So geht es nicht: Fremdenfeindlichkeit und religiöse Intoleranz in der Bibel, oder wie der weise König Salomo verunglimpft wurde!
Das 11. Kapitel des zweiten Buches der Könige ist eine einzige Diffamierung des theologischen Fortschrittes des 2.Vaticanumes und ein einziges Manifest antichristlicher Fremdenfeindlichkeit.
Da steht gleich im ersten Vers geschrieben: „Der König Salomon aber liebte viele ausländische Frauen“. Nicht, daß ihm hier seine Liebe zu den vielen Frauen zum Vorwurf gemacht wurde, einem König billigt die Bibel schon viele Frauen zu1,sondern daß es „ausländische“ waren, war das Skandalöse. Den (angeblich) sagte Gott über diese „ausländischen“ Frauen: „Gehet nicht zu denselben ein,und lasset sie nicht zu euren Frauen eingehen; denn sie werden eure Herzen sicherlich abwendig machen,daß ihr ihren Götzen folgt.“
(Vers 2): Die fremden Frauen verführen die Männer, wenn sie diese lieben zu den falschen Göttern. Darum soll jeder Jude den ausländischen Frauen aus dem Wege gehen, denn, liebt er sie, werden sie ihn verführen. So geschah es gar dem weisen König Salomon: „An diesen (den „ausländischen“ Frauen) hing Salomon mit brennender Liebe.“ (Vers 2)
Das ist doch pure Ausländerfeindlichkeit, denn dieser Text suggeriert doch, daß das ihm mit einheimischen nicht passiert wäre, daß er sich durch seine brennende Liebe dazu verführen ließ, für jeden der Götzen, den eine seiner „ausländischen“ Frauen verehrte, in Jerusalem einen Tempel zu bauen! (Vers 7f)
Nun wissen wir aber, daß hier diese Frauen doch nur auf ihr Recht der freien Religionsausübung insistierten und daß dieses Recht der weise König Salomon respektierte. Er hinderte sie dabei nicht nur an ihrer Religionsausübung sondern ermöglichte ihnen auch, ihr Recht auszuüben. Er erbaute für sie, für jede Religion einen angemessenen Ort der jeweiligen Gottesverehrung. Ja, der König nahm selbst an den anderen Gottesverehrungen teil. Die Bibel erhebt nun deswegen den Vorwurf, der König sei nicht mehr dem Gott Israels so treu geblieben. (Vers 9). Gott soll gar dem König deswegen gar gezürnt haben. (Vers 9).
Das ist natürlich ein völliges Fehlurteil, denn erstens kann Gott gar nicht zürnen, da er die Liebe und nichts als die Liebe sei, die es ausschließt, daß er einem Menschen zürnen könne und zweitens wird ja in jedem Gott jeder Religion immer nur der eine wahre Gott verehrt. Alle Religionen sind ja Wege zu dem einen wahren Gott. Daß hier von Götzen geschrieben wird, zeigt nur, daß hier noch ganz verhaftet im vorkonziliaren Denken zwischen der wahren und den falschen Religionen unterschieden wird, statt jede Gottesverehrung als eine wahre zu bejahen und wie König Salomon tatkräftig zu unterstützen.
König Salomon ist so uns ein Vorbild der Überwindung jeglicher Fremdenfeindlichkeit und einer Befürworter der Religionsfreiheit, der in jeder von einer seiner geliebten Frauen praktizierten Religionen einen Weg zur Wahrheit erkannte: Denn nur die Liebe öffnet uns den Weg zur Wahrheit, den diese Bibeltext völlig verkennt.
1In Berlin spendete eine evangelische Pfarrerin einer Gruppe von Homosexuellen ja schon den Ehesegen, um so auch der Polygamie eine Heimat in dieser Kirche zu gewähren, denn Liebe kann doch keine Sünde sein.
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