Mittwoch, 19. August 2026

Ist die Menschenwürde der Zentralbegriff der christlichen Religion? Eine Kritik

 

Ist die Menschenwürde der Zentralbegriff der christlichen Religion? Eine Kritik



Gott liebe jeden Menschen, da er den Menschen erschuf und nun sein Geschöpf liebe. Das konstituiere die Menschenwürde. Die Botschaft der Kirche wäre so die Verkündigung der Menschenwürde und der davon abgeleiteten Menschenrechte, aber sie solle das nicht nur verkündigen, sondern auch für dafür sich engagieren, daß auf der ganzen Welt der Mensch menschenwürdig leben könne und seine Rechte respektiert werden. So könnte die Zentralbotschaft dieses Verständnisses der christlichen Religion erfaßt werden. Dies Verständnis habe dann noch den Vorzug, daß alle monotheistischen Religionen sich auf diese Kernbotschaft im interreligiösen Dialog einigen können, um gemeinsam dann dafür sich einzusetzen. (Nur stören leider fundamentalistische Strömungen in allen Religionen dies humanitaristische Anliegen aller monotheistischen Religionen.)

Wenn dies Verständnis wahr wäre, dann müßte doch der Schöpfergott selbst zuvörderst den Menschen, jeden und alle Menschen gemäß dieser Menschenwürde behandeln! In der Sintflut tötete Gott alle Menschen bis auf die acht der Arche Noah ob ihrer Sünden. Ist diese biblische Aussage mit der These der Menschenwürde als dem Zentrum der christlichen Religion vereinbar? Wie viele kleine Kinder wurden in dieser Sintflut ertränkt, deren Tun und Lassen ihnen nicht als eine Sünde anrechenbar gewesen war, da sie noch unmündig waren. Laut dem deutschen Grundgesetz soll gar die Todesstrafe der Menschenwürde widersprechen und Gott tötete hier die ganze Menschheit außer den Achten.

Mit den Menschenrechten ist das Gericht Gottes über uns Menschen ebenso unvereinbar, offenbart uns doch Gottes Sohn darüber: „Wer glaubt und getauft ist, wird gerettet werden, wer nicht glaubt, wird verdammt werden. Mk 16,16. Die Menschenrechte dagegen sagen, daß kein Mensch ob seines Glaubens, seiner Religion diskriminiert werden dürfe, also darf das Gericht Gottes so nicht vollzogen werden, da hier Gott ganz und gar gegen die Intention der Menschenrechte, die Religion für gleichgültig zu erklären, verstößt.

Das Zentrum der christlichen Religion bildet die Großerzählung von Gott, der den Menschen erschuf, von des Menschen Sündenfall und wie Gott den Menschen dann erlösen will durch das Erlösungswerk Jesu Christi und dessen Vermittelung durch die Kirche.Seine Würde ist so eine durch sein Sündigen gefährdete, der Mensch steht als von der Wahrheit Abgefallener, auf Erden Exilierter und somit Erlösungsbedürftiger im Vordergrund.All das bringt die Kaprizierung auf die Menschenwürde und seine Rechte zum Verschwinden. Stattdessen steht hier der gesunde starke Mensch im Zentrum, den aber oft die gesellschaftlichen Verhältnisse daran hindern, sein Menschsein, seine positiven Potentiale zu verwirklichen. Der Mensch müsse deswegen in seiner einzigartigen Personalität in das Zentrum der Gesellschaft gerückt werden, damit sie eine humane wird, die so der Menschenwürde gerecht werden würde.

Hier gibt sich die christliche Religion vollständig als eine Erlösungsreligion auf, um als ein Humanistenverein weiterleben zu wollen! 

Außerdem: In jeder monotheistischen und somit auch in der christlichen Religion bildet Gott das Zentrum und alles andere ist nur relevant  in seiner Relation von, in und zu Gott. 

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