Mittwoch, 6. Juli 2016

Ein abgestumpfer und geschichtsvergessener Kommentar zum Brexit auf Kath de

"Die britischen Brexit-Wähler stehen nicht allein. In vielen europäischen Ländern haben in den letzten Jahren Parteien an Einfluss gewonnen, die die EU aufgeben wollen. Mit großenteils unsinnigen Argumenten geißeln sie angebliche Brüsseler Vorherrschaft und Einmischung. Was sie offenbar nicht sehen, ist die friedensbewahrende Wirkung der Europäischen Einigung. Das heißt, das Wichtigste sehen sie nicht.Wie abgestumpft und geschichtsvergessen muss man sein, wenn es so weit gekommen ist?!"So kommentiert K. Gerhard in Standpunkt : Abgestumpft und geschichtsvergessen den Ausstieg Englands aus der EU-Vormundschaft auf Kath de vom 6.7. 2016. Gut, das Übliche an Polemik gegen den aktuellen englischen Mißbrauch des Selbstbestimmungsrechtes des Volkes. Daß die Argumente der Befürworter einfach "unsinnig" sind, erspat dem Kommentator jede Auseinandersetzung mit ihnen. Stattdessen beschimpft er die Unterstützer als "abgestumpft und geschichtsvergessen". Ist es nicht befremdlich, auf was für einem dürftig rein polemischen Niveau hier auf der offiziellen Seite der Internetseite der Katholischen Bischofskonferenz Stimmung gemacht wird gegenüber mehr als 50 Prozent der englischen Wähler! 
Aber wer Splitter an Abgestumpftheit und Geschichtsvergessenheit in den Augen seiner Nächsten sieht, der möge doch bitte dem Rat Jesu Christi befolgen, und erst den Balken seiner eigenen Abgestumpftheit und Geshichtsvergessenheit betrachten! Wie war das denn noch mit dem friedensbewahrenden Charakter der EU bei dem Angriffskrieg auf Jugoslawien? Oder ist dieser Krieg schon vergessen! Hat der Kommentator dann auch die Gründungsintention der EU ganz vergessen, als Ergänzung zur NATO die ökonomischen Voraussetzungen dafür zu schaffen, einerseits sich gegen den sozialistischen Ostblock verteidigen zu können und andererseits offensiv die Ostblockstaaten wieder in die kapitalistische Weltordnung zu reintegrieren? Hat der Kommentator vergessen, daß wir den Frieden bis 1989 primär dem atomaren Patt zwischen der UdSSR und den USA zu verdanken haben und nicht einer plötzlichen Liebe zum Frieden? Hat der Kommentator vergessen, daß nur uns Deutschen - nach zwei verlorenen Kriegen nur zu verständlich- der Krieg kein Mittel der Politik mehr sein sollte, aber alle anderen Krieg weiterhin als Mittel der Politik bejahten?
Und übersieht er gänzlich, daß die jetzige Einkreisungspolitik gegen Rußland und die Einverleibung der Ukraine in den freien Westen aggressive Akte gegen Rußland sind, daß hier mit dem Feuer gespielt wird, ja ein Krieg gegen Rußland nicht mehr 100 prozentig ausgeschlossen wird? 
Nein, der Friede zwischen den westeuropäischen Staaten gründete sich bis 1989 ausschließlich in dem Projekt der gemeinsamen Feindschaft gegen die Sowjetunion! Nichts verbindet mehr als ein gemeinsamer Feind! Wer hier von "Friedensliebe" redet, ist eben völlig geschichtsvergessen! Und es ist kein Zufall, daß nach dem Wegfall des gemeinsamen "Feindes" die jeweiligen Nationalinteressen der Völker Europas dem EU-Projekt jetzt zuwiderlaufen und man über eine Auflösung der EU nachdenkt, gerade in geschichtsbewußten und selbstbewußten Nationen!  
Nur politisch korrekt Deutsche sehen in der Subordinierung ihres Volkes unter die Eurokratenherrschaft etwas Gutes! Sie sehen ein Friedesprojekt, wo es doch nur eine aggrssive auf Expansion und Unterwerfung intendierende Organisation ist, unter dem Hegemon USA! Der Name spricht dafür schon Bände, wenn ein paar westeuropäische Staaten sich anmaßen, sich Europa zu nennen unter Ausschluß aller osteuropäischen Staaten und Rußlands, einem immer zu Europa dazugehörendem Lande, aber mit dem Anspruch, auch für sie zu sprechen als Ganzeuropa.                      

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