Wer über die Krise der Kirche ernsthaft schreiben will, darf über den Relevanzverlust Gottes nicht schweigen- oder Ratlosigkeit
„Wann haben wir aufgehört, Gott zu vermissen?“ frägt der kath net Artikel "Die Hölle ist der Ort der größtmöglichen Gottesferne“ am 29.7.2026 und stellt damit die gewichtigste Frage zur aktuellen Krise der christlichen Religion. Geradezu naiv wirkt dagegen die gegenwärtige innerkirchliche Reformdebatte mit ihren schon längst verstaubten Parolen der Demokratisierung der Kirche, der Forderung nach der Einführung des Frauenpristertumes und der Forderung: „Sex für alle!“, als wenn dadurch die christliche Religion wieder in unserem Lande verlebendigt werden könnte. Das Zentrum der christlichen Religion ist nun mal der sich in Jesus Christus offenbart habende dreieinige Gott und sein Jesu Christi Erlösungswerk.
In Anlehnung an Martin Heideggers Geschichte der Seinsvergessenheit bräuchte es einer Rekonstruktion der Geschichte der Gottvergessenheit: „Wie kam uns Gott abhanden?“ Der Philosoph Hegel konnte noch urteilen,daß der einzige Gegenstand des Denkens Gott sei und daß die Religion mit ihrer Theologie und die Philosophie sich nur in verschiedener Weise dieses Gegenstandes annähmen. Heute interessiert fast jede Frage mehr als die nach Gott: Ist er, wie ist er und was ist er für uns? Die Antworten auf diese Fragen finden kaum noch Leser. Es ist ja nicht so, daß es keine Antworten auf diese Fragen gäbe,daß der Reichtum der gegebenen Antworten nicht ganze Bibliotheken anfüllte, aber wer sucht noch die Archive auf, in denen die Antworten gesammelt einstauben?
Es scheint so zu sein, daß der Diskurs über Gott sich erschöpft hat, daß eben alle möglichen Antworten schon gegeben worden sind und man nur noch schon gegebene nur noch zitieren kann, weil allem dazu schon Gedachtem nichts mehr hinzufügbar ist.
Auf der anderen Seite stößt selbst unter Theologiestudenten, zumindest nach meinen Beobachtungen die Gotteslehre kaum noch auf ein Interesse und geliebt wird das Fach „Dogmatik“ schon gar!
Außer Stande sehe ich mich nun, eine zureichende Erklärung für dies Desinteresse an Gott zu geben, aber es ist wohl schon etwas gewonnen, wenn der Kern der heutigen Krise so benennbar ist: Wir tapsen nicht im Dunklen! Einer großen Anstrengung des theologischen Denkens bedarf es dazu.
Ich werde zukünftig versuchen, dazu vorläufige fragmentarische Erwägungen zu schreiben
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