„Wortgottesdienste mit oder ohne Kommunionausteilung? Bei der Frage scheiden sich die Geister.“ Welch eine Confusion!
Es ist schon fast eine theologische Spitzenleistung, wie viel an Confusion der Kath de Artikel :“Priestermangel prägt die liturgische Praxis.Kranemann: Liturgie lebt von Vielfalt, nicht von Verengung“1 anrichten kann. Ein Liturgieprofessor, Herr Kraenemann stimmt dabei die übliche Laudatiogesänge über die liturgische „Vielfalt“ an, verkennt dabei dann aber, daß man seitens Kath de doch nur daran interessiert war, zum zigsten Male den Priestermangel als einen Vorwand zur Abschaffung des Zölibates und der Einführung des Frauenpriestertumes zu vernutzen.
Statt nun die dargebotenen Confusionen zu dieser Causa nachzuerzählen, versuche ich nun eine kleine Übersichtsskizze zu dieser Problematik.
Erstens muß festgestellt werden, daß ursprünglich es nur eine Gestalt des Gottesdienstes im Alten Bund gab, die des Opferkultes, wobei nach der Errichtung des Jerusalemer Tempels nur noch in ihm dieser Gottesdienstzelebriert werden durfte.
Zweitens: Im babylonischen Exil, da dort die Priester keine Opfer Gott mehr darbringen durften, wurde als ein Surrogat der sog. „Wortgottesdienst“ kreiert, der jetzige Synagogengottesdienst, in dem die Predigt: „Warum sind wir aus unserer Heimat vertrieben worden und was haben wir nun zu tuen?“ im Zentrum stand.
Drittens: Nicht das ganze jüdische Volk kehrte in seine Heimat zurück, viele blieben im Exil als Diasporagemeinden und die hielten dann an der Praxis des synagogalen „Wortgottesdienstes“ fest. Jetzt existierte die Pluralität der Gottesdienste, der des kultischen im Tempel und der des „Wortgottesdienstes“ in der Synagoge.
Viertens: Nach der Zerstörung des Jerusalemer Tempels und ob der politisch bedingten Unmöglichkeit einer Restitution des Tempels avancierte der Synagogengottesdienst zu der einzigen Gestalt der jüdischen Religion. Die Kirche erschuf nun eine Synthese, indem der synagogale Gottesdienst und das Meßopfer der Eucharistie als die christliche Version des Tempelkultes zu einem Gottesdienst verschmolzen wurde mit der Unterscheidung von der Vormesse, dem Wortgottesdienst und der eigentlichen Messe, der Eucharistie zelebriert als Sacrificium und als Sakrament,
Fünftens: Die Reformation löste diese Synthese auf und erachtete den „Wortgottesdienst“ als den wahren Gottesdienst und reduzierte die Eucharistie auf ein heiliges sakramentalistisches Essen, das den Status eines Appendix des Wortgottesdienstes erhielt, lutherisch ein Mal im Monat, reformiert 4 bis 6 Mal im Jahr zu feiern.
So weit der Überblick. Eine Messe ohne die Eucharistiefeier kann so katholisch geurteilt nur ein defizitärer Gottesdienst sein. Es muß dabei an der Erkenntnis festgehalten werden, daß der „Wortgottesdienst“ ursprünglich nur ein Ersatz für den Tempelkult war.
Die Eucharistie setzt sich nun selbst aus zwei religiösen Praktiken zusammen, der des Opferkultes und der des heiligen Essens, daß entweder etwas Heiliges gegessen wird oder daß mit den Göttern oder mit einem Gott zusammen etwas gegessen wird.
Wenn nun in Folge eines Priestermangels die Eucharistie nicht als heiliges Meßopfer zelebriert werden kann, kann sie sehr wohl noch als das Sakrament des Altares zelebriert werden. Dazu ist kein Priester notwendig, es reicht ein Kommunionausteiler. Die Hostien werden dann als schon von einem Priester gewandelte dem Tabernakel entnommen, um sie an die Gläubigen auszuteilen. Für den gläubig Empfangenden entsteht dadurch kein Nachteil, denn für den gültigen Empfang ist es gleichgültig, ob ein Priester in der Eucharistie erst die Elemente transsubstantionalisiert hat oder ob sie schon vorher gewandelt worden aus dem Tabernakel entnommen werden.
Um den Eindruck einer Meßsimulation zu vermeiden, die ist eine schwere Sünde, empfiehlt es sich, die Liturgie auf die Austeilung und den Empfang der Hostie zu reduzieren: „Das ist mein Leib“
Es gibt keinen legitimen Grund, den Gläubigen das Sakrament der Eucharistie vorzuenthalten, ihnen den Empfang der Kommunion zu verwehren durch eine Reduktion des Gottesdienstes auf einen bloßen „Wortgottesdienst“. Die Zelebration des Meßopfers muß dann zwar ob des Priestermangels entfallen, die Gläubigen können aber gültig das Sakrament der Eucharistie empfangen.
Zudem: Zur Gültigkeit der Eucharistie reicht es, wenn ein Priester die Messe ließt und dann die heilige Kommunion empfängt auch wenn kein sonstiger Gläubiger an dem Gottesdienst teilnimmt. Es ist aber für das Heil der Gläubigen gut, wenn sie so oft es ihnen möglich ist, die hl. Kommunion empfangen und deswegen sollten keine „Wortgottesdienste“ ohne einen Empfang der Kommunion durchgeführt werden,da sonst ihnen ein sehr wichtiges Gut vorenthalten wird.
Jeder Gottesdienst wird in erster Linie zur Ehre Gottes zelebriert, deshalb kann er auch gültig ohne eine Gemeinde gefeiert werden, Um der Gläubigen willen sollte aber stets ein Empfang der Euchariste ermöglicht werden, auch dann, wenn die Feier des hl. Meßopfers in dem Gottesdienst dann nicht möglich ist.
Außerdem sollte die Bedeutung der Realpräsenz Jesu Christi im Tabernakel, in den gewandelten Hostien nicht unterschätzt werden: Der Herr der Kirche ist stets in ihr lebendig gegenwärtig und deswegen versammeln sich die Gäubigen da, wo er schon immer für sie da ist. Jede Kirche ist eben ein Wohnort Gottes, der im Tabernakel, dem Begegnungszelt auf seine Gläubigen wartet.
1Kath de am 3.März 2026.
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