Dienstag, 17. März 2026

Obskurantistisches zur Karfreitagsliturgie – oder wie war das mit den Juden und dem Karfreitag?

 

Obskurantistisches zur Karfreitagsliturgie – oder wie war das mit den Juden und dem Karfreitag?



Auch in der heutigen Kirche des Relativismus und des irgendwie weiß man nichts Gewisses über Gott gibt es noch unangefochtene Wahrheiten: Wie immer nun auch eine Mitschuld der christlichen Religion an dem Holocaut bestimmt wird, gilt es als Dogma, daß die Kirche keine Judenmission mehr betreiben dürfe und deswegen auch auf keinem Falle für ihre Bekehrung zum christlichen Glauben in der Karfreitgsliturgie beten dürfte. (Daß in der Ordnung der „Tridentinischen Messe“ in der Karfreitagsliturgie so gebetet wurde und wird, war und ist ja auch eines der Hauptargumente wider eine Wiederzulassung der „Alten Messe“.

Das Beten um eine Bekehrung zum christlichen Glauben sei also eine Sünde, wenn so für die Juden gebetet würde. Die Begründung ist nun wirklich so absurd, daß sie unglaublich erscheinen müßte, würde sie nicht wirklich so vertreten und das nicht nur im chritlich- jüdischen Dialog: Dem jüdischen Volke ist im Holocaust das allerschlimmste unvergleichliche Verbrechen angetan worden. Die christliche Religion habe an diesem Verbrechen eine wie auch immer näher bestimmte Mitschuld. Deswegen dürfe sie jetzt im Geiste einer „Theologie nach dem Holocaust“ keine Judenmission mehr betreiben.

Was hat denn nun der Holocaust mit der Judenmission zu tuen? Steht der Holocaust für den Vernichtungswillen des jüdischen Volkes so ist das Ziel der Judenmission das der Rettung des jüdischen Volkes durch den wahren Glauben. Ergo: Weil die Kirche irgendwie mitverantwortlich für den Vernichtungswillen des jüdischen Volkes gewesen sei, dürfe es nun nicht dies Volk durch die Mission retten wollen. Absurder geht es wirklich nicht mehr!

Wenn nun theologisch doch ein Nein zur Judenmission legitimiert werden soll, muß gelehrt werden, daß der christliche Glaube für das jüdische Volk nicht heilsnotwendig sei. Zwei Versionen sind dabei konstruierbar: Erste Version: Jesus Christus sei objektiv auch für das jüdische Volk gestorben am Karfreitag, und es bedürfte nicht des Glaubens an dies Heilsereignisses, da es ihm objektiv gälte, auch wenn es nicht daran glaubte.Zweite Version: Jesus Christus sei nur für die Heiden gestorben, dem jüdischen Volke reiche hinreichend ihre Art der Gottesverehrung zu ihrem Heile.

Beide Versionen sind nun aber weder mit dem Zeugnis der hl.Schrift noch mit der Lehre der Kirche vereinbar. Darum wird eine „Theologie nach dem Holocaust“ eingefordert, die der Lehre der Kirche, basierend auf der hl. Schrift und der Tradition widerspricht. Der Holocaust avanciert damit zu der bedeutsamsten Quelle der Lehre der Kirche, die sogar als wichiger als alle anderen Quellen, die natürliche Gotteserkenntnis, die hl. Schrift, die Tradition und die Lehre der Kirche zu bewerten sei.

Ja, die Annahme der christlichen Religion soll gar für einen Juden nicht nur etwas nicht Heilsnotwendiges sein, sondern etwas für ihn Negatives sein. Die Kirche solle ihm vor seiner Bekehrung bewahren, denn für ihn sei es besser, in der jüdischen Religion zu verharren oder als ein Atheist zu weiterzuleben als ein Christ zu werden. Der Heilnd hat so dem Saulus geschadet, ihm etwas Negatives angetan, als er ihn vor Damaskus zum christlichen Glauben bekehrte. Jesus hätte nämlich nur Heiden zu seinen Schülern berufen dürfen, da für einen Juden die christliche Religion nicht nur etwas Überflüssiges sondern gar etwas Negatives sei.

(Inzwischen ist aber die Mehrheitsmeinung selbst innerhalb der Kirche die, daß jeder in seiner Religion verharren solle, da jede wie auch die christliche ihm ein Weg zu seinem Heile sei und daß selbst ein Atheist das Heil erlangen könne, lebte er nur nach seinem Gewissen!)

Eine weitere eigentümliche Konsequenz des Holocaustes ist nun das Dogma, daß Juden immer nur als Opfer von Gewalt und niemals als Täter anzusehen seien. Deswegen muß nicht nur in den Karfreitagspredigten die Alleinschuld des Römischen Staates an der Hinrichtung Jesu herausgearbeitet werden und die völlige Unschuld der Juden, vielleicht mit der Ausnahme von den machtgierigen jüdischen Klerikern.(Das war auch einer der Hauptgründe der Verdammung des Filmes: „Die Passion“ von ;Mel Gibsen, daß sein Film sich an dieser einseitigen Schuldzuweisung nicht hielt. Ich möchte diesen Film gern als Karfreitagsfilm empfehlen: Er ist der beste Jesusfilm, der je gedreht wurde!) Bis zum jetzigen Angriffskrieg Israels im Bunde mit den USA gilt: Nie sind Juden Schuldige und alles, was sie tuen, ist gut, denn sie sind die Holocaustopfer, So wird dann auch die Geschichte zwischen der Synagoge und der Kirche vereinseitigt zu der der unterdrückerischen Kirche der Synagoge gegenüber, die immer nur das Opfer eines christlichen Antijudaismus geworden sei. Eigentlich müsse der „Märtyrer“ Stephanus schon selbst die frommen Juden so provoziert haben, daß sie nicht für die Steinigung des Stephanus verantwortlich zu machen seien.

Das Befremdlichste dabei ist aber: Wenn die christliche Religion für einen Juden etwas Negatives ist, wie kann dann diese Religion für andere etwas Gutes sein? Sollte sie etwa für jeden Menschen etwas Nichtgutes sein, das er so von sich abschütteln sollte? 

Corollarium

Ein großes Unrecht wird dabei aber auch dem Hohepriester Kaiaphas angetan, indem verkannt wird, daß er am Sühnopfertod Jesu Christi konstitutiv  beteiligt war als der Priester, dessen Aufgabe die Darbringung des Entsühnungsopfers war, daß eben das Priestertum Jesu nicht im Lichte des Priestertumes des Alten Bundes begriffen wird und sein Priestertum wiederum uns erst das Priestertum des Alten Bundes begreifen lehrt. Im Neuen Bund gibt es Priester, weil am Karfreitagsopfer gerade der Priester Kaiaphas konstitutiv beteiligt war und Jesus das Opfer nicht allein vollzog. Deswegen setzt Jesus das Priestertum ein, damit auch fernherin die Kirche an seiner Opferung beteiligt ist, aktiv und nicht nur empfangend.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen