Dienstag, 21. April 2026

Spurensuche: Vorstellungen von einem postmortalen Leben

Von den Indianen heißt es: sie "haben den Glauben,daß wer ohne Scalp ,ohne Waffen und richtiges Begräbniß aus diesem Leben geht,dort nicht in die ewigen Weidegründe gelangen kann." Karl May.Waldröschen,Bd 1,Erste Abtheilung.Lebendig begraben, S.698.Der Autor bezeichnet hier diese Indianer als "Wilde".da sie nicht zu den christianisierten gehören. So sei der Glaube der indianischen Religion. 

Auf Seite 688 heißt es dazu ergänzend: "Er wird nicht in die ewigen Jagdgründe kommen,denn er wurde von den Thieren gefressen."  "Seine Seele wird bei den unglücklichen Schatten wandeln,die sich vor Kummer und Unmuth verzehren.Der Apache ist verflucht in diesem und im anderen Leben."

Es gibt also auch in dieser Religon die Vorstellung von einem postmortalen Leben und mann glaubt, daß wie man in diesem Leben gelebt hat, die Qualität des postmortalen Lebens bestimmt, ob ein Indianer eingeht in die "ewigen Jagdgründe" oder ein unglückliches Schattendasein führen wird.

Kann diese Vorstellung als eine Invariable aller Religionen angesehen werden und eben nicht als ein Sondergut der christlichen? Drängt sich da nicht der Verdacht auf, daß der Glaube an die Endgültigkeit des Todes eine Hervorbringung dekadenter Zeiten ist,Zeiten des geschwächten Willens zum Leben?

Zudem müßte nicht der Glaube an die Endgültigkeit des Todes fatale Folgen für die Sittlichkeit zeitigen, da egal wie ein Mensch gelebt hat, sein Ende immer das gleiche ist: sein Todsein?

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