Donnerstag, 13. Oktober 2016

Wahrheit- Nein Danke!

"Sich im Besitz der Wahrheit zu wissen, kann zu Überheblichkeit und Selbstgefälligkeit führen. Das hat Jesus schon bei den Pharisäern kritisiert. Er hat auch vorgelebt, wie mit Andersdenkenden umzugehen ist. Trotzdem hat er nie einen Zweifel daran gelassen, was er selbst als richtig angesehen hat." M.Pilters, Standpunkt, Kath de, am 13.10.2016.Also: der Besitz von Wahrheit könne zu Überheblichkeit und Selbstgefälligkeit führen. Darum kritisierte Wahrheitsbesitzer Jesus. Zu seiner Zeit waren das die Parisäer- die Schriftgelehrten vergaß die Kommentatorin! Jesus dagegen vertrat das, was er als wahr angesehen habe. Ist das denn nun nicht schon wieder eine erkannte Wahrheit, die zur Intoleranz verführt? Es muß wohl hier genau gelesen werden: Jesus vertrat nur, was ER als richtig ansah. Das ist die Subjektvierung der Wahrheit, die dann unbegrenzt viele andere subjektive Wahrheiten  tolerieren kann: Ich sehe das als richtig an und Du eben siehst das anders!So verkündete Jesus also schon den totalen Relativismus: Meine Wahrheiten müssen nicht Deine Wahrheiten sein und so kann jeder Andersdenkende tolerieren und gut mit ihnen umgehen. 
Nur, daß es eben Wahrheitsbesitzer gibt, die meinen, daß es für alle verbindliche Wahrheiten gibt und daß diese uns offenbart sind: die Pharisäer und Schriftgelehrten, die es eben zu allen Zeiten gibt. Wie gut ist es da, daß Jesus kein Wahrheitsbesitzer war, sondern nur seine Privatmeinung uns vortrug, damit jeder bei seiner Privatwahrheit verbleiben könne. 
Merke. Der postmoderne Grundsatz: Erkannte Wahrheiten sind der Anfang aller Intoleranz!      

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