Grundlegendes: Was können wir über das Todsein wissen? Eine unorthodoxe Idee
Wie wäre es, befrügten wir jemanden, der schon gestorben war und wirklich tot war und der uns, neu zum Leben erweckt, darüber nun eine Auskunft geben könnte? Vom einer Person ist uns bezeugt, daß er tot war und dann nach 3 Tagen wieder auferweckt worden ist bzw auferstand. Wer, wenn nicht Jesus Christus könnte uns so Zuver-lässiges über das Todsein mitteilen? Wie stand es um ihn, nachdem er am Kreuze ausrief: „Mein Gott, warum hast Du mich verlassen!“ und bevor er dann am Ostermorgen von den Toten auferstanden sich seinen Schülern offenbarte?
Der 1.Petrusbrief klärt uns auf: Jesus ist hinabgestiegen in das Reich der Toten und hat dort den Toten das Evangelium gepredigt. (3,19 und 4,6) Diese biblische Aussage muß uns erstmal irritieren: Wie können den Verstorbene noch das Evangelium hören und wie kann ein Verstorbener noch das Evangelium predigen? Wenn der Tod die einfache Nichtung unseres Lebens wäre, wären beide Aussagen unwahr. Damit diese 2 Aussagen wahr sein können, muß der Tod etwas ganz anderes sein als diese uns geläufige Vorstellung vom Todsein.
Der Petrusbrief präzisiert nun das Todsein der Verstorbenen als ein „Gefängnis“ (3,19), in dem die Verstorbenen als „Geister“ eingesperrt sind. Das „Gefängnis“ besagt hier, daß sie nicht mehr zurückkehren können in die Welt der Lebenden, weil sie Gefangene sind. Daß sie als „Geister“ bezeichnet werden, bedeutet, daß sie als Seele in diesem „Gefängnis“ eingesperrt sind, wohingegen ihr Leib, oder was noch von ihm übrig ist,in den Gräbern liegt. Das gilt so nun auch von Jesus Christus: Sein Leib lag bis zum Ostersonntag in seinem Grabe, aber als Seele stieg er hinab in dies „Gefängnis“, sowohl als wahrer Mensch wie auch als wahrer Gott. Man darf sich seinen Kreuzestod ja nicht so imaginieren, daß er nur als Mensch starb und als Gott davon unberührt blieb.
So konnte Jesus in der Unterwelt predigen und die in der Unterwelt Gefangenen konnten seine Predigt hören! Was zeichnet nun dies Dasein in dem „Gefängnis“, der Unterwelt, wie es sehr treffend heißt, aus? Jesus selbst gibt uns darauf die klare Antwort: die Gottverlassenheit! Gott kerkert die Verstorbenen ob ihrer Sünden in dies „Gefängnis“ ein. So erleiden sie selbst ihr Todsein, das ist ihr Verlassensein von Gott. Aus dieser Haft kann Gott aber nun auch befreien und das tat er, indem er seinen Sohn am Ostermorgen aus dieser Gottverlassenheit befreite.
Die Toten sind nicht genichtet, sondern existieren nach ihrem Sterben entweder als Seele im Himmel, oder im Fegefeuer oder in der Hölle, So könnte es auch erklärt werden, wie es möglich sein konnte, daß eine Totenbeschwörerin den toten Samuel herbeirufen konnte, damit er dem König Saul sein Schicksal offenbarte.(1.Samuel 28, 3- 25) Unsere Toten sind nicht einfach tot, als wenn sie nicht mehr existierten.
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