Freitag, 29. November 2024

Eine Skurilität: Werden die Apostel weggezaubert in der heutigen Kirche?

 

Eine Skurilität: Werden die Apostel weggezaubert in der heutigen Kirche?



Gehet hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen“, so spricht Jesus Christus selbst (Mk 16,15). Nur, zu wem sagt er das, wen beaufttagt er so? Die 11 Apostel, er beauftragt sie damit.Im Matthäus- wie im Lukasevanglium beauftragt der Auferstandene ebenso die 11 Apostel! Aber in Predigten hört man doch regelmäßig, daß jeder Getaufte dazu berufen sei, ein Zeuge des Evangeliumes zu sein. Im Johannesevangelium setzt der Auferstandene den Apostel Petrus als den Hirten seiner Kirche ein. (Joh 21,15-23). Er sagt nicht: „Weil ich euer Hirte bin, bedürft ihr keines anderen Hirten“ noch sagt er: „Hütet euch selbst, denn als mündige Christen bedürft ihr keiner Apostel und schon gar keines monarchisch euch regierenden Hirten. Das „Weide“ ist nämlich der terminus technicus für das Regieren eines Volkes durch einen Monarchen. Aber nicht erst seit dem Syodalen Weg widestreiten die Schafe ihrem Hirten und propagieren dagegen das Ideal des sich selbst regierenden Volkes, das keine Hirten mehr will sondern gewählte Parlamentarier, die dann in Synoden den Kurs der Kirche festlegen.

Der Herr der Kirche lud nur seine 12 Apostel zu seiner ersten Eucharistiefeier ein, wo er sie auch zu Priestern weihte. Warum hören wir dann im Gottesdienst regemäßig, daß er seine „Jünger“, „seine Freunde“ eingeladen hätte? Eine Tendenz zu einer Verlesung dieser Texte, als wenn aus ihnen Bausteine zu dem Vorhaben einer Enthierarchisierung und Verdemokratisierung der Kirche geformt werden sollten, ist eben doch unverkennbar. Daß der Herr der Kirche seine 12 Apostel berief ohne daß die anderen Schüler ein Mitspracherecht, wer denn nun die „Vorstandschaft“ der Urgemeinde bilden solle, von Jesus zugebilligt wurde, demonstriert aber überdeutlich, wie wenig der Herr der Kirche für demokratische Gestaltungsformen für die sich herauskristallisierende Kirche übrig hatte und daß obgleich die Demokratie als eine Regierungsform den Zeitgenossen Jesu wohl vertraut war. Jesus beriet sich nicht einmal mit den 11 Aposteln, wer den von ihnen das eine Hirtenamt ausüben solle, sondern erwählte dazu ganz autark den Apostel Petrus.

Zu wem sagte Jesus denn, als er auf den Streit unter seinen Schülern reagierte, wer unter ihnen der größte sei: „Wer der Erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein“? (Mk 9,35) Das sagte er zu den 12 Aposteln und qualifizerte so das besondere Amt, das er dann dem Apostel Petrus übertrug. Diese Aussage gilt nur für den, der auch wirklich der Erste sein will! Hier ist nicht gemeint, daß die Urkirche eine Gemeinde ist, in der jeder der Diener jedes anderen sei, sondern es soll nur einen geben, der der Diener aller ist. Hierarischer geht es nicht. Wo eine gottgewollte Hierarchie existiert läßt sich nicht lange der Aufstand gegen diese Ordnung auf sich warten: Von den ersten Antihierarchern der Rotte Korach bis zum jetzigen Synodalen Weg. Daß die Kirche eine apostoliische ist und keine geschwisterliche, das ist für jeden demokratisch Gesonnenen einfach das Inakzeptable der Kirche Jesu Christi schlechthin.

Corollarium:

Der Gehalt der Kirche, daß ihr Zentrum von Gott selbst offenbarte Wahrheiten bildet und ihre Organisationsform korrellieren miteinander. Die Wahrheiten des Glaubens sind offenbarte und sind wahr ob der Autorität des Offenbarers und deswegen keine diskursiv gar parlamentarisch hervorgebrachte Erkenntnisse sondern als offenbarte werden sie hierarchisch vermittelt.  



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