Weltpolitik in Wild-West- Manier
Für die USA ist und bleibt die Bergpredigt eine politische Handlungsmaxime: „Selig, der Frieden schafft“, übersetzt man in Amerika mit „Peacemaker“ und meint damit einen Cowboyrevolver: „Schieße all Deine Feinde tot, und Du hast Frieden!“ Man könnte gemeint haben, daß unter dem jetzigen Präsidenten der USA, und auch ich hing dieser Illusion einer längerern Zeit an, eine weniger agressiv- imperialistische Außenpolitik betrieben würde, daß tatsächlich etwa für den Ukrainekrieg eine diplomatische Lösung gesucht wird, statt einseitig die Entscheidung auf dem Schlachtfeld zu suchen, wie es etwa Deutschlands Außenpolitik favorisiert.
Aber seit dem jetzigen Angriffskrieg der USA im Verbund mit dem Kriegspartner Israel gegen den Iran ist unübersehbar geworden, daß auch die jetzige Regierung die Außenpolitik in der bekannten Wild-West-Manier betreibt. Das heißt: Der Revolver ist das primäre Mittel der Politik. Statt mit anderen in Konfliktfällen zu verhandeln, erschießt man ihn lieber, den Feinde haben nichts anderes als eine Kugel verdient. Begeistert berichten die Medien der USA nun, wie viele der Regierung man schon erledigt hat und den Rest werde man auch noch töten. Vor ein Gericht die Angeklagten zu stellen, ihnen Verteidiger zuzubilligen und einen rechtsstaatlichen Prozeß zu gewähren, das ist für eine Cowboykultur einfach nur unnötige Bureaukratie: Man weiß doch, wer der Schuldige ist und den lyncht man dann einfach. So einfach geht Gerechtigkeit.
Das Völkerreecht, ja jegliches Recht kann dann völlig ignoriert werden.Niemand kann ernsthaft sagen können, daß dieser Angriffskrieg in irgendeiner Weise mit dem Völkerrecht vereinbar wäre. Es existierte weder für den Staat Israel noch für die USA eine Bedrohungssituation durch den Iran. Der rein politische Wille, die Regierung des Iran zu stürzen, um dann eine den USA und Israel genehmere einzusetzen, kann in keinster Weise als eine Legitimation dieses Angriffkrieges beurteilt werden. Aber die USA und Israel demonstrieren hier, daß sie als Mächtige über dem Gesetz und dem Recht stehen, da sie über die (Militär)Macht verfügen, zu tuen und zu lassen, was sie wollen,
Daß es nun Exiliraner gibt, die diesen Angriffskrieg gegen ihre eigene Heimat bejahen, ja gar bejubeln, zeigt aber auch, daß die Machtpolitiker der Welt überall auf Verbündete setzen können, die um selbst an die Macht zu kommen, sogar einen Krieg gegen das eigene Volk gutheißen. Wehe dem Volk, das durch so Machtgierige dann regiert werden wird..
Der Bundeskanzler als ein getreuer Lehrling des „Kanzlers der Allierten“ Adenauer legt nun auch das Völkerrecht und Recht beiseite, um der puren Machtpolitik der USA und Israels Beifall zu zollen. Überhaupt ist das die Stunde der „Transatlantiiker“, die eine zeitlang von dem Präsidenten Tump enttäuscht, nun wieder die alte USA bejubeln können: Mit Feinden verhandelt man nicht, man bekämpft sie mit dem Revolver. 1
Diese pure Machtpolitik ist nun keine amoralische, sie lebt geradezu von der Hypermoralisierung der Politik: Es gibt keine Konkurrenten, keine Konfliktparteien, sondern nur die „Bösen“, gegen die die „Guten“ ihren Krieg zu führen haben. Der Gegner ist schlechthin einfach nur der „Böse“, den es zu vernichten gilt, auch ganz wörtlich, indem man ihn tötet. „Der Zweck heiligt dabei das (jedes)Mittel“ ,ist der Grundsatz dieser hypermoralistischen Politik.
In der Welt des „Wilden Westens“ gibt es eben keine Differenzieungen: Da stehen sich einfach die Helden den „Bösen“ gegenüber, um die dann zu töten.
Die Kriegsziele sind dabei wohl noch nicht eindeutig abgeklärt zwischen den USA und Israel. Für Israel wäre ein in einem Bürgerkrieg sich selbst zerfleischender Iran die beste Option, den ein so sich selbst zerstörender iranischer Staat könnte keine Bedrohung für Israel sein, wohingegen die USA woll eher eine Regierungsübernahme durch ihnen hörige Politiker präferieren dürfte.2
Aber noch einen weit verbreiteten Irrtum korrigiert dieser Angriffskrieg, daß Kriege vorrangig von diktstorisch regierten Staaten geführt werden, demokrstische zu einer freidlicheren Politik tendieren. Die meisten Kriege nach dem 2.Weltkrieg wurden von demokratischen Staaten geführt, das kommunistische China führte keinen einzigen, der islamisch regierte Iran keinen einzigen und Rußland werden fragwürdig zwei Kriege angelastet, wobei die russische Regierung wie im Fall Afghanistans und jetzt der Ukraine immerhin behaupten kann, von souveränen Staaten zum militärischen Eingreifen aufgefordert worden zu sein – nur daß der Westen den rusischen Republiken das Recht auf eine Selbstverteidigung abspricht, da sie nicht aus dem Vielvölkerstaat der Ukraine austreten durften.
Für demoktatisch regierte Staaten ist der Krieg eben auch ein Mittel der Politik, von dem die USA besonders viel Gebrauch pflegt. Das hat auch etwas mit der Cowboymentalität des Amerikaners zu tuen, und mit der Erfahrung, seit dem inneramerikanischen Bürgerkrieg, in dem den Südstaaten ihre Seperation nicht erlaubt wurde, nie mehr selbst Kriege im eigenen Land erlitten zu haben und daß die USA dann fast alle Kriege gewann ohne schwerwiegende Eigenverluste erleiden zu müssen.
Zusatz:
Wir Deutschen sollten uns gut und reiflich überlegen, ob wir zu den USA passen, ob diese Kultur eine uns genehme sein kann.
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1Vgl hierzu die Berichterstattung der „Jungen Freiheit“ zu diesem Krieg. "Kath net" schreibt so ganz euphorisch: "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen" am 2.2.2026, trunken vor Kriegsbegeisterung.- Transatlantiker unter sich! In dem Kath net Artikel wirdgar das Ende des Völkerrechtes bejubelt: " Ganz ehrlich: Das Gerede vom „Völkerrecht“ kann kein vernünftiger Mensch mit Empathie mehr hören." Der "Tagespostkommentar vom 2,2,2026 lautet: "Nur ein Regimewechsel in Teheran und die Befreiung des iranischen Volkes könnten den israelisch-amerikanischen Krieg in der Rückschau rechtfertigen." Das heißt dann aber auch, daß jeder islamische Staat jeden nichtislamischen angreifen , ihn bekriegen darf, wenn das Ziel das der Befreiung von der Gottlosigkeit eines Säkularstaates ist. Es wäre so der Krieg aller Staaten gegen alle im Namen des Guten gegen die Wenigerguten. die säkularisierte Version des Religionskrieges,
2In Afghanistan scheiterte dies Konzept aber kläglich: Die Afghanen wollten weder russisch sozialistsch noch amerikanisch demokratisch regiert werden.
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