Donnerstag, 23. April 2026

Was sind die Bedingungen dafür, daß eine Religion wahr sein kann? Ein Versuch einer Kriteriologie

 Die zu eruierenden Bedingungen dürfen nun nicht selbst einer empirisch vorfindlichen Religion entnommen werden, sondern sind spekulativ zu entwickeln, um dann daraufhin vorhandende Religionen zu untersuchen.

Meine These: Eine Religion kann nur wahr sein, wenn erstens die Existenz eines oder mehrerer Götter vorausgesetzt wird, die sich nicht gleichültig zu uns Menschen verhalten und die auf unser Verhalten ihnen gegenüber different reagieren können. Damit Gott oder die Götter recht verehrt werden können.muß uns Menschen die rechte Verehrung irgendwie durch eine Offenbarung vermittelt werden.Allein durch die menschliche Vernunft ist die rechte Gottesverehrung nicht erkennbar, da ja nicht gewiß sein kann,ob sie vernünftig verehrt werden wollen.

Die Kommunikation, und eine Religion ist nun mal eine Kommunikation zwischen dem einen bzw den vielen Göttern und uns Menschen ist eine asymmetrische: Nur der Mensch kann sündigen,nicht der Gott oder die Götter,nur der Mensch kann einen Gott bitten,nicht ein Gott einen Menschen. Die religiöse Kommunikation ist primär die des Kultes, sekundär eine private. Diese Asymmetrie hat Folgen für die Weise des Kultes, daß der Mensch in ihr Bitt-und Dankopfer darbringt, Entsühungsopfer und Freundschaftsopfer, da das eine menschliche Möglichkeit ist, diese asymmetrische Kommunikation zu gestalten.  

Hiermit ist nicht viel, aber doch einiges für eine Kriteriologie der wahren Religion gewonnen. Schön wäre es,könnte unabhängig von Gottes Offenbarung ergründet werden, daß nur eine monotheistische Religion wahr sein könne oder gar nur eine, die Gott als eine Dreifaltigkeit denkt, aber dafür sehe ich keine Möglichkeit. 

Aber es ist nun zu urteilen, daß eine Religion, die diese Bedingungen nicht erfüllt,keine wahre sein kann. So darf gefragt werden,ob die jüdische Religion,indem sie auf das religiöse Zentrum des Alten Bundes, den Tempelkult verzichtet, bis heute ist in Jerusalem kein neuer Tempel errichtet worden,obgleich den der Alte Bund verlangte, eine wahre Religion sein kann? Der Synagogengottesdienst ist ja nur im babylonischen Exil konstruiert worden als einen Ersatz für den dort nicht möglichen Tempelkult. Auch kennt der Islam  keinen Tempelkult. Man kann nun gar anfragen,ob nicht die reformatorischen Kirchen die christliche Religion entwahrheiten, da sie meinen, daß die Eucharistie kein kultisches Meßopfer sei.

Die christliche Religion unterliegt einer Selbstgefährdung durch eine zu  radicalen Kirchenkritik.indem etwa Jesus Christus als die Wahrheit anerkannt wird, die Kirche aber nur den Status eines Antwortens auf die Wahrheit zugeschrieben wird, daß ihre Antworten nur so zeitgeschichtlich bedingte seien und nicht die Wahrheit selbst. Jesus wird so transformiert in das "Ding an sich", als etwas kantisch geredet Unerkennbaren, dem wir Christen uns immer nur in einer unendlichen Suchbewgung annähern könnten,ohne ihn je zu erreichen. Selbst das Neue Testament sei dann nur ein Antwortversuch auf das Offenbarungsereignis Jesu Christi. 

Eine Religion kann aber nur  eine wahre sein, wenn das Offenbarte in ihr als erkannte  und als vermittelbare  präsent offenbar ist. Das erfordert eine Institution, die das Offenbarte weitervermitteln kann in einer notwendigen Treue zum Ursprünglichen, da Gott oder die Götter eben durch Menschen ihre Wahrheiten vermitteln, damit sie zu Wahrheiten der Menschen werden können. 

So spricht manches dafür, daß die christliche Religion in der Form der Römisch-Katholischen Kirche die wahre Religion ist. 

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