Sonntag, 5. April 2026

Ostern – eine verblassende Botschaft

 

Ostern – eine verblassende Botschaft



Über oder zu Ostern etwas zu schreiben, stellt jeden Theologen und somit auch mich vor ein ernstes Problem: Kann ich da noch irgendetwas schreiben, was nicht schon zigfach geschrieben worden ist und oft auch besser, als ich es kann? „Dinner for one“ schauen Millionen und auch ich jedes Jahr zu Sylvester und jedes Jahr begeistert dies Theaterstück. Müßte uns die Osterbotschaft nicht viel mehr begeistern?

Könnte es gute Gründe für diese verblassende Ausstrahlungskraft des Osterevangeliumes geben? Wer nicht glauben kann oder will, daß Jesus von den Toten Ostern auferweckt worden ist, den kann die Osterbotschaft nicht begeistern. Wer nun glaubte, daß dieser Jesus von Nazareth wohl auferweckt worden ist, daß das aber nur für ihn gälte, wie auch Hennoch und der Prophet Elia ohne zu sterben in den Himmel entrückt worden sind aber es deswegen keine Hoffnung für uns gibt, ebenso in den Himmel aufenommen zu werden, und wir weiterhin stattdessen sterben müßten ohne eine Hoffnung auf ein ewiges Leben, wie sollte den Ostern begeistern können?

Aber ich hege noch einen anderen Verdacht. „Der Münchner im Himmel“ destruiert doch die christliche Hoffnung viel effektiver: Es kann für uns Menschen gar nicht erstrebenswert sein, ewig im Himmel zu leben. Unser Erdenleben, das ist viel schöner. Denn ein ewiges Himmelsleben, wenn die Ewigkeit als unbegrenzte Zeit verstanden würde, wäre uns ein langweiliges Leben und wenn das ewige Leben als ein zeitloses verstanden wird, dann ist es von einem ewigen Todsein nicht unterscheidbar. Unsere Epoche ist eine der Dekadenz, des geschwächten Willens zum Leben, sodaß die Botschaft von einem ewigen Leben keine Begeisterung hervorrufen kann.

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