Eine Aufklärung über ein populäres Mißverständnis der Fastenzeit
Eigentlich wollte Anton A ja schon längst den Rat seines Lungenarztes befolgen, das Rauchen aufzuhören und täglich hört er ja auch zehn Mal auf nur daß er dann auch zehn Mal wieder anfängt mit dem Rauchen: Ein bißchen Tabakgenuß wird man sich doch noch gönnen dürfen! Aber in der vorösterlichen Fastenzeit, da soll und wird das dann anders: 40 tabakfreie Tage! Fasten ist also, wenn ich mich dazu durchringe, auf etwas mir Schadendes wenigstens 40 Tage zu verzichten und die Krönung des Fastens wäre es dann, wenn ich dann gar stattdessen 40 Tage lang etwas wirklich Gesundes und Gesundmachendes esse, etwa statt dem Schweinsbraten nur noch Bio-Öko-Salate zu mir nehme.
Aber es soll natürlich nicht nur um das Essen und Trinken gehen: Auch darüberhinaus könnte ich mich Schädigendes aussetzen, nur halb so viel Zeit im Internet surfen und lieber doppelt so viel Zeit mit meiner Famllie kommunizieren.
Dies Modell des Versichtens auf etwas mir nicht gut Tuendes und daß stattdessen ich mir Gutes dann tue, läßt sich nun mit den vielfältigten Materialien anfüllen, was denn irgendwie mir nicht gut täte und was ich stattdessen an mir Gutem tuen könnte. Eines fehlt mir aber auf, daß ich noch nie als einen Fastentipp gelesen habe:öfters zur hl. Messe zu gehen, täglich den Rosenkranz zu beten,,,aber das ist wohl zu „religiös“.
Nur ist dies Fastenverständnis eine einzige Persiflage auf das, was ein Fasten im religiösen Sinne meint! Will man die Praxis des Fastens begreifen, müßten diese Vorstellungen geklärt werden, um dann in diesem Vorstellungsraum diese Praxis überhaupt begreifen zu können: Erstens straft Gott unsere Sünden, entweder in unserem Erdenleben oder jenseitig. Zweitens: Gott ist einerseits ein gerecht Strafender aber er ist auch ein gnädig Vergebender. Drittens: Das Fasten ist nun ein Akt des Sichselbstbestrafens, wenn der Faster somit seine eigenen Sünden büßt oder ein Sühnopfer, wenn er so die Sünden anderer büßt. Viertens: Die Quantität der Selbstestrafung ist weit geringer als die, die gerecht von Gott zu erwarten wäre, es ist von der Qualität her eine Strafe, aber von der Quantität her keine ausreichende zur Abbüßung der Sünde. Fünftens: Gott nimmt gnädig die im Verhältnis zur begangenen Sünde zu geringe Selbstbestrafung als ausreichend an.
Sechtens wird dann noch zusätzlich Gutes getan, um so darüberhinaus Gottes Wohlgefallen wieder zu gewinnen.
Das Fasten und das Tuen von guten Werken hat so direkt überhaupt nichts mit einem mir Gutes Tuen und mir Schädigendes Verzichten gemein, und wenn dann nur indirekt: Wenn Gott mir meine Sünden verzeiht, ist er mir wieder gut.
Aber all das sind theologische Vorstellungen, die die Theologie und dann auch die Kirche seit dem 2.Vaticanum völlig aufgegeben hat: Wenn Gott nur noch als die „unbedingte Liebe“ vorgestellt wird, die immer nur zu uns sagt: „Dich habe ich lieb!, egal wie schlimm Du auch sündigen magst“, dann kann das Fasten nichts Sinnvolles mehr sein. Es wird zu einer absurden Praxis, dem Beschluß, auf mich Schädigendes eine Zeit lang zu verzichten und stattdessen mir Guttuendes zu gewähren!
Zu diesem Gottesverständnis gehört dann auch konstitutiv die Bestreitung der Glaubenswahrheit, daß Jesus Christus am Kreuze für unsere Sünden gestorben ist, denn Gott als die Nurliebe strafe keinen Menschen, schon gar nicht seinen eigenen Sohn"
Merke: Wer 40 Tage auf den Tabakkonsum verzichtet und kein Tröpfchen Alkohol zu sich nimmt in der Intention, so für sich Gutes zu tuen, der fastet nicht.
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