denn sie sei ja auch nur ein rein weltlich Ding.

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