Ist der jetzige Krieg gegen den Iran ein politisches oder eher ein religiöses Ereignis- oder markiert er eine Rückkehr der politischen Religion?
Der KI gab mir auf meine Anfrage nach der Bedeutung des Vernichtungskrieges diese sehr informative Auskunft (13.März 2026): „Ein Vernichtungskrieg ist ein Krieg, dessen Ziel die vollständige Vernichtung
eines Staates, Volkes oder einer Volksgruppe ist, einschließlich der massen-haften Ermordung der Bevölkerung und Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen.“
Nicht stünden politische oder territoriale Ziele im Vordergrund, sondern der Wille zur Vernichtung des Feindes.Dadurch unterschiede er sich von den sonstigen Kriegen, worunter im Sinne von der Kriegstheorie Clausewitz die Kriege als die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln zu verstehen sind.
Als das Gegenstück zum Krieg unter dem Primat der Politik möchte ich so den religiösen oder ideologischen Krieg verstehen, für den es den einen Feind gibt, der vernichtet werden muß, da er das Böse schlechthin ist, im religiösen Raum: der Teufel und dann auch seine Anhänger und im ideologischen Raum den zum Menschenfeind deklarierten Ersatzteufel. So distinguieren sich auch die Ziele eines politischen Krieges, etwa den Feind, ist er besiegt, auszubeuten, zu unterdrücken von dem religiösen, bzw ideologischen Krieg, der als das Endziel nur die Vernichtung des Feindes kennt.1
„Zusammenfassend ist ein Vernichtungskrieg eine extrem gewalttätige, ideologisch motivierte Kriegsführung,die über militärische Auseinandersetzung hinausgeht und auf die komplette Auseinandersetzung hinausgeht und die komplette Vernichtung des Gegners abzielt, sowohl physisch als auch sozial und wirtschaftlich.“
So definiert nun der amerikanische Präsident Trump seine Kriegsziele:"Wir zerstören das terroristische Regime des Iran total – militärisch, wirtschaftlich und auf jede andere Weise. Und doch, wenn man die Failing New York Times liest, könnte man fälschlicherweise glauben, wir würden nicht gewinnen. Die Marine des Iran ist weg, ihre Luftwaffe existiert nicht mehr, Raketen, Drohnen und alles andere werden vernichtet, und ihre Führer wurden vom Antlitz der Erde getilgt. Wir verfügen über unübertroffene Feuerkraft, unbegrenzte Munition und reichlich Zeit – schaut euch an, was heute mit diesen verrückten Kerlen passiert. Sie töten seit 47 Jahren unschuldige Menschen auf der ganzen Welt, und jetzt töte ich sie als 47. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Was für eine große Ehre das ist! 2
Damit charakterisiert der Präsident diesen Krieg eindeutig als einen Vernichtungskrieg, indem die Guten,die USA unter seiner Führung das Reich des Bösen auszutilgen haben. Die Bösen müssen getötet werden: „Ich töte sie“, das ist keine politische Kriegserklärung sondern eine,in der in einem heiligen Krieg dem Feind seine Vernichtung angekündigt wird. Dazu paßt die Methode des Lynchjustiz, das einfach zu Feinden Erklärte hingerichtet werden ohne einen rechtsstaatlichen Prozeß und daß nun auch Kopfgelder zur Erfassung dieser Feinde ausgesetzt werden.
Dieser Krieg ist eben nicht nur ein völkerrechtswidriger und einer der Lehre vom gerechten Krieg,so wie die Kirche diese Lehre bejaht, widersprechender, sondern tatsächlich ein quasi religiös interpretierter Vernichtungskrieg, in dem die Guten, die USA unter ihrem Präsidenten die Bösen von dem Angesicht der Erde zu vertilgen haben. Im politischen Raum kann kein absoluter Dualismus, der der Guten wider die Bösen geben, da nur Gott allein gut und der Teufel allein böse sein kann. Die Politik wird so quasi verreligiösiert, indem nun relative Unterschiede die des Mehr oder Weniger an Gutem oder Bösen zu absoluten Differenzen hochstilisiert werden und dem politischen Feind nun das Existenzrecht abgesprochen wird,indem er zum absoluten Feind erklärt wird.
1Es könnte vermutet werden, daß Carl Schmitts Verständnis des Feindes in seiner Bestimmung des Wesen des Politischen den „Feind“ im ursprünglich religiösem, als dem Antigott und dann im ideologischen Sinne meint und damit nicht in einem rein politischen Verständnis im Sinne der Kunst des Regierens.
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