»Gott will es« oder der Krieg als ein Mittel der Religion(spolitik)
Die „Junge Welt“ meldet am 28.März 2026 unter der obigen Überschrift: „USA: Evangelikale in der Trump-Regierung wollen die Streitkräfte zum Heer von Glaubenskriegern umbauen – ohne »dumme Rules of Engagement«“.
Näherin wird dazu dann ausgeführt: „US-Kriegsminister Pete Hegseth inszeniert sich seit Beginn des Iran-Kriegs als Vollstrecker göttlicher Vorsehung. »Gelobt sei der Herr, mein Fels, der meine Hände geschickt macht für den Kampf, meine Finger für den Krieg«, las er aus Psalm 144 des Alten Testaments bei einer Pentagon-Pressekonferenz und versprach, »Tod und Zerstörung« auf die Feinde herniederregnen zu lassen. Hegseth, Träger von Tattoos mit dem Jerusalemer Kreuz und dem Schlachtruf der Kreuzfahrer »Gott will es«, betonte bei einem nationalen Gebetsfrühstück, dass die »Krieger« der USA nicht nur mit dem »Arsenal der Freiheit«, sondern auch mit dem »Arsenal des Glaubens« bewaffnet seien.“
Weiterhin heißt es da: „Dass die Trump-Regierung die Option beansprucht, die Fesseln der Haager und Genfer Abkommen sowie der Zusatzprotokolle zu sprengen und einer Kriegführung unbeschränkter Rücksichtslosigkeit nachzugehen, hat ihr Kriegsminister bereits im Fall Iran deutlich gemacht: »Das sollte nie ein fairer Kampf sein, und es ist kein fairer Kampf. Wir schlagen sie, während sie unten sind«, verkündete Hegseth Mitte März auf einer Medienkonferenz.“
Unüberlesbar ist hier der „Feind“ keiner in dem politischen Sinne sondern einer in einem religiösen, den es nun nicht zu besiegen gilt,um politische Ziele zu erreichen, sondern um ihn zu vernichten. Gegen den „Feind“ im religiösen Sinne können und dürfen dann auch alle rechtlichen Bestimmungen, warum und wie dann ein Krieg erlaubt zu führen ist, ad acta gelegt werden. Das ist nun kein Anwendungsfall der moraltheologisch äußerst problematischen Maxime: „Der Zweck heiligt die Mittel“, denn diese Maxime impliziert, daß so politische Ziele realisiert werden sollen. Aber das Ziel der Vernichtung des „Feindes“ ist kein politisches Ziel. König Saul wurde der Sünde bezichtigt durch den Propheten Saul, weil er den kriegsgefangenen König nicht getötet hatte. Der Prophet tötete ihn dann. Das Volk hätte den Krieg nicht führen dürfen, um Beute zu machen, sondern um den „Feind“ zu vertilgen.
Der KI informiert uns zu dieser Causa:
„In der biblischen Erzählung (1. Samuel 15) ist der gefangene König, den Saul nicht tötet, König Agag von Amalek. Obwohl Gott Saul durch den Propheten Samuel den ausdrücklichen Befehl gegeben hatte, das Volk der Amalekiter und all ihren Besitz vollständig zu vernichten (den sogenannten "Bann" zu vollstrecken), hielt Saul sich nicht strikt daran.
Die Details des Ungehorsams
Schonung von Agag: Saul nahm König Agag lebendig gefangen, anstatt ihn wie befohlen zu töten.
Schonung des Viehs: Saul und sein Volk verschonten zudem die besten Schafe, Rinder und das Mastvieh, während sie nur das minderwertige Gut vernichteten.
Begründung: Saul behauptete später gegenüber Samuel, das Volk habe die besten Tiere verschont, um sie Gott zu opfern. Bibelkommentatoren vermuten jedoch auch andere Motive, wie etwa die Hoffnung auf Lösegeld für Agag oder schlichten Eigenwillen.
Die Folgen
Dieser Ungehorsam markiert den Wendepunkt in Sauls Herrschaft:
Verwerfung durch Gott: Samuel erklärte Saul, dass Gott ihn als König verworfen habe, weil "Gehorsam besser ist als Opfer".
Samuels Handeln: Da Saul seinen Auftrag nicht ausführte, ließ Samuel Agag zu sich kommen und tötete den gefangenen König eigenhändig.
Ende der Dynastie: Gott entzog Saul seinen Geist und ließ Samuel später David zum neuen König salben.“
(Kleine private Anmerkung: je öfter ich den KI befrage, desto mehr nimmt meine Zufriedenheit mit ihm zu! Er ist einfach gut!)
Klarer kann das Spezifische eines religiös fundierten Krieges mit einem politisch geführten nicht distinguiert werden: Der politische will den Besiegten beherrschen,ihn dabei ausnutzen, die simpelste Gestalt ist dabei die des ihn Beraubens und Ausplünderns, der religiöse will die Vernichtung des Feindes und verschmäht dabei gar jedes Beutemachen.
Die amerikanische Regierung im Bunde mit Israel will so den „Bann“ an den Iran vollziehen und deswegen werden die Staatsmänner des Iran auch einfach gelyncht.Es bedarf gegen so einen „Feind“ einfach keines fairen Gerichtspozesses: Er ist einfach wie der König Agag zu töten.
Für die Moderne galt die Emanzipation der Politik von der Religion als die kulturelle Leistung der Aufklärung, die nun postmodernistisch durch die jetzige amerikanische Politik ad acta gelegt wird: Jetzt avanciert der Krieg zu einem Mittel der Religion, den „Feind“ im religiösen Sinne zu vernichten.
Zusatz:
Gott ist allein vollkommen gut, der Teufel allein vollkommen böse.Uns Menschen ist es so nicht gegeben, so vollkommen gut wie Gott oder so vollkommen böse wie der Teufel zu sein, wir sind eben stets Grauwesen, ein Gemisch aus Weiß und Schwarz. Wo so relative Gegensätze des politischen Diskurses durch die Verteufelung des „Feindes“ verabsolutiert werden, da endet das mit dem Vernichtungswillen des Feindes, weil der wahre Feind mit feindlich gesonnenen Menschen verwechselt wird.
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