Wäre uns dies Votum aus Nietzsches Mund nicht schon zu bekannt und vertraut „Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder? Das Heiligste und Mächtigste, was die Welt bisher besaß, es ist unter unseren Messern verblutet.“,wir würden kopfschüttelnd dies als eine völlig absurde Behuptung abtuen.Götter unsd schon gar nicht der Gott der christlichen Religion, wir glauben ihn als allmächtig, können nicht von Menschen getötet, gemordet werden.
Dann könnten wir diese Behauptung des Gottesmordes„Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder? Das Heiligste und Mächtigste, was die Welt bisher besaß, es ist unter unseren Messern verblutet.“ als eine atheistische Proklamation deuten: Es habe nie einen Gott gegeben und das haben wir nun erkannt. Es wäre dann kein jubelnder Atheismus sondern einer, der selbstkritisch sich befrägt: Können wir wirklich ohne einen Glauben an Gott leben? Aber töten kann man nur etwas, das vordem gelebt hat- ein nur im Glauben "existierender" Gott ist kein lebender, ihm wohnte nur ein Scheinleben inne.
Könnte es sein, daß völlig unanhängig von der Autorenintention diese Aussage, die nun zu uns gekommen ist wie eine in eine in einen Fluß geworfene Flaschenpost eine Wahrheit enthalten könnte, an die dieser Philosoph selbst nicht gedacht hat?
Mein Deutungsversuch: "Gott bleibt tot!" negiert das Osterwunder, daß Jesus Christus als der Sohn Gottes nach seinem Tode wieder auferweckt worden ist bzw wieder auferstanden ist. Am Karfreitag ist Jesus Christus als wahrer Gott und nicht nur als ein Mensch getötet worden. Seine Mörder waren Menschen, die Verantwortlichen sind benennbar. Das Unmögliche ist so möglich geworden. Menschen könnten diesen Gottessohnmord nicht vollbringen, wenn Gott selbst ihnen dazu nicht die Macht gegeben hätte. Das nun bezeugt das Neue Testament: Gott wollte den Kreuzestod seines eigenen Sohnes und befähigte Menschen dazu, diesen auch zu erwirken.
Was bedeutet dann das Todsein? Hier stoßen wir notwendig auf eine eigentümliche Paradoxie: Nur wer unsterblich ist, kann seinen Tod als seinen sich selbst zuschreiben, ihn als den seinigen erleben. Dächten wir den Tod als eine pure Nichtung des Menschen, gälte: "Wenn ich bin, ist der Tod nicht und wenn der Tod ist, bin ich nicht, ergo kann es meinen Tod nicht geben" Nur aus einer Beobachterperspektive kann der Tod eines Menschen ausgesagt werden. Nur wenn das Ich im Tode nicht einfach negiert wird, kann es den Tod als den seinigen sich zuschreiben. Das Sterben ist also der Pozeß der Trennung der Seele von dem Körper, die dann ihr Todsein als sie Betreffendes überhaupt wahrnehmen kann. Am Kreuze ruft Jesus aus: "Mein Gott, warum hast Du mich verlassen!" Dies Verlassensein ist der Tod Jesu. Er stieg wirklich hinab in das Reich des Todes, des Ortes des Verlassenseins aller Dortigen von Gott. Bis Ostern hielt Jesu Christi Gottverlassenheit an, denn das war sein Todsein. Nur so gedacht, wird Jesi Christi Tod ernsthaft gedacht.
Aber Nietzsches: "Gott bleibt tot!", das widerlegt das Osterevangelium:Gott erweckte seinen Sohn, das heißt: Er wandte seine Liebe ihm wieder zu und Jesus stand auf von den Toten, das heißt: Er wandte sich wieder der Liebe seines Vaters zu.
Das wahre Leben ist das, das Gott liebt und das ihn wiederliebt, die Sünde ist das Gottes Liebe sich verweigernde Leben, das im Tode endet, in dem Gott Nein zum Sünder sagt und er bis zum Ende sein Nein zu Gott aufrechterhalten hat.
Aber mit Nietzsche können und müssen wir nun auch sagen: Wir haben Gott getötet, indem unsere alle Sünden ihm den Tod am Kreuz erbracht hat. Das ist sicher nicht die Aussageintention dieses großen Philosophen, aber vielleicht verbirgt sich in seinem Denken mehr an Wahrheit als ihm selbst bewußt war.
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